14. Februar 2016
von mecki
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Ein kleiner Hauch von Frühling und ein bisschen Veränderung

Die ersten Tulpen – fast ersetzen sie die fehlende Sonne, lassen den Frühling erahnen, bringen Licht ins dunkle kalte Grau dieser Tage. Da konnte ich nicht widerstehen und musste direkt zwei mal zuschlagen: einmal in weiß – mein immer währender Favorit – und einmal in blassrosa.

Tulpen - Frühlingsboten

Und zeitgleich mit dem ersten Frühlingshauch setzt die Lust auf Veränderung ein. Sideboard und Bauhaus-Memory, von Anfang an symmetrisch aneinander ausgerichtet, wagen die Trennung und ergänzen sich künftig in asymmetrischer Spannung. Auf dem Foto nur zu erahnen – mehr gaben Licht und Drumherum nicht her. Noch ungewohnt, entsteht schon eine neue Leichtigkeit, weg von der starren, engen Symmetrie, hin zu einem spielerischen Miteinander der einzelnen Komponenten.

Sideboard mit Tulpen und Bauhausmemory

Und so freue ich mich nun, über ein bisschen Neues im Esszimmer – ganz ohne Neuanschaffungen, denn die fallen mir, beim ohnehin vorhandenen Überfluss, immer schwerer. Und der Frühling, der kommt bestimmt auch noch!

tulpen_mit Bauhausmemorie

4. Mai 2015
von mecki
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Aus der Mitte

Über Symmetrie und meine Gedanken dazu habe ich ja hier schon einmal ausführlich berichtet. Seit Anton bei uns eingezogen ist, stand er fein und brav symmetrisch unter dem Bild am Treppenaufgang. Dass er nun seinen Platz in der Mitte verlassen hat, ist einem Zufall zu verdanken  (der Herr fein & raum verschob ihn beim Staubsaugen und anders als ich neigt er nicht dazu, direkt alles wieder aufzuräumen :-). Ein glücklicher Zufall, wie ich finde. Denn das Ausscheren aus der statischen Symmetrie bringt Spannung mit sich, das gefällt mir. Und ganz nebenbei, ohne Aufwand, ohne Neuanschaffung, ohne große Überlegungen, gibt es eine neu gestaltete Ecke im Zuhause, an der das Auge hängen bleibt, sich erfreuen kann.

Asymmetrie bringt spannung

12. März 2015
von mecki
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Ein Möbel für alle Fälle

Couchtisch – Sofatisch – Beistelltisch….., ich weiß nicht wie es Euch geht, für meine Begriffe klingen all diese Worte nicht wirklich attraktiv. Ähnlich ging es mir lange Zeit nicht nur mit den Worten sondern auch mit dem zugehörigen Möbelstück. Bis eine Freundin mich dann fragte, ob ich ihr eben dieses entwerfen könnte. Da musste ich mich dann zunächst einmal mit meinem heimlichen Unbehagen auseinandersetzen. Zu sehr verband ich Couchtische mit der guten alten Sitzecke (Ihr kennt das sicher: ein 3-Sitzer, ein 2-Sitzer ein Sessel, jeweils über Eck aufgestellt…), dazwischen dann ein raumgreifender Tisch, knapp kniehoch, völlig überdimensioniert und gerne mal aus, naja nennen wir es, seltsamen Materialien – weder schön noch praktisch (immer im Weg, viel zu viel Platz um wirklich ALLES darauf abzulegen, komische Höhe etc.). Aber auch aktuellere Varianten zum Thema sind oft eher bemüht als wirklich gut.

