Selbst gebackenes Brot – sooo einfach!

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Kebo ruft wie jeden Monat zum Bloggerevent „Typisch für…“ und diesmal geht’s um Frühstück. Typisch für mein Frühstück also… Nun gibt es bei mir aber gar nicht DAS typische Frühstück, nein, meine Woche ist frühstückstechnisch sozusagen zwei-geteilt. Wochenende: gerne viel und lang und gemütlich. Während der Woche: ich gestehe, ich bin ein echter Morgenmuffel, vor 8 Uhr allerfrühestens spricht man mich am besten nicht an. Da das Frühstück aber bei uns um 7 Uhr statt findet, darf es gerne kurz, schweigsam und so wenig wie möglich sein :-).

Und was ich ja immer mag, Morgenmuffel hin oder her, ist unser selbstgebackenes Sauerteigbrot – gibt’s bei uns seit Jahren und ist so super einfach und gleichzeitig so lecker, dass ich Euch heute einfach mal aufschreibe, wie Ihr Euch auch eins backen könnt.

Sauerteigbrot selbst gebacken

Die Zutaten

Ihr braucht (Achtung, längste Zutatenliste ever ;-):

1 kg Roggenvollkornmehl

20 g Salz

Wasser

Und so geht’s:
Beim ersten mal müsst Ihr erst einmal einen Sauerteig herstellen, nicht erschrecken, geht total einfach. Beim zweiten Brot habt Ihr den dann schon (wie man ihn aufbewahrt steht weiter unten) und es wird noch viel einfacher.

Der Sauerteig

Für den Sauerteig vermischt Ihr an Tag 1 ca. 100 gr Mehl mit handwarmen Wasser in einer verschließbaren Schüssel. Die Konsistenz sollte ungefähr breiig sein. Die Schüssel stellt Ihr dann an einen eher warmen Ort – optimal wären ungefähr 23°, wenn’s ein bisschen wärmer oder kälter ist, macht das aber auch nichts (während der folgenden Tage entwickeln sich verschiedene Essig- und Hefebakterien, letztere gedeihen am besten bei warmen Temperaturen, während die Essigbakterien es wohl eher etwas kälter mögen. Wie Euer Sauerteig hinterher schmeckt, ist also  auch ein wenig temperaturabhängig).

An Tag 2 und 3 wiederholt Ihr einfach das Prozedere von Tag 1, füllt also in die selbe Schüssel erneut Mehl und Wasser, rührt um und lasst die Mischung für 24 Stunden in Ruhe. Wenn alles gut läuft, entwickelt der Sauerteig kleine Bläschen und zeigt Euch so, dass er lebt.

Roggenvollkornbrot selbst gebacken

Das Brot

An Tag 4 ist Euer Sauerteig fertig und Ihr könnt mit dem Brotbacken beginnen. Dazu füllt Ihr den Sauerteig mit der Hälfte des verbliebenen Mehls (insgesamt müsste Ihr nun noch 700 gr Mehl haben) auf und gebt wieder handwarmes Wasser dazu. Die Konsistenz darf nun etwas fester sein, sollte sich aber immer noch mit einem stabilen Löffel bearbeiten lassen. Den Teig lasst Ihr nun für 4 Stunden wiederum abgedeckt an einem warmen Ort stehen. Danach nehmt Ihr zunächst eine Gabel Teig ab und mischt diese (am besten einfach mit den Fingern) solange mit ca. 2-3 Esslöffel Mehl bis eine krümelige ziemlich trockene Konsistenz entsteht – das ist der sogenannte Krümelsauer. Den könnt Ihr in einem sauberen Glas verschlossen im Kühlschrank lagern, bis Ihr das nächste Mal Brot backt. So ist er mehrere Wochen haltbar*.

Den Rest des Mehls gebt Ihr nun in die Schüssel zusammen mit ca. 20 gr Salz und – Ihr könnt es Euch schon denken – handwarmen Wasser. Wer mag kann an dieser Stelle auch noch Brotgewürze wie Kümmel, Fenchel oder Koriander zufügen, auch lecker. Wenn Ihr den Teig (Roggenteig ist extrem klebrig) gerade noch so umrühren könnt, ist die Menge Wasser richtig. Es ist schwierig, eine genaue Menge Wasser vorzugeben, weil das einfach sehr vom Mehl abhängt, ich messe es selbst auch nie ab. Den Teig füllt Ihr nun in eine gefettete große Kastenform und die darf nun, mit einem Tuch abgedeckt, wieder ruhen, jetzt im Sommer einfach in der Küche, im Winter sucht man sich am besten ein warmes Fleckchen (z.B. im Backofen bei eingeschalteter Beleuchtung). Wie lange genau, hängt davon ab, wie warm es ist und wie triebstark Euer Sauerteig schon ist, der wird nämlich immer kräftiger und besser, je älter er ist, ja wirklich! Für den Anfang lasst Ihr Euer Brot am besten 3 Stunden gehen. Nach einiger Zeit, kann das deutlich kürzer sein, bis dahin habt Ihr aber selbst ein Gefühl dafür entwickelt :-)

