Ikea – lebenslang zurück!

Hattet Ihr ihn auch letzte Woche im Briefkasten – den neuen Ikeakatalog 2015? Bestimmt! Ich freu mich ja immer drauf und stöbere gerne in den gut gemachten Bilderwelten. Diesmal finde ich es übrigens richtig schwer, einen wirklichen Trend auszumachen. Ikea mixt 2015 ganz viel Unterschiedliches – viel Farbe, erstaunlich viel Schwarz, ganz viel Holz. Bei Letzterem finde ich vor allem die Rückkehr des Kiefernholzes beachtenswert. Aber wir haben ja auch schon alles durch, die letzten 20 Jahre nach der großen Kiefernära der 80-ger – erst Buche, dann Birke, dann Eiche, zuletzt wieder Birke – warum dann jetzt nicht mal wieder Kiefer.

Ikea-Katalog 2015

Lebenslanges Rückgaberecht

Aber eigentlich wollte ich heute gar nicht über neue Trends in der Wohnwelt berichten. Das wirklich Neue bei Ikea ist nämlich ganz was Anderes: ab sofort können bei Ikea gekaufte Möbel lebenslang gegen Erstattung des vollen Kaufpreises (in Gutscheinform) zurückgegeben werden – egal ob mir das hochwertige Ledersofa nach einem Jahr einfach nicht mehr gefällt, die Matratze durchgelegen ist, ich umziehe und der Schrank nicht mehr passt: Einfach zurückbringen und Geld kassieren. Als Marketingidee hat das ja durchaus Charme und wird Ikea sicher den ein oder andern Käufer bescheren, der sich bei der Entscheidung zu einem teuren Sofa (oder was immer) sehr leicht tut und eher mal zugreift, zurückbringen kann man’s dann ja immer noch. Ikea wird sicher darauf spekulieren, dass die reale Rückgabe dann doch nicht ganz so oft stattfindet. Ob sich das ganze bewährt oder die Kunden in großen Teilen künftig tatsächlich ihre Ikeamöbel quasi zum Nulltarif leasen (dann dürfte die Idee finanziell ganz schnell nach hinten los gehen für Ikea) bleibt spannend.

Ikea Rückgaberecht

Möbel – Wegwerfartikel oder Anschaffung für’s Leben

Mich hat die ganze Aktion ein wenig nachdenklich gemacht. Was sind Möbel für mich? Wie kann ich nachhaltig leben und dennoch meinem Bedürfnis nach Veränderung gerecht werden? Hat ein Möbel, nur weil ich es nicht mehr mag keinen Wert mehr? Wie war das früher und wohin entwickelt es sich künftig?

Von meinen Eltern kenne ich tatsächlich noch „das Schlafzimmer“, das man sich vom Schreiner bauen lies und das es heute noch gibt. Und ich selbst? Ich habe schon gerne ab und an mal eine Veränderung. Andererseits liebe ich Möbel, die genau für einen Raum entworfen sind, gerne auch direkt fest eingebaut, wie zum Beispiel in meinem Arbeitszimmer. Bis jetzt hatte ich bei allen fest eingebauten Sachen immer das Glück, dass Nachmieter/-besitzer die Dinge beim Umzug übernommen haben – das mag ich, wenn Möbel einen neuen Besitzer finden. Vieles was ich entwerfe entzieht sich bewusst einem Trend (Emil ist so ein Beispiel) in der Hoffnung, dass ich es auch noch in vielen Jahren mag. Ob’s funktioniert? Weiß ich jetzt noch nicht. Und bei Klassikern, wie zum Beispiel dem Arne Jacobsen 3107 (ist ehrlich gesagt so ziemlich der einzige Klassiker, den ich besitze) ist man ja eh so ein wenig auf der sicheren Seite, geht halt immer. Dennoch liebe ich auch Veränderungen und wenn ich nicht alle paar Jahre umziehe, muss ich wenigstens innerhalb des Häuschens Zimmer tauschen, auch dabei bleibt schon mal ein Möbelstück auf der Strecke (zum Glück gibt’s Ebay, so dass es meist nicht so schwierig ist, einen neuen Besitzer damit glücklich zu machen). Und dann mag ich gerne so richtig alte Möbelstücke (im reizvollen Kontrast zum Rest der Einrichtung), aber irgendwie wird das nie was bei mir mit den richtig alten Möbeln. Das älteste Möbel im Haus sind tatsächlich die gebraucht erstandenen Arne-Jacobsen-Stühle. Und gerade habe ich schon wieder so einen Drang zum verändern, für’s Wohnzimmer gibt’s da so die ein oder andere Idee, aber das Ikea-Sofa bleibt, ganz sicher!