Die Ausgangslage

So habe ich mich dann zunächst gefragt (und das sollte bei Entwürfen ja nun immer die Ausgangsbasis sein) welche Funktion(-en) das Möbel erfüllen soll. Da wären:

  • Platz für ein leckeres Getränk und was zum Knabbern, möglichst in angenehmer Greifhöhe
  • Platz für Bücher und Zeitschriften, ohne dass diese ständig in unordentlichen Stapeln stören
  • der Laptop muss auch ein Plätzchen finden
  • die ein oder andere Fernbedienung in Griffweite
  • Füße mal hochlegen können wäre auch noch prima
  • und das ganze möglichst flexibel, schließlich macht man selten alles (lesen, surfen, Fernseh gucken, Musik hören, trinken, essen…) gleichzeitig

Soweit also erst mal die Funktionen. Ganz wichtig fand ich darüber hinaus, dass das Möbel nicht so raumgreifend ist – die Hauptrolle soll das Sofa spielen und da möchte ich auch drankommen ohne um irgendwelche monströsen Tische rumeiern zu müssen.

couchtisch

Der Entwurf

Herausgekommen ist dann ein wunderbar flexibles Möbel, dass alle erdenklichen Situationen mitmacht: Mit einem Buch auf dem Sofa liegen, den leckeren Milchkaffee in Griffweite? Fernseh gucken alleine oder zu zweit, mit Platz zum Füße hochlegen? Alles was man grade so liest deponieren, ohne dass es stört? All das geht ganz prima. Die 3 Bauteile in unterschiedlichen Höhen stehen auf Rollen, so kann man sich jeweils seinen ganz individuellen und für die Situation passenden Couchtisch (das Wort passt nicht, wie soll ich es sonst nennen?) zusammenstellen – ein Möbel was immer wieder zum ausprobieren, umstellen und experimentieren einlädt. Es macht Spaß immer wieder neue Kombinationen zu erfinden. Dazu ist es recht filigran und lässt dem Sofa genug Raum. Als Material habe ich Buche Multiplex gewählt – die Ecken sind auf Gehrung geschnitten, was bei Multiplex im Detail sehr schön aussieht. Bauen lassen habe ich den Entwurf dann von einer kleinen Schreinerei.

couchtisch

couchtisch aus multiplex

Fazit

Der Entwurf hat sich so gut bewährt, dass der Tisch mittlerweile auch bei uns selbst eingezogen ist, diesmal in Birke Multiplex mit geölter Oberfläche. Er macht uns immer wieder Spaß und nicht nur uns – was passiert, wenn Kinder zu Besuch sind, könnt Ihr Euch sicher denken? Auch als Rennauto sind die Teile ganz ganz wunderbar geeignet :-)

couchtisch

26. Februar 2015
von mecki
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Die 6 besten Tipps zum Thema Material

Du möchtest gerade ein neues Möbelstück kaufen, Dein Wohnzimmer braucht eine Frischzellenkur, Du ziehst um und renovierst Deine neue Wohnung oder hast Du gar kürzlich einen Kaufvertrage unterschrieben und demnächst wird gebaut? Bei all diesen Dingen gibt es Entscheidungen zum Material zu treffen. Um Dir diese Entscheidungen ein bisschen zu vereinfachen, habe ich heute meine 6 besten Tipps zum Thema Material zusammengestellt. Vielleicht kann ich Dich ein bisschen inspirieren.

1. Wähle Materialien, die in Würde altern

Holz ist zum Beispiel so ein Klassiker: es wird im Laufe der Jahre tatsächlich schöner. Macken erzählen Geschichten vom Gebrauch, Lichteinfall sorgt dafür, dass das Holz über die Jahre etwas nachdunkelt und so sehr warm und natürlich aussieht. Ein Boden aus Holz – Dielen oder Parkett, ist echt eine Anschaffung für’s Leben (und damit oftmals auf lange Sicht günstiger als ein vermeintlich billiges Material). Aber auch ein „kaltes“ Material, wie zum Beispiel Edelstahl als Küchenarbeitsplatte, verträgt durchaus ein paar Schrammen und hält mit ein bisschen Pflege viele viele Jahre. Wohingegen eine Küchenarbeitsplatte aus Pressspahn mit Beschichtung schnell unansehnlich wird – sind erst einmal die ersten Macken drin, kann Wasser eindringen und die Platte quillt auf.

Zusammengefasst kann man sagen: je natürlicher und weniger verarbeitet ein Material ist, desto besser die Chancen, dass es in Würde altert. Bevor Du eine Entscheidung triffst, guck Dir ein Material an, wenn es schon mal jahrelang in Gebrauch war.

