Samstagskaffee 26 – von gescheiterten DIY-Projekten

Ja, letzten Samstag noch himmelhochjauchzend und Euch ein Projekt vorstellend, mit dem ich so richtig glücklich bin, gibt es heute mal was aus der Ecke „dumm gelaufen“. Kennt Ihr das? Ihr geht mit soviel Elan an eine Sache ran, dass es gar nicht schnell genug mit der Umsetzung gehen kann und näheres Nachdenken dabei eher unerwünscht ist. So ging es mir vorletzten Winter. Vor vielen vielen Jahren habe ich viel, gerne und, damals, wohl auch gut gestrickt. Ist ewig her und die ganze Strickerei war bei mir völlig in Vergessenheit geraten. Im Zuge der allgemeinen „es fühlt sich so toll an was selbst zu machen“-Welle, erinnerte ich mich wieder daran und bestellte bald darauf  ein paar wunderschöne Wollknäuel im Internet – hübsche Farben, ein bisschen Retro-mäßig, schöne weiche Merinoqualität (ich bin da echt empfindlich und verweigere seit frühester Kindheit alles was irgendwie kratzen könnte).

gescheitertes DIY Strickkleid

Ist DIY wirklich so einfach?

Soweit so gut, hätte man ja für den Anfang einen tollen Schal oder sowas draus stricken können. Aber nein, es musste sofort und unbedingt ein Strickkleid sein. Und da ich Anleitungen langweilig finde (oder bin ich einfach nur zu bequem, sie gründlich zu lesen?) hab ich einfach losgelegt und quasi während des Strickens mein eigenes Strickkleid entworfen. Das Muster ist ganz einfach (jede 6. und 7. Masche an den Farbübergängen habe ich einfach nicht mit gestrickt sondern 2 Reihen so mitgezogen – coole Idee eigentlich :-) und so strickte ich wochenlang vor mich hin. Als Ärmel hatte ich mir was kurzes mit Rollbündchen überlegt, einen weiten Ausschnitt dazu, so dass man einfach diverse Langarmshirts drunter ziehen kann, fein! Frei nach Gefühl habe ich dann Maschen aufgenommen, Maschen abgenommen – immer schön nach dem Motto: wird schon passen. Tut es aber leider nicht. Ich kann Euch sagen: das was auf dem Kleiderbügel noch so weit ganz hübsch aussieht (finde ich jedenfalls) ist in Wahrheit einfach ein schlecht sitzender Sack. Und so habe ich mit dem Ärmel stricken erst gar nicht begonnen.

Und was nun?

Ich hab eine kleine Schwester, die echt begabt ist was Stricken angeht und die mir freundlicherweise anbot: „Bring das Teil doch einfach mal mit, dann gucke ich was zu retten ist“. Hab ich gemacht und war fest davon überzeugt, wenige Zeit später ein schmuckes fertiggestelltes Strickkleid in Händen zu halten. Aber was soll ich sagen: Monate später bekam ich das gute Stück völlig unverändert zurück „hoffnungsloser Fall, da ist nix mehr zu retten“ – na prima! Und da es gerade so schön herbstlich draußen ist und Stricken ja soooo gemütlich ist, hab ich die Tüte mit dem Unglücksstück jetzt mal wieder ausgegraben. Was meint Ihr? Schal? Decke (eigentlich ist es mir für die Wohnung fast zu bunt)? Sonstige gute Ideen?

Bin ich die einzige, die an DIY-Projekten schon mal scheitert (ist ja nicht das erste Mal ;-) oder was sind Eure besten Geschichten zum Thema „Schönes Scheitern? Ich bin gespannt.