Möbel

Die Schweden übrigens (womit ich fast wieder bei Ikea bin) haben irgendwie ein deutlich nachhaltigeres Verhältnis zu ihren Möbeln. Ich finde es unglaublich faszinierend, wie viele alte Küchensofas (Köksoffa), Standuhren, Schränke etc. man dort findet, da wird nix weggeschmissen – diesen Eindruck gewinnt man oft. Oder schöne solide 60-ger Jahre Küchen, fein verarbeitet und so richtig schön skandinavisch schlicht – sieht man auch noch öfter. Also typisch schwedisch scheint dieser subventionierte Wegwerfimpuls, genannt Rückgaberecht, jedenfalls nicht zu sein.

Und bei Euch? Braucht Ihr Veränderung? Sind Möbel bei Euch was für’s Leben oder eher Wegwerfartikel oder irgendwas dazwischen?

4 Kommentare

  1. Man sollte die Bons aufbewahren, von einigen Ikeamöbeln habe ich tatsächlich noch welche. Viele Möbel die ich besitze, habe ich schon sehr lange, mein Sofa z.B. Die damalige Investition hat sich gelohnt. Lust auf Veränderung habe ich auch. Ist die Schnelllebigkeit schuld, der ständige Wechsel der Möbelkollektionen unterschiedlicher Hersteller? Machen die vielen Wohnmagazine die Beständigkeit kaputt? Mein persönliche Rezept ist: Ich baue auf Klassiker (wie Du). Die Grundgestaltung meiner vier Wände ist eher neutral und kann ganz individuell bespielt werden. Wenn ich mir ein Möbel oder Leuchten aussuche, die ein wenig mehr kosten, mache ich das mit bedacht. Die meisten Stücke sind dann tatsächlich sehr schlicht.
    Ich mag Deine Beiträge!
    Liebe Grüße
    Cora

    • Liebe Cora,
      und ich mag Deine Kommentare ;-), die mir immer viel Input bringen und so viele Gedanken. Ja, mit den Wohnmagazinen und deren Proklamierung von Trends hadere ich ja zuweilen auch ein wenig….
      LG, Mecki

  2. Das mit dem lebenslangen Rückgaberecht habe ich gestern auch gehört. Der Wahnsinn- ich konnte es wirklich nicht glauben, aber es ist wohl wahr ;-) Ich finde es mutig und wahnsinnig kundenfreundlich. Fast zu gut um war zu sein!

    Ganz liebe Grüße
    Julia

  3. Hello! Von dem Rückgaberecht habe ich auch gelesen. Zum einen wird Ikea jetzt natürlich sehr viel Publicity zuteil und passend zum Erscheinen des Kataloges könnte es ja auch den Umsatz steigern, so nach dem Motto „wenns doof aussieht, gehts zurück“. Aber ganz ehrlich: meine Wohnung besteht aus sehr sehr vielen Ikeamöbeln, ich kann mir einfach selbst nicht vorstellen, daß ich meine Faktumküche und meinen Paxschrank komplett zu Ikea schleppe, da ne Wartemarke ziehe und dann hoffe, daß ich mein Geld kriege.
    Und selbst wenn, fände ich es absolut i.O., wenn nicht der volle Kaufpreis sondern anteilig zum Kaufpreis ausgezahlt wird. Das hat für mich dann auch das Gefühl des Recyclings und wäre okay.
    Ich weiß nicht genau, was Ikea damit bezwecken will, deswegen finde ich es auch nicht richtig gut. Denn ob die einzelnen Standorte auf einen wahren Run gefasst sind? Das bezweifle ich stark. Oder aber es gibt noch irgendwo zehn kleingedruckte Zeilen, auf die man dann vor Ort hingewiesen wird.
    So, das war mein Senf dazu…dir ein feines WE!