28. Mai 2015
von mecki
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Betonpoesie

steinskulpturenmuseum kubach-wilmsen bad münster am stein

Wenn ich einen Architekten benennen sollte, der meine Haltung zur Architektur von Anfang an stark geprägt hat und während des Studiums und auch später immer so etwas wie ein Vorbild für mich war, dann ist das ganz klar Tadao Ando. Der japanische Architekt, der übrigens eine ganz und gar spannende Vita hat, versteht es wie kein anderer Gebäude unheimlich präzise und gleichzeitig sensibel in die Umgebung einzufügen, mit der Landschaft, der Natur, dem Licht zu arbeiten und dem Baustoff Beton eine Poesie einzuhauchen, die mich immer wieder aufs Neue fasziniert.

kunst und architektur fonadtion kubach wilmsen

Steinskulpturenmuseum Kubach-Wilmsen

So ist es kein Wunder, dass ich mir schon lange vorgenommen habe, eins der wenigen Gebäude, die er in Deutschland gebaut hat, zu besuchen – Das Steinskulpturenmuseum Kubach-Wilmsen, das bereits 2010 in Bad Münster am Stein entstand. Ein Geständnis vorne weg: Ich bin, was Kunst und Architektur angeht, mal so ganz und gar nicht multitasking fähig. Das heißt, wenn ich mir ein Museum angucke, dann gucke ich entweder die Architektur ODER die Kunst an. In diesem Fall habe die absolut sehenswerten Steinskulpturen (über die Ihr hier mehr lesen könnt) ganz sträflich vernachlässigt und mich ausschließlich auf die Architektur konzentriert. Und nicht nur das – ich habe beim Blick auf die Website des Museums zwar gesehen, dass an Pfingstmontag geöffnet ist, aber auf die Idee, auch mal auf die Uhrzeit zu schauen bin ich nicht gekommen. Daher standen wir am Montag vor verschlossenen Türen und ich konnte nur von außen fotografieren – super schade, aber selbst von außen war der Besuch absolut lohnenswert.

tadao ando sichtbeton architektur

Tadao Ando und die Architektur

Am liebsten würde ich einfach nur die Bilder sprechen lassen. Ist es nicht wunderschön- die Präzision, mit der das Gebäude in die Landschaft eingefügt ist? Das Zusammenspiel der genauen Geometrie und der umgebenden Natur? Die Staffelung des Außenraums im Dialog mit dem Inneraum (den ich ja nun leider nur von außen sehen konnte)? Der Zweiklang von umgebauter Scheuen und minimalistischem Beton? Die präzise Verarbeitung des Betons (als Architektin weiß ich was es heißt, einen Handwerker davon zu überzeugen, das Material so zu verarbeiten). Kann ich Euch ein wenig von meiner Begeisterung für Tadao Ando und seine Architektur vermitteln?

kunst und architektur fonadtion kubach wilmsen

Wenn Ihr mögt, habe ich noch ein paar Links für Euch zum Weiterlesen und Gucken:

Bildersammlung von Tadao Ando Bauwerken auf Flickr

Ein virtueller Brief an Tadao Ando

Ein schönes Interview mit Tadao Ando

Eine kleine Biographie

 

26. Februar 2015
von mecki
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Die 6 besten Tipps zum Thema Material

Du möchtest gerade ein neues Möbelstück kaufen, Dein Wohnzimmer braucht eine Frischzellenkur, Du ziehst um und renovierst Deine neue Wohnung oder hast Du gar kürzlich einen Kaufvertrage unterschrieben und demnächst wird gebaut? Bei all diesen Dingen gibt es Entscheidungen zum Material zu treffen. Um Dir diese Entscheidungen ein bisschen zu vereinfachen, habe ich heute meine 6 besten Tipps zum Thema Material zusammengestellt. Vielleicht kann ich Dich ein bisschen inspirieren.

