Die Sache mit dem Stöckchen

Irgendwie hatte ich ja gehofft, verschont zu bleiben von der Stöckchen-Fangerei: Für alle Nicht-Blogger: Stöckchen-Fangen ist sowas wie ein Kettenbrief unter Bloggern – ich beantworte einen Haufen Fragen und werfe dann das Stöckchen an die nächsten Blogger. Nun bin ich ja ein kommunikativer Mensch und erzähle eigentlich auch gerne über mich selbst, Fragen beantworten an sich macht mir also großen Spaß. Warum hatte ich trotzdem auf ein unbemerktes Vorbeifliegen eben jenes Stöckchens gehofft? Weil ich selbst auf meinem eigenen Blog eigentlich gar nicht im Mittelpunkt stehen möchte sondern viel mehr sollen all die schönen Dinge, die mir begegnen oder die ich selbst hin und wieder entwerfe in der Hoffnung, dass der Herr fein & raum sie baut, hier die Hauptrolle spielen. Aber sei es drum, ich erzähle ja doch gar zu gerne und daher hat mir das Beantworten der Fragen auch großen Spaß gemacht, vielleicht gefällt es Euch ja auch ein wenig zu lesen.

Das Stöckchen bekam ich übrigens von Larissa von No Robots, ein Blog, den ich immer wieder gerne lese.

best-blog

Warum bloggt ihr?

Möbel und Alltagsobjekte entwerfen, mich daran freuen, wenn sie anderen gefallen, fotografieren, schreiben: all das tue ich für mein Leben gerne – da ist das Bloggen doch eigentlich die logische Konsequenz!

Gibt es einem Anlass, der zu eurem erstem Blogpost geführt hat, eine Geschichte, die ihr mit ihm verbindet?

Nicht wirklich. Eigentlich verfolgte mich schon länger der Gedanke, mir endlich eine eigene Website aufzubauen. Ich bin ja freiberuflich tätig und ohne „Visitenkarte“ im Netz ist das langfristig nicht wirklich gut. Eine „normale“ Website, auf der ich mein Portfolio präsentiere, oder was auch sonst, war mir aber immer zu statisch, zu fertig von Beginn an. Ich glaube das Wort „Blog“ hat dann sogar der Herr fein & raum das erste mal in den Mund genommen und plötzlich war klar: Hejh, das isses, genau die richtige Plattform für das was ich will.

Gebt ihr eure Texte vor der Veröffentlichung noch jemandem zu lesen?

Nein. Das führt dann zuweilen dazu, dass ich sozusagen online Korrektur lese :-). Wundert Euch also nicht, wenn Ihr einen Artikel nach einer Weile noch mal lest und die Rechtschreibfehler sind plötzlich alle verschwunden… Ich weiß, ein bisschen mehr Sorgfalt wäre nicht schlecht, aber so bin ich nun mal.

Wie sieht das Zusammenspiel zwischen eurem Blog und euren Aktivitäten in den sozialen Netzwerken aus?

Meine fein & raum Facebook-Seite ist ja noch recht neu – mal schauen, wie sich das so entwickelt. An Facebook mag ich die kurzen Kommunikationswege mit meinen Lesern und andern Bloggern, finde aber, dass man ein wenig aufpassen muss, dass die Kürze der Wege nicht zu zuviel Oberflächlichkeit führt. Klar, Bloglovin ist wichtig für mich, hier finde ich jede Menge spannende Blogs und auch viele meiner Leser finden mich über Bloglovin. Ich mag die aufgeräumte Oberfläche und dass es nicht so viele unterschiedliche Funktionen gibt (in meinem Alter weiß man das zu schätzen ;-))). Einen Pinterestaccount habe ich zwar, bin aber nie so recht warm damit geworden, mir ist Pinterest einfach zu viel Reizüberflutung, so viele Bilder, da mag ich irgendwann gar keins mehr sehen. „So leb ich“ finde ich zwar ein wenig voyeuristisch und bin mir nicht sicher, ob ich diesen Aspekt so schätze, es ist aber schön klein, fast familiär und viele Leser finden auch von dort zu mir.

Habt ihr einen festen Kreis an Leserinnen und Lesern und kennt diese?

Ich bin ja so ein kleiner Statistikfreak und nutze daher natürlich auch Google Analytics – insofern weiß ich, dass ungefähr die Hälfte meiner Besucher „returning visitors“ sind, das freut mich natürlich, dass Leser immer wieder vorbei kommen. Die kommentierenden Leser(-innen) sind ja meist selbst Blogger, die „kennt“ man dann über deren eigene Blogs ein wenig besser. Ich finde das übrigens eine absolut spannende Frage, wer denn so meine Leser sind: denn für diese schreibe ich natürlich in erster Linie, aber im Gegensatz zu großen Magazinen habe ich keine Marktforschungsabteilung und kann daher nur vermuten :-)

Gibt es ein Thema oder ein Anliegen, das euch besonders am Herzen liegt und das ihr mit eurem Blog verfolgt?