Material in würde altern

2. Wähle „ehrliche“ Materialien

Plastik, das so tut als wäre es Holz? Irgendwie blöd, oder? Eine Küche oder ein Möbelstück, dass aus Pressspan mit einer Plastikauflage gefertigt wird, ist ja an sich nicht per se etwas Negatives. Aber warum muss es etwas vorspiegeln, was so gar nicht ist und uns mit aufwendiger Fototechnik ein Material vorgaukeln, aus dem es gar nicht besteht? Keine gute Idee! Man spürt immer (mindestens unbewusst), dass hier irgendwas nicht stimmt – nicht nur die Optik ist irgendwie nicht „echt“, auch die Haptik (wie fühlt sich ein Material an?) oder sogar der Geruch (ein echter Linoleumboden hat zum Beispiel einen ganz feinen Geruch nach Leinöl, wie gut Holz riecht, wisst Ihr sicher auch) und der Klang (beim Darüber laufen zum Beispiel) machen einen Unterschied. Dass man mit Plastik auch ganz selbstbewusst umgehen kann, haben Ray und Charles Eames mit Ihrem Plastic-Side-Chair schon vor über 60 Jahren gezeigt –  ein toller Stuhl, der dazu steht, dass die Sitzfläche aus Plastik ist.

Fazit: wenn Du Plastik möchtest, nehme Plastik! Wenn Du Holz möchtest, nehme Holz! Wenn Du Stein möchtest, nehme Stein! An Materialien, die „ehrlich“ sind, wirst Du Dich nicht satt sehen und jahrelang daran Freude haben

3. Spiele mit Materialkontrasten

Du kannst die Wirkung von Materialien noch steigern, in dem Du Ihnen einen Kontrast entgegen setzt. Holz ist warm und ein bisschen edel – noch besser kommt es im Zusammenspiel mit einem kalten und rauhen Material zur Geltung: Stell Dir zum Beispiel ein Holzmöbel oder einen Holzboden vor einer Sichtbetonwand vor, schön! Oder Holz mit Metall. Oder Hochglanzlack mit Beton. Oder weicher Stoff mit Stein. Oder….., Du hast bestimmt noch eigene Ideen.

Materialkontraste Holz Beton

4. Finde Deine eigenen Vorlieben

Als wir vor ein paar Jahren umzogen und eine neue Küche her musste, wimmelte es in jedem Küchenstudio und Möbelhaus nur so von den Farben Magnolie, Vanille und Crème (alle 3 eigentlich das Gleiche) – mal abgesehen davon, dass mir die Farbe ohnehin nicht so besonders gut gefiel, beschlich mich das Gefühl, dass noch 20 Jahre später jeder meine Küche genau auf das Jahr 2010 zurückdatieren könnte – einfach weil anscheinend 95% der Küchen 2010 in genau diesem Farbton verkauft wurden, so was macht mich immer ein bisschen misstrauisch. Denn lasse ich mich bei der Material- (oder Farb-) wahl davon leiten, was gerade angesagt ist, ist die Gefahr natürlich groß, dass ich es 5 Jahre später, wenn der Trend plötzlich eine Kehrtwendung macht, einfach nicht mehr sehen kann. Gelingt es mir aber, meine eigenen Vorlieben zu finden und einen wirklich eigenen Stil zu entwickeln, werde ich meine Einrichtung, meinen Boden, meine Wände wahrscheinlich auch in vielen Jahren noch mögen. (Unsere Küche ist damals übrigens Mausgrau geworden :-)

Versuche also, unabhängig vom jeweiligen Trend, rauszufinden, was Dir wirklich gefällt, was zu Dir persönlich passt! Das ist natürlich nicht immer ganz einfach, lohnt sich aber auf jeden Fall.

