8. Juni 2014
von mecki
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Ein neues Multiplexprojekt, ein wenig Typographie und Grafik sowie eine Entscheidung

Wie bringt Ihr Eure Gewürze unter? Unsere (ich habe gezählt, es sind mehr als 30…) stehen bis jetzt in den Tüten, in denen sie gekauft wurden ziemlich chaotisch in einem kleinen Schubladenfach direkt neben dem Herd. Jedesmal wenn ich ein Gewürz brauche (und ich koche viel und gern mit Gewürzen) geht die Sucherei los – eigentlich kann ich sicher sein, dass sich das Kraut, das ich suche im allerletzten Winkel versteckt hat und ich, bevor ich fündig werde, mindestens 25 andere Tütchen in den Fingern hatte. So geht das nicht mehr weiter.

gewürze

Wieder mal: Multiplex

Und da wir ja auch nach dem Bau unserer neuen Lieblingsleuchte noch immer Massen von Multiplex übrig haben, wird jetzt ein Schubladeneinsatz für die große 1,2m breite Besteckschublade gebaut (das Besteck muss dann halt ein wenig zusammenrutschen, das passt schon). In den Einsatz kommen dann ganz viele von diesen Döschen (oder vielleicht doch eher diese?). Alles schon bedacht, aber noch nicht gemacht.

Graphik und Typografie

Was ich aber schon gemacht habe sind die Entwürfe für die Etiketten. Die Döschen haben einen Durchmesser von 55mm und sollen jeweils einen runden Aufkleber mit 40mm Durchmesser erhalten. In Punkto Graphik und Typografie bin ich ja nun (anders als im Entwerfen von Häusern und Möbeln) nicht so der Profi. Dennoch macht es mir ungeheuer viel Spaß, mit Schriften und grafischen Elementen zu spielen und so habe ich mich ein wenig ausgetobt beim Gestalten der Etiketten. Nun kann ich mich nicht entscheiden, welches die schönsten sind. Ich stelle Euch einfach mal 4 meiner Entwürfe vor, vielleicht bekomme ich ja ein wenig Input von Euch.

Allen Entwürfen ist gemeinsam, dass ich die Gewürze in 4 Gruppen (Kräuter, scharf, orientalisches, sonstiges) aufteile und diese Gruppen farblich oder graphisch differenziere. Die grauen Ränder sind übrigens jeweils der Deckel der Gewürzdöschen, gehören also nicht zum Aufkleber, nur so zur besseren Vorstellung.

Der Filigrane

Die Kamera geschnappt, ein paar Kräuter und Gewürze fotografiert und diese anschließend in Photoshop so bearbeitet, das ein graphisches Motiv entsteht. Als Schrift bin ich wieder mal bei der Myriad hängengeblieben, die es in ungeheuer vielen Schriftschnitten gibt – hier kommt die light condensed zum Einsatz, die man eher selten sieht. Für mich ist die Myriad so ein Klassiker (es gibt sie allerdings erst seit 1992) der immer wieder gut passt und durch die unterschiedlichen Schriftschnitte ist sie unheimlich vielseitig einsetzbar.

Etiketten Gewürzdosen

Der Schlichte

Bunte Kreise, Text, fertig! Ich finde das hat was. Der Font ist übrigens wieder die Myriad, diesmal allerdings in bold – ein komplett anderes Erscheinungsbild und passend zu den einfachen Kreisen.

Etiketten Gewürzdosen

Ein wenig retro

Ich hab ein bisschen mit Dreiecken gespielt und dabei herausgekommen ist ein Entwurf, der mich ein wenig an ein 60-er Jahre Geschirr erinnert – passt ja ganz gut in die Küche. Passend zum Retrolook habe ich mich dann für eine Serifenschrift entschieden und zwar für die Vollkorn. Ein im Internet frei erhältlicher Font, der mir schon allein wegen seines Namens ganz außerordentlich gut gefällt. Aber auch sonst gehört sie mittlerweile zu meinen Lieblingsschriften und ist eine schöne Alternative zur Garamond (die ich zum Beispiel in meinem Schriftzug „fein & raum“ verwende).

