15. Oktober 2014
von mecki
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Werkstatt meldet: Fertig!

Jaaaa, endlich – ich hab Euch ja lange genug erzählt, dass was Neues in der Pipeline ist, nun isses endlich so weit und ich lass die Katze aus dem Sack ;-). Das neue fein & raum Baby ist ein……Kerzenständer. Ach was sag ich, ganz viele Kerzenständer sind es geworden. Denn wenn man die Fräse schon mal anwirft und in Kauf nimmt, dass sich über den einzigen Kellerraum im Hause, in dem alles von der Weihnachtsdeko, über den Fahrradfuhrpark bis zur Heizung steht, eine große, hartnäckige Holzstaubwolke legt, soll es sich ja lohnen. Und es hat sich gelohnt, finde ich wenigstens.

Kerzenständer Birke Multiplex

Die Idee

Aber mal von vorne: Als wir nach der großen Gästezimmermöbelbauaktion im Frühjahr noch jede Menge Multiplex über hatten, entstand schon bald die Idee, einen Kerzenständer zu bauen. Wahnsinnig originell, es gibt ja auch kaum einen Kerzenständer auf dem Markt ;-). Also musste er irgendwie mehr bieten, als das was es so handelsüblich zu kaufen gibt. Mehr? Besser, schneller, weiter? Was kann man bei einem Kerzenständer denn optimieren? Und da war sie dann, die Idee: Wir bauen einen multifunktionalen Kerzenständer. Was bitte? Naja, einen multifunktionalen Kerzenständer halt. Der kann Stabkerzen und Teelichter! Hat man ja beides immer mal wieder im Haus und mal Lust auf das eine, mal mehr auf das andere. Und genau das geht mit unserem neuen Baby: Mal Stablichter, schön lang und schlank, mal Teelichter, klein und zurückhaltenden und nach ein bisschen weiterer Deko rufend.

Kerzenständer Birke Multiplex

Die Umsetzung

Und da ich ja die Kombination aus Birke und ein klein bisschen Farbe total gern mag (Ihr erinnert Euch noch an unsere Lampe?) hab ich mir dann einen kleinen bunten Einsatz ausgedacht – ist er drin, passt die Stabkerze, ist er draußen, passt das Teelicht – so einfach.

Soweit waren wir dann schon im Frühjahr und dann kam der Sommer, mit viel (naja , manchmal nicht ganz so viel) Sonne und jede Menge Lust, Dinge draußen zu unternehmen. So lag der Entwurf erst mal monatelang in der Ecke, bis der Herr fein & raum letztes Wochenende endlich im Keller abtauchte und nach Stunden mit den (fast) fertigen Kerzenständern wieder auftauchte. Was hab ich ein Glück, dass der Mann mit Säge und Fräse umgehen kann :-). Fast fertig übrigens deshalb, weil das Anstreichen der Einsätze mir überlassen war – ehrlich gesagt, bin ich ja total froh, dass wenigstens eine Arbeit auch mit 2 linken Händen zu bewerkstelligen ist und ich auch ein bisschen was machen durfte. Farbe war noch von der Lampe übrig, die einzelnen Farbtöne sind übrigens schön von Hand angemischt – bei sowas hab ich dann wieder total Spaß.

Kerzenständer Birke Multiplex

Das Ergebnis

Tja und nun sind sie endlich fertig und da diese Woche anscheinend meine Glückswoche ist, habe ich an meinem freien Nachmittag auch noch Sonnenschein, so dass ich mich ausgiebig mit der Kamera austoben konnte und Euch endlich Ergebnisse zeigen kann. Die Dinger laden übrigens total zum Spielen ein, haben so was von Bauklötzen und ich hätte stundenlang irgendwelche Kombinationen erfinden können. Mir gefällts und ich freue mich nun auf gemütliche Herbstabende bei Kerzenschein. Macht es Euch gemütlich!

PS: Und demnächst verrate ich dann noch eine kleine Neuigkeit in Zusammenhang mit den Kerzenständern, pssst.

6. Oktober 2014
von mecki
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Vom Heizen mit Holz oder meinem Lieblingsplatz

Unser Esstisch gehört schon deshalb zu meinen Lieblingsplätzen, weil ich einfach zu gerne koche und esse. Aber in der kalten Jahreshälfte wird das ganze noch dadurch gesteigert, dass direkt neben dem Esstisch beinahe allabendlich ein fröhliches Feuer im Kamin prasselt.