5. Achte auf die Funktion

Dazu gehört auch, zunächst einmal zu überlegen, ob ein Material überhaupt eine Funktion hat. Eine Tapete, mit einem hübschen grafischen oder verspieltem Muster hat zum Beispiel die Funktion, Deine Wand zu verschönern, diese Funktion erfüllt sie bestens. Und eine Rauhfasertapete? Mmmmh, fällt Dir eine Funktion ein? Mir ehrlich gesagt nicht. Rauhfaser ist so ein Material, das eigentlich gar keine Funktion hat – also kann ich es auch weglassen (und dann feststellen, dass die verputzte Wand um ein vielfaches schöner ist). Ich hab übrigens schon diverse Vermieter davon überzeugen können, dass Rauhfaser mal so gar nicht nötig ist und bekam daraufhin jedesmal die offizielle Genehmigung, sie mühsam von der Wand abzukratzen :-). Hat sich aber gelohnt! Hat ein Material eine Funktion, ist es wichtig, darauf zu achten, dass es diese Funktion auch erfüllt. Du willst zum Beispiel Vorhänge im Schlafzimmer? Überlege Dir, welche Funktion sie erfüllen sollen? Sollen sie lediglich einen Sichtschutz bieten und die Morgensonne trotzdem durchscheinen lassen? Oder sollen Sie das Schlafzimmer so abdunkeln, dass Dir die Sonne Morgens nicht ins Gesicht knallt und Du in Ruhe ausschlafen kannst?  Was ist Dir bei Deinem Esstisch wichtig? Soll er unempfindlich für die verschiedensten Aktivitäten herhalten? Dann nimm zum Beispiel Holz, das hält einiges aus und wird dabei immer schöner (siehe Punkt 1). Oder soll er filigran daherkommen und möglichst luftig wirken und alles andere ist nicht so wichtig? Dann ist vielleicht ein Glastisch das richtige für Dich.

Funktion ist sehr vom jeweiligen Nutzer abhängig, überlege Dir daher vorher, was Deine persönlichen Ansprüche an ein Möbel usw. sind.

Material Funktion Vorhang Teppich Tapete

6. Lass Dich inspirieren

Inspiration ist toll, vor allem wenn es darum geht, eingefahrene Denkmuster zu durchbrechen und ganz eigene Ideen zu entwickeln. Du kannst natürlich auf Blogs, auf Instagramm oder Pinterest viele viele Inspirationen finden. Ich persönlich liebe es, mich in Baumärkten inspirieren zu lassen. Von Materialien und Bauteilen, die ich dann in ganz andere Zusammenhänge setze. So kann zum Beispiel ein einfaches Sperrholz, versehen mit einer feinen Weißlasur aus verdünntem Acryllack zu einem tollen Möbelmaterial werden. Oder die OSB-Platte wird, statt irgendwo unsichtbar im Wandaufbau zu verschwinden, zum Bodenbelag.

Gehe einfach mit offenen Augen durch die Welt (die virtuelle und die reale) und Du wirst viele Ideen finden und entwickeln, wie Du Materialien, vielleicht auch ganz unkonventionell, einsetzen kannst.

19. Februar 2015
von mecki
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Herzlichen Glückwunsch Serie 7!

Fast hätte ich ihn verpasst, den 60. Geburtstag meines Lieblingsstuhl – doch dann rauschte die Tage ein kurzer Artikel durch meine Facebook-Timeline: Serie 7 wird 60 – ja klar, der Entwurf zu einem der bekanntesten (und schönsten) Stühle der Möbeldesign-Geschichte stammt aus dem Jahr 1955. Zeit für eine kleine Hommage.

Ganz zu Beginn meines Blogger-Daseins habe ich ja schon einmal über unsere Exemplare des Stuhls berichtet (ich muss also eigentlich NICHT erneut erwähnen, dass ich die guten Stücke gebraucht für je 5 DM (!) bekommen habe). Und während ich hier schreibe, wird mir gerade klar, dass nicht nur der Stuhl an sich 60 Jahre alt wird, nein, tatsächlich jährt sich der Einstand in meinem Haushalt dieses Jahr zum 20. Mal, Wahnsinn, 20 Jahre hab ich die 4 Stühle nun schon und habe mich noch keine Sekunde dran satt gesehen. Und bequem sind sie, selbst an meinem Schreibtisch, an dem ich ja viele Stunden zubringe, unter anderem mit dem Schreiben von Blogartikeln, nutze ich einen 3107.