1. Wähle Materialien, die in Würde altern

Holz ist zum Beispiel so ein Klassiker: es wird im Laufe der Jahre tatsächlich schöner. Macken erzählen Geschichten vom Gebrauch, Lichteinfall sorgt dafür, dass das Holz über die Jahre etwas nachdunkelt und so sehr warm und natürlich aussieht. Ein Boden aus Holz – Dielen oder Parkett, ist echt eine Anschaffung für’s Leben (und damit oftmals auf lange Sicht günstiger als ein vermeintlich billiges Material). Aber auch ein „kaltes“ Material, wie zum Beispiel Edelstahl als Küchenarbeitsplatte, verträgt durchaus ein paar Schrammen und hält mit ein bisschen Pflege viele viele Jahre. Wohingegen eine Küchenarbeitsplatte aus Pressspahn mit Beschichtung schnell unansehnlich wird – sind erst einmal die ersten Macken drin, kann Wasser eindringen und die Platte quillt auf.

Zusammengefasst kann man sagen: je natürlicher und weniger verarbeitet ein Material ist, desto besser die Chancen, dass es in Würde altert. Bevor Du eine Entscheidung triffst, guck Dir ein Material an, wenn es schon mal jahrelang in Gebrauch war.

Material in würde altern

2. Wähle „ehrliche“ Materialien

Plastik, das so tut als wäre es Holz? Irgendwie blöd, oder? Eine Küche oder ein Möbelstück, dass aus Pressspan mit einer Plastikauflage gefertigt wird, ist ja an sich nicht per se etwas Negatives. Aber warum muss es etwas vorspiegeln, was so gar nicht ist und uns mit aufwendiger Fototechnik ein Material vorgaukeln, aus dem es gar nicht besteht? Keine gute Idee! Man spürt immer (mindestens unbewusst), dass hier irgendwas nicht stimmt – nicht nur die Optik ist irgendwie nicht „echt“, auch die Haptik (wie fühlt sich ein Material an?) oder sogar der Geruch (ein echter Linoleumboden hat zum Beispiel einen ganz feinen Geruch nach Leinöl, wie gut Holz riecht, wisst Ihr sicher auch) und der Klang (beim Darüber laufen zum Beispiel) machen einen Unterschied. Dass man mit Plastik auch ganz selbstbewusst umgehen kann, haben Ray und Charles Eames mit Ihrem Plastic-Side-Chair schon vor über 60 Jahren gezeigt –  ein toller Stuhl, der dazu steht, dass die Sitzfläche aus Plastik ist.

Fazit: wenn Du Plastik möchtest, nehme Plastik! Wenn Du Holz möchtest, nehme Holz! Wenn Du Stein möchtest, nehme Stein! An Materialien, die „ehrlich“ sind, wirst Du Dich nicht satt sehen und jahrelang daran Freude haben

3. Spiele mit Materialkontrasten

Du kannst die Wirkung von Materialien noch steigern, in dem Du Ihnen einen Kontrast entgegen setzt. Holz ist warm und ein bisschen edel – noch besser kommt es im Zusammenspiel mit einem kalten und rauhen Material zur Geltung: Stell Dir zum Beispiel ein Holzmöbel oder einen Holzboden vor einer Sichtbetonwand vor, schön! Oder Holz mit Metall. Oder Hochglanzlack mit Beton. Oder weicher Stoff mit Stein. Oder….., Du hast bestimmt noch eigene Ideen.

Materialkontraste Holz Beton

4. Finde Deine eigenen Vorlieben

Als wir vor ein paar Jahren umzogen und eine neue Küche her musste, wimmelte es in jedem Küchenstudio und Möbelhaus nur so von den Farben Magnolie, Vanille und Crème (alle 3 eigentlich das Gleiche) – mal abgesehen davon, dass mir die Farbe ohnehin nicht so besonders gut gefiel, beschlich mich das Gefühl, dass noch 20 Jahre später jeder meine Küche genau auf das Jahr 2010 zurückdatieren könnte – einfach weil anscheinend 95% der Küchen 2010 in genau diesem Farbton verkauft wurden, so was macht mich immer ein bisschen misstrauisch. Denn lasse ich mich bei der Material- (oder Farb-) wahl davon leiten, was gerade angesagt ist, ist die Gefahr natürlich groß, dass ich es 5 Jahre später, wenn der Trend plötzlich eine Kehrtwendung macht, einfach nicht mehr sehen kann. Gelingt es mir aber, meine eigenen Vorlieben zu finden und einen wirklich eigenen Stil zu entwickeln, werde ich meine Einrichtung, meinen Boden, meine Wände wahrscheinlich auch in vielen Jahren noch mögen. (Unsere Küche ist damals übrigens Mausgrau geworden :-)

Versuche also, unabhängig vom jeweiligen Trend, rauszufinden, was Dir wirklich gefällt, was zu Dir persönlich passt! Das ist natürlich nicht immer ganz einfach, lohnt sich aber auf jeden Fall.