Das Kaminholz ist gestapelt (steht übrigens immer noch ;-) und ich warte schon fast darauf, dass die Temperaturen nach unten gehen, so dass endlich angeheizt werden kann. Heute möchte ich Euch aber zunächst ein bisschen was rund um die Planung des Kaminofens erzählen.

Kaminofen Stuv in Trockenbauwand

Das einzige was von Anfang an fest stand war die Lage des Ofenrohres und damit auch des Kamins innerhalb des Raums. Lange haben wir mit einem freistehenden Modell geliebäugelt – doch irgendwie war immer klar “das ist es noch nicht”. Ich weiß nicht mehr, wie viele Meter Skizzenpapier für den Kamin drauf gingen, es waren in jedem Fall einige. Und “plötzlich” war dann diese ganz und gar einfache und schlichte Lösung – und damit das Gefühl “so und nicht anders” da: Ein Kamin, eingebaut in eine Trockenbauwand, die ihn in den Raum einbindet, ihm Halt gibt und auch dem ewig langen Ofenrohr die richtige Proportion verleiht. Zudem entsteht mit der, als Regal ausgebildeten Trockenbauwand, viel nützlicher Raum für Dinge wie Zeitungskorb, Weinregal, Bücher und sonstiges, was man in der Nähe des Esstisches gut brauchen kann.

Kaminofen Stuv in Trockenbauwand

Nachdem ich dann den Kamin mit umgebender Trockenbauwand entworfen hatte, kam der Herr fein & raum auf die Idee, den Kamin über ein Leerrohr in der Trockenbaukonstruktion mit der Außenluft zu verbinden – dies ist gerade in einem ziemlich luftdichten Neubau wirklich genial, da das Feuer so immer ausreichend Luft und damit ein deutlich besseres Abbrennverhalten hat (ich kenne Neubauten, da kann man den Kamin im Prinzip nur bei offenem Fenster betreiben, ist irgendwie blöd im Winter). Es war übrigens nicht ganz einfach, einen Kamin zu finden, der bezüglichen Maßen, Optik, Technik etc. passte – fündig geworden sind wir dann letztlich hier

Ist Euch aufgefallen, dass der Esstisch in der Skizze „verkehrt herum“ steht? Das liegt daran, dass die Skizze in der Entwurfsphase entstanden ist und ich mich später noch um entschieden habe, kann schon mal passieren.

Kaminofen Stuv in Trockenbauwand

Die Idylle rund um den Ofen wird dann noch komplettiert durch unsere Ofenbank. Eine ganze Weile habe ich versucht, dafür ein richtig uraltes Eichenbrett mit Geschichte und so aufzutreiben, bin aber letztendlich nicht fündig geworden. Nun ist es halt eine neue Ofenbank – die Sitzfläche aus Eichenholz haben wir vom Schreiner, die Unterkonstruktion aus weiß-lackierten MDF-Platten hat der Herr fein & raum gebaut. Obendrauf kann man es sich gemütlich machen, unten drunter finden Brennholz, Anzünder und Ascheeimer Platz

Was mich übrigens wirklich freut: der Kaminofen ist nicht nur so ein Wohlfühl-ich mach’s mir kuschelig-Ding sondern bei uns wird richtig geheizt damit. Tagsüber hält die Gasheizung das Häuschen auf konstanten 17°C (wenn ich zuhause arbeite, zieh ich mir halt einen Pullover über) und abends wird der Ofen angeheizt und es ist ruckzuck kuschelig warm in der ganzen Bude – Gasverbrauch und Heizkosten sind spürbar niedriger.

 

3. September 2014
von mecki
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Was Altes aus dem Möbelfundus

Normalerweise titele ich hier ja eher „was Neues aus der Möbelwerkstatt“ oder so ähnlich – die Möbelwerkstatt schwächelt aber während der Sommermonate ein wenig und so gibt’s heute mal ein Stück aus dem bereits vorhandenen Fundus. Diesmal zwar selbst entworfen aber NICHT selbst gebaut.