Arne Jacobsen Klassiker Serie 7

Ein paar Facts

Arne Jacobsen: * 11.02.1902 in Kopenhagen, war nicht nur ein bedeutender dänischer Möbeldesigner sondern auch ein toller Architekt, sein vielleicht bekanntestes Objekt aus dem Bereich der Architektur ist das SAS Royal Hotel in Kopenhagen – hier hatte er die faszinierende Möglichkeit alles von der Architektur des Gebäudes, über die Möbel bis hin zum Besteck selbst zu entwerfen – welcher Architekt träumt nicht davon

Fritz Hansen: die dänische Möbelfirmamit Sitz in Allerød baut die Serie 7 von Beginn an. Heute ist dieser Stuhl der mit Abstand meistverkaufte Stuhl der Firmengeschichte. Ja, er kostet eine Menge Geld und es gibt (zum Beispiel in Großbritannien) billigere Nachbauten – aber wollen wir das wirklich? Ich bin der Meinung, Urheberrechtsschutz und Fertigungsqualität haben ihren Preis – daher tue ich mich mit solchen Nachbauten schwer – hab aber natürlich mit meinen gebrauchten Schnäppchen auch gut lachen :-)

Material: Der Stuhl wird aus formgepresstem Messerfurnier gefertigt. Es gibt ihn mit und ohne Armlehne (wobei ich die klare Silhouette ohne Lehnen viel schöner finde). Auch die Gestelle aus verchromtem Stahlrohr sind in verschiedenen Ausführungen – so zum Beispiel auch mit Rollen – erhältlich.

Jubiläumsedition 60 Jahre Serie 7: Die Farben der Serie 7 wurden in den vergangenen 60 Jahren immer wieder variiert – kein Wunder, ist doch gerade Farbe etwas, das sehr stark auch vom Zeitgeschmack abhängt. Zum 60. Geburtstag hat Fritz Hansen nun 2 Jubiläumsausgaben auf den Markt gebracht – ich zitiere einfach mal aus dem Pressetext von Fritz Hansen: “ Eine maskuline Edition mit einer dunkelblau lackierten Sitzschale und pulverbeschichteten, brünierten Stuhlbeinen. Und eine feminine Edition in zartrosa lackiertem Gewand und mit Stuhlbeinen, die mit 24 Karat Gold beschichtet sind“ – Mir gefallen die beiden, die sich so subtil ergänzen, aber ich hab ja schon…..

Jubiläumsedition der Serie 7 von Arne Jacobsen, Fritz Hansen

copyright: Fritz Hansen

Noch mehr Möbelgeschichte

Ihr interessiert Euch für Möbelgeschichte, liebt alte Klassiker, ausgefallene Entwürfe, die ihren Zeitgeist wiederspiegeln? Passend zum Thema möchte ich Euch noch ein Buch vorstellen: „moderne Möbel – 150 Jahre Design„, erschienen im Ullmann Verlag. Auf über 700 Seiten findet sich hier eine Sammlung bekannter und nicht ganz so bekannter Möbelentwürfe. In umgekehrt chronologischer Reihenfolge wird für jedes Jahr bis 1899 (wie man da auf die titelgebenden 150 Jahre kommt, ist mir allerdings ein Rätsel?) mindestens eins, meistens mehrere Möbelstücke präsentiert. Die zugehörige Info ist jeweils sehr kurz gehalten, hier hätte ich mir hier und da etwas mehr Tiefe gewünscht. In verschiedenen Kapiteln werden dann wiederum einzelne Themen ausführlicher behandelt, gut! Anders als der Name vermuten lässt, ist das Buch auch mehr eine Reise durch die Geschichte des Stuhldesigns, andere Möbelstücke finden sich eher selten, sind aber hier und da auch vertreten. Designliebhaber werden viele alte Bekannte entdecken, vom String-Regal, über den Eams’schen Plastic-chair (guckt mal bei Cora vorbei, die hat diesem tollen Stuhl gerade einen Artikel und ein Muster gewidmet), bis hin zu eben jenem bekannten Serie 7 Stuhl von Jacobsen. Daneben gibt es aber auch viel Unbekanntes zu entdecken, so warten zum Beispiel die 70-er Jahre mit vielen teils kuriosen Entwürfen auf, die sicher kein Potenzial zur Massentauglichkeit besitzen aber die Designgeschichte dennoch mitprägten. Alles in allem ein Buch, dem zwar hier und da etwas der Tiefgang fehlt, in dem ich aber immer wieder gerne blättere und staune.

