Philippe Starck – Abschied von einer Stil-Ikone

Kennt Ihr das? Irgendwie sammeln sich immer viel zu viele Dinge an, so Vieles was – oft ungenutzt – in der Ecke steht, Platz weg nimmt und ganz sicher nicht gebraucht wird. Ich finde es ja ungeheuer befreiend, sich von solchen Gegenständen zu trennen. Wie von diesem Fernseher, den ich mit in unseren Haushalt gebracht habe und da Andreas ebenfalls einen Fernseher ins gemeinsame Nest mitbrachte, haben wir seit dem (mindestens) einen zu viel. Bevor er nun hoffentlich bald einen glücklichen Käufer auf Ebay findet und diesem noch ein paar Jahre Freude macht, möchte ich ihm hier aber noch einen letzten Auftritt gewähren – den hat er sich verdient und so hab ich ihn heute mal in den Garten getragen und ein wenig fotografiert :-)

philippe starck - jim nature

Jim Nature – Fernseher mal anders

Was mich damals (1994!) bewogen hat, das Gerät zu kaufen war – natürlich – das Material, erfrischend anders und unkonventionell und weit weg von den monströsen schwarzen Kisten, die Fernseher gemeinhin so sind (oder waren? in Zeiten von Flatscreens halt wenigstens nur noch in 2 Dimensionen), dazu vielleicht noch ein ganz kleines bisschen ökologischer als die großen Plastik-Ungetüme. Ich bin nun gar kein großer Philippe Starck-Fan – was ihn aber auszeichnet ist eine gewisse Unverkrampftheit in seinen Entwürfen. Er hat Design populär gemacht, plötzlich war Design nichts Elitäres mehr sondern etwas, das Menschen im Alltag begleitet (bis hin zu einer gewissen Beliebigkeit, wie ich finde) – es gibt wohl kaum jemand, der nicht irgendwo im Haushalt irgendeinen Gegenstand von P. Starck hat und sei es nur der Wasserhahn im Bad. So omnipräsent wie er ist kein anderer Designer und auch sein Spektrum an Arbeiten ist ungeheuer breit – da findet sich alles vom Café über die Yacht und das Motorrad bis hin zu unzähligen Alltagsgegenständen. Zwei sehr interessante Links zu Philippe Starck findet Ihr hier und hier.

Jetzt muss er weg

Wie ich schon sagte, sind seine Tage bei uns nun gezählt. Der große Bruder – ein guter alter Röhrenfernseher, eben ein solches schwarzes Ungetüm, hat auch schon viele Jahre hinter sich. Bis jetzt funktioniert er noch ganz gut, aber wenn er mal seinen Geist aufgibt, bin ich auch nicht böse – dann wird künftig über den Laptop fern gesehen. Ich finde monströse Fernseher, die unsere Wohnzimmer dominieren, in Zeiten von Hochgeschwindigkeits-Internet und Streaming-Möglichkeiten ja eher anachronistisch. Wie seht Ihr das, braucht Ihr noch einen Fernseher und wenn ja, wo steht er?

2 Kommentare

  1. Was für eine Rarität – ich frage mich gerade, ob der Fernseher in seiner Beliebtheit einmal an die Elektrogeräte von Dieter Rams herankommt. Nein, so zeitlos wie der Schneewittchensarg ist er dann doch nicht. Trotzdem, der Fernseher wäre etwas für die Designabteilung der „Pinakothek der Moderne“!
    Herzliche Grüße, Cora

    • Ich finde, mit dem Schneewittchensarg kann er nicht mithalten, der ist halt richtig schön – Jim Nature finde ich eher originell als schön….
      LG, Mecki