Etiketten Gewürzdosen

Der Graphische

Auch hier wieder ein Spiel mit Formen, in diesem Fall Rechtecke, das Ergebnis kommt sehr graphisch daher, ich mag es. Ihr habt es wahrscheinlich schon erkannt – der Text ist wieder mal Myriad light condensed, diesmal aber ausschließlich Kapitale, unterstützt das graphische ganz schön.

Etiketten Gewürzdosen

Die Entscheidung

Tja, und jetzt muss ich mich entscheiden, schwierig, schwierig – was meint Ihr, welcher Entwurf wird meinen 30 Gewürzdöschen am besten zu Gesicht stehen?

19. Mai 2014
von mecki
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Leuchte für’s Gästezimmer – sie ist fertig!

Letzte Woche habe ich Euch ja schon am Schaffensprozess teilhaben lassen – um so mehr freue ich mich, Euch heute die fertige Leuchte präsentieren zu können. Ins Rollen gekommen ist die ganze Geschichte ja überhaupt erst mit meinem Entschluss, mit meinem Arbeitszimmer auf 5 Quadratmeter umzuziehen. So hatten wir dann plötzlich einen eigenen Raum für ein Gästezimmer frei. Und da im Hause fein & raum ja selten Möbel gekauft werden, wurde kurzerhand das Gästebett aus Birke-Multiplex entworfen und gebaut (wird demnächst hier auch mal gezeigt – versprochen!). Nun hatten wir zum einen noch jede Menge Holzreste (ich hab da schon so ein paar Ideen für weitere Projekte…) und zum anderen keine Lampe für’s Gästezimmer (sieht man mal von der Stativlösung ab – das Stativ brauche ich aber grade zunehmend häufig, um schöne Fotos für diesen Blog zu machen :-). Da lag die Idee ja nahe, beides zu kombinieren.

Leuchte Gästezimmer

Leseleuchte – der Entwurf

Nachdem die Idee, eine Leuchte selbst zu bauen erst einmal geboren war, waren die ersten Skizzen schnell gemacht. Es gibt Entwürfe, wo man immer wieder hin und her probiert und ewig braucht, bis das Ergebnis überzeugt und dann gibt es wiederum Entwürfe wo all das ganz schnell geht und sich die Lösung quasi wie von selbst ergibt – zu letzterem gehört diese Leuchte. Die Idee zur Form: Quader und Kugel – ganz reduziert war schnell geboren. Ein wenig länger haben wir dann noch überlegt, wie man den Lichtschalter schön UND funktional unterbringen kann: Diese ins Kabel integrierten Schalter sind meist weder besonders formschön noch besonders praktisch (wenn man im Dunkeln danach sucht, trifft man selten die richtige Stelle…). Überhaupt sind die meisten Schalter, die man so zu kaufen bekommt nicht gerade eine Augenweide, unsere Lösung: wir machen einen Schalter aus Holz!

Leuchte aus Multiplex

Das Material

Holz war ja wie gesagt ohnehin genug vorhanden. Was brauchten wir sonst noch? Eine Glühbirne, die auch optisch was hermacht. Hier muss ich jetzt mal kurz beichten, dass wir nach längerer Suche eine 60 Watt Glühbirne gekauft haben – mein Öko-Gewissen (ich möchte ja eigentlich dauernd die Welt retten) jault zwar so ein wenig vor sich hin, ich habe mich dann aber damit beruhigt, dass wir sooo oft ja nun auch keine Übernachtungsgäste haben. Und außerdem verbringen diese ja die meiste Zeit mit uns und nicht im Gästezimmer, insofern dürfte sich der Gesamtstromverbrauch durch die Leuchte dann doch eher in Grenzen halten. Gefunden haben wir die Glühbirne (sie musste groß genug sein und matt) dann übrigens bei Manufactum, verkauft werden darf sie nur deshalb, weil sie als besonders stoßfest deklariert ist. Übrigens finde ich, dass nach wie vor kein anderes Leuchtmittel an die Lichtfarbe von Glühbirnen rankommt, höchstens noch Halogenstrahler, die sind aber wiederum vom Energieverbrauch her auch eher nicht so doll. Ich hoffe, da wird sich noch ein bisschen was tun, so dass LED oder Energiesparleuchten künftig nicht mehr so ein trauriges Licht produzieren.