Unser Esstisch hat schon einige – besser viele – Jahre auf dem Rücken, entworfen habe ich ihn in meiner Anfangszeit als Architektin. Ihr seht, auch damals hatte ich schon eine Vorliebe für Materialkontraste :-). Der rohe Stahl mit den sichtbaren Schweißnähten (der übrigens versehentlich beinahe gestrichen worden wäre – das scheint so ein wenig mein Trauma zu sein) und das warme Holz können wirklich gut miteinander.

Tisch Stahl Multiplex

Anfang der Woche habe ich hier ja darüber nachgedacht, wie lange Möbel wohl überdauern können und ob sie eher ein ständig auszutauschendes Zeitgeistprodukt sind oder nicht. Da musste ich auch an diesen Tisch denken. Habt Ihr mal beobachtet, wie sehr so ein einfacher Gegenstand wie ein Tisch (4 Beine, Platte, fertig) Modeströmungen unterworfen ist? Hat man zum Beispiel vor 5 Jahren einen Tisch gekauft, so musste er plötzlich ungeheuer robust sein, mit massiven mindestens 20 cm breiten Tischbeinen und dicker Tischplatte, meist aus massiver Eiche, schön naturbelassen und geölt – ich schielte manchmal ein wenig neidisch zu diesen Wunderwerken der Schreinerskunst. Und nun seit einem Jahr die totale Kehrtwende: ein angesagter Tisch kommt im Moment filigran daher, eher grafisch in schwarz oder weiß mit schmalen, gerne etwas schräggestellten Beinen – auch wieder hübsch! Und dann schaue ich mir meinen Tisch an und bin eigentlich ganz froh, dass man ihm nicht auf den ersten Blick ansieht, wann er wohl entstanden ist und denke mir, dass er mich wohl noch viele Jahre begleiten wird.

Tisch Stahl Multiplex

1. September 2014
von mecki
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Ikea – lebenslang zurück!

Hattet Ihr ihn auch letzte Woche im Briefkasten – den neuen Ikeakatalog 2015? Bestimmt! Ich freu mich ja immer drauf und stöbere gerne in den gut gemachten Bilderwelten. Diesmal finde ich es übrigens richtig schwer, einen wirklichen Trend auszumachen. Ikea mixt 2015 ganz viel Unterschiedliches – viel Farbe, erstaunlich viel Schwarz, ganz viel Holz. Bei Letzterem finde ich vor allem die Rückkehr des Kiefernholzes beachtenswert. Aber wir haben ja auch schon alles durch, die letzten 20 Jahre nach der großen Kiefernära der 80-ger – erst Buche, dann Birke, dann Eiche, zuletzt wieder Birke – warum dann jetzt nicht mal wieder Kiefer.

Ikea-Katalog 2015

Lebenslanges Rückgaberecht

Aber eigentlich wollte ich heute gar nicht über neue Trends in der Wohnwelt berichten. Das wirklich Neue bei Ikea ist nämlich ganz was Anderes: ab sofort können bei Ikea gekaufte Möbel lebenslang gegen Erstattung des vollen Kaufpreises (in Gutscheinform) zurückgegeben werden – egal ob mir das hochwertige Ledersofa nach einem Jahr einfach nicht mehr gefällt, die Matratze durchgelegen ist, ich umziehe und der Schrank nicht mehr passt: Einfach zurückbringen und Geld kassieren. Als Marketingidee hat das ja durchaus Charme und wird Ikea sicher den ein oder andern Käufer bescheren, der sich bei der Entscheidung zu einem teuren Sofa (oder was immer) sehr leicht tut und eher mal zugreift, zurückbringen kann man’s dann ja immer noch. Ikea wird sicher darauf spekulieren, dass die reale Rückgabe dann doch nicht ganz so oft stattfindet. Ob sich das ganze bewährt oder die Kunden in großen Teilen künftig tatsächlich ihre Ikeamöbel quasi zum Nulltarif leasen (dann dürfte die Idee finanziell ganz schnell nach hinten los gehen für Ikea) bleibt spannend.

Ikea Rückgaberecht

Möbel – Wegwerfartikel oder Anschaffung für’s Leben

Mich hat die ganze Aktion ein wenig nachdenklich gemacht. Was sind Möbel für mich? Wie kann ich nachhaltig leben und dennoch meinem Bedürfnis nach Veränderung gerecht werden? Hat ein Möbel, nur weil ich es nicht mehr mag keinen Wert mehr? Wie war das früher und wohin entwickelt es sich künftig?

