Von Nahrung, Hühnern und Eiern

So, da bin ich wieder – nach 2 Wochen Urlaub, der nahezu komplett offline verbracht wurde (mir hat’s gefallen).

mobiler hühnerstall kronberg

Und was bringe ich Euch mit, so direkt nach der Sommerpause? Hühner und Eier. Jaaaa, mal ganz was anderes hier auf fein & raum. Ich stolpere in meinem Leben immer wieder über die Frage, wie man sich dieser Tage ernähren kann, ohne an unserem Planeten Raubbau zu betreiben. Gar nicht so einfach: Bio, regional, saisonal, kurze Transportwege, wenig Verpackung, geringer Co2-Verbrauch, Tierleid usw. usw. Es gibt so unglaublich viel, was da gegeneinander abgewogen werden will, dass einem zuweilen schon der Kopf schwirren kann.

Dabei ist es manchmal nicht einfach abzuwägen: Ist es jetzt die Bio-Gurke aus Spanien sinnvoller als die konventionelle aus Deutschland. Sind die in Plastik verpackten regionalen Tomaten besser als die mit Transportweg, die lose angeboten werden. Verbraucht die Herstellung des leckeren Parmesan nicht eigentlich mehr Co2 als das Schweineschnitzel, das ich meist ohne großen Verlust links liegen lasse?

mobiler hühnerstall kronberg

Nun ist es nicht so, dass ich im Alltag ständig verzweifelt darüber grüble, was ich denn nun eigentlich essen „darf“. Im Gegenteil – es macht mir riesig Spaß, Lebensmittel einzukaufen und zu kochen. Dabei immer auch ein wenig im Hinterkopf zu haben, wie verantwortungsvoll meine Kaufentscheidungen sind, ist keine Last. Auch wenn ich weiß, dass ich damit kaum die Welt rette, ist es mir wichtig. Und wenn ich dann doch schon im Juni Lust auf Tomaten habe, dann dürfen die auch mal aus Italien kommen (bis meine eigenen wirklich reif sind, dauert glaube ich noch bis September :-). Überhaupt Italien: Ohne Zitronen, Olivenöl und Pasta geht bei mir nix – konsequent regional werde ich also wohl nie schaffen.

mobile hühnerhaltung auf streuobstwises

Gefreut habe ich mich aber sehr, als ich kürzlich entdeckte, dass um die Ecke eine mobile Hühnerherde (tolle Bezeichnung oder?) ein Plätzchen gefunden hat. Da laufen doch tatsächlich ca. 100 Hühner in schönster Idylle auf der Streuobstwiese rum. Und wenn sie diese kahl gepickt haben werden sie in ihrem mobilem Heim ein paar 100 Meter weiterverfrachtet. Die Landeier unter Euch werden vielleicht sagen: „Hej, ist doch selbstverständlich“. Aber ich wohnen nun mal mitten in Rhein-Main, dicht be- und zersiedelt, und da ist so was schon ein richtiges Highlight. Ja und heute habe ich es endlich mal zu den (spärlichen) Öffnungszeiten des kleinen Hofladens geschafft und hatte Glück, dass die Hühner auch produktiv waren und ich 10 Eier bekommen habe.

mobile hühnerhaltung in oberhöchstadt

Ha, und ich hab die Kamera mitgenommen, denn auf dem Weg zum Hofladen, komm ich bei besagten Hühnern vorbei. Also erst die Produzenten live fotografieren und dann ihre Erzeugnisse einkaufen gehen, ist doch toll!

Das Federvieh kam übrigens direkt zum Zaun gestürmt, als ich mein Rad abstellte. Erst war ich ganz entzückt, dass sie sich mir quasi als Fotomodell aufdrängten. Der Spaß war aber schnell vorbei, als sie merkten, dass ich nix zu essen dabei habe. Da zeigten sie mir ganz schnell ihr Hinterteil. Und ich durfte feststellen, dass es doch was anderes ist, Kerzenständer, Kuchen oder Häuser zu fotografieren. Da ist definitiv noch Luft nach oben, was die Tierfotografie betrifft :-).

mobile hühnerhaltung

Und Ihr? Habt Ihr auch was um die Ecke, wo das Essen einkaufen so viel Spaß macht? Markt, Bauernhof oder gar der eigene Garten? Oder bevorzugt Ihr den praktischen Supermarkt, der ja zumindest in punkto Zeitfaktor kaum zu toppen ist?

Ein wirklich sehenswerter Film zum Thema ist übrigens: 10 Milliarden – wie werden wir alle satt?

6 Kommentare

  1. Liebe Mecki,

    das hört sich wunderbar an: Zwei Wochen offline-Urlaub! Das würde ich nie schaffen, ich bin viel zu Social-Media-süchtig ;)

    Die Hühner bei Dir umme Ecke sind ja klasse! So ein Hofladen ist schon was Feines. Bei uns gibts um im Viertel einen Bio-Laden in dem ich sehr gerne einkaufe, außerdem nen tollen Wochenmarkt mit regionalen Spezialitäten und Fleisch vom Hofgut Serrig! Kennst Du das noch aus Deinen Trier-Zeiten? Am Freitag war ich wieder mal seit Längerem dort kaufen und es macht immer sehr viel Spaß!

    Liebe Grüße zu Dir nach Rhein-Main und bis bald!

    Kathrin

    • Liebe Kathrin,
      ja, um den Trierer Wochenmarkt beneide ich dich ein wenig, das ist bei uns ziemlich dürftig (was ich nie verstehe, denn genug Einwohner für nen schönen Markt gibts hier eigentlich schon, aber der Wochenmarkt hier ist echt mini…). Hofgut Serrig kenn ich vom Namen her auch, muss aber gestehen, dass zu meinen Trierzeiten (ööhm, 30 Jahre her) Lebensmittel noch so gar kein Thema waren.
      LG, Mecki

  2. Ein fahrender Hühnerhof, das ist ja mal eine Idee!
    So macht das Einkaufen sicher noch mehr Spaß. Mich langweilen Supermärkte momentan. Einkaufen ist dort kein Erlebnis mehr und die angebotenen Waren machen mir keinen Appetit!
    Liebe Grüße
    Cora

    • Geht mir mit den Supermärkten oft ähnlich – aber in München gibts ja , glaube ich, ganz wunderbare Alternativen, Viktualienmarkt und so ist doch sicher toll?
      LG, Mecki

  3. willkommen zurück.. und schön, dass du wieder da bist.

    einen wunderbaren text hast du da verfasst… die bio-folien-gurke aus spanien, über die stolpere ich viel zu oft (woran man erkennt, dass ich viel zu oft supermarkteinkäufer bin…). bio + regional wäre natürlich das optimum. aber bis dahin finde ich hofläden und regionale erzeuger irgendwie gut.

    so ein hühner mobil gibt es auch im süden von rhein-main noch einmal. könnte mir vorstellen, dass das auf jeden fall die glücklicheren hühner sind.

    deine fotos gefallen mir schon ziemlich gut. also sooooo viel luft nach oben sehe ich da gar nicht mehr. bin aber gespannt ob wir zukünftig noch mehr tierisches von dir zu sehen bekommen.

    ganz liebe güße

    julia

    • Danke Dir für Deine Worte, freu mich :-).
      Eigentlich sind so Hühnermobile für Rhein-Main ja auch gerade zu optimal – die ganzen kleinen Lücken, die es immer wieder gibt, könnte man so noch sinvoll nutzen.
      LG, Mecki