5. Achte auf die Funktion

Dazu gehört auch, zunächst einmal zu überlegen, ob ein Material überhaupt eine Funktion hat. Eine Tapete, mit einem hübschen grafischen oder verspieltem Muster hat zum Beispiel die Funktion, Deine Wand zu verschönern, diese Funktion erfüllt sie bestens. Und eine Rauhfasertapete? Mmmmh, fällt Dir eine Funktion ein? Mir ehrlich gesagt nicht. Rauhfaser ist so ein Material, das eigentlich gar keine Funktion hat – also kann ich es auch weglassen (und dann feststellen, dass die verputzte Wand um ein vielfaches schöner ist). Ich hab übrigens schon diverse Vermieter davon überzeugen können, dass Rauhfaser mal so gar nicht nötig ist und bekam daraufhin jedesmal die offizielle Genehmigung, sie mühsam von der Wand abzukratzen :-). Hat sich aber gelohnt! Hat ein Material eine Funktion, ist es wichtig, darauf zu achten, dass es diese Funktion auch erfüllt. Du willst zum Beispiel Vorhänge im Schlafzimmer? Überlege Dir, welche Funktion sie erfüllen sollen? Sollen sie lediglich einen Sichtschutz bieten und die Morgensonne trotzdem durchscheinen lassen? Oder sollen Sie das Schlafzimmer so abdunkeln, dass Dir die Sonne Morgens nicht ins Gesicht knallt und Du in Ruhe ausschlafen kannst?  Was ist Dir bei Deinem Esstisch wichtig? Soll er unempfindlich für die verschiedensten Aktivitäten herhalten? Dann nimm zum Beispiel Holz, das hält einiges aus und wird dabei immer schöner (siehe Punkt 1). Oder soll er filigran daherkommen und möglichst luftig wirken und alles andere ist nicht so wichtig? Dann ist vielleicht ein Glastisch das richtige für Dich.

Funktion ist sehr vom jeweiligen Nutzer abhängig, überlege Dir daher vorher, was Deine persönlichen Ansprüche an ein Möbel usw. sind.

Material Funktion Vorhang Teppich Tapete

6. Lass Dich inspirieren

Inspiration ist toll, vor allem wenn es darum geht, eingefahrene Denkmuster zu durchbrechen und ganz eigene Ideen zu entwickeln. Du kannst natürlich auf Blogs, auf Instagramm oder Pinterest viele viele Inspirationen finden. Ich persönlich liebe es, mich in Baumärkten inspirieren zu lassen. Von Materialien und Bauteilen, die ich dann in ganz andere Zusammenhänge setze. So kann zum Beispiel ein einfaches Sperrholz, versehen mit einer feinen Weißlasur aus verdünntem Acryllack zu einem tollen Möbelmaterial werden. Oder die OSB-Platte wird, statt irgendwo unsichtbar im Wandaufbau zu verschwinden, zum Bodenbelag.

Gehe einfach mit offenen Augen durch die Welt (die virtuelle und die reale) und Du wirst viele Ideen finden und entwickeln, wie Du Materialien, vielleicht auch ganz unkonventionell, einsetzen kannst.

19. Januar 2015
von mecki
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Ein kleiner aber feiner Schreibtisch

Heute gibt’s endlich mal wieder was aus der Ecke „Möbelentwürfe aus dem Hause fein & raum„. Der kleine Schreibtisch, den ich Euch nun zeige ist zwar nicht neu, aber er hat’s dennoch verdient, hier einen Auftritt zu bekommen.