Da ich normales Kabel eher hässlich finde und es sich außerdem immer genau so windet wie man das nicht möchte, haben wir Textilkabel besorgt – gibt es übrigens in unendlich vielen Farben, wir haben uns aber für schlichtes Weiß entschieden.

Der Rest kommt aus dem Baumarkt: eine Fassung für die Birne und ein kleiner unscheinbarer Lichtschalter, der den technischen Part des Ein- und Ausschaltens übernimmt, aber unsichtbar im Innern der Leuchte vor sich hin werkelt. Und zuletzt noch ein kleiner Rundstab aus Buchenholz und ein Stecker.

Leuchte aus Multiplex

Die Umsetzung

Ich sagte schon, dass ich zwei linke Hände habe und eher grobmotorisch veranlagt bin? Zum Glück ist mein Liebster ja nun das genaue Gegenteil, insofern musste ich mir um die Umsetzung keinerlei Gedanken machen. Ich bin selbst ganz hingerissen, mit welcher Präzision er den Leuchtenkörper gebaut hat. Die einzelnen Multiplexplatten sind aufeinander geleimt, im Innern nach Bedarf ausgefräst, mit Bohrungen für Kabel und Schalter versehen und alle Technik entsprechend eingebaut, perfekt! Mir blieb dann nur noch das Mischen von Farben und das Anstreichen der kleinen bunten Holzpinne – das hat übrigens großen Spaß gemacht. Die Pinne werden jetzt in ein Schälchen neben der Lampe gelegt und jeder Gast darf sich dann seine Lieblingsfarbe zum An- und Ausschalten aussuchen :-)

14. Mai 2014
von mecki
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Sneakpreview 2 – Leuchte für’s Gästezimmer

Eigentlich wollte ich Euch ja erst dann wieder was von unserer Gästezimmer-Leuchte zeigen, wenn sie fertig ist. Ich hatte aber so einen Spaß beim Farbe mischen, malen und fotografieren, dass ich hier nun doch nochmal ein bisschen was zeigen MUSS.

Ich mach’s jetzt mal ein wenig spannend, zeige Euch nur die Bilder und verrate nicht, was die feinen bunten Nöppel denn mal werden sollen – hat einer eine Idee? Hübsch sind sie jedenfalls geworden – ich hab noch soviel Farbe übrig, ich glaube da muss ich mir direkt das nächste Projekt überlegen.

bunte Pins aus Holz

 

13. Mai 2014
von mecki
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Sneakpreview – Leuchte für’s Gästezimmer

Bislang habe ich hier ja von selbst entworfenen Möbeln und sonstigen Basteleien immer das Ergebnis gezeigt. Während ich an meiner Diplomarbeit zeichnete hatte ich ein Schild an der Wand hängen: „der Weg ist das Ziel“. Getreu diesem Motto, das ich bis heute mag, lass ich Euch heute mal ein wenig am Weg teilhaben. Derzeit entsteht im Hause fein & raum eine Leuchte für’s Gästezimmer und ich bin guter Dinge, hier demnächst das Ergebnis präsentieren zu können. Jetzt gibt es aber erst einmal eine kleine Sneakpreview:

Erste Skizzen

Auch wenn ich die Arbeit am PC liebe und neben Photoshop super gerne CAD-Programme nutze, finden die ersten Schritte hin zu einem neuen Entwurf doch fast immer auf Skizzenpapier statt. „Mit dem Stift denken“ ist etwas, was mir im Entwurfsprozess ganz wichtig ist – zudem entsteht bei uns vieles im gemeinsamen Gespräch, in der Diskussion am großen Esstisch während das Zeichnen am Computer dann eher eine nicht sehr kommunikative Einzelkämpfer-Geschichte ist. Skizzenpapier habe ich wirklich immer im Haus, am besten das ganz dünne von Hahnemühlen, dazu noch ein dünner und ein dicker Filzstift und es kann los gehen.

Skizze Lampe Multiplex

 Material

Birke-Multiplex haben wie gerade in  Mengen übrig – aus den Platten ist ein größeres Projekt ebenfalls im Gästezimmer (das zeige ich hier natürlich auch zu gegebener Zeit) entstanden. Am Samstag haben wir in Frankfurt schönes Textil-ummanteltes Kabel (in einem kuriosen kleinen Laden für „antike“ Leuchten im Nordend) und eine große Glühbirne gekauft.

Material Leuchte Multiplex

Lasst Euch überraschen, was daraus geworden ist – das fertige Produkt gibt’s dann demnächst in diesem Kino :-)

4. Mai 2014
von mecki
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Wohin mit der Wäsche? oder Neues aus der Möbelwerkstatt

Dass ich gerne Möbel aus Multiplex entwerfe, hat man an dieser Stelle ja schon mal öfter gesehen. Als wir den 3,2 Meter langen Schreibtisch in meinem Arbeitszimmer gebaut haben ist einiges an Material übrig geblieben. Im Schlafzimmer fehlte uns immer ein Platz, um Klamotten abzulegen und Schmutzwäsche auf dem Weg zur Waschmaschine zwischenzuparken. Eigentlich wollte ich dafür seit langem ein schönes altes schwedisches Kökssoffa (das sind die Küchenbänke, die es in Schweden zuhauf gibt – Ihr kennt das sicher zum Beispiel aus den Michel-Verfilmungen, da schläft Lina auf selbigem). Aber irgendwie wurde es nie was mit einem solchen Kökssoffa und so haben wir kurzerhand beschlossen, aus den Resten eine Bank aus Multiplex zu bauen. Multiplexbank

Entwurf und Umsetzung

Die heimatliche improvisierte Kellerwerkstatt taugt für Möbel ab einer gewissen Größe nur bedingt. Und so waren wir froh, diese Werkstatt zu entdecken, die einmal wöchentlich abends ihre Tore öffnet für Leute wie uns, Werkzeuge stellt und auch entsprechend beim Umgang damit unterstützt. Ich finde das ja überhaupt eine tolle Idee: Raum und Werkzeuge teilen, nicht alles selber besitzen sondern mieten. Ich hoffe, in Zukunft gibt es noch viel mehr solche Projekte. Aber zurück zur Bank: Gehrungsschnitte sind ja eigentlich nicht so die typische Holzverbindung – bei Multiplex finde ich sie aber immer wieder schön, sie bringen die Schichtung so gut zur Geltung. Die Schublade hat rundum eine Schattenfuge, eine einfache Griffmulde, läuft ganz leise auf 4 verdeckt liegenden Rollen und die Versteifungsstrebe in der Rückwand der Bank dient gleichzeitig als Anschlag, damit die Schublade immer am richtigen Platz parkt – auch morgens um 6 im Halbschlaf.

Multiplexbank

 In Gebrauch

Vor unserer blauen Wand im Schlafzimmer kommt die Bank gut zur Geltung. Ganz so aufgeräumt wie auf den Bildern sieht sie im Alltag nicht immer aus, aber zumindest finden schmutzige Socken und ähnliches nun regelmäßig ihren Platz in der Schublade statt auf dem Boden – ich geb sie jedenfalls nicht mehr her.