Von meinen Eltern kenne ich tatsächlich noch „das Schlafzimmer“, das man sich vom Schreiner bauen lies und das es heute noch gibt. Und ich selbst? Ich habe schon gerne ab und an mal eine Veränderung. Andererseits liebe ich Möbel, die genau für einen Raum entworfen sind, gerne auch direkt fest eingebaut, wie zum Beispiel in meinem Arbeitszimmer. Bis jetzt hatte ich bei allen fest eingebauten Sachen immer das Glück, dass Nachmieter/-besitzer die Dinge beim Umzug übernommen haben – das mag ich, wenn Möbel einen neuen Besitzer finden. Vieles was ich entwerfe entzieht sich bewusst einem Trend (Emil ist so ein Beispiel) in der Hoffnung, dass ich es auch noch in vielen Jahren mag. Ob’s funktioniert? Weiß ich jetzt noch nicht. Und bei Klassikern, wie zum Beispiel dem Arne Jacobsen 3107 (ist ehrlich gesagt so ziemlich der einzige Klassiker, den ich besitze) ist man ja eh so ein wenig auf der sicheren Seite, geht halt immer. Dennoch liebe ich auch Veränderungen und wenn ich nicht alle paar Jahre umziehe, muss ich wenigstens innerhalb des Häuschens Zimmer tauschen, auch dabei bleibt schon mal ein Möbelstück auf der Strecke (zum Glück gibt’s Ebay, so dass es meist nicht so schwierig ist, einen neuen Besitzer damit glücklich zu machen). Und dann mag ich gerne so richtig alte Möbelstücke (im reizvollen Kontrast zum Rest der Einrichtung), aber irgendwie wird das nie was bei mir mit den richtig alten Möbeln. Das älteste Möbel im Haus sind tatsächlich die gebraucht erstandenen Arne-Jacobsen-Stühle. Und gerade habe ich schon wieder so einen Drang zum verändern, für’s Wohnzimmer gibt’s da so die ein oder andere Idee, aber das Ikea-Sofa bleibt, ganz sicher!

Möbel

Die Schweden übrigens (womit ich fast wieder bei Ikea bin) haben irgendwie ein deutlich nachhaltigeres Verhältnis zu ihren Möbeln. Ich finde es unglaublich faszinierend, wie viele alte Küchensofas (Köksoffa), Standuhren, Schränke etc. man dort findet, da wird nix weggeschmissen – diesen Eindruck gewinnt man oft. Oder schöne solide 60-ger Jahre Küchen, fein verarbeitet und so richtig schön skandinavisch schlicht – sieht man auch noch öfter. Also typisch schwedisch scheint dieser subventionierte Wegwerfimpuls, genannt Rückgaberecht, jedenfalls nicht zu sein.

Und bei Euch? Braucht Ihr Veränderung? Sind Möbel bei Euch was für’s Leben oder eher Wegwerfartikel oder irgendwas dazwischen?

29. Juni 2014
von mecki
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Schubladeneinsatz – ich liebe Multiplex!

Es gibt was neues aus der fein & raum – Werkstatt. Und diesmal ist es nicht nur schön sondern auch noch super praktisch. Ich habe Euch ja neulich schon mal erzählt, dass meine Gewürze, wenngleich viel genutzt, ein Schattendasein in diversen Tütchen fristeten, das ist jetzt vorbei! Der Herr fein & raum hat seine Fräse ausgepackt und ist damit wiedermal dem Multiplex zu Leibe gerückt. Jetzt haben wir einen ganz wunderbaren Schubladeneinsatz für die Küche, in dem 20 Gewürze Platz finden (ein paar meiner Gewürze müssen leider weiter in Tütchen leben, sonst wäre der hintere Teil der Schublade kaum mehr für anderes nutzbar gewesen).

Schubladeneinsatz Multiplex

Gewürzdöschen

Nach ein wenig hin und her habe ich mich dann für Döschen mit durchsichtigem Deckel entschieden, die sehen ein bisschen wertiger aus als die geschlossenen und außerdem hab ich so immer den vollen Überblick über meine Vorräte, sehr praktisch! Die Aufkleber und ihre verschiedenen Varianten habe ich Euch in der Entstehungsphase ja schon einmal gezeigt und nach Eurer Meinung gefragt. Tja, nach ein paar weiteren Versuchen ist die Entscheidung dann gefallen. Das Schöne ist: die Dinger sind ganz leicht abziehbar und die kleinste Packungsgröße sind 600 Stück. Wenn ich Lust auf Veränderung habe, kann ich mir also jederzeit neue Schildchen machen. Die Sticker von Herma sind echt praktisch – gut fand ich auch, dass auf der Website eine Indesign-Datei zum Download bereit steht, so dass die Platzierung der Grafiken echt ein Kinderspiel ist.