Schreibtisch aus Birke Multiplex selbstgebaut

Der Entwurf

Entstanden ist der Entwurf als wir in unsere letzte Wohnung eingezogen waren. Die war noch nicht so wahnsinnig groß und so sollte (oder musste) der Schreibtisch des Herrn fein & raum im Wohnzimmer Platz finden. Das heißt er musste unbedingt 2 Bedingungen erfüllen: Besonders hübsch aussehen (schließlich guckt man auf so einen Wohnzimmer-Schreibtisch ständig, was nicht heißt, dass ein Arbeitszimmer-Schreibtisch hässlich sein soll…) und klein sein (denn der Wohnraum war auch ohne Schreibtisch nicht wirklich riesig).

Und so ist dann dieser kleine Tisch entstanden. Sehr zurückhaltend ist er – dadurch, dass er fast aus einem einzigen Material (Birke-Multiplex, logo) besteht und sich Tischplatte und Korpus ganz natürlich auseinander entwickeln. Seine Leichtigkeit aber auch Dreidimensionalität bezieht er aus der freistehenden Ecke am linken Rand, die finde ich nach wie vor richtig gelungen. Er misst übrigens wirklich nur 60*120 cm, also nix um riesige Bücherberge anzuhäufen, dafür wirkt er aber auch in kleinen Räumen schön filigran.

Schreibtisch aus Birke Multiplex selbstgebaut

Die Ausführung

Tja, damals gab’s hier noch keine Werkstatt und so habe ich den Tisch vom Schreiner bauen lassen, was dieser mit absoluter Perfektion gemacht hat. Das Material ist wie gesagt Birke Multiplex und zwar ein sehr hochwertiges – da gibt’s große Unterschiede und ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es gerade bei Birke nicht immer ganz leicht ist ein wirklich gutes zu bekommen (falls Ihr mal danach sucht, ein kleiner Tipp: fragt nach Birkoplex, daraus sind meine Kerzenständer gemacht, das Zeug ist wirklich richtig gut). Die Oberfläche ist geölt – für mich immer wieder die schönste Möglichkeit, Holz zu behandeln und ihm seine Natürlichkeit und seinen feinen Glanz zu lassen.

Schreibtisch aus Birke Multiplex selbstgebaut

Und nun?

Nun musser raus, der Schreibtisch. Bei unseren Umzugsaktionen, erst von Wohnung in Haus und dann auch noch innerhalb des Hauses war er leider irgendwann überflüssig. Aber er ist natürlich viel viele zu schade, um einfach in einer Ecke zu verkommen. Und so kommt mir die Tauschbörse auf So leb ich (die nicht nur zum Tauschen sondern auch zum Verkaufen da ist) gerade recht und ich hoffe, dort einen Käufer zu finden, der gutes Design zu schätzen weiß und sich noch viele Jahre an meinem kleinen feinen Schreibtisch erfreuen kann. Jedenfalls hab ich ihn heute aus seiner Ecke befreit und vor der blauen Schlafzimmerwand nochmal ins rechte Licht gerückt. Und vielleicht liest ja auch hier jemand mit, der Interesse hat, ich freue mich über jede Anfrage.

9. Dezember 2014
von mecki
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Neues aus dem Shop oder aus Emil wird Anton

Anton der Hocker

Könnt Ihr Euch noch erinnern? In einem meiner ersten Blogartikel habe ich Euch Emil vorgestellt – den haben wir Anfang des Jahres entworfen und gebaut und ich glaube, der Artikel war der allererste, den ich geschrieben habe – schon bevor mein Blog online ging, denn Emil mochte ich schon damals richtig gerne und so war er genau das richtige Objekt, um sich an einem gelungen Blogartikel zu üben :-)

