Samstagskaffee 10 – Malen mit Licht

Am Mittwoch habe ich unser Schlafzimmer mit ein paar neuen Bildern best (gl-) ückt. Beim anschließenden Fotografieren wurde mir wieder einmal klar, warum Fotografie wörtlich übersetzt „Malen mit Licht“ heißt. Viel Fensterfläche mit einem ganz leichten, halbtransparentem weißen Vorhang davor – das ist quasi wie eine riesige Softbox und ergibt einfach ein tolles Licht, so dass das Bilder machen fast von selbst gelingt. Da das „Malen mit Licht“ soviel Spaß gemacht hat, schnappte ich mir heute meinen Samstagskaffe und machte nochmals ein paar Bilder in meiner „natürlichen Softbox“ – soweit die Theorie. In der Praxis verzog sich dann leider just in dem Moment als der Kaffee fertig war die Sonne hinter den Wolkenhimmel und das Licht war gar nicht mehr so berauschend – nix mit malen ;-), das Lichte, die Leichtigkeit, die am Mittwoch noch ganz von selbst in die Bilder kam, fehlt heute. Außerdem war ich dann ein wenig gestresst, die Latte-Art auf dem Kaffee hält ja schließlich keine Stunden…, so sind die Fotos nicht so fein geworden, wie ich mir das vorher vorstellte. Bloggerpech halt. Was soll’s, ich nutze die Gelegenheit nun dennoch, um Euch einen kleinen Einblick hinter meinen Blog zu geben und ein wenig über das Fotografieren und die zugehörige Ausrüstung, mit der alle Bilder des Blogs entstehen zu erzählen.

Kaffee Latte Art

Die Fotografie

Beruflich gebe ich ja unter anderem Photoshopkurse. Logisch – was die Bildverarbeitung angeht bin ich also Profi. Ganz anders sieht es da bei der Fotografie aus, die ich nur hobbymäßig betreibe und in der ich mich immer noch als Lernende empfinde (um es mal vorsichtig auszudrücken ;-). In den letzten Jahren ist das Fotografieren zudem oft viel zu kurz gekommen – vielfach fehlte es einfach ein wenig an Inspiration und Motivation. Durch meinen Blog hat sich das gründlich geändert. Seit dem ich Bilder für diesen mache, habe ich wieder großen Spaß daran, mir die Kamera zu schnappen, zu überlegen, wie ich Dinge am besten in Szene setze, gutes Licht zu suchen und am perfekten (so weit der Anspruch;-) Ausschnitt zu tüfteln. Vieles misslingt dabei noch, aber dennoch gibt es auch schöne Erfolgserlebnisse – vor allem dann, wenn ich das Glück habe, ein tolles Licht zu erwischen.

 Die Ausrüstung

In die digitale Fotografie eingestiegen bin ich vor einigen Jahren mit einer gebrauchten Pentax K100D. Vor allem hat mich daran fasziniert, dass man für „einen Appel und ein Ei“ tolle alte super lichtstarke Festbrennweiten auf Ebay und in Fotoforen bekommen konnte, bis heute mag ich keine Zoomobjektive und liebe die Beschränkungen, die so eine Festbrennweite mit sich bringt. Das Fotografieren damit machte unheimlich Spaß, war aber auch eine echte Herausforderung, denn alle meine Objektive waren rein manuell, das heißt sie hatten keinen Autofokus und ich musste das Scharfstellen nach Augenmaß durch einen winzigen Sucher vornehmen. Ehrlich, als Brillenträger kommt man da irgendwann (ziemlich schnell!) an seine Grenzen und ich habe leider einiges an Ausschuss produziert (lustig war vor allem immer das Fotografieren von Menschen. Sagt mal einem Kind, es soll doch bitte mal eben eine Minute ruhig bleiben, damit ich die Zeit habe, ganz in Ruhe perfekt zu fokussieren – funktioniert nicht, definitiv!). Und so habe ich mich dann irgendwann schweren Herzens von meiner Pentax getrennt. OK, die Trennung wurde mir zugegeben durch ein neues Ebay-Schnäppchen – eine ziemlich alte Canon 5D mit einem total versifften Sensor, dafür super günstig- erleichtert. Zum Glück hat der Herr im Hause fein & raum eine super ruhige Hand und hat damit souverän die Sensorreinigung übernommen, so dass ich ab sofort tatsächlich mit einem Vollformatsensor fotografieren konnte. Uiiiih, einmal gemacht, will man echt nix anderes mehr. In punkto Bedienung ist die alte Dame naja – nennen wir es mal ein wenig sperrig, aber in Sachen Bildqualität echt überzeugend. Früher konnte ich  schlechte Bilder immer aufs Equipment schieben, das fällt jetzt leider flach.

Kaffee

Die Objektive

Dazu habe ich dann noch, ebenfalls gebraucht und ebenfalls sehr günstig, zwei Objektive ersteigert. Diese beiden Objektive (und natürlich die Kamera) – 85 mm 1.8 und 35 mm 2.0 – sind bis heute meine ganze Fotoausrüstung. Ich mag das Fotografieren mit Festbrennweiten, auch wenn das natürlich ziemlich unflexibel ist, aber mir fällt dadurch die Konzentration auf das Motiv viel leichter. Da das 85 mm Objektiv schön lichtstark ist, ein tolles Bokeh hat und darüber hinaus über einen schnellen und leisen Autofokus verfügt während das 35 mm bokehtechnisch eher schwierig ist und der Autofokus ein wenig nach einem jaulenden Hund klingt, ist die Entscheidung mit welchem Objektiv ich fotografiere meist schnell getroffen. Nur in dem ein oder anderen sehr kleinem Raum, wie zum Beispiel meinem Arbeitszimmer, muss dann definitiv das 35 mm Objektiv herhalten.

So, dass war heute ein langer Samstagskaffe, ich hoffe, ihr hattet ein wenig Spaß beim Lesen. Mein Kaffee war übrigens trotz der Fotografieraktion als ich ihn dann endlich getrunken habe noch durchaus genießbar. Mehr Kaffe gibt’s wie immer bei Ninja.

4 Kommentare

  1. sehr schöne bilder… und ich freue mich sehr, dass du mit dem bloggen begonnen hast.

  2. Also ich finde ja, die Fotos sind trotzdem großartig – aber manchmal ist das wirklich nicht so einfach mit dem Licht. Vor allem, wenn man etwas vergängliches fotografieren will. Zurm Fotokurs benötigt man dann quasi auch noch den Foodstylistenkurs :-)
    Die Fotos von Holland an deiner Wand finde ich wunderschön. Ich war schon viel zu lange nicht mehr dort…
    Lg und ein schönes Wochenende wünscht Haydee

    • Genau, das mit dem Foodstyling ist so eine Sache – ich esse im übrigen viel zu gerne, um mir Gedanken zu machen, wie man Essen (mit Haarspray oder so) fotogener machen kann ;-). Wobei es hier ja nur Kaffee war.
      Ja, in Holland kann man ja eigentlich gar nicht oft genug sein.
      LG, Mecki