Moderne Möbel 150 Jahre Design Ullmann Verlag

 

19. Januar 2015
von mecki
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Ein kleiner aber feiner Schreibtisch

Heute gibt’s endlich mal wieder was aus der Ecke „Möbelentwürfe aus dem Hause fein & raum„. Der kleine Schreibtisch, den ich Euch nun zeige ist zwar nicht neu, aber er hat’s dennoch verdient, hier einen Auftritt zu bekommen.

Schreibtisch aus Birke Multiplex selbstgebaut

Der Entwurf

Entstanden ist der Entwurf als wir in unsere letzte Wohnung eingezogen waren. Die war noch nicht so wahnsinnig groß und so sollte (oder musste) der Schreibtisch des Herrn fein & raum im Wohnzimmer Platz finden. Das heißt er musste unbedingt 2 Bedingungen erfüllen: Besonders hübsch aussehen (schließlich guckt man auf so einen Wohnzimmer-Schreibtisch ständig, was nicht heißt, dass ein Arbeitszimmer-Schreibtisch hässlich sein soll…) und klein sein (denn der Wohnraum war auch ohne Schreibtisch nicht wirklich riesig).

Und so ist dann dieser kleine Tisch entstanden. Sehr zurückhaltend ist er – dadurch, dass er fast aus einem einzigen Material (Birke-Multiplex, logo) besteht und sich Tischplatte und Korpus ganz natürlich auseinander entwickeln. Seine Leichtigkeit aber auch Dreidimensionalität bezieht er aus der freistehenden Ecke am linken Rand, die finde ich nach wie vor richtig gelungen. Er misst übrigens wirklich nur 60*120 cm, also nix um riesige Bücherberge anzuhäufen, dafür wirkt er aber auch in kleinen Räumen schön filigran.

Schreibtisch aus Birke Multiplex selbstgebaut

Die Ausführung

Tja, damals gab’s hier noch keine Werkstatt und so habe ich den Tisch vom Schreiner bauen lassen, was dieser mit absoluter Perfektion gemacht hat. Das Material ist wie gesagt Birke Multiplex und zwar ein sehr hochwertiges – da gibt’s große Unterschiede und ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es gerade bei Birke nicht immer ganz leicht ist ein wirklich gutes zu bekommen (falls Ihr mal danach sucht, ein kleiner Tipp: fragt nach Birkoplex, daraus sind meine Kerzenständer gemacht, das Zeug ist wirklich richtig gut). Die Oberfläche ist geölt – für mich immer wieder die schönste Möglichkeit, Holz zu behandeln und ihm seine Natürlichkeit und seinen feinen Glanz zu lassen.

Schreibtisch aus Birke Multiplex selbstgebaut

Und nun?

Nun musser raus, der Schreibtisch. Bei unseren Umzugsaktionen, erst von Wohnung in Haus und dann auch noch innerhalb des Hauses war er leider irgendwann überflüssig. Aber er ist natürlich viel viele zu schade, um einfach in einer Ecke zu verkommen. Und so kommt mir die Tauschbörse auf So leb ich (die nicht nur zum Tauschen sondern auch zum Verkaufen da ist) gerade recht und ich hoffe, dort einen Käufer zu finden, der gutes Design zu schätzen weiß und sich noch viele Jahre an meinem kleinen feinen Schreibtisch erfreuen kann. Jedenfalls hab ich ihn heute aus seiner Ecke befreit und vor der blauen Schlafzimmerwand nochmal ins rechte Licht gerückt. Und vielleicht liest ja auch hier jemand mit, der Interesse hat, ich freue mich über jede Anfrage.