Anton der Hocker

Damals hieß er noch Emil

Und jetzt freue ich mich ganz besonders, dass ich Euch unsern Hocker endlich auch zum Kaufen anbieten kann. Frisch aus der Werkstatt eingetroffen, ist er ab sofort bei Selekkt zu bekommen. Ein paar kleine Wandlungen hat er seit seiner Geburt noch durchgemacht. So ist die Schräge um 1 Grad stärker ausgefallen, was seine Silhouette noch ein wenig prägnanter macht. Das Material ist, wie auch die Kerzenständer, Birkemultiplex. Der Prototyp war noch aus Buchemultiplex, wir hatten da noch ein paar Reste. Denn schöner finde ich den zarten, hellen Ton der Birke auf jeden Fall. Tja und dann hat er noch eine kleine Namensänderung durchgemacht: Aus Emil wurde Anton. Ich habe nämlich vor einiger Zeit eher zufällig entdeckt, dass es schon einen Hocker Emil gibt – das  geht ja mal gar nicht, jetzt isser eben Anton, auch schön.*.

Bei uns hat Emil/Anton ja nun schon einige Monate Einsatz hinter sich und ich kann Euch sagen: Der ist nicht nur schön sondern auch noch ausgesprochen praktisch. Immer griffbereit, wenn eine zusätzliche Sitzgelegenheit gebraucht wird. Ein hübsches Blumenväschen drauf drapiert geht auch immer und schnell mal was drauf abstellen sowieso (aber dafür ist er ja eigentlich zu schade, oder?).

Anton der Hocker

Ach so: Produziert  wird Anton übrigens, genau wie die Kerzenständer, in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung und ich war ganz ehrlich völlig begeistert, als ich die erste Fuhre Hocker letzte Woche abholte, mit welcher Präzision er gefertigt ist, Wahnsinn – ich kann mich selbst gar nicht dran satt sehen und hatte beim Fotografieren jede Menge Spaß mit so einem hübschen Modell vor der Linse. Apropos Fotografieren: Ich wollte ja so eine mega beeindruckende Pyramide aus ganz vielen Antons bauen und ablichten. Leider ist da wo ich immer fotografiere (so eine Art fest eingebautes Gipskarton-Sideboard) nicht so wahnsinnig viel Platz nach oben und so wurde aus meiner mega beeindruckenden Pyramide eher ein winziges Pyramidlein :-)

Und jetzt hoffe ich einfach, dass ganz viele Menschen meine Begeisterung teilen und Anton vielleicht schon zu Weihnachten den ein oder anderen glücklich macht :-) Und nächstes Jahr gibt’s dann auch wieder Neues aus dem Shop!

Anton der Hocker

* später entdeckte ich dann, dass es auch schon ein Sitzmöbel namens Anton im Netz gibt, aber was soll’s – dann ist das jetzt halt so.

19. November 2014
von mecki
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Ihr habt es so gewollt: fein & raum gibt’s jetzt auch zu kaufen

Kerzenständer aus Birke Multiplex

Schon eine ganze Weile spukt eine Idee in meinem Kopf: Ich möchte die Dinge, die ich entwerfe auch verkaufen. Und als ich Euch dann vor mehr als 4 Wochen die Kerzenständer auf meinem Blog zeigte, war mir klar, dass ich genau mit diesen Kerzenständer mein Projekt „Verkauf“ starten möchte. Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie sehr ich mich dann gefreut habe, als ich genau zu den Kerzenständern ganz viele Rückmeldungen bekam, dass sie gefallen und auch, dass ich damit doch in den Verkauf gehen solle. Wie schön! Da plane ich still und heimlich in meinem Kämmerlein, überlege noch, ob ich mich wirklich trauen soll und Ihr – meine lieben Leser – schlagt mir genau das vor.

Kerzenständer aus Birke Multiplex

 