Ja klar, wie der Untertitel meines Blogs schon verrät: Architektur, Raum, Möbel und mehr: also alles Schöne, gut Gestaltete, entweder von mir selbst entworfen oder irgendwo entdeckt – das ist so der Schwerpunkt meines Blogs. Ich merke aber, dass seit dem ich angefangen habe (im April dieses Jahres) die Themen ein bisschen breiter geworden sind und ich manchmal auch ganz Alltägliches oder irgendetwas Nachdenkenswertes blogge. Gerne betrachte ich Dinge auch mal kritisch (wie zum Beispiel neulich das Ikea Rückgaberecht) – auch wenn ich meinen Lesern Unterhaltung bieten möchte, ein bisschen Hinterfragen gehört für mich einfach dazu.

Wo schreibt ihr eure Texte? Im Büro, zu Hause, am Schreibtisch, auf dem Sofa, im Café …?

Da bin ich ja mal sowas von konservativ: Meine Texte entstehen fast ausnahmslos an meinem Schreibtisch. Ideen können mir natürlich auch ganz wo anders kommen, aber das eigentliche Schreiben funktioniert nur in Ruhe und Konzentration in meinem  Arbeitszimmer. Letztens hatte ich zum Beispiel auf der Arbeit eine Stunde Leerlauf und dachte: Hejh prima, kann ich was für meinen Blog schreiben – hat nicht funktioniert….

Arbeitszimmer

Wie vernetzt ihr euch mit anderen Bloggerinnen und Bloggern?

Auf vielen Wegen: natürlich ganz klassisch über Kommentare, über Bloglovin und über Facebook. Hier und da gibt’s auch immer mal wieder E-Mail-Austausch „behind the scenes“ – das schätze ich sehr, da man da ein bisschen mehr in die Tiefe gehen kann. Neulich habe ich in einem meiner Photoshop-Kurse eine Bloggerin kennengelernt – fand ich auch klasse. Ach ja, und dann war da noch das ganz analoge Bloggertreffen, das hoffentlich bald eine Wiederholung erfährt…

Was war das aufregendste Ereignis, das ihr mit eurem Blog verbindet?

Irgendwie sind es immer wieder die Kontakte nach außen, die aufregend sind: als Indre mich (ganz kurz nach dem Start) um ein Interview gefragt hat, fand ich das super aufregend. Aber auch, als ich Ellen von Elma Studio wegen eines Interviews fragte und sie zugesagt hat, war das zum Beispiel total spannend für mich.

Was war euer Medium, bevor ihr anfingt zu bloggen? Das persönliche Gespräch, das Tagebuch, der Leserbrief, die Demo, Artikel in Zeitungen und Zeitschriften?

Für die Themen über die ich in erster Linie blogge, hatte ich vorher nicht so das ultimative Medium, daher ja auch der Blog. Wobei mir daneben natürlich das persönliche Gespräch immer sehr wichtig ist. Gerade über die Themen Möbel, Entwürfe, selber bauen etc. kann ich zum Beispiel auch ganz wunderbar mit dem Herrn fein & raum diskutieren, das macht uns beiden ungeheuer Spaß, mit Papier und Stift am Tisch zu sitzen und  unser nächstes Projekt heiß zu diskutieren.

Meint ihr, dass es euren Blog auch noch in 5 Jahren geben wird? Und wenn nicht, was sonst?

Keine Ahnung! Eine Plattform, auf der ich mich mit den gleichen oder ähnlichen Themen auseinandersetzen werde, wird es sicher auch in 5 Jahren noch geben. Wohin sich bis dahin die Bloggerszene entwickelt und ob der Blog dann noch genau das richtige Medium ist – da sagt meine Kristallkugel nicht wirklich was zu.

Ach ja, weiterwerfen muss ich ja auch noch. Na dann, ich werfe weiter an Lisa von it’sprettynice an Julia von maulwurfshügelig und an Cora von ideen-wohnen-garten-leben.blogspot.de. Eine bunte Mischung aus Blogs, die mich von Anfang an begleiten und Blogs, die ich erst kürzlich entdeckt habe. Und ich bin keinem böse, wenn er das Stöckchen nicht fangen mag :-).

 

4 Kommentare

  1. Yeah, Stock geworfen und voll getroffen! :) Danke fürs Mitmachen! Ich find’s nett, die unterschiedlichen Antworten auf gleiche Fragen von allen Seiten zu lesen.

  2. Schön, ein wenig mehr über Dich zu erfahren… ich bin beim Stöckchen fangen auch immer ein wenig hin- und her gerissen :))
    Liebe Grüße,
    Kebo

  3. Hi, liebe Mecki, da bin sich wohl ein Spätzünder ;)!
    Deine Antworten auf die Fragen sind klasse. Ja, es macht schon mal Sinn sich solche Fragen zu stellen und eine Antwort zu suchen.
    Ich freue mich, dass Du mich ausgewählt hast und sage DANKE, aber ich ducke mich ganz kräftig. Oh, ich sehe das Stöckchen vorbeifliegen.
    Du schreibst es ja schon, Du kannst verstehen, wenn einer nicht mitmachen mag. Deine Einwände, sind auch meine.
    Ganz herzliche Grüße
    Cora

    • Da hast Du aber Glück, dass Du Dich rechtzeitig geduckt hast ;-). Ich find’s völlig ok, mein Verständnis hast Du…
      LG, Mecki