24. April 2014
von mecki
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Arbeitszimmer – Raumwunder auf 5 QM

Heute möchte ich Euch den Ort vorstellen, an dem viele der Ideen, Entwürfe und Skizzen entstehen, die ich Euch hier vorstelle: mein Arbeitszimmer. Mit einer Fläche von 1.70 m x 3.20 m ist es denkbar klein und misst gerade einmal 5.5 qm. Aber solch schwierige Randbedingungen fordern ja geradezu gute Entwürfe heraus und sind damit oftmals viel spannender als große Räume, wo ohnehin alles Platz hat.
arbeitszimmer
Wichtig war mir, den kleinen Raum nicht mit zu vielen Elementen zu überfrachten und so besteht die Möblierung aus 2 einzelnen starken Elementen. Da ist einmal der Schreibtisch (1 in der Skizze). Zwei Multiplexplatten – eine horizontal, eine vertikal bis zur Unterkante des Fensters- die sich über die gesamte Raumlänge erstrecken, verdeckt befestigt sind und somit ein einfaches, gradliniges L bilden. Das zweite Element (2 in der Skizze) ist ein schlichtes weißes Regal, das die komplette Stirnwand einnimmt und das wir genau zwischen die beiden Längswände eingepasst haben. Es ist ebenfalls als L ausgebildet (was konstruktiv gar nicht so einfach zu bewerkstelligen war) und überschneidet sich so (3 in der Skizze) mit dem Tischelement, wodurch eine schöne Dreidimensionalität entsteht. Beim Regal bin ich nach etwas Suchen  bei der Firma Regalraum fündig geworden – die Maße passten für die Wand exakt und mir hat die filigrane Konstruktion gefallen.
Seht selbst wie es fertig gebaut aussieht:

Regale

Dass ein 3.2 m langer Schreibtisch wunderbar viel Platz bietet, muss ich, glaube ich, nicht extra erwähnen – dennoch schaffe ich es immer wieder, die komplette Fläche mit unterschiedlichem Papierkram zu belegen. Etwas disziplinierter geht es da im Regal zu – alles hat seinen Platz und das Zusammenspiel der zurückhaltenden weißen Konstruktion und der vielen unterschiedlichen Bücher sieht einfach gut aus. Weiße Regale, bestückt mit vielen Büchern sind ja ohnehin so ein Klassiker, der einfach immer passt. Irgendjemand hat mein Arbeitszimmer mal mit einem Leseplatz in einer Klosterbibliothek verglichen – das trifft es ganz gut, finde ich. Und gerade diese Ausstrahlung von Konzentriertheit passt natürlich ganz wunderbar für ein Arbeitszimmer.
Aus den Resten dieses Projekts ist übrigens Emil entstanden.

Arbeitszimmer

21. April 2014
von mecki
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Bauhaus an der Wand

bauhaus_1

Jeder der sich für Architektur, Möbel, Gestaltung usw. interessiert wird wohl früher oder später – eher früher – über das Bauhaus stolpern – so vieles in der Architektur der letzten 90 Jahre, im Möbelbau und im Produktdesign hat seine Ursprünge in den Ideen des Bauhauses. Sehr verbreitet ist es ja (besonders unter Immobilienmaklern) vom sogenannten „Bauhausstil“ zu sprechen. Das Bauhaus war aber genau das nie – viel mehr ein umfassenderer Ansatz das Leben und die Umwelt zu gestalten, eine Idee oder viele Ideen, eine spannende Schule für Gestaltung , für Architektur: all das war das Bauhaus aber ganz sicher kein fragwürdiger „Stil“, der sich in der Verwendung von Flachdächern, weißen Wänden und schmalen Fensterbändern erschöpft. Auch mich hat das Bauhaus und seine Ideen während des Studiums und danach geprägt. Das wurde mir diesen Sommer nochmals sehr bewusst, als ich zum ersten Mal die Gelegenheit hatte, das Bauhausgebäude in Dessau live zu erleben. Es ist heute Sitz der Stiftung Bauhaus, die sich der Erforschung und Vermittlung des Bauhauserbes widmet. Wir konnten an einer wunderbaren, sehr lebendigen und sehr informativen Führung durch die beeindruckenden und auch heute noch sehr aktuellen Gebäude teilnehmen.