Es geht los – Lilli am Start

Um so mehr freue ich mich, dass ich Euch heute nun endlich den Verkaufsstart meiner Kerzenständer verkünden kann. Ab sofort könnt Ihr sie bei Selekkt erwerben und Euch und Eure Freunde zu Weihnachten damit glücklich machen :-). Selekkt kennt der ein oder andere von Euch sicher schon: Eine „Marktplatz für junges deutsches Produktdesign“ auf der sich viele viele schöne Dinge finden. Für Selekkt (und damit gegen einen eigenen Onlineshop) habe ich mich entschieden, um mich bei meinen Produkten so weit wie möglich auf’s Ideen finden, Entwerfen und Produzieren (dazu gleich mehr) konzentrieren zu können – weniger administrativer Aufwand lässt mehr Zeit für Kreativität. Außerdem bietet so eine Plattform natürlich den Vorteil, dass sie bekannt ist und viele Besucher hat – mein eigener kleiner Blog hat zwar auch seine Leser, über die ich riesig glücklich bin, kann aber natürlich (noch) nicht mit den Zugriffszahlen von Selekkt Schritt halten. Und dann war da noch was: Ein Name musste gefunden werden, denn irgendwie finde ich die schnöde Bezeichnung „Kerzenständer“ nicht so wirklich verkaufsfördernd. Nach ein wenig Hin- und Herüberlegen (und der Feststellung, dass es da draußen schon unglaublich viele Kerzenständer mit Namen gibt) stand fest: Lilli ist es! Passt doch wunderbar, findet Ihr nicht auch?

Kerzenständer aus Multiplex

Die Produktion

Immer wieder habe ich Euch erzählt, dass ich das große Glück habe, den begabten Handwerker direkt im Haus zu haben. So baut der Herr fein & raum in seiner Freizeit tolle Prototypen, immer wenn ich wieder mal etwas Neues entworfen habe. Schnell war aber klar, wenn ich verkaufen möchte und richtige Stückzahlen brauche, können wir das weder zeitlich noch räumlich selbst leisten. Also musste ein Partner für die Produktion gefunden werden. Diesen Partner habe ich mit den Oberurseler Werkstätten gefunden. Die Oberurseler Werkstätten bieten in unterschiedlichen Bereichen Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung – ein tolles Projekt finde ich und daher bin ich super froh, dass meine Kerzenständer nun dort produziert werden. Ein dickes Lob an dieser Stelle: die Zusammenarbeit ist total angenehm und das Ergebnis, dass ich diese Woche abgeholt habe ist toll. Ach so: die Oberurseler Werkstätten können keinen Lack, heißt? Meine schönen farbigen Einsätze muss ich selbst lackieren. Bei den momentanen Stückzahlen geht das noch ganz gut, hat was meditatives und entspannendes und ich bin Stolz auf meine Idee mit den Weinkorken – das perfekte Tool um Kerzeneinsatzringe zu lackieren, sollte ich mir patentieren lassen (und über unseren Weinkonsum seht Ihr bitte großzügig hinweg ;-).

Kerzenständer aus Birke Multiplex

Rückblick und Ausblick

Ein paar Pannen gab es in den letzten 4 Wochen auch – ich bin so ein wenig der blauäugige Typ und habe mir vorher nicht so recht ausgemalt, an was man alles denken muss, wenn man ein Produkt nicht nur in Kleinst-Auflage für sich selbst oder Freunde entwirft, sondern damit „auf den Markt“ gehen möchte. Ich erspare Euch Einzelheiten, nur so viel: ein paar mal bin ich ganz schön auf die Nase gefallen, aber was zählt ist, dass jetzt das Ziel erreicht ist und meine Kerzenständer ab sofort gekauft werden können. Ich bin immer noch ganz aufgeregt. Und ich freu mich natürlich total, wenn Ihr mich ein bisschen weiterempfehlt und dazu beitragt, dass die Menschheit meine Kerzenständer entdeckt. Schon jetzt ganz lieben Dank dafür.

Kerzenständer aus Birke Multiplex

Das nächste Produkt ist übrigens schon in der Pipeline und wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. Ihr dürft also gespannt sein und seid sicher, dass Ihr hier davon erfahren werdet:-)

 

15. Oktober 2014
von mecki
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Werkstatt meldet: Fertig!

Jaaaa, endlich – ich hab Euch ja lange genug erzählt, dass was Neues in der Pipeline ist, nun isses endlich so weit und ich lass die Katze aus dem Sack ;-). Das neue fein & raum Baby ist ein……Kerzenständer. Ach was sag ich, ganz viele Kerzenständer sind es geworden. Denn wenn man die Fräse schon mal anwirft und in Kauf nimmt, dass sich über den einzigen Kellerraum im Hause, in dem alles von der Weihnachtsdeko, über den Fahrradfuhrpark bis zur Heizung steht, eine große, hartnäckige Holzstaubwolke legt, soll es sich ja lohnen. Und es hat sich gelohnt, finde ich wenigstens.

