Garten-Frust und Garten-Lust im März

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geometrischen garten planen

Nein, die Bilder da oben sind nicht der Ist-Zustand unseres Gartens – so sah er mal aus, im letzten Sommer, schön oder? Und ehrlich gesagt bin ich selbst völlig hin und weg, wenn ich diese Fotos sehe und kann so gar nicht glauben, dass aus dem jämmerlichen, braunen, verdorrten, schmutzigen etwas da draußen jemals wieder ein blühendes Himmelreich werden soll :-)

Da mir das aber nun seit 4 Jahren jedes Jahr im März so geht und ich jedes mal überzeugt bin, dass unser Garten diesmal den Winter nicht überlebt hat, lasse ich Euch nun ein wenig an meinem Frühlings-Tun teilhaben und gebe Euch gerne auch noch ein paar Tipps. Achtung: Diese sind mit Vorsicht zu genießen, denn ich bin alles andere als eine begabte Gärtnerin :-). Vielleicht helfen sie Euch aber gerade deshalb weiter, denn sie zeigen, dass man auch ohne jeglichen Grünen Daumen und profundes Fachwissen zuweilen mit blühenden Gärten belohnt wird.

Estragon

Habt Ihr schon mal frischen Estragon probiert? Suuuper lecker, kann ich Euch sagen, in Salat, als Pesto, zu Fisch – passt wunderbar und hat einen ganz eigenen Geschmack. Wenn Ihr Euch welchen kauft, achtet darauf, dass es der französische Estragon ist. Es gibt nämlich auch russischen, der hat aber nicht genug ätherische Öle und schmeckt daher nach fast nix. Estragon ist mehrjährig, wenn Ihr in also einmal gepflanzt habt, kommt er jedes Jahr wieder. Auch das ist so ein Rätsel der Natur (für mich Stadtpflanze): Im Sommer ist er riesig, wird locker 1,5 m hoch, im Winter ist dann rein gar nichts mehr davon zu sehen. Ihr könnt es Euch schon denken: Ich bin Jahr für Jahr überzeugt, dass er den Winter nicht überlebt hat (fragt mal den Herrn fein & raum, der lacht sich regelmäßig kaputt über meine Panikmache). Aber für dieses Jahr kann ich (wiedermal) Entwarnung geben: gestern entdeckte ich doch tatsächlich das kleine zarte grüne Pflänzlein auf dem Bild links oben, der Estragon ist wieder da, juchuuu!

Estragon, Hortensien und Kerbel

Rispenhortensien

Während man fast alle Hortensien im Herbst zurückschneiden muss, um im nächsten Jahr mit Blüten belohnt zu werden, schneidet man Rispenhortensien im Februar oder März zurück und zwar radikal, bis auf den letzten (winzigen) Knospenansatz. Im Bild oben rechts könnt Ihr sehen, wie jämmerlich die dann aussehen und das bis in den späten April, was mich regelmäßig vermuten lässt, dass ich sie diesmal endgültig um die Ecke gebracht habe – kaum zu glauben, dass sie im Sommer dann so aussehen. Das starke Zurückschneiden ist nötig, damit die einzelnen Triebe nicht zu lang und zu schwach werden, denn die Blüten haben ein ganz schönes Gewicht.

Kerbel

Auch so ein super leckeres Kraut, das man kaum je zu kaufen bekommt weswegen sich der Anbau lohnt. Im Gegensatz zum Estragon (der sich nur durch Stecklinge vermehren lässt) kann man Kerbel übrigens ganz prima säen. Eigentlich eine 1-jährige Pflanze, kommt er aber gerne im nächsten Jahr wieder, sät sich also selbst aus oder überlebt – bei eher milden Temperaturen – auch mal den Winter, so wie bei mir im Bild rechts unten. Schön, dass ich jetzt schon ein bisschen ernten kann, um diese Jahreszeit freue ich mich über alles, was grün und frisch schmeckt.

