Garten – von Giftpflanzen und Materialkontrasten

Neulich habe ich ja hier versprochen, dass ich noch mal ein paar aktuelle Bilder vom Garten zeige und hier sind sie jetzt! Wenn ihr regelmäßige Leser dieses Blogs seid, wisst Ihr ja schon, wie die Gesamtplanung des Gartens ausschaut und wenn nicht, dann könnt Ihr hier nachlesen. Dass der Garten so aufgeräumt und clean aussieht wie in diesem früheren Beitrag, ist nun schon 4 Jahre her. Die Elemente sind die gleichen geblieben: Holzdeck, Hochbeet (da ist noch ein zweites auf der Terasse dazu gekommen), Weg, Hochstämmchenreihe, Hecke, winziger Rasen, Basaltkies und Buchse. Faszinierend ist aber, wie sehr sich so ein Garten durch die Pflanzen von Jahr zu Jahr verändert.

Garten Geometrie

Das Hochbeet

Ein grüner Daumen gehört nicht gerade zu meinen Stärken – Zimmerpflanzen haben bei mir zum Beispiel früher oder später keine Überlebenschance, auch wenn ich mir noch so große Mühe gebe :-). Um so spannender finde ich, was sich so alles in unserm Garten tummelt, wächst und gedeiht, sich von selbst aussät oder jährlich wieder kommt. In unserm Hochbeet scheint sich so ziemlich jedes Kraut wohl zu fühlen und diesen Sommer, bei der Mischung von Sonne und Regen, explodiert alles geradezu. Versuche, solche Wucherkräuter wie Minze oder Melisse ein wenig einzudämmen, enden regelmäßig damit, dass das Kraut zwar an einer Stelle vernichtet ist, dafür aber mit dreifacher Vehemenz an allen andern Ecken des Hochbeetes hervorkommt – ich hab da mittlerweile kapituliert und es wird einfach ALLES was wächst zu Essen verarbeitet (Zitronenmelissenpesto kann ich nur empfehlen, lecker :-).

Borretsch und Ysop

Borretsch und Ysop

Apropos: der Borretsch ist ja auch so ein Kandidat für die wundersame Selbstvermehrung. Und gerade hatte ich dieses Frühjahr entdeckt, dass man ihn ganz wunderbar als Spinatersatz verwenden kann (das war fein – Pizza mit Spinat, Pasta mit Spinat, Quiche mit Spinat: geht bei mir alles täglich…), da musste ich lesen, dass der Borretsch nun plötzlich giftig sein soll – gar nicht schön. Ich hab ihn dennoch weiterwachsen lassen, aber den Konsum zumindest eingeschränkt und damit er noch für was zu gebrauchen ist, muss er nun halt als Fotomodel herhalten – die Blüten sind wirklich wunderhübsch. Das da neben ist übrigens Ysop – den wollte ich letztes Jahr mal vernichten, weil er geschätzte 2 qm in der Fläche und 2 m in der Höhe in Anspruch nahm und eigentlich schon sehr geringe Mengen zum Würzen reichen. Was soll ich sagen – jetzt hab ich ihn doppelt im Hochbeet, war ja klar! Aber hübsch ist er, und die Bienen freuen sich über Ysop genauso wie über Borretsch. Außerdem bin ich in verschiedenen Ottolenghi Kochbücher (der ist im Moment meine neue Koch-Ikone) auf Rezepte mit Ysop gestoßen, der wird jetzt also auch in größeren Mengen verzehrt.

Sichtbeton im Garten

Sichtbeton

Und dann war da noch der Sichtbeton. Ich werde ja nicht müde zu erwähnen, dass ich das Material mag. Unsere Terrasse ist links und rechts (also zu den Nachbarn hin) jeweils von einer ca. 2 Meter hohen Sichtbetonwand begrenzt. Die eine Seite nutzen wir für Brennholz (hach, ein Kamin ist was Schönes, vielleicht nicht gerade bei den aktuellen Temperaturen, aber im Winter ganz sicher, dann zeig ich Euch den auch mal). Da isser wieder der Materialkontrast: Holz und Beton, erwähnte ich, dass ich ihn mag ;-)? Auf die andere Seite haben wir besagtes zweites Hochbeet gebaut, um in unserm supergeordneten Schickimicki-Garten ein wenig mehr Anbaufläche für Gemüse und Co. zu haben ;-). Es funktioniert, dort wachsen vor allem Salat und Gemüse. Sah heute aber alles nicht so präsentabel aus, daher hab ich den Dill fotografiert, der ist hübsch, filigran  und macht sich besonders gut vor der Sichtbetonwand.