Kerzenständer Birke Multiplex

Die Idee

Aber mal von vorne: Als wir nach der großen Gästezimmermöbelbauaktion im Frühjahr noch jede Menge Multiplex über hatten, entstand schon bald die Idee, einen Kerzenständer zu bauen. Wahnsinnig originell, es gibt ja auch kaum einen Kerzenständer auf dem Markt ;-). Also musste er irgendwie mehr bieten, als das was es so handelsüblich zu kaufen gibt. Mehr? Besser, schneller, weiter? Was kann man bei einem Kerzenständer denn optimieren? Und da war sie dann, die Idee: Wir bauen einen multifunktionalen Kerzenständer. Was bitte? Naja, einen multifunktionalen Kerzenständer halt. Der kann Stabkerzen und Teelichter! Hat man ja beides immer mal wieder im Haus und mal Lust auf das eine, mal mehr auf das andere. Und genau das geht mit unserem neuen Baby: Mal Stablichter, schön lang und schlank, mal Teelichter, klein und zurückhaltenden und nach ein bisschen weiterer Deko rufend.

Kerzenständer Birke Multiplex

Die Umsetzung

Und da ich ja die Kombination aus Birke und ein klein bisschen Farbe total gern mag (Ihr erinnert Euch noch an unsere Lampe?) hab ich mir dann einen kleinen bunten Einsatz ausgedacht – ist er drin, passt die Stabkerze, ist er draußen, passt das Teelicht – so einfach.

Soweit waren wir dann schon im Frühjahr und dann kam der Sommer, mit viel (naja , manchmal nicht ganz so viel) Sonne und jede Menge Lust, Dinge draußen zu unternehmen. So lag der Entwurf erst mal monatelang in der Ecke, bis der Herr fein & raum letztes Wochenende endlich im Keller abtauchte und nach Stunden mit den (fast) fertigen Kerzenständern wieder auftauchte. Was hab ich ein Glück, dass der Mann mit Säge und Fräse umgehen kann :-). Fast fertig übrigens deshalb, weil das Anstreichen der Einsätze mir überlassen war – ehrlich gesagt, bin ich ja total froh, dass wenigstens eine Arbeit auch mit 2 linken Händen zu bewerkstelligen ist und ich auch ein bisschen was machen durfte. Farbe war noch von der Lampe übrig, die einzelnen Farbtöne sind übrigens schön von Hand angemischt – bei sowas hab ich dann wieder total Spaß.

Kerzenständer Birke Multiplex

Das Ergebnis

Tja und nun sind sie endlich fertig und da diese Woche anscheinend meine Glückswoche ist, habe ich an meinem freien Nachmittag auch noch Sonnenschein, so dass ich mich ausgiebig mit der Kamera austoben konnte und Euch endlich Ergebnisse zeigen kann. Die Dinger laden übrigens total zum Spielen ein, haben so was von Bauklötzen und ich hätte stundenlang irgendwelche Kombinationen erfinden können. Mir gefällts und ich freue mich nun auf gemütliche Herbstabende bei Kerzenschein. Macht es Euch gemütlich!

PS: Und demnächst verrate ich dann noch eine kleine Neuigkeit in Zusammenhang mit den Kerzenständern, pssst.

8. Oktober 2014
von mecki
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Die Fräse läuft schon mal warm

Material, Multiplex und Farbe

Ja, in der fein & raum-Werkstatt war es die letzten Monate ziemlich ruhig. Im Sommer nutzen wir einfach lieber die Freizeit an der frischen Luft, da kommt das Produzieren von hübschen Dingen gerne mal zu kurz. Aber jetzt ist es wieder soweit: Ein paar Entwürfe sind gezeichnet, die Materialbeschaffung ist angeleiert und der Herr fein & raum wird demnächst Säge und Fräse anwerfen. Ihr dürft also gespannt sein und Euch schon mal auf ein paar neue hübsche Dinge in den kommenden Wochen freuen. Als Vorgeschmack gibt es schon mal eine kleine Collage aus dem, was da so verbaut werden soll.

