Stadt – Land – Dazwischen

Es ist noch gar nicht so lange her, da gab es bei M i Ma eine sehr angeregte und spannende Diskussion zum Thema Stadt- und Landleben. Auch Larissa von No Robots hat kürzlich einen interessanten Beitrag dazu geschrieben. Die Frage „lieber Stadt oder Land“ beschäftigt mich immer mal wieder und ich  finde sie gar nicht so einfach zu beantworten – für mich spielen da so viele Aspekte rein und Stadt ist nicht gleich Stadt und Land ist nicht gleich Land, daher fallen mir auf die Frage letztlich viel mehr als eine einzige Antwort ein. Eigentlich bin ich immer so eine echte Stadtpflanze gewesen, dann hatten wir irgendwann von der Stadt aus viel zu lange Wege zur Arbeit und sind aus ganz pragmatischen Gründen raus aus der Stadt.

skyline frankfurt

Hier in Rhein-Main gibt es diese klare Abgrenzung nur sehr bedingt und vieles ist weder Stadt noch Land sondern irgendwie Dazwischen. Kleine Dörfer zwischen großen Gewerbegebieten, Waldstücke zwischen Landebahnen, Niemandsland zwischen Städten, Schrebergärten zwischen Autobahnen, Felder zwischen Bahngleisen – der Raum ist fließend und das Dazwischen ist das Normale in Rhein-Main.

In diesem Dazwischen ist es Alltag, mal eben entlang der Skyline durch die Felder zum Bauernhof zu radeln und sich mit Gemüse zu versorgen, das irgendwo in diesem Dazwischen gewachsen ist – das genieße ich. Diesmal durfte die Kamera mit. Der Blick über die Kuhweide gibt den Blick frei auf die Frankfurter Börse, die aber eigentlich gar keine Frankfurter Börse mehr ist sonder eine Eschborner – denn da steht sie. Übrigens auch so ein typischer dazwischen Ort – ursprünglich mal ein Bauerndorf mit gutem fruchtbaren Boden, wächst hier dieser Tage mehr Gewerbe als Gemüse, die Seele des Ortes scheint ein wenig verloren gegangen – da mag ich das Dazwischen nicht. Die Wege sind meist kurz, denn man ist ja ohnehin schon dazwischen – mit dem Rad zur Arbeit zu fahren ist ein Luxus, den ich liebe, im Stau stehen hingegen gar nicht – davon gibt’s im Dazwischen auch genug.

Stadt Land Dazwischen

Wie lebt Ihr? Wie wollt Ihr leben? Stadt – Land – Dazwischen?

8 Kommentare

  1. Meine Zeit in der Stadt hat eine Deadline. Ich freue mich wage darauf.

    Wo ist Land Land, wo ist eine Stadt eine Stadt? Welche Stadt ist mehr Land als ihr lieb ist? Meinen wir alle immer das gleiche?

    Ich freue mich auf Platz, auf Grün, auf keine Nachbarn im Haus, auf die Berge, auf Grillfeiern mit genug Möglichkeit zum Übernachten.

    Ich freue mich nicht auf Wege mit dem Auto, auf Einkaufstouren in Großsupermärkten, auf gleiche Lokale und das eine Kino, eben nur das eine.

    Das Dazwischen gibt es in München nicht. Es ist entweder Stadt, Speckgürtel und dann Land. Um im Speckgürtel ist es auch so teuer, das lohnt sich dann nicht. Wenn dann ganz raus. Da kenn ich mich dann doch wieder aus….

    • Kann ich gut nachvollziehen was Du schreibst – ist halt wirklich so, dass beides seine schönen Seiten und Schattenseiten hat.
      LG, Mecki

  2. Liebe Mecki,
    dazwischen hört sich doch in diesem Fall wunderbar an! Gleich in der Stadt ist toll, ich habe es hier nicht weit bis zur nächsten Kneipe und bis zur U-Bahn! Dafür ist es laut und manchmal ein bisschen hektisch. Genieße daher die Wochenenden „dazwischen“ bei Freunden immer umso mehr. Und irgendwann geht es ganz sicher auch raus auf’s Land für mich – Veränderung schadet ja nicht!
    Deine Bilder sind toll geworden. Die Skyline hinter den Äckern, das hat schon was!
    Sende Dir liebe Grüße, Tanja

    • Stimmt, Veränderung schadet nicht – ich bin auch so jemand, der gerne mal die verschiedenen Lebensweisen ausprobiert und nicht davon ausgeht, dass alles immer von Dauer und unveränderbar ist.
      LG zu Dir, Mecki

  3. Hui, eine Verlinkung. :) Ich muss wohl nicht mehr groß kommentieren … Aber wie Fadenvogel schon sagt: In München gibt es kein Dazwischen. Ich kenne das aber aus dem Ruhrgebiet. Da mag ich das eigentlich auch immer, wenn man zwischen zwei Städten so einen grünen Rand findet. Aber ich schätze, das ist selten. Ich persönlich viele mich in der Enge der Stadt viel freier. Im Gegenzug habe ich auf dem Land immer das Gefühl, dass mir die Luft abgeschnürt wird. Ich mag das Grün, aber die Einseitigkeit macht mich verrückt. Zumal ich auf dem Land sowieso nie Arbeit finden würde. Außer ich würde freiberuflich arbeiten … und dann würde ich ja gar nicht mehr rauskommen. Horror!

    • Gute Artikel verlinke ich doch gerne :-) und Deine Gedanken zu Stadt und Land und Freiheit verstehe ich gut. Stimmt, Ruhrgebiet ist auch häufig so ein Dazwischen.
      LG, Mecki

  4. ganz wunderbar beschreibst du die vorzüge des oft so verachteten rhein-main gebietes…
    groß und international genug um stadt zu sein,
    auf der anderen seite nicht zu groß um mit dem rad mal eben mitten im grünen zu stehen.

    für mich genau die richtige alltagsmischung.