28. September 2014
von mecki
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Vom Kaminholz Stapeln und wie man es besser NICHT macht

Mein Plan war ursprünglich, Euch heute so einen richtig kuscheligen und harmonischen Artikel über die Freuden eines Kaminofens zu schreiben. Der kommt noch, versprochen, aber aus gegebenen Anlass MUSS ich heute erst noch einen nicht ganz so kuscheligen Artikel zum gleichen Thema schreiben :-). Frei nach dem Motto: Warum nur passieren immer mir solche Dinge und ist der Mensch nicht eigentlich ein lernfähiges Wesen? Aber von vorne: Gestern Morgen wurde, wie jedes Jahr im September unser Wintervorrat Kaminholz geliefert. Dass sind meist 2 Schüttraumeter Buchenholz – in Kilo ausgedrückt also 800 Kg. Nun wohnen wir ja in einem netten kleinen Reihenmittelhaus, soweit so gut – dumm wird das ganze nur, wenn irgendetwas im Garten Platz finden soll. Kaufe ich irgendein Pflänzlein, was in’s Hochbeet gepflanzt wird, ist das natürlich eher unkritisch. Aber bei 800 Kg Kaminholz hört der Spaß dann auf. Wobei – Reihenmittelhaus alleine wäre ja noch gar nicht sooo dramatisch, aber nein: wir haben auch noch ein Split-Level-Haus. Räumlich ganz wunderbar hübsch, für den Holztransport heißt das aber: erst 3 Stufen hoch, durch den Flur, 8 Stufen runter, duch’s Esszimmer und erst dann bin ich im Garten. Und da ich ja bekanntermaßen ein wenig pingelig bin und Straßenschuhe im Haus gar nicht mag, ist jeder Gang noch mit 2* Schuhe An- und Ausziehen verbunden. Selber schuld, irgendwie ;-). Nun gut, jedenfalls kam pünktlich um 11 Uhr der Lkw mit dem Holz und schüttete mir das ganze wie geplant vor die Tür.

Heizen mit Holz Ich werde ja nicht müde, zu erwähnen, dass ich eher zwei linke Hände habe und in gewissen Dingen von größter Ungeschicklichkeit bin. Insofern habe ich durchaus Verständnis dafür, dass der Herr fein & raum jedes Jahr darauf besteht, dass ER das Holz im Garten stapelt, aber ein bisschen blöd fand ich diese Aufgabenteilung (ich schleppe, er stapelt) dennoch. Dieses Jahr hatte ich am Tag der Holzlieferung einen arbeitsfreien Tag – ha, ich sah meine Chance gekommen: der Herr fein & raum ist außer Haus und derweil kann ich endlich einmal Holz stapeln und ihn abends mit dem fertigen Wunderwerk erfreuen. Schade nur, dass das Schleppen so auch an mir hängen bleibt. Aber was soll’s – manchmal finde ich so ein bisschen körperliche Arbeit als Ausgleich zur sonstigen Kopfarbeit eigentlich ganz nett, vor allem hinterher fühlt sich das gut an :-) Auf geht’s also und ich trage 800 Kg Holz treppauf und treppab – Ikeatüten eignen sich dafür übrigens ganz hervorragend und halten der Belastung tatsächlich über Jahre stand – wenn doch nur alle Ikeaprodukte so langlebig wären ;-). Irgendwann (genauer: nach 3 Stunden Schlepperei) ist dann alles Holz im Garten auf 2 großen Stapeln verteilt. Bloggerreflex: erst mal die Kamera schnappen und den fertigen Stapel fotografieren , man weiß ja nie, ob nicht doch irgendwann mal ein Blogbeitrag draus wird – im nachhinein betrachtet muss dieses reflexhafte und sofortige Fotografieren so was wie ein 7.Sinn gewesen sein. Foto ist also gemacht und ich nehme mir noch eben die Abdeckplane, um mein Wunderwerk vor Nässe zu schützen. Während ich noch so guter Dinge die Plane liebevoll am wunderschönen Holzstapel festzurre: KRABUMM, POLTER, SCHEPPER – liegt die halbe Herrlichkeit am Boden – guckt Euch das Foto vom ganzen Stapel an: hat sich irgendwie angedeutet, oder? Tja, warum gleich noch bestand der Herr fein & raum immer darauf, selbst das Holz zu stapeln?