Material, Multiplex und Farbe

 

6. Oktober 2014
von mecki
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Vom Heizen mit Holz oder meinem Lieblingsplatz

Unser Esstisch gehört schon deshalb zu meinen Lieblingsplätzen, weil ich einfach zu gerne koche und esse. Aber in der kalten Jahreshälfte wird das ganze noch dadurch gesteigert, dass direkt neben dem Esstisch beinahe allabendlich ein fröhliches Feuer im Kamin prasselt.

Das Kaminholz ist gestapelt (steht übrigens immer noch ;-) und ich warte schon fast darauf, dass die Temperaturen nach unten gehen, so dass endlich angeheizt werden kann. Heute möchte ich Euch aber zunächst ein bisschen was rund um die Planung des Kaminofens erzählen.

Kaminofen Stuv in Trockenbauwand

Das einzige was von Anfang an fest stand war die Lage des Ofenrohres und damit auch des Kamins innerhalb des Raums. Lange haben wir mit einem freistehenden Modell geliebäugelt – doch irgendwie war immer klar “das ist es noch nicht”. Ich weiß nicht mehr, wie viele Meter Skizzenpapier für den Kamin drauf gingen, es waren in jedem Fall einige. Und “plötzlich” war dann diese ganz und gar einfache und schlichte Lösung – und damit das Gefühl “so und nicht anders” da: Ein Kamin, eingebaut in eine Trockenbauwand, die ihn in den Raum einbindet, ihm Halt gibt und auch dem ewig langen Ofenrohr die richtige Proportion verleiht. Zudem entsteht mit der, als Regal ausgebildeten Trockenbauwand, viel nützlicher Raum für Dinge wie Zeitungskorb, Weinregal, Bücher und sonstiges, was man in der Nähe des Esstisches gut brauchen kann.

Kaminofen Stuv in Trockenbauwand

Nachdem ich dann den Kamin mit umgebender Trockenbauwand entworfen hatte, kam der Herr fein & raum auf die Idee, den Kamin über ein Leerrohr in der Trockenbaukonstruktion mit der Außenluft zu verbinden – dies ist gerade in einem ziemlich luftdichten Neubau wirklich genial, da das Feuer so immer ausreichend Luft und damit ein deutlich besseres Abbrennverhalten hat (ich kenne Neubauten, da kann man den Kamin im Prinzip nur bei offenem Fenster betreiben, ist irgendwie blöd im Winter). Es war übrigens nicht ganz einfach, einen Kamin zu finden, der bezüglichen Maßen, Optik, Technik etc. passte – fündig geworden sind wir dann letztlich hier

Ist Euch aufgefallen, dass der Esstisch in der Skizze „verkehrt herum“ steht? Das liegt daran, dass die Skizze in der Entwurfsphase entstanden ist und ich mich später noch um entschieden habe, kann schon mal passieren.

Kaminofen Stuv in Trockenbauwand

Die Idylle rund um den Ofen wird dann noch komplettiert durch unsere Ofenbank. Eine ganze Weile habe ich versucht, dafür ein richtig uraltes Eichenbrett mit Geschichte und so aufzutreiben, bin aber letztendlich nicht fündig geworden. Nun ist es halt eine neue Ofenbank – die Sitzfläche aus Eichenholz haben wir vom Schreiner, die Unterkonstruktion aus weiß-lackierten MDF-Platten hat der Herr fein & raum gebaut. Obendrauf kann man es sich gemütlich machen, unten drunter finden Brennholz, Anzünder und Ascheeimer Platz

Was mich übrigens wirklich freut: der Kaminofen ist nicht nur so ein Wohlfühl-ich mach’s mir kuschelig-Ding sondern bei uns wird richtig geheizt damit. Tagsüber hält die Gasheizung das Häuschen auf konstanten 17°C (wenn ich zuhause arbeite, zieh ich mir halt einen Pullover über) und abends wird der Ofen angeheizt und es ist ruckzuck kuschelig warm in der ganzen Bude – Gasverbrauch und Heizkosten sind spürbar niedriger.