9. Dezember 2014
von mecki
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Neues aus dem Shop oder aus Emil wird Anton

Anton der Hocker

Könnt Ihr Euch noch erinnern? In einem meiner ersten Blogartikel habe ich Euch Emil vorgestellt – den haben wir Anfang des Jahres entworfen und gebaut und ich glaube, der Artikel war der allererste, den ich geschrieben habe – schon bevor mein Blog online ging, denn Emil mochte ich schon damals richtig gerne und so war er genau das richtige Objekt, um sich an einem gelungen Blogartikel zu üben :-)

Anton der Hocker

Damals hieß er noch Emil

Und jetzt freue ich mich ganz besonders, dass ich Euch unsern Hocker endlich auch zum Kaufen anbieten kann. Frisch aus der Werkstatt eingetroffen, ist er ab sofort bei Selekkt zu bekommen. Ein paar kleine Wandlungen hat er seit seiner Geburt noch durchgemacht. So ist die Schräge um 1 Grad stärker ausgefallen, was seine Silhouette noch ein wenig prägnanter macht. Das Material ist, wie auch die Kerzenständer, Birkemultiplex. Der Prototyp war noch aus Buchemultiplex, wir hatten da noch ein paar Reste. Denn schöner finde ich den zarten, hellen Ton der Birke auf jeden Fall. Tja und dann hat er noch eine kleine Namensänderung durchgemacht: Aus Emil wurde Anton. Ich habe nämlich vor einiger Zeit eher zufällig entdeckt, dass es schon einen Hocker Emil gibt – das  geht ja mal gar nicht, jetzt isser eben Anton, auch schön.*.

Bei uns hat Emil/Anton ja nun schon einige Monate Einsatz hinter sich und ich kann Euch sagen: Der ist nicht nur schön sondern auch noch ausgesprochen praktisch. Immer griffbereit, wenn eine zusätzliche Sitzgelegenheit gebraucht wird. Ein hübsches Blumenväschen drauf drapiert geht auch immer und schnell mal was drauf abstellen sowieso (aber dafür ist er ja eigentlich zu schade, oder?).

Anton der Hocker

Ach so: Produziert  wird Anton übrigens, genau wie die Kerzenständer, in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung und ich war ganz ehrlich völlig begeistert, als ich die erste Fuhre Hocker letzte Woche abholte, mit welcher Präzision er gefertigt ist, Wahnsinn – ich kann mich selbst gar nicht dran satt sehen und hatte beim Fotografieren jede Menge Spaß mit so einem hübschen Modell vor der Linse. Apropos Fotografieren: Ich wollte ja so eine mega beeindruckende Pyramide aus ganz vielen Antons bauen und ablichten. Leider ist da wo ich immer fotografiere (so eine Art fest eingebautes Gipskarton-Sideboard) nicht so wahnsinnig viel Platz nach oben und so wurde aus meiner mega beeindruckenden Pyramide eher ein winziges Pyramidlein :-)

Und jetzt hoffe ich einfach, dass ganz viele Menschen meine Begeisterung teilen und Anton vielleicht schon zu Weihnachten den ein oder anderen glücklich macht :-) Und nächstes Jahr gibt’s dann auch wieder Neues aus dem Shop!

Anton der Hocker

* später entdeckte ich dann, dass es auch schon ein Sitzmöbel namens Anton im Netz gibt, aber was soll’s – dann ist das jetzt halt so.

29. Oktober 2014
von mecki
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Ein Plädoyer für Gemütlichkeit in der Küche

Als ich vor nicht allzu langer Zeit diesen Artikel auf einem holländischen Wohnblog las, war mir klar: Ich muss unbedingt einen eigenen Blogartikel dazu schreiben. In besagtem Artikel geht es darum, wie man seine Küche am besten einrichtet um weniger zu essen. Mal abgesehen davon, dass ich ohnehin ganz fürchterlich gerne esse und daher mein Interesse an Tipps, wie ich weniger esse nicht so allzu groß ist (dem ein oder anderen geht es da vielleicht anders, insofern möchte ich den Tipps gar nicht ihre Nützlichkeit absprechen) wurde im Artikel dann aber unter anderem dazu geraten, alle bequemen Sitzmöglichkeiten aus der Küche zu verbannen, damit es nicht so gemütlich wird, dass man sich gerne in der Küche aufhält. Und darum halte ich heute ein Plädoyer für Gemütlichkeit in der Küche, jawohl!

