Herbstglück – Esskastanien und was Ihr damit machen könnt

esskastanien aus Kronberg

Ich bin ja so ein halbes Pfälzer Kind – aufgewachsen zwischen Weinbergen und dem Pfälzerwald, der im Herbst überquillt von Esskastanien, die in der Pfalz Keschde genannt werden. Später habe ich viele Jahre in Regionen Deutschlands gelebt, wo man Esskastanien nur vom Stand auf dem Weihnachtsmarkt kennt. Schade eigentlich, denn man kann soviel mehr mit ihnen machen, als sich auf dem Weihnachtsmarkt die Finger beim Aufpulen zu verbrennen – wenngleich auch das einen gewissen Charme hat. Um so mehr habe ich mich gefreut, dass hier in Kronberg, wo ich seit ein paar Jahren lebe, die Prinzessin Victoria – Kaiserin Friedrich, wie sie sich nach dem Tod ihres Mannes in ihrem Alterswohnsitz in eben jenem Kronberg, nannte, dafür sorgte, dass in den Wäldern rundum Esskastanien gepflanzt wurden. Diese Wälder gibt es nach mehr als 100 Jahren immer noch und dieses Jahr bersten sie gerade zu vor großen perfekten Esskastanien.

geschälte Esskastanien

 

Was machen mit den Esskastanien?

Zeit also diese Woche, die jährliche Ernte einzufahren (ich bin und bleibe ein Eichhörnchen). Doch was macht man nun mit einer großen Tasche voll der glänzenden braunen Früchte? Nutzen kann man sie unglaublich vielfältig: zum Beispiel für Süßspeisen und Kuchen. Ich selbst liebe sie aber herzhaft kombiniert – als Topping auf Linsensalat oder einem Kürbisrisotto, als Suppe oder als Pastasößchen, gemeinsam mit Birnen und wenn man mag noch knusprigem Speck. Für das Topping oder auch die Pasta brät man die vorgekochten Kastanien in Butter knusprig an, ich kann Euch sagen: köstlich!

geschälte Esskastanien

 

Wie verarbeitet man Esskastanien?

Wollt Ihr von den Esskastanien das ganze Jahr über etwas haben, könnt Ihr sie einfrieren. Dazu kocht Ihr sie vor und schält sie anschließend. Klingt einfach ist in Wahrheit aber eine ganz schöne Geduldsarbeit (ich frag mich jedesmal, warum ich nicht einfach die praktischen eingeschweißten Dinger im Supermarkt kaufe. Aber wie war das noch mit dem Eichhörnchen?). Es gibt aber ein paar Tricks, in jahrelanger Erfahrung erprobt :-), die Euch die Arbeit echt erleichtern kann. So geht Ihr vor:

  • alle Kastanien möglichst großzügig kreuzförmig einritzen, je größer der Schnitt, desto leichter der Rest
  • in einem Kochtopf soviel Wasser zum Kochen bringen, dass Ihr ungefähr 10 Kastanien gleichzeitig kochen könnt
  • nun kocht Ihr diese 10 Kastanien je nach Größe 6-8 Minuten gebt Sie anschließend auf einen tiefen Teller in den Ihr vorher noch ein bisschen Wasser tut (je nasser die Kastanien, desto leichter der nächste Arbeitsschritt
  • die gekochten Kastanien könnt Ihr nun schälen (während die nächste Portion kocht). Dabei beeilt Ihr Euch am besten, den wenn Sie noch heiß sind gehts am besten. Beim Schälen werdet Ihr feststellen, dass die kleinen Biester 2 Schalen haben und während die Äußere meistens recht einfach abgeht ist bei der Inneren ein wenig Geduld gefragt. Wenn Ihr aber den Schnitt groß genug gemacht habt, die Kastanien schön nass und heiß sind, geht auch das eigentlich ganz gut.
  • die fertigen Kastanien friere ich dann zu jeweils ungefähr 150 Gramm ein und hab damit einen schönen Jahresvorrat an leckeren Toppings für alles mögliche.

geschälte Esskastanien

Ich muss mich beim Sammeln übrigens regelmäßig bremsen. Sonst komme ich mit einem Berg nachhause, der mich für ganze Tage in der Küche stehen lässt :-). Meine Erfahrung: Für 500 gr fertige Kastanien (dürften so ca. 700-800 gr ungeschälte Früchte sein) braucht man ungefähr 1 Stunde und länger als 2 Stunden habe ich bis jetzt noch nie durchgehalten – und nein, ich rechne jetzt lieber nicht den Stundensatz aus im verglich zu den fertig gekauften :-)

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