Schubladeneinsatz für Gewürze

In der Schublade

Der Multiplexeinsatz ist natürlich genau auf Maß für unsere 90 cm Schublade gemacht. Es ist eine wahre Freude, die Schublade aufzuziehen und fein geordnet 20 Gewürze vor der Nase zu haben. Außerdem ist der Anblick und die Haptik einer fein geschliffenen Multiplexoberfläche um einiges angenehmer als der schnöde weiße Kunststoff, der vorher das Schubladeninnenleben beherrschte (Wunsch an Herrn fein & raum: Multiplexeinsatz für den hinteren Teil der Schublade :-). Gestern Abend habe ich zur Feier des Tages dann direkt ein großes Gemüsecurry gemacht, bei keinem anderen Gericht kommen so viele Gewürze zum Einsatz. Hach war das schön: Schublade auf, Gewürze greifen, aufschrauben, bedienen, fertig. Curry mit mindestens 10 verschiedenen Gewürzen zu kochen gehört ab sofort zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. An der Stelle muss ich ja mal meine Bewunderung für die vielen vielen Foodblogger ausdrücken: Gestern Abend war mir kurz danach, das schöne bunte Curry zu fotografieren. Das hätte bedeutet, irgendwo den letzten Rest Tageslicht suchen zu gehen, ein leidlich ansehbares Set aufzubauen, Kameraeinstellungen und Ausschnitte zu testen usw. usw., ich hatte aber Hunger. Kein Aufschub möglich, das Curry musste auf der Stelle vertilgt werden. Und die Foodblogger? Die kochen ungeheuer leckere gut aussehende Gerichte und nehmen sich, statt zu essen, die Zeit, perfekte Fotos zu machen, wohlwissend, dass das Essen nur eine begrenzte Zeit warm ist (oder sind die alle so schnell?), Hut ab, ich hätte da nicht die Ruhe zu, bei mir muss das Essen sofort auf den Tisch.

19. Mai 2014
von mecki
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Leuchte für’s Gästezimmer – sie ist fertig!

Letzte Woche habe ich Euch ja schon am Schaffensprozess teilhaben lassen – um so mehr freue ich mich, Euch heute die fertige Leuchte präsentieren zu können. Ins Rollen gekommen ist die ganze Geschichte ja überhaupt erst mit meinem Entschluss, mit meinem Arbeitszimmer auf 5 Quadratmeter umzuziehen. So hatten wir dann plötzlich einen eigenen Raum für ein Gästezimmer frei. Und da im Hause fein & raum ja selten Möbel gekauft werden, wurde kurzerhand das Gästebett aus Birke-Multiplex entworfen und gebaut (wird demnächst hier auch mal gezeigt – versprochen!). Nun hatten wir zum einen noch jede Menge Holzreste (ich hab da schon so ein paar Ideen für weitere Projekte…) und zum anderen keine Lampe für’s Gästezimmer (sieht man mal von der Stativlösung ab – das Stativ brauche ich aber grade zunehmend häufig, um schöne Fotos für diesen Blog zu machen :-). Da lag die Idee ja nahe, beides zu kombinieren.

Leuchte Gästezimmer

Leseleuchte – der Entwurf

Nachdem die Idee, eine Leuchte selbst zu bauen erst einmal geboren war, waren die ersten Skizzen schnell gemacht. Es gibt Entwürfe, wo man immer wieder hin und her probiert und ewig braucht, bis das Ergebnis überzeugt und dann gibt es wiederum Entwürfe wo all das ganz schnell geht und sich die Lösung quasi wie von selbst ergibt – zu letzterem gehört diese Leuchte. Die Idee zur Form: Quader und Kugel – ganz reduziert war schnell geboren. Ein wenig länger haben wir dann noch überlegt, wie man den Lichtschalter schön UND funktional unterbringen kann: Diese ins Kabel integrierten Schalter sind meist weder besonders formschön noch besonders praktisch (wenn man im Dunkeln danach sucht, trifft man selten die richtige Stelle…). Überhaupt sind die meisten Schalter, die man so zu kaufen bekommt nicht gerade eine Augenweide, unsere Lösung: wir machen einen Schalter aus Holz!