Küchensessel

Die Küche – ein zentraler Wohlfühlort

Als wir seinerzeit über die Raumaufteilung in unserem Häuschen nachdachten war eines gesetzt: Die Küche ist für uns beide ein zentraler Ort, an dem wir gerne unsere Zeit verbringen. Der Klassiker, ein schöner großer Esstisch in der Küche, wollte aber nicht so recht funktionieren: zum einen ließ unsere Küchenplanung nicht mehr wirklich riesig viel Platz für einen großen Tisch, zum anderen wollte ich den Esstisch unbedingt am Kamin platzieren, um möglichst viel von unserem gemütlichen allabendlichen Feuerchen zu haben. Was tun? Irgendwie spukte ziemlich schnell die Vorstellung vom Küchensessel durch meinen Kopf. Ja, Ihr habt schon richtig gehört: Küchensessel. Ich weiß, ist irgendwie ungewöhnlich und vielleicht auch nicht das Erste, das einem zu Küche einfällt, aber warum eigentlich nicht?

Passende Küchensessel müssen her

Der Herr fein & raum war ziemlich schnell von der Idee zu begeistern und so haben wir uns auf die Suche nach passenden Sesseln gemacht. Das dauerte dann, im Gegensatz zur Idee, deutlich länger. Es ist super leicht, einen Sessel zu finden, der einem gefällt – also ich meine EINEM, nicht beiden :-) Und so klapperten wir von Ikea über irgendwelche lokalen Möbelläden bis zu allen erdenklichen Internetshops alles ab – was gab es da für schöne Sachen! Nutzt aber nix, wenn sie immer nur genau einer Hälfte der künftigen Nutzer gefallen…. Aber irgendwann wurden wir dann tatsächlich bei Habitat fündig, kündigten kurzerhand den Besuch bei einer Freundin in Düsseldorf an und nutzten die Gelegenheit, mal noch eben im Vorbeifahren 2 Sessel zu erstehen (OK, eher bestellen, bis zur Lieferung sollte es noch eine Weile dauern)

Küchensessel

Lieblingsplatz für fast Alles

Und so sind sie dann eingezogen, unsere beiden Küchensessel. Und was soll ich sagen? Sie haben sich echt umgehend zum Lieblingsplatz gemausert. Egal ob für uns oder für Besuch. Abends nach der Arbeit: Jacke und Schuhe aus, ab in den Sessel, erst mal einen gemütlichen Kaffee trinken und bisschen vom Tag erzählen. Telefon klingelt: ab in den Sessel und gemütlich quatschen. Der eine kocht, der andere möchte noch bisschen surfen aber trotzdem irgendwie dabei sein: ab in den Sessel. Kochbuch lesen und inspirieren lassen für anschließendes Kochen, geht am besten im Sessel. Und wenn wir Besuch haben? Sitzt im Sessel und guckt uns beim Kochen zu, immer, garantiert! Wenn wir eine kurze Kochverschnaufpause brauchen und uns mit einem leckeren Getränk zum Besuch setzten wollen, werden übrigens kurzerhand die Hocker leergeräumt, kann man auch drauf sitzen, nur nicht so bequem wie auf den Sesseln. Selbst Kids jeglichen Alters okkupieren, wenn sie bei uns sind, als erstes ohne Ausnahme die Sessel, finde ich klasse.

Um noch mal auf den Ausgangspunkt zurückzukommen: Ein gemütlicher Platz zum Sitzen in der Küche ist Gold wert, finde ich. Dass kann, wenn er passt, ein Esstisch sein, muss aber nicht. Sessel sind eine tolle Alternative, übrigens auch ein Küchensofa kann ich mir ganz wunderbar vorstellen. In Schweden gibt es sogar den Begriff Köksoffa, ist zwar eher eine Küchenbank als ein Sofa, aber wohnlich einrichten können sie ja bekanntlich, die Schweden, auch ihre Küchen. Traut Euch, nach ungewöhnlichen Lösungen zu suchen, das kann ganz neue und tolle Einrichtungsideen ergeben. Ich liebäugele übrigens immer mal wieder mit einem Kuhfell für den Boden unter unseren Sesseln. Was meint ihr – machen oder nicht?

Und den Rest der Küche gibt’s dann ganz bestimmt ein anderes Mal zu sehen.