So, das war für diesmal der kleine Einblick in unseren Garten. Wenn die Rispenhortensien (die Hochstämmchen) dann in Blüte stehen gibt’s den nächsten Rundgang – die sind nämlich ganz besonders schön anzuschauen.

8 Kommentare

  1. Liebe Mecki,
    ist das schön bei Euch! Und sehr beruhigend zu wissen, dass Dein grüner Daumen bei Zimmerpflanzen auch nicht so arg ausgeprägt ist… Ich war schon sehr in Sorge, dass sich das bei mir auch äußert, wenn ich dann irgendwann mal mit einem Garten loslege… Wie alles so schön wächst und gedeiht bei Dir… Und die Betonwand ist klasse, muss ich mir auch unbedingt merken! Liebe Grüße sendet Dir Tanja

    • Liebe Tanja,
      ja, da musst Du Dir wohl in der Tat keine Sorgen machen, im Garten scheinen die Pflanzen deutlich weniger Mimosenhaft zu reagieren :-). Ich wünsch Dir auf jeden Fall jetzt schon viel Spaß bei künftigen Gartenprojekten.
      LG, Mecki

  2. Das hat sich tatsächlich einiges getan, ich habe mehrmals hin und her geklickt! Wie schön ich solche geometrisch angeordneten Gärten finde. Toll ist, dass sich trotzdem ein wenig, oder ein wenig mehr, Wildwuchs darin befindet. Die Hochbeete sind wirklich klasse und halten den Wildwuchs doch gut im Zaum! Als ich das Foto mit den Holzstapeln vor der Sichtbetonwand sah, ging mein Herz auf!
    Ich wünsche Dir einen schönen Abend, den Du vielleicht im Garten verbringst. Hier braut sich gerade etwas zusammen.
    Herzliche Grüße, Cora

    • Liebe Cora,
      genau, die Hochbeete sind echt DIE Lösung um klare Geometrie und Wildwuchs in Einklang zu bringen – ich mag den Kontrast der Strenge der Hochbeete und der Pflanzen total gerne. Wir konnten gestern das Abendessen tatsächlich noch im Garten genießen.
      LG, Mecki

  3. Einfach toll der Garten.
    Und erste dachte ich… hach, jetzt weiß ich auch, was ich mit dem ganzen Borretsch machen kann, aber dann wohl doch lieber nicht und nur ansehen.
    Hab einen feinen tag.
    Liebst Ninja

    • Freut mich, dass Dir der Garten gefällt. Ich trauere den Borretschmahlzeiten ja auch noch so ein wenig hinterher….
      LG, Mecki

  4. Ich mag euren Garten. Er sieht aus, als wäre die Arbeit bewältigbar udn als bliebe dann auch noch Zeit, um ihn zu nutzen… was bei einem sehr üppig bepflanzten Garten ja schon mal schwierig werden kann, wenn man vor lauter Gartenarbeit nicht mehr dazu kommt, ihn auch zu genießen.
    Das Melisse-Minze-Problem hab ich gelöst, indem ich sie zusammen in einen großen Mörtelkübel gesetzt habe. Dort kommen sie nicht raus und können sich jetzt gegenseitig be-wuchern, anstatt die anderen Kräuter zu. Wobei die Zitronenmelisse inzwischen auch in den Plattenfugen wächst, die ist ja eher genügsam.
    Borretsch will bei mir einfach nicht – dass er giftig sein soll, ist mir komplett neu, das muss ich mal nachlesen.
    Der Liebstöckel war übrigens nicht zu dominant, wobei ich den Geschmack aber auch sehr mag. Etwa zu dominant war die Schärfe durch Brunnenkresse und vor allem Frühlingszwiebeln, weshalb ich von letzteren das nächste Mal weniger nehmen werde. Und ich werde es mal mit Hacken statt Schreddern versuchen, damit die einzelnen Kräuter mehr schmeckbar bleiben.

    Herzlich, Katja

    • Du hast recht, die Arbeit hält sich in Grenzen :-) So ist das, wenn eine (bis dahin) echte Stadtpflanze und Architektin einen Garten plant, dann wird’s halt eher ein wenig übersichtlich und aufgeräumt…. Die Pflanzen und vor allem das Ernten und Essen haben dann aber irgendwann soviel Spaß gemacht, dass ich mir fast mehr Anbaufläche wünschte – so ist dann das zweite Hochbeet auf der Terasse enstanden und jetzt gibts zuweilen richtig viel zu essen.
      Gute Idee mit der Zitronenmelisse und Minze, ich befürchte bei mir jetzt zu spät, die wuchert echt überall :-) und von meinem Borretsch kannst Du gerne was ab haben (bei mir ists die Petersilie, die grundsätzlich schwächelt).
      Zwiebel (ohne Frühling) kommt bei mir übrigens auch immer in die grüne Soße.
      LG, Mecki