Leuchte aus Multiplex

Das Material

Holz war ja wie gesagt ohnehin genug vorhanden. Was brauchten wir sonst noch? Eine Glühbirne, die auch optisch was hermacht. Hier muss ich jetzt mal kurz beichten, dass wir nach längerer Suche eine 60 Watt Glühbirne gekauft haben – mein Öko-Gewissen (ich möchte ja eigentlich dauernd die Welt retten) jault zwar so ein wenig vor sich hin, ich habe mich dann aber damit beruhigt, dass wir sooo oft ja nun auch keine Übernachtungsgäste haben. Und außerdem verbringen diese ja die meiste Zeit mit uns und nicht im Gästezimmer, insofern dürfte sich der Gesamtstromverbrauch durch die Leuchte dann doch eher in Grenzen halten. Gefunden haben wir die Glühbirne (sie musste groß genug sein und matt) dann übrigens bei Manufactum, verkauft werden darf sie nur deshalb, weil sie als besonders stoßfest deklariert ist. Übrigens finde ich, dass nach wie vor kein anderes Leuchtmittel an die Lichtfarbe von Glühbirnen rankommt, höchstens noch Halogenstrahler, die sind aber wiederum vom Energieverbrauch her auch eher nicht so doll. Ich hoffe, da wird sich noch ein bisschen was tun, so dass LED oder Energiesparleuchten künftig nicht mehr so ein trauriges Licht produzieren.

Da ich normales Kabel eher hässlich finde und es sich außerdem immer genau so windet wie man das nicht möchte, haben wir Textilkabel besorgt – gibt es übrigens in unendlich vielen Farben, wir haben uns aber für schlichtes Weiß entschieden.

Der Rest kommt aus dem Baumarkt: eine Fassung für die Birne und ein kleiner unscheinbarer Lichtschalter, der den technischen Part des Ein- und Ausschaltens übernimmt, aber unsichtbar im Innern der Leuchte vor sich hin werkelt. Und zuletzt noch ein kleiner Rundstab aus Buchenholz und ein Stecker.

Leuchte aus Multiplex

Die Umsetzung

Ich sagte schon, dass ich zwei linke Hände habe und eher grobmotorisch veranlagt bin? Zum Glück ist mein Liebster ja nun das genaue Gegenteil, insofern musste ich mir um die Umsetzung keinerlei Gedanken machen. Ich bin selbst ganz hingerissen, mit welcher Präzision er den Leuchtenkörper gebaut hat. Die einzelnen Multiplexplatten sind aufeinander geleimt, im Innern nach Bedarf ausgefräst, mit Bohrungen für Kabel und Schalter versehen und alle Technik entsprechend eingebaut, perfekt! Mir blieb dann nur noch das Mischen von Farben und das Anstreichen der kleinen bunten Holzpinne – das hat übrigens großen Spaß gemacht. Die Pinne werden jetzt in ein Schälchen neben der Lampe gelegt und jeder Gast darf sich dann seine Lieblingsfarbe zum An- und Ausschalten aussuchen :-)

4. Mai 2014
von mecki
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Wohin mit der Wäsche? oder Neues aus der Möbelwerkstatt

Dass ich gerne Möbel aus Multiplex entwerfe, hat man an dieser Stelle ja schon mal öfter gesehen. Als wir den 3,2 Meter langen Schreibtisch in meinem Arbeitszimmer gebaut haben ist einiges an Material übrig geblieben. Im Schlafzimmer fehlte uns immer ein Platz, um Klamotten abzulegen und Schmutzwäsche auf dem Weg zur Waschmaschine zwischenzuparken. Eigentlich wollte ich dafür seit langem ein schönes altes schwedisches Kökssoffa (das sind die Küchenbänke, die es in Schweden zuhauf gibt – Ihr kennt das sicher zum Beispiel aus den Michel-Verfilmungen, da schläft Lina auf selbigem). Aber irgendwie wurde es nie was mit einem solchen Kökssoffa und so haben wir kurzerhand beschlossen, aus den Resten eine Bank aus Multiplex zu bauen. Multiplexbank