Buchenhecke

Unsere Buchenhecke (auf dem zweiten Bild rechts oben) ist eigentlich eine Hainbuchenhecke und damit keine Buche sondern ein Birkengewächs (interessiert Euch mein gärtnerisches Klugscheißen überhaupt ? :-). Die habe ich damals ausgesucht, weil man mir sagte, dass Hainbuchen ihre Blätter im Winter komplett abwerfen, man also nicht den ganzen Winter hässliches braunes Laub hat sonder schöne unbelaubte Verzweigungen. Fällt Euch was auf, auf dem Bild? Das war wohl nix mit grafisch anmutenden Zweigen. Meine Hainbuche klammert sich bis mindestens April hartnäckig an ihr braunes Laub – aber was soll’s, ist halt Natur. Wenn Ihr, wie ich, eine noch junge Hecke habt könnt Ihr sie durch einen frühen Schnitt im März dazu anregen, mehr Verzweigungen zu bilden – klappt ganz gut, hier hält sich die Natur dankenswerterweise mal an die Theorie.

Hainbuchenhecke und Portulak im Frühling

Winterportulak

Ein Überbleibsel aus dem Winter seht Ihr rechts unten: der Winterportulak – der wächst tatsächlich den ganzen Winter über, wenn es nicht zu kalt ist und versorgt einen in der dunklen Jahreszeit mit frischen Vitaminen (hier habe ich schon mal mehr darüber geschrieben). Jetzt im Frühjahr ist er so ein wenig mein Sorgenkind, denn er hat sich die letzten Monate das ganze Hochbeet erobert und ich weiß nicht so recht was ich nun mit ihm machen soll: stehen lassen, weil er ja eigentlich noch ganz schön ist oder rausrupfen, damit ich endlich neues säen kann? Bevor ich aber anfange zu säene, muss ich mir ohnehin noch einen Plan zeichnen, was wo hin kommt. Kann ich Euch nur empfehlen, so eine Skizze zu machen, denn sonst verliert man ganz schnell den Überblick, was wo wachsen kann und soll, zueinander passt, sich gut ergänzt oder sich gar nicht miteinander verträgt. Dazu aber demnächst mal mehr.

Wenn Ihr ein bisschen mehr zu unserer geometrischen Gartenplanung wissen möchtet, könnt Ihr hier nachlesen.

8 Kommentare

  1. Liebe Mecki,
    was habt Ihr einen schönen Garten! Toll geplant und ganz sicher steht er auch bald wieder in vollem, sattem Grün! Ach wie schön wäre ein eigener Garten! Genieße den Frühlingsanfang morgen und die Sonnenstrahlen!
    Liebe Grüße, Tanja

    • Ja, ich freu mich tatsächlich auch sehr doll, einen eigene Garten zu haben und genieße das als echten Luxus, vor allem wenn ich ernten kann :-)
      LG, Mecki

  2. Ich greife gerne auf das Fachwissen und das gute Bauchgefühl meiner Schwiegermutter zurück. Die kommt über Ostern, dann wird der Garten auf Vordermann gebracht. Mir geht es ein wenig wie Dir, leider bin ich ein bisschen ungeduldig. Den Estragon hätte ich sicher schon längst entsorgt. In meinem Garten wachsen deshalb auch hauptsächlich immergrüne Pflanzen, die recht pflegeleicht sind. Allerdings hätte ich auch gerne ein Kräuterhochbeet. Ich habe leider nur noch schattige Plätze im Garten übrig, die in Frage kommen.
    Dein Garten ist sehr schön, ich erinnre mich doch noch so gut an Deinen ersten Post!
    Liebe Grüße
    Cora

    • Die Schwiegermama ist auch bei mir eine gute Ansprechpartnerin mit viel Erfahrung – bei ihr im Garten wächst einfach alles gut (und sieht dazu auch immer noch sehr ordentlich aus, während in meinen Beeten gerne mal ein wenig Chaos herrscht). Immergrüne Pflanzen sind für solche ungeduldigen Naturen wie uns natürlich toll – leider bin ich auch recht verfressen und möchte auf all das was ich ernte kann daher nicht verzichten :-))
      LG, Mecki

  3. Guten Morgen!
    Also ich habe mich sehr gerne durch Deinen gärtnerischen „Klugscheiß“ gelesen :-) !
    Vielleicht werde ich gleich heute loslegen mit gärtnern, aus einem Beet wird einiges herausgeholt, damit ich dort Kräuter pflanzen kann, dein Tip mit dem Estragon kam also genau richtig.
    liebe Grüße von Petra

  4. Mein Balkon ist leider auch noch nicht wieder in dem Zustand wie letztes Jahr, aber ich freu mich schon darauf, wenn die Sonne endlich bei uns bleibt :)
    Dein Garten sieht wirklich toll aus, da kann man es sich gut gehen lassen.

    Lieben Gruß
    Sarah

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