Mehr Samstagskaffee gibt’s wie immer bei Ninja

34 Kommentare

  1. ich lese auch nie anleitungen :) das kleid ist ein traum ich bin ganz neidisch und würde es sofort anziehen. ich glaube ich gehe nachher wolle kaufen :)
    liebe grüße
    armida

    • Nee, das Kleid ist kein Traum, es ist ein Sack, ehrlich! Aber schön, wenn es Dich zum Stricken inspiriert, mach es besser als ich :-)
      LG, Mecki

      • Auf dem Bügel schaut es zumindest echt schön aus….hmmm ich glaube ich versuche es auch irgendwann mal wenn ich alle anderen Projekte fertig habe vielleicht gelingt es mir :) aber wahrscheinlich nicht da ich meistens nie in Anleitungen schaue
        Liebe Grüße
        Armida

  2. Liebe Mecki,
    oh weia, das ist SEHR ärgerlich, so viel Zeit und Mühe… Ich fühle mit Dir! Und na klar, passiert doch ständig, dass irgendetwas eben nicht so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt hatte… Entweder es kommt etwas unerwartetes, aber durchaus auch kreativeres dabei heraus (passiert selten, zugegeben), oder es ist ein Fall für die Tonne. Ich habe z.B. beim Zuschneiden einer Folie schon mal 3(!) Anläufe gebraucht, bis ich die Vorlage korrekt spiegelverkehrt umgesetzt hatte. Inklusive völlig verdattertem Blick, als ich es rangehalten habe. Mein Bester hat sich schief gelacht. Frauen und Logik, ne? Da gibt es unzählige Beispiele… Finde es wunderbar, dass Du auch mal etwas zeigst, was nicht so gelungen ist, sonst hätte ich irgendwann angenommen, Du wärst Superwoman… Ganz liebe Grüße, Tanja

  3. man muesste das gute Stueck mal angezogen sehen….und nein du bist nicht die einzige bei der was schiefgeht. Ich persoenlich habe gerade eine Jeanstasche aus ner alten jeans mit ner verhunzten Verschlussklappe und einen schlecht zusammengetackerten halbfertigen Quilt als Zeugen meiner -zumindest teilweisen- Unfaehigkeit rumliegen Gruss Susanne

  4. Schlecht sitzender Sack. Ich muss laut lachen. Tja, ist mir auch schon so gegangen. Ich mache die Arbeiten jeweils doch fertig und stopfe sie in den Kleidersack. Oder aufribbeln? Liebe Grüsse von Regula

  5. Nein! Nicht aufribbeln! Das sind doch, soweit ich es beurteilen kann genau deine Farben. Mach ein Kissen draus! Oben und unten mit der Nähmaschine abnähen, das geht. Ich hab schon oft aus alten Pullis Kissen gemacht und sie hatten so ein paar gute Jahre voller Liebe und Respekt. keiner will als alter Sack enden :-)). Deine Susan.

    • Mmmmh, Nähmaschine hab ich gar nicht, und Kissen mit Taille? Aber genau, als alter Sack enden ist auch doof :-)
      LG, Mecki

  6. Erstmal Gratulation, dass du überhaupt so weit gekommen bist. Also mich verlässt da ja meistens irgendwann die Lust (so viel zum Scheitern). Aber das Muster gefällt mir. So’ne rechte Idee habe ich nun nicht. Sprichst du von Auftrennen oder irgendwie zusammennähen? Dann würde ich Dosen-Ummantelungen draus machen. Sieht bestimmt gut aus.
    Ich bin gespannt was da nun draus wird und wünsche dir weiter viel Motivation
    Liebe Grüße
    Jutta

  7. Tja, wer kennt das nicht?! Bei dünnerer Wolle könntest du die Nähmaschine zum Einsatz bringen und den „Sack“ einfach enger nähen. Bei dicker geht das leider nicht so gut (Mein Problem mit einer wunderschönen Strickjacke, die aber auch zu groß ist). LG mila

  8. Ich finde es toll, dass du auch deine gescheiterten Projekte postest.
    Darüber habe ich mich letztens noch mit einer Freundin unterhalten. Es bringt Authentizität in die Bloggerwelt und ist einfach total sympathisch!
    Und ich finde Schals kann man nie genug haben :)
    Liebe Grüße,
    Christina

  9. einen jupe daraus machen oder einen bauchwärmer?
    ich beginne sehr gerne mit sachen stricken oder nähen oder überhaupt, aber diese dann beenden, ohweja. manchmal hilft mir meine mutter oder die sachen liegen jahrelang in einer kiste…
    lieber gruss sonja

  10. joa, wer sich ans stricken traut ist für mich schon daher HELD!!!
    ich kann ja beispielsweise fliesen legen, aber stricken oder nähen oder so…. nee.
    das erste gescheiterte DIY Projekt war wohl mein Patchwork Nadelkissen in der 5. Klasse.
    Aber meine Mutter benutzt es netterweise bis heute :-)

    liebst ninja

  11. Hallo Mecki,
    dafür, dass es ein Sack ist, sieht es auf dem Foto aber noch sehr dekorativ aus.
    Ich fang bei DIY meist einfach gar nicht erst an. :o)
    Habe dieses Jahr aber eine Babydecke gestrickt und mehrfach Maschen über Reihen verloren. Irgendwann hätte ich sie am Liebsten einfach weggeworfen. Aber die Mama des Babys wusste schon von der Decke und fands sie trotzdem gut.