Entwurf und Umsetzung

Die heimatliche improvisierte Kellerwerkstatt taugt für Möbel ab einer gewissen Größe nur bedingt. Und so waren wir froh, diese Werkstatt zu entdecken, die einmal wöchentlich abends ihre Tore öffnet für Leute wie uns, Werkzeuge stellt und auch entsprechend beim Umgang damit unterstützt. Ich finde das ja überhaupt eine tolle Idee: Raum und Werkzeuge teilen, nicht alles selber besitzen sondern mieten. Ich hoffe, in Zukunft gibt es noch viel mehr solche Projekte. Aber zurück zur Bank: Gehrungsschnitte sind ja eigentlich nicht so die typische Holzverbindung – bei Multiplex finde ich sie aber immer wieder schön, sie bringen die Schichtung so gut zur Geltung. Die Schublade hat rundum eine Schattenfuge, eine einfache Griffmulde, läuft ganz leise auf 4 verdeckt liegenden Rollen und die Versteifungsstrebe in der Rückwand der Bank dient gleichzeitig als Anschlag, damit die Schublade immer am richtigen Platz parkt – auch morgens um 6 im Halbschlaf.

Multiplexbank

 In Gebrauch

Vor unserer blauen Wand im Schlafzimmer kommt die Bank gut zur Geltung. Ganz so aufgeräumt wie auf den Bildern sieht sie im Alltag nicht immer aus, aber zumindest finden schmutzige Socken und ähnliches nun regelmäßig ihren Platz in der Schublade statt auf dem Boden – ich geb sie jedenfalls nicht mehr her.

24. April 2014
von mecki
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Arbeitszimmer – Raumwunder auf 5 QM

Heute möchte ich Euch den Ort vorstellen, an dem viele der Ideen, Entwürfe und Skizzen entstehen, die ich Euch hier vorstelle: mein Arbeitszimmer. Mit einer Fläche von 1.70 m x 3.20 m ist es denkbar klein und misst gerade einmal 5.5 qm. Aber solch schwierige Randbedingungen fordern ja geradezu gute Entwürfe heraus und sind damit oftmals viel spannender als große Räume, wo ohnehin alles Platz hat.
arbeitszimmer
Wichtig war mir, den kleinen Raum nicht mit zu vielen Elementen zu überfrachten und so besteht die Möblierung aus 2 einzelnen starken Elementen. Da ist einmal der Schreibtisch (1 in der Skizze). Zwei Multiplexplatten – eine horizontal, eine vertikal bis zur Unterkante des Fensters- die sich über die gesamte Raumlänge erstrecken, verdeckt befestigt sind und somit ein einfaches, gradliniges L bilden. Das zweite Element (2 in der Skizze) ist ein schlichtes weißes Regal, das die komplette Stirnwand einnimmt und das wir genau zwischen die beiden Längswände eingepasst haben. Es ist ebenfalls als L ausgebildet (was konstruktiv gar nicht so einfach zu bewerkstelligen war) und überschneidet sich so (3 in der Skizze) mit dem Tischelement, wodurch eine schöne Dreidimensionalität entsteht. Beim Regal bin ich nach etwas Suchen  bei der Firma Regalraum fündig geworden – die Maße passten für die Wand exakt und mir hat die filigrane Konstruktion gefallen.
Seht selbst wie es fertig gebaut aussieht:

Regale

Dass ein 3.2 m langer Schreibtisch wunderbar viel Platz bietet, muss ich, glaube ich, nicht extra erwähnen – dennoch schaffe ich es immer wieder, die komplette Fläche mit unterschiedlichem Papierkram zu belegen. Etwas disziplinierter geht es da im Regal zu – alles hat seinen Platz und das Zusammenspiel der zurückhaltenden weißen Konstruktion und der vielen unterschiedlichen Bücher sieht einfach gut aus. Weiße Regale, bestückt mit vielen Büchern sind ja ohnehin so ein Klassiker, der einfach immer passt. Irgendjemand hat mein Arbeitszimmer mal mit einem Leseplatz in einer Klosterbibliothek verglichen – das trifft es ganz gut, finde ich. Und gerade diese Ausstrahlung von Konzentriertheit passt natürlich ganz wunderbar für ein Arbeitszimmer.
Aus den Resten dieses Projekts ist übrigens Emil entstanden.

Arbeitszimmer