Ich liebe ja Bücher – und erst recht Bücher, die sich den schönen Dingen widmen. So führte der Weg anschließend natürlich noch in den gut sortierten Museumsshop. Statt Büchern habe ich dann einige sehr schöne Plakate gekauft und ein Memory – dieses sollte eigentlich ein Mitbringsel für einen kleinen Memoryfan sein.

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Zuhause angekommen konnte ich mich dann aber gar nicht von den wirklich schön gemachten Memorykarten, die Gebäude, Möbel, Lampen etc. des Bauhauses zeigen, trennen. Nach ein wenig Überlegung war klar: Das Ding muss an die Wand. Eine Sperrholzplatte in 2 m Länge war schnell gekauft und mit weißer Acrylfarbe gestrichen. Die einzelnen Memorykarten kleben jeweils auf einem kleineren Stückchen Kappa-Platte, so dass sie sich dreidimensional vom Untergrund abheben – das sieht gut aus und gibt einen schönen räumlichen Effekt. Mit Hilfe von ein paar Schablonen war es auch recht einfach, das Ganze hinreichend genau zu fixieren. Und nun kann ich mich täglich an ganz vielen Bauhaus-Details erfreuen.

 

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Ein Besuch in Dessau lohnt wirklich. Sogar übernachten kann man im ehemaligen Ateliergebäude (das werde ich dann das nächste Mal testen). Neben dem eigentlichen Bauhausgebäude kann man auch die Meisterhäuser besichtigen, ein wenig Zeit solltet Ihr also schon einplanen. Wer übrigens nach Dessau fährt: Es gibt ein weiteres Highlight für Architektur-Interessierte: das Gebäude des Bundesumweltamtes ist ebenfalls sehenswert.

10. April 2014
von mecki
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Emil – der Hocker

Darf ich Euch unsern Neuzugang vorstellen?

Emil – der Hocker. Vorgestern erdacht – gestern gebaut – heute fotografiert.

Emil der Hocker

Der Entwurf

Und das kam so: Vorgestern beim Abendessen sprachen wir über Stühle, verschiedene Klassiker und aktuelle Modelle und dass man eigentlich auch mal einen eigenen Stuhl entwerfen müsse. Über dem Gespräch bekam ich Lust, direkt loszulegen und mit Stift und Skizzenpapier war dann schnell die Idee für Emil geboren. Die 3° Schräge der Seitenteile bewirkt in der Frontsilhouette eine schöne Dynamik . Um gnau diese nicht zu stören, habe ich die beiden tragenden Schotten zurück versetzt, was außerdem die dreidimensionale Wirkung gut unterstützt. Wichtig war mir zudem der Gehrungsschnitt, der die Linienführung unterstreicht. In der Sitzfläche gibt es ein Loch von 4 cm Durchmesser, so dass man Emil einfach mitnehmen kann – schließlich eignet sich so ein Hocker ja für die verschiedensten Zwecke.

Emil der Hocker aus Multiplex

Gestern schnappte sich Andreas dann meine Skizze und verschwand damit im Keller an die Werkbank, um einige Stunden später (Prototypenbau kostet Zeit!) mit dem fertigen Emil zu erscheinen. Buche-Multiplex in 18 mm Stärke war noch in ausreichenden Mengen vorhanden und das nötige Knowhow und handwerkliche Geschick sowieso! Es ist doch toll, so einen Möbelbauer direkt im Haus zu haben.

Heute habe ich mir Emil dann geschnappt und ihn vor unserer blauen Wand in Szene gesetzt. Ist er nicht hübsch geworden – was meint Ihr?