    Den Tipp mit dem Umnähen als Kissen finde ich gut, du auch?
    LG Nanne

    • Ja ne, auf dem Foto siehts echt deutlich besser aus als an mir :-).
      Kissen? Ich weiß nicht, im Moment tendiere ich eher zum Schal, aber mal schauen.
      LG, Mecki

  12. Also die farbwahl ist schon mal klasse. Mir gefällt sie jedenfalls.
    In angezogenem Zustand kann man ja nicht wirklich beurteilen, da müssen wir vertrauen. Ich kenne das aber auch gut. Da hat man ein tolles Muster und ist überzeugt das ist genau das richtige. Dann ist dieses Teil fertig und du siehst aus, als hättest du mindestens 12 Kilo mehr drauf.
    Lass das Ribbelmonster dran…ärgerlich, aber dir geht es später wieder besser.
    Schade für die Arbeit aber…
    Ärger dich nicht.
    Liebe Grüße
    Andrea

  13. Ich will ja jetzt nicht die Zicke sein, aber beim Stricken geht es ja auch bisschen um Demut…Meine Mutter hat an die 100 Anleitungen nachgestrickt, bis sie ihren ersten Pullover selbst entwerfen konnte. Ich finde dein Scheitern echt normal.

    Ich stricke oft und gerne, aber auch bei mir langen fast alle Projekte wieder in der Altkleidersammlung. Wahrscheinlich, weil ich lieber was anderes stricke als ich trage (Farben, Form,usw.) Wie gesagt, beim Stricken geht es erst mal über viele Jahre um das Nachmachen, bis man die Konsequenzen versteht. Was habe ich persönlich nicht alles schon abgeändert, und dann war es total unpassend. Ich verstehe auch, wenn jemand das nicht mag. Nachmachen, Nachstricken, Malen nach Zahlen. Aber stricken ist nicht besonders kreativ, da wird es oft missverstanden, das gute Stricken. Stricken ist Rosenkranzbeten: immer wieder immer wieder immer wieder dasselbe. Bis man völlig gedankenleer ist…

  14. Dazu mein Erlebnis mit Nadeln und Wolle: Also ich hab mir vor zwei Jahren eingebildet, dass ich unbedingt stricken lernen müsste. Nach einer Woche hab ich es aufgegeben und mir gesagt, dass man auch nicht alles können muss! Den angefangenen Schal hat mir dann meine Freundin zu Ende gestrickt! ;-) Liebe Grüße und einen schönen Sonntag! Kathrin*

    • Das mit dem zu Ende stricken hab ich ja auch probiert (mit meiner kleinen Schwester), leider erfolglos :-)
      LG, Mecki

  15. stopf doch Füllmaterial rein, näh es zu und verwende es als Sitzsack!

  16. Wie gut ich das kenne! Kann aber auch passieren, wenn man nach Anleitung strickt. Deswegen mache ich fast nur noch Schals, die passen meistens. Ein schöner Loop-Schal könnte das noch werden oder Du filzt es in der Waschmaschine, schneidest aus dem grünen Teil Blätter aus (als… Hängrümchen oder so) und aus dem sehr schönen bunten wird so ein Teil, was man über eine runde Schale zieht, ein Utensilo oder ähnliches. Ein gutes hat das mit dem Filzen, wenn es dann total verdorben ist, kann man es besten Gewissens entsorgen (ich spreche aus Erfahrung).
    Liebe Grüße Sarah

    • Loop-Schal klingt gut, die mag ich ohnehin total gerne. Wird so ein Ding eigentlich direkt rund gestrickt oder irgendwie hinterher zusammen genäht?
      LG, Mecki