Wohnkomplex – warum wir andere Häuser brauchen

Der Untertitel meines Blogs „architektur raum möbel und mehr“ sagt es ja schon: Hier gehts um Themen rund um das Wohnen. Und wenn Ihr öfter mitlest, wisst Ihr: Ich liebe es, Alltagsgegenstände, Wohnraum und alles was damit zutun hat zu gestalten. Dabei merke ich immer wieder, dass mich mehr interessiert, als die Oberfläche der Dinge, mehr als die reine Form. Auch die Themen, wie wollen wir eigentlich leben, wie kann Wohnen in Zukunft aussehen, wie kann Architektur Antworten geben auf wichtige Fragen liegen mir am Herzen. Und so musste ich, als ich noch im alten Jahr in einer Buchhandlung das Buch mit dem Titel „Wohnkomplex – warum wir andere Häuser brauchen“ von Niklas Maak entdeckte, zugreifen. Denn der Titel verspricht Spannendes zu genau den Fragen, die ich mir immer wieder gerne stelle.

Wohnkomplex von Niklas Maak

Das Buch

In 11 Kapiteln beleuchtet der Autor das Thema aus verschiedenen Perspektiven. Viele Fragen werden aufgeworfen. Im Mittelpunkt steht dabei zunächst die Zukunftstauglichkeit des Einfamilienhauses – zu teuer, immenser Flächenverbrauch und zudem „eine Hülle für Lebensentwürfe die es nicht mehr gibt“. Am anderen Ende dieser Entwicklung stehen die Innenstädte, die einem enormen Gentrifizierungsprozess unterliegen und aus denen Wohnen zunehmend verdrängt wird – „begehrbares Anlagedepot“: Ein schönes Beispiel für die bildhafte und pointierte Sprache des Autors.

Der Status Quo wird aus oftmals überraschenden Blickwinkeln beleuchtet: Was sagt ein Fenster über unsere Art zu Wohnen aus, ein Auto oder gar ein Sofa? Ein historischer Ausflug in die Entwicklung des Wohnens ist informativ und spannend und umfasst wirtschaftliche, gesellschaftliche sowie politische Aspekte.

Bei der Beschreibung des Status Quo bleibt Maak jedoch nicht stehen. Die Frage nach der Zukunft des Wohnens verknüpft er eng mit Fragen danach wie viel Privatheit brauchen wir, was ist privat, was öffentlich, wie können wir zusammenleben, was können wir teilen und woran sind frühere Formen des kollektiven Wohnens gescheitert? Auch konkrete Projekte werden vorgestellt. Kenntnisreich geht der Blick dabei oftmals nach Japan – die Japaner, die über deutlich weniger Fläche verfügen, sind beim Thema verdichtetes Bauen und neue Wohnformen ein ganzes Stück weiter als wir hier in Europa. Dabei werden mit den vorgestellten Projekten weniger konkrete Antworten als neue Denkanstöße gegeben. Übrigens schade, dass die zugehörigen Fotos nur sehr klein sind – so ist es oft schwer, sich konkrete Beispiele wirklich vorzustellen oder diese zu beurteilen.

Wohnkomplex von Niklas Maak

Fazit

Niklas Maak gelingt es, ein hoch aktuelles Thema verständlich und unterhaltsam aufzubereiten. Dabei richtet sich sein Buch ganz sicher nicht nur an Architekten (für die es aber unbedingt lesenswert ist) sondern besonders auch an Laien. Die Stärke des Buches ist es nicht, Antworten zu geben sondern Fragen zu stellen. Mich regt das Buch an, weiter zu denken – über politische Prozesse, über Ökologie und Ökonomie aber auch über meine eigenen Vorstellungen zum Wohnen im ganz persönlichen Rahmen. Es bleibt spannend!

2 Kommentare

  1. Liebe Mecki,

    ich wünsche Dir ein frohes und erfolgreiches neues Jahr 2015. Schön, dass Du da bist!

    Das Buch scheint wirklich interessant zu sein. Ja, ja die Japaner. Ich merke gerade wieder, wie viel man aus kleinen Räumen herausholen kann und wie energieeffizient kleine Häuser mit geschlossen Räumen sind.

    Herzliche Grüße
    Cora

    • Liebe Cora,
      Danke Dir und ebenfalls (auch wenn ich drüben bei Dir schon ein frohes neues Jahr gewünscht habe :-).
      Der Gedanke, was man aus minimalem Raum so raus holen kann, beschäftigt mich auch immer wieder – ich finde es ein super spannendes Thema. Ja und die Sache mit der Energieeffizienz…, da spielen so viele Aspekte rein, jenseits von Dämmstärken – ich fände es zum Beispiel spannend mal ein Haus zu entwickeln, das im Winter mit nur kleiner beheizter Fläche auskommt und unbeheizte Übergangszonen hat, sozusagen der Rückzug auf die winterliche Höhle oder so.
      Viele liebe Grüße zu Dir,
      Mecki