Heizen mit Holz Aber so leicht lass ich mich ja nicht unterkriegen. Nach einer klitzekleinen Frustphase und der kurzfristigen Überzeugung, den ganzen Mist genauso liegen zu lassen und meine Liebsten mit den Worten „siehste, hattest Recht“ abends an die Arbeit zu schicken, hab ich dann doch die Ärmel hochgekrempelt und in der doppelten Zeit, die ich vorher zum Bauen benötigte (bei mir müssen Dinge normalerweise SCHNELL gehen) und mit eingeschaltetem Hirn einen wunderhübschen Stapel gebaut, der bis heute noch immer steht. Aber eins ist klar: sollte sich das Ding nochmal trauen, umzukpippen, bin ICH fertig damit – woführ hat man den schließlich einen Mann im Haus ;-). Und demnächst gibt es dann den versprochenen kuscheligen Beitrag zum Thema gemütliche Stunden vor dem Kamin :-)

27. August 2014
von mecki
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Erntezeit

Dass ich es schätze, in einer Ecke zu wohnen, wo man (mit ein bisschen Einsatz) noch beim Bauern selbst angebautes Gemüse einkaufen kann, habe ich ja Anfang dieser Woche bereits berichtet. Noch viel lieber mag ich es, im eigenen Garten zu ernten – der feine bunte Mangold und das Basilikum kommen aus unserem Hochbeet. Und wenn dann noch ein paar Tomaten und Zucchini aus einem während des Urlaubs zu betreuenden Garten dazukommen, ist die Gemüsesuppe perfekt. Gekochte Gemüsesuppe ist nicht besonders fotogen (es sei denn, man hat hat ein echt gutes Händchen für Foodstyling wie zum Beispiel Meike von eatinmykitchen), das ungekochte Gemüse finde ich dafür um so hübscher. Daher gibt es heute – ganz schlicht – eine kleine Gemüsecollage.

Gemüse

23. Juli 2014
von mecki
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Von Hochstämmchen, Stadtpflanzen und Gartenpannen

Ende Juli geben unsere Rispenhortensien alles – sie explodieren förmlich und biegen sich unter der Last ihrer Blüten. Grund genug ihnen heute mal ein kleines eigenes Kapitel zu widmen.

Erst wird geplant ….

Von unserer Gartenplanung im Jahr 2010 habe ich ja bereits berichtet. Nun denn, damals war ich so eine echte Stadtpflanze und hatte Zeit meines Lebens weder Gelegenheit noch besonderes Interesse, mich mit Pflanzen zu beschäftigen. An die Gartenplanung bin ich dann auch entsprechend, nennen wir es mal „unverblendet“ rangegangen, im Klartext: ich hatte keine Ahnung von Pflanzen :-). Über das Raumkonzept des Gartens habe ich mir hingegen sehr viele Gedanken gemacht, ist ja auch sozusagen mein Metier als Architektin… Die unterschiedlichen raumbildenden Elemente wollen aber natürlich irgendwann dann auch gärtnerisch umgesetzt werden. Und so machte ich mich dann im Netz, später in Gärtnereien auf die Suche nach etwas, was als lockere Raumkante an der linken Grundstückgrenze taugt. Hochstämmchen sollten es werden, die in unserm kleinen Garten nicht zu mächtig werden, hübsch aussehen sollten sie natürlich auch und winterfest (so weit habe ich immerhin gedacht) sollten sie sein. Irgendwo in den Weiten des I-Net bin ich dann auf Hortensienhochstämmchen gestoßen und habe diese dann nach einigem Suchen auch in einer Gärtnerei live und in Farbe gefunden – prima, passt!

Als Untergrund plante ich Basaltschotter ein (der geneigte Leser kennt ja meine Vorliebe für Materialkontraste, hier: kalter Basalt, warmes Holz, frisches Grün). Und da unser Häuschen ein Reihenmittelhaus ist, war klar, dass wir nach der Bauphase nur noch durchs Haus in den Garten kommen. Da wir wenig Lust hatten, tonnenweise Basaltschotter durchs Haus zu tragen (mit allen anderen Gartenmaterialien haben wir das dann aber doch gemacht – ersetzt das Krafttraining im Fitnessstudio) beauftragten wir den Außenanlagenbauer, der ohnehin vor Ort war, um das Gelände zu planieren etc., uns den Basaltschotter schon mal an Ort und Stelle einzubringen. So weit so gut.

geometrischer Garten

…. und dann umgesetzt

Als wir dann guter Dinge mit unseren 5 glücklich erworbenen Hochstämmchen anrückten, stellten wir fest, dass der Außenanlagenbauer nicht nur ein paar Zentimeter Basaltschotter eingebracht hatte, sondern ungefähr einen Meter tief verdichteten Untergrund undefinierbaren Materials (ich hab ja bis heute den Verdacht, dass er alles was auf dem Grundstück überflüssig war, dort hingeschüttet und verdichtet hat…). Er hatte übrigens meinen Plan, wusste also genau, dass dort noch gepflanzt werden sollte. Prima, da standen wir also an einem Samstagnachmittag mit unseren 5 Hochstämmchen und wollten doch so gerne weitermachen. Einzige Möglichkeit: Bewaffnet mit Hacke und Schaufel gruben und schlugen wir in mühevoller Kleinarbeit 5 Löcher in den steinharten Untergrund. Fragt nicht, wie wir geflucht und geschwitzt haben… Aber irgendwann waren wir fertig und konnten stolz unsere Bäumchen einsetzen.

Die erfahrenen Gärtner unter Euch werden sicher wissen, dass man Pflanzen unter anderem nach den Standortbedingungen aussucht. Und ich? Als echte Stadtpflanze wusste ich noch nicht mal, dass es sowas wie Standortbedingungen gibt (naja, ich hab’s wohl eher einfach verdrängt). Hortensienhochstämmchen sind nichts was einfach so in der Natur vorkommt. Auf kleine Stämme werden Rispenhortensien aufgepfropft, die Krone wächst also weiter, während die Stämmchen sozusagen nur als Halter und Transportmittel für Nahrung dienen und nicht mehr wachsen. Kann man machen, schließlich hat der Mensch schon immer in die Natur eingegriffen. Was man sich aber sehr gut überlegen sollte, ob diese sensiblen Geschöpfe in der Hauptfrischluftschneise zwischen dem Großen Feldberg im Taunus und Frankfurt so richtig gut stehen :-). Könnt Ihr Euch das Drama vorstellen, wenn draußen mal wieder der Sturm tobt, ich drinnen sitze und durch die großzügige Glasfront untätig zusehen muss, wie unsere Hochstämmchen schutzlos den wilden Naturgewalten ausgeliefert sind? Gar nicht schön wie sie sich im Wind bis fast zum Boden beugen. Merke: Hortensienhochstämmchen mögen definitiv einen windgeschützten Platz!

Hortensienhochstämmchen

Hilfe, da wächst nichts ….

Und dann ist da noch die Sache mit dem Frühjahr. Irgendwie mache ich mir ohnehin immer ein wenig Sorge, ob die Pflanzen in ihren eigentlich viel zu kleinen Pflanzlöchern genug Nährstoffe bekommen, wahrscheinlich nicht wirklich, aber ändern kann ich’s ja nun auch nicht mehr. Im Frühjahr schneidet man Rispenhortensien (so hab ich gelesen) stark zurück, mach ich also brav immer im März. Und dann nimmt das Drama seinen Lauf – es wird Anfang April, Mitte April, Ende April, Mai und nichts aber auch gar nichts von Knospen ist zu sehen. Ich, beinahe täglich: „Du, diesmal sind unsere Hortensien wirklich eingegangen, da wächst nichts“. Der Herr fein & raum (leicht genervt (oder amüsiert?), Blick zur Decke): „Das sagst Du jedes Jahr!“…, so geht das Spiel dann über Wochen und ganz ehrlich: Ich bin wirklich felsenfest überzeugt, dass da nichts mehr wachsen KANN, Ewigkeiten sieht man einfach nicht das kleinste bisschen Grün, kein Anzeichen von Leben. Naja, guckt Euch die Fotos an, dann wisst Ihr, was von meiner Panikmache im Frühjahr zu halten ist. Ob ich das nochmal lerne?

Fazit: Bis jetzt haben die Hortensien trotz aller Widrigkeiten und Pannen überlebt. Ich hoffe, das bleibt auch noch ganz lange so, denn ich mag sie wirklich gerne mit ihren feinen weißen Blüten, die im Spätsommer dann hübsch altrosa werden.

Habt Ihr auch die ein oder Panne im Garten oder auf dem Balkon erlebt oder habt Ihr das souveräner hinbekommen?

 

12. Juli 2014
von mecki
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Samstagskaffee 13 – Gruß aus dem Garten

Heute Morgen gibt es einen kleinen Gruß aus unserem regenfeuchten Garten. Die Hortensienhochstämmchen, die als kleines Spalier entlag der Grenze zum Nachbarn stehen, blühen seit dieser Woche um die Wette. Die schönen weißen Rispen verfärben sich im Laufe des Sommers zu einem hüschen Altrosa – bis dahin dauert es aber noch etwas, zum Glück, denn das Altrosa ist ein untrügliches Zeichen, dass der Herbst vor der Tür steht.

Rispenhortensien

 

Ich wünsche alleseits ein schönes Wochenende und viel Spaß beim gemeinsamen Samstagskaffe.

11. Juni 2014
von mecki
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Garten – von Giftpflanzen und Materialkontrasten

Neulich habe ich ja hier versprochen, dass ich noch mal ein paar aktuelle Bilder vom Garten zeige und hier sind sie jetzt! Wenn ihr regelmäßige Leser dieses Blogs seid, wisst Ihr ja schon, wie die Gesamtplanung des Gartens ausschaut und wenn nicht, dann könnt Ihr hier nachlesen. Dass der Garten so aufgeräumt und clean aussieht wie in diesem früheren Beitrag, ist nun schon 4 Jahre her. Die Elemente sind die gleichen geblieben: Holzdeck, Hochbeet (da ist noch ein zweites auf der Terasse dazu gekommen), Weg, Hochstämmchenreihe, Hecke, winziger Rasen, Basaltkies und Buchse. Faszinierend ist aber, wie sehr sich so ein Garten durch die Pflanzen von Jahr zu Jahr verändert.

Garten Geometrie

Das Hochbeet

Ein grüner Daumen gehört nicht gerade zu meinen Stärken – Zimmerpflanzen haben bei mir zum Beispiel früher oder später keine Überlebenschance, auch wenn ich mir noch so große Mühe gebe :-). Um so spannender finde ich, was sich so alles in unserm Garten tummelt, wächst und gedeiht, sich von selbst aussät oder jährlich wieder kommt. In unserm Hochbeet scheint sich so ziemlich jedes Kraut wohl zu fühlen und diesen Sommer, bei der Mischung von Sonne und Regen, explodiert alles geradezu. Versuche, solche Wucherkräuter wie Minze oder Melisse ein wenig einzudämmen, enden regelmäßig damit, dass das Kraut zwar an einer Stelle vernichtet ist, dafür aber mit dreifacher Vehemenz an allen andern Ecken des Hochbeetes hervorkommt – ich hab da mittlerweile kapituliert und es wird einfach ALLES was wächst zu Essen verarbeitet (Zitronenmelissenpesto kann ich nur empfehlen, lecker :-).

Borretsch und Ysop

Borretsch und Ysop

Apropos: der Borretsch ist ja auch so ein Kandidat für die wundersame Selbstvermehrung. Und gerade hatte ich dieses Frühjahr entdeckt, dass man ihn ganz wunderbar als Spinatersatz verwenden kann (das war fein – Pizza mit Spinat, Pasta mit Spinat, Quiche mit Spinat: geht bei mir alles täglich…), da musste ich lesen, dass der Borretsch nun plötzlich giftig sein soll – gar nicht schön. Ich hab ihn dennoch weiterwachsen lassen, aber den Konsum zumindest eingeschränkt und damit er noch für was zu gebrauchen ist, muss er nun halt als Fotomodel herhalten – die Blüten sind wirklich wunderhübsch. Das da neben ist übrigens Ysop – den wollte ich letztes Jahr mal vernichten, weil er geschätzte 2 qm in der Fläche und 2 m in der Höhe in Anspruch nahm und eigentlich schon sehr geringe Mengen zum Würzen reichen. Was soll ich sagen – jetzt hab ich ihn doppelt im Hochbeet, war ja klar! Aber hübsch ist er, und die Bienen freuen sich über Ysop genauso wie über Borretsch. Außerdem bin ich in verschiedenen Ottolenghi Kochbücher (der ist im Moment meine neue Koch-Ikone) auf Rezepte mit Ysop gestoßen, der wird jetzt also auch in größeren Mengen verzehrt.

Sichtbeton im Garten

Sichtbeton

Und dann war da noch der Sichtbeton. Ich werde ja nicht müde zu erwähnen, dass ich das Material mag. Unsere Terrasse ist links und rechts (also zu den Nachbarn hin) jeweils von einer ca. 2 Meter hohen Sichtbetonwand begrenzt. Die eine Seite nutzen wir für Brennholz (hach, ein Kamin ist was Schönes, vielleicht nicht gerade bei den aktuellen Temperaturen, aber im Winter ganz sicher, dann zeig ich Euch den auch mal). Da isser wieder der Materialkontrast: Holz und Beton, erwähnte ich, dass ich ihn mag ;-)? Auf die andere Seite haben wir besagtes zweites Hochbeet gebaut, um in unserm supergeordneten Schickimicki-Garten ein wenig mehr Anbaufläche für Gemüse und Co. zu haben ;-). Es funktioniert, dort wachsen vor allem Salat und Gemüse. Sah heute aber alles nicht so präsentabel aus, daher hab ich den Dill fotografiert, der ist hübsch, filigran  und macht sich besonders gut vor der Sichtbetonwand.

So, das war für diesmal der kleine Einblick in unseren Garten. Wenn die Rispenhortensien (die Hochstämmchen) dann in Blüte stehen gibt’s den nächsten Rundgang – die sind nämlich ganz besonders schön anzuschauen.

22. Mai 2014
von mecki
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Garten selbst planen? – Gartendesign von John Brookes

Die Sonne lacht, die Natur gibt alles und im Garten grünt und blüht es bereits um die Wette. Da bekommt vielleicht der ein oder andere Lust, sich mit dem Thema Gartengestaltung näher auseinanderzusetzen und den eigenen Garten gestalterisch ein wenig zu optimieren.

Über unsere Gartenplanung hatte ich ja schon einmal ausführlich berichtet, auch darüber, dass ich mich in das Thema „wie plane ich einen Garten“ erst rein denken musste. Bei sowas können gute Bücher einem ungemein helfen. Und so habe ich mir damals  viele Bücher angesehen – eins was mir besonders gut gefällt möchte ich Euch heute vorstellen.

John Brooks - Gartendesign

Der Autor

John Brookes ist ein bekannter Gartendesigner der – wie könnte es anders sein – aus dem Mutterland des Gartenbaus, aus England kommt. Neben seiner Tätigkeit als Gartenplaner (sehr bekannt ist zum Beispiel sein eigener Garten Denmans Garden) schreibt er viele Bücher und ist auch als Dozent tätig – mittlerweile kann man bei ihm sogar Online-Kurse zum Thema Gartengestaltung buchen.

Aufbau und Inhalt des Buches

Das Buch ist in 11 Kapitel gegliedert, die sich jeweils mit einem Aspekt der Gartenplanung beschäftigen (z.B. Form, Richtung, Umfriedung, Eingang, Bepflanzung etc.). Alle Kapitel werden mit vielen Bilder und Skizzen ergänzt. Die Bilder zeigen tolle Beispiele von teils wunderschönen Gärten, die Skizzen erläutern oft anschaulich, wie sich eine Planung entwickelt und machen Mut, selbst den Bleistift zur Hand zu nehmen.

Brooks gibt viele spannende Einblicke in die Geschichte des Gartenbaus und viele Hintergrundinformationen zu den verschiedenen Aspekten der Gartenplanung. Besonders interessant und inspirierend fand ich die Überlegungen, wie ein Garten sich in seine Umgebung einfügt. Damit ist das Buch viel mehr als eine einfache ToDo-Liste für angehende Gartenbesitzer – es regt an, sich mit der Umgebung, den eigenen Gegebenheiten, dem Zusammenspiel von Architektur und Garten, den eigenen Wünschen für den Garten und den Materialien auseinanderzusetzen. Wenn man sich darauf einlässt, merkt man schnell, das die Planung eines Gartens eine wirklich spannende und vielfältige Angelegenheit ist.

John Brooks - Gartendesign

Fazit

Mir hat das Buch sehr geholfen, einen Zugang zum Thema Gartenplanung zu bekommen. Sowohl Text wie auch Bilder machen Lust auf eigene Entwürfe. Was die Bepflanzung angeht, gibt es auch dazu tolles Bildmaterial – ein Nachschlagewerk mit detailierten Informationen, welche Pflanze sich wofür eignet usw. ist diese Buch aber definitiv nicht.Von John Brookes gibt es übrigens ein weiteres Buch: Kleine Gärten – große Wirkung.  Auch dieses hat mich beim Durchblättern überzeugt mit tollen Bildern und sinnvollen Anregungen zum Planen kleiner Gärten.

Allen, die einen Garten ihr eigen nennen wünsche ich viel Spaß bei der Planung und vielleicht kann Euch das Buch von John Brookes, genau wie mir, ja ein wenig Inspiration und Ideen geben. Hier wird es demnächst sicher nochmal ein paar Bilder von unserem Garten, der mittlerweile schon seine erste Relaunch hinter sich hat, geben.

10. April 2014
von mecki
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Gartenplanung – Geometrie und Natur

Ja, zum Haus gehört auch ein Garten. Bloß, während ich in der Planung von Häusern beruflich bedingt ja viel Erfahrung mitbringe, bin ich was Gartenplanung betrifft absoluter Laie. Dementsprechend mussten wir uns an die Planung des Gärtchens auch erst einmal herantasten. Der Umgang mit Flächen und Formen ist in der Freiraumplanung nicht wirklich anders als in der Architektur. Was aber den (großen!) Unterschied macht, ist die Umsetzung der Form in Pflanzen.

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Planungsgrundlagen

Ein paar Eckpunkte waren gesetzt: Wir wollten Platz für eigene Kräuter und etwas eigenes Gemüse. Ein kleiner Geräteschuppen sollte es ebenfalls sein, da unser Keller nur sehr klein ist und zudem nur durchs Haus zu begehen. Und dann brauchen wir noch Raum, um unsere Mountainbikes vom Schlamm zu befreien, dies am besten im verschatteten hinteren Bereich des Gartens. Und zum Schluss wünschte ich mir auch noch einen Sitzplatz im Grünen, der vor Blicken etwas geschützt ist.

ArchiCAD

Der Entwurf

Bald schon wurde mir bei der Planung klar, dass auch ein Garten letztendlich dreidimensionale Räume schafft und dass es daher entscheidend ist, nicht nur in der Fläche zu denken, sondern die einzelnen raumbildenden Elemente bewusst einzusetzen. Genau von diesen Elementen lebt der Entwurf. So gibt es eine winkelförmige Hecke, die einen Raum für die Sitzecke schafft. Eine kleine Reihung von Hochstämmchen definiert den Raum zum Nachbargarten hin, ohne ihn komplett abzuschließen. Die selbstgebaute Gerätebox bildet den Hintergrund und Schlusspunkt für die Reihe der Hochstämmchen. Ein Hochbeet, aus heimischem Lärchenholz, steht als Körper frei im Raum und ermöglicht es uns, Gemüse und Kräuter bequem anzupflanzen. Die kleine Rasenfläche ist in einen Rahmen aus Basaltkies gefasst und bekommt so etwas bildhaftes – sie wirkt wie ein ironisches Zitat der in deutschen Reihenhausgärten vorherrschenden Rasenflächen. Der Basalt taucht als Schotter auch rund um die Hochstämmchen auf und bildet mit seinem dunklen grau einen reizvollen Kontrast zum lebendigen Grün der Pflanzen. Mit seiner klaren geometrischen Formensprache korrespondiert der Garten mit der Architektur des Hauses und der Gestaltung des Innenraumes.

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Die Umsetzung

Die Fundamente für Weg, Holzfläche und Geräteschuppen sowie den Basaltschotter haben wir vom Außenanlagenbauer, der Stellplätze etc. erstellt hat, einbringen lassen – dies war für ihn während der Bauphase noch einfach möglich, hinterher hätten wir alles durch unser Reihenmittelhaus hindurch tragen müssen, da der Garten keinen Zugang von außen hat. Alles andere haben wir dann in Eigenarbeit erstellt. Der Weg, die Holzplattform und das Hochbeet entstanden aus einzelnen Lärchenholzbohlen, die unbehandelt sind und so mit der Zeit verwittern und einen sehr schönen Grauton annehmen. Habt ihr mal versucht, ein gut gestaltetes Gartenhäuschen zu kaufen? Ich kann nur sagen: Vergesst es…, nach dem wir uns ein wenig umgesehen hatten, war schnell klar: wir müssen selbst was entwerfen. Und so ist dann dieses Häuschen mit einer Verkleidung aus grau gestrichenem Kistensperrholz, das wir mit schmalen horizontalen Fugen verlegt haben, entstanden. Besonders gelungen finde ich die Dachkante: Um das Wasser sauber abfließen zu lassen, haben wir dem Dach ein leichtes Gefälle gegeben und die Dachfläche etwas auskragen lassen. Damit dennoch ein klarer Kubus entsteht, sind die Seitenwände etwas höher gezogen und mit einem kleinen Aluprofil, das auch die Dachpappe hält, abgeschlossen – sehr schön! Dass die Rasenfläche einen Rahmen aus Basaltkies hat, schrieb ich ja bereits – um hier eine wirklich exakte Kante zu bekommen, haben wir zwischen Rasen und Kies noch eine Stahlkante im Boden eingelassen.

Welche Pflanzen wir ausgesucht haben, wie diese wachsen und gedeihen und wie der Garten sich nun – einige Zeit später – entwickelt, das ist Thema für einen weiteren Artikel, den ich gerne demnächst einmal schreibe.

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