Roggenbrot Vollkorn mit Tomaten

Das Backen

Das ungebackene Brot könnt Ihr einmal längs einritzen, das sorgt für die hübsche Aufbruchkante. Den Ofen heizt Ihr vor nach dem Motto „Alles was geht“ – das dürften im Normalfall so ca. 270° sein. Auch wenn alle Brotbackspezialisten was anderes sagen, ich nehme für die ersten 10 Minuten dabei gerne Heißluft, macht das Brot schön kross. Unten in den Ofen kommt noch ein Backblech, auf das ich beim Einschießen (so nennt man den Moment, wenn das Brot in den Ofen kommt…) ca.50 ml Wasser verspritze – alles für die gute Brotkruste :-). Nach 10 Minuten stellt Ihr die Temperatur zurück auf 190° sowie Ober- und Unterhitze und backt dabei das Brot eine weitere Stunde. Fertig! Und nun müsst Ihr ganz hart sein und das Brot noch über Nacht liegen lassen, denn so ein guter Roggensauerteig will erst einmal ein paar Stunden reifen bevor er zu Höchstform aufläuft. Dafür schmeckt’s dann am nächsten Morgen um so besser. Und ich kann Euch an der Stelle garantieren: wenn Ihr einmal Euer selbstgebackenes Brot gegessen habt, mögt Ihr nie wieder ein anderes.

Die Tomaten auf dem Foto sind übrigens tatsächlich aus dem eigenen Garten, bis jetzt kann sich die Ernte echt sehen lassen :-)

* Beim nächsten Mal Brotbacken nehmt Ihr den Krümelsauer am Abend vorher aus dem Kühlschrank und gebt ungefähr 200 gr Mehl und Wasser dazu. Am nächsten Morgen könnt Ihr dann wie an Tag 4 starten (mit etwas variierter Mehlmenge, so dass Ihr gesamt wieder auf 1 Kilo kommt)

7 Kommentare

  1. die zutatenliste ist echt der hammer!
    und so einfach klang das mit dem sauerteig noch nie… ich glaube das muss ich auch mal probieren.

    ganz liebe grüße
    julia

    die gerade grübelt ob es sinnvoll ist nachts um halb 1 sauerteig anzusetzen *grins*

    • ja und das ist tatsächlich genau so einfach! und, hast du ihn um halb 1 angesetzt? :-)
      lg, mecki

      • *hihi* hätte eigentlich zu mir gepasst… aber zum glück nicht. er hätte meinen urlaub bestimmt nicht so zufrieden überstanden… und einen sauerteig in pflege geben… mhhhh.

        aber jetzt in den letzten freien tage, bevor es wieder ins büro geht… wäre eigentlich ein guter zeitpunkt.
        roggenmehl müsste auch noch irgendwo sein, die küche ist frisch geputzt… der perfekte zeitpunkt :-D

        liebe grüße
        julia

  2. Das Brot sieht wirklich köstlich aus. Dein Rezept hab ich mir gleich mal abgespeichert. Brotrezepte kann man schließlich nie genug haben. Ich freu mich jetzt auf Tomate mit Mozarella mit selbst geernteten Tomaten…
    LG

  3. Sauerteig-Roggenbrot… mmmhhhh, liebe Mecki, wir sollten vielleicht doch ab und an wieder Samstagskaffee trinken, da hatten wir uns(ere Blogs) kennen gelernt :-)
    Ganz liebe Grüße,
    Kebo

  4. Wie toll, dass du selbst Brot backst!
    Ich kann mich noch gut an das Holzofenbrot meiner Oma erinnern. Sie hat in ihrem Haus eine richtige Backstube – zu schade, dass es sowas in unseren modernen Wohnungen nicht gibt. Der Geschmack ist einfach unbeschreiblich.
    Ganz liebe Grüße
    Silvia

  5. Liebe Mecki!

    Das Brot sieht super lecker aus! Und jetzt noch dick gute Butter drauf und Meersalz: Perfekt! Okay ein wenig Schnittlauch geht auch noch! ;)

    Viele Grüße aus dem schönen Trier, Kathrin

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