14. Juli 2014
von mecki
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Symmetrie – von Gestaltungsprinzipien und Gestaltungsfallen

Hin und wieder durchstöbere ich meine Festplatte nach vorhandenen Fotos, die ich für meinen Blog nutzen kann (vor allem wenn das Wetter, wie dieser Tage, so wenig Licht spendiert, dass das Fotografieren kaum möglich ist). So bin ich dann auf diese kleine Fotoserie gestoßen – am Wiesbadener Bahnhof bin ich auf Symmetrie-Suche gegangen. Und möchte nun heute die Bilder als Aufhänger nutzen, Euch ein wenig über Symmetrie, ihre Bedeutung in der Baugeschichte und bei ganz aktuellen Einrichtungs- und Gestaltungsfragen erzählen.

Symmetrie

 Symmetrie – der Begriff

Das Wort Symmetrie stammt aus dem Griechischen und bedeutet Gleichmaß oder Ebenmaß. Damit ist auch schon klar, dass Symmetrie ursprünglich gar nicht das meinte, was wir heute darunter verstehen sondern allgemeiner eine gut proportionierte, maßvolle und harmonische Gestaltung. Erst im Laufe der Geschichte wurde Symmetrie dann zu der uns bekannten Punktsymmetrie oder Achsensymmetrie, das heißt, Objekte werden an einem Punkt oder einer Achse identisch gespiegelt.

 Symmetrie in der Baugeschichte

Wenn auch im alten Griechenland die Wortbedeutung noch eine etwas andere war, so kannte die klassische griechische Architektur doch auch das Gestaltungsprinzip der Symmetrie, wie wir sie heute verstehen. Ein griechischer Tempel ist ohne Symmetrie kaum vorstellbar – hier, wie auch in späteren Zeiten weist die Symmetrie auf eine höhere Ordnung hin. Interessant ist, dass zwar jeder einzelne Tempel der Akropolis streng symmetrisch aufgebaut ist, der Gesamtgrundriss der Akropolis hingegen kaum Symmetrien aufweist und daraus eine gewisse Spannung zieht. In allen folgenden Jahrhunderten findet sich die Symmetrie als Gestaltungsprinzip und zwar vor allem dann, wenn es darum geht auf eine höhere Ordnung, auf eine übergeordnete Stellung oder Macht hinzuweisen. Typische Beispiele dafür sind Kathedralen und Schlösser aber auch die Renaissancevillen des Andrea Palladio. Er perfektionierte für seine, meist reichen und mächtigen Bauherren, das Prinzip der Symmetrie und gliederte auch untergeordnete Wirtschaftsgebäude streng in die symmetrische Anlage ein. Erst im 20. Jahrhundert geriet die Symmetrie als ordnende Kraft in Verruf. Mit der Herrschaftssymbolik vergangener Jahrhunderte konnten Architekten wie Le Corbusier oder die Architekten und Künstler des Bauhauses nur noch wenig anfangen. Zu komplex waren die Zeiten und die Zusammenhänge um sie mit einfachen Ordnungsprinzipien abzubilden. Das Streben nach einer demokratischen Architektur, einer Architektur, die nicht Klassenunterschiede abbildet sondern allen eine gut gestaltete Umwelt ermöglicht, machte die Symmetrie als Gestaltungsmittel obsolet. Gestaltung hieß nun, die Elemente in ein spannungsvolles und dennoch harmonisches Gleichgewicht zu bringen. Gut gestaltete Architektur arbeitet bis heute mit diesem Spannungsfeld.

 PalladioPalladio-Villen; Bildquelle: Wikimedia Commons Bauhaus GebäudeBauhaus Dessau; Bildquelle: Wikimedia Commons

Von Symmetriefallen und Lösungen

Auch das was wir in unseren eigenen 4-Wänden tun ist ja immer ein Gestalten und damit immer auch ein Arbeiten mit Gestaltungsprinzipien. – so auch mit der Symmetrie oder eben dem Gegenpart, der Asymmetrie. Solche Gesetzmäßigkeiten zu kennen und sie bewusst einzusetzen, hilft beim Planen und Gestalten des eigenen Lebensraums. Es gibt natürlich Dinge, die rufen gerade zu nach Symmetrie – so wird ein Stuhl allein auf Grund der menschlichen Physiognomie fast immer symmetrisch sein. Bei anderen Gegenständen haben wir mehr Gestaltungsfreiheit. Und Freiheit ist zwar schön aber nicht unbedingt einfach, denn sie fordert uns Entscheidungen ab, und die können auch mal falsch sein. So habe ich, als wir unsere derzeitige Bleibe planten, links und rechts oberhalb des Sofas zwei Wandauslässe für Leuchten eingeplant, als wir dann eingezogen waren, zwei schöne Leuchten ausgesucht und umgehend an der Wand montiert. Keine gute Idee, überhaupt nicht – weiter oben habe ich ja lange die Symbolik der Symmetrie in der Baugeschichte erläutert. Und unser Sofa mutierte mit den beiden Leuchten zum lebenden Beweis: Herrschaftssymbolik, höhere Ordnung und so – blöd, wenn die gemütliche Kuschelecke im Wohnzimmer plötzlich zum Altar mit Herrschaftsanspruch wird… Die Leuchten mussten also umgehend wieder runter, leider hatten wir jetzt zwei große überflüssige Wandauslässe. Aber ich bin ja flexibel, also wurden die Bilder einfach so aufgehängt, dass man von den Auslässen nichts mehr sieht und Licht spendet nun eine seitlich platzierte Stehleuchte, die Symmetrie ist raus und damit auch das Altarfeeling, gut so!

Sofa Ikea Stockholm

Fazit

Das Sofa mit dazugehörigen Leuchten ist EIN Beispiel in unserer Wohnung, wo ein Abweichen von der vielleicht nahe liegenden Symmetrie ein Gewinn ist.  Es gibt sicher Situationen, wo die Symmetrie natürlich und angemessen ist. Oftmals tut es einem Raum aber sehr gut, diese aufzulösen und dadurch ein wenig Spannung und eine komplexere und vielschichtigere Harmonie zu erzeugen.

5. Juli 2014
von mecki
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Samstagskaffee 12 – Blau

Die Farbe Blau

War Euch auch so heiß diese Woche? Ich freu mich ja echt über den Sommer und das tolle Wetter, aber ein bisschen Erfrischung hier und da tut bei den Temperaturen einfach gut. Daher dachte ich mir, ich sammel heute rund um mein bereits bekanntes blaues Kaffeetässlein mal ein paar blaue Utensilien und mache Erfrischungsfotos. Denn was gibt es erfrischenderes als die Farbe Blau? Sie lässt mich denken an klare Seen, kühle Berge, weite Strände, das Meer…. OK, ich trifte ein wenig ab, hab ich alles nicht hier. Aber dennoch hat es Spaß gemacht, ganz in Blau zu fotografieren. Und da Blau so wunderbar zu allen möglichen Brauntönen passt, durfte  ein bisschen Holz und unsere Gästezimmerleuchte auch noch mit aufs Bild.

Die Farbe Blau

Die Blüten in der kleinen Vase und auf dem Boden sind übrigens Borretschblüten (Achtung: giftig! aber sooo hübsch). Das in der weißen Vase ist Lavendel und Ysop, überschwemmt beides gerade unser Hochbeet. Die kleine Vase ist ein Erbstück, das ich sehr mag. Die weiße Vase hab ich Euch hier schon mal vorgstellt. Das wunderhübsche Tuch stammt von einer schwedischen Auktion (ein Geschenk, ich war leider nicht selbst da). Ihr habt Michel aus Lönneberga gelesen? Ja klar, oder? Dann kennt Ihr die Auktionen, wo Michel so nützliche Dinge wie einen Brotschieber und eine Feuerspritze ersteigerte. Und diese Auktionen (auf Schwedisch: Loppis*) sind tatsächlich auch heute noch weit verbreitet in Schweden. Irgendwann möchte ich da gerne selbst einmal hin, auf so eine Auktion.

die Farbe Blau

Ich hoffe meine kleine Hommage an die Farbe Blau hat Euch ein wenig erfrischt und Ihr seid gestärkt für weiteren Kaffe bei Ninja.

* Ich wurde gerade aufgeklärt, dass Loppis nicht die richtige Übersetzung für Auktion ist. Loppis ist ein Verkauf alter Sachen zu Festpreisen und findet wohl oft statt, während bei der Auktion, die eine Art Volksfest ist gehandelt wird. Tja, da will man mal mit seinem rudimentären Wisenn über Schweden glänzen …. ;-)
 

21. Juni 2014
von mecki
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Samstagskaffee 10 – Malen mit Licht

Am Mittwoch habe ich unser Schlafzimmer mit ein paar neuen Bildern best (gl-) ückt. Beim anschließenden Fotografieren wurde mir wieder einmal klar, warum Fotografie wörtlich übersetzt „Malen mit Licht“ heißt. Viel Fensterfläche mit einem ganz leichten, halbtransparentem weißen Vorhang davor – das ist quasi wie eine riesige Softbox und ergibt einfach ein tolles Licht, so dass das Bilder machen fast von selbst gelingt. Da das „Malen mit Licht“ soviel Spaß gemacht hat, schnappte ich mir heute meinen Samstagskaffe und machte nochmals ein paar Bilder in meiner „natürlichen Softbox“ – soweit die Theorie. In der Praxis verzog sich dann leider just in dem Moment als der Kaffee fertig war die Sonne hinter den Wolkenhimmel und das Licht war gar nicht mehr so berauschend – nix mit malen ;-), das Lichte, die Leichtigkeit, die am Mittwoch noch ganz von selbst in die Bilder kam, fehlt heute. Außerdem war ich dann ein wenig gestresst, die Latte-Art auf dem Kaffee hält ja schließlich keine Stunden…, so sind die Fotos nicht so fein geworden, wie ich mir das vorher vorstellte. Bloggerpech halt. Was soll’s, ich nutze die Gelegenheit nun dennoch, um Euch einen kleinen Einblick hinter meinen Blog zu geben und ein wenig über das Fotografieren und die zugehörige Ausrüstung, mit der alle Bilder des Blogs entstehen zu erzählen.

Kaffee Latte Art

Die Fotografie

Beruflich gebe ich ja unter anderem Photoshopkurse. Logisch – was die Bildverarbeitung angeht bin ich also Profi. Ganz anders sieht es da bei der Fotografie aus, die ich nur hobbymäßig betreibe und in der ich mich immer noch als Lernende empfinde (um es mal vorsichtig auszudrücken ;-). In den letzten Jahren ist das Fotografieren zudem oft viel zu kurz gekommen – vielfach fehlte es einfach ein wenig an Inspiration und Motivation. Durch meinen Blog hat sich das gründlich geändert. Seit dem ich Bilder für diesen mache, habe ich wieder großen Spaß daran, mir die Kamera zu schnappen, zu überlegen, wie ich Dinge am besten in Szene setze, gutes Licht zu suchen und am perfekten (so weit der Anspruch;-) Ausschnitt zu tüfteln. Vieles misslingt dabei noch, aber dennoch gibt es auch schöne Erfolgserlebnisse – vor allem dann, wenn ich das Glück habe, ein tolles Licht zu erwischen.

 Die Ausrüstung

In die digitale Fotografie eingestiegen bin ich vor einigen Jahren mit einer gebrauchten Pentax K100D. Vor allem hat mich daran fasziniert, dass man für „einen Appel und ein Ei“ tolle alte super lichtstarke Festbrennweiten auf Ebay und in Fotoforen bekommen konnte, bis heute mag ich keine Zoomobjektive und liebe die Beschränkungen, die so eine Festbrennweite mit sich bringt. Das Fotografieren damit machte unheimlich Spaß, war aber auch eine echte Herausforderung, denn alle meine Objektive waren rein manuell, das heißt sie hatten keinen Autofokus und ich musste das Scharfstellen nach Augenmaß durch einen winzigen Sucher vornehmen. Ehrlich, als Brillenträger kommt man da irgendwann (ziemlich schnell!) an seine Grenzen und ich habe leider einiges an Ausschuss produziert (lustig war vor allem immer das Fotografieren von Menschen. Sagt mal einem Kind, es soll doch bitte mal eben eine Minute ruhig bleiben, damit ich die Zeit habe, ganz in Ruhe perfekt zu fokussieren – funktioniert nicht, definitiv!). Und so habe ich mich dann irgendwann schweren Herzens von meiner Pentax getrennt. OK, die Trennung wurde mir zugegeben durch ein neues Ebay-Schnäppchen – eine ziemlich alte Canon 5D mit einem total versifften Sensor, dafür super günstig- erleichtert. Zum Glück hat der Herr im Hause fein & raum eine super ruhige Hand und hat damit souverän die Sensorreinigung übernommen, so dass ich ab sofort tatsächlich mit einem Vollformatsensor fotografieren konnte. Uiiiih, einmal gemacht, will man echt nix anderes mehr. In punkto Bedienung ist die alte Dame naja – nennen wir es mal ein wenig sperrig, aber in Sachen Bildqualität echt überzeugend. Früher konnte ich  schlechte Bilder immer aufs Equipment schieben, das fällt jetzt leider flach.

Kaffee

Die Objektive

Dazu habe ich dann noch, ebenfalls gebraucht und ebenfalls sehr günstig, zwei Objektive ersteigert. Diese beiden Objektive (und natürlich die Kamera) – 85 mm 1.8 und 35 mm 2.0 – sind bis heute meine ganze Fotoausrüstung. Ich mag das Fotografieren mit Festbrennweiten, auch wenn das natürlich ziemlich unflexibel ist, aber mir fällt dadurch die Konzentration auf das Motiv viel leichter. Da das 85 mm Objektiv schön lichtstark ist, ein tolles Bokeh hat und darüber hinaus über einen schnellen und leisen Autofokus verfügt während das 35 mm bokehtechnisch eher schwierig ist und der Autofokus ein wenig nach einem jaulenden Hund klingt, ist die Entscheidung mit welchem Objektiv ich fotografiere meist schnell getroffen. Nur in dem ein oder anderen sehr kleinem Raum, wie zum Beispiel meinem Arbeitszimmer, muss dann definitiv das 35 mm Objektiv herhalten.

So, dass war heute ein langer Samstagskaffe, ich hoffe, ihr hattet ein wenig Spaß beim Lesen. Mein Kaffee war übrigens trotz der Fotografieraktion als ich ihn dann endlich getrunken habe noch durchaus genießbar. Mehr Kaffe gibt’s wie immer bei Ninja.

18. Juni 2014
von mecki
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Ein ganz kleiner Blick ins Schlafzimmer und nochmal Hollandliebe

Ich bin ja ein bisschen zickig, wenn es darum geht, fremde Menschen in unser Schlafzimmer zu lassen. Heute gibt es dennoch einen klitzekleinen Blick in selbiges. Warum? Ich hab was Neues für die Wand und das möchte ich Euch nicht vorenthalten.

Strandbilder

Meine Liebe zu Holland und der Nordsee ist ja schon bekannt – ein bisschen Urlaubs- und Strandfeeling, die Weite der See, die Klarheit, die Leichtigkeit gibt’s jetzt auch im Schlafzimmer. Von den vielen Fotos, die ich in Holland gemacht habe, hab ich drei Stück auf edlem Hahnemühlen Papier (Hahnemühlen Photo Rag 308, kann ich nur empfehlen!) ausdrucken lassen und heute ist nun endlich das Päckchen mit den Drucken gekommen.

Strandbilder

Das musste natürlich sofort ausgepackt werden. Die passenden Bilderrahmen hängen schon seit längerem an der Wand und waren zuletzt mit ein paar melancholischen Regenbildern aus Stockholm bestückt – aber manchmal tut ein wenig Änderung einfach gut. Kennt ihr die Ribba Bilderrahmen von Ikea? Die sehen gut aus und sind zudem bezahlbar, aber ganz ehrlich, die Funktion ist eher so naja. Beim Aufmachen breche ich mir regelmäßig die Hälfte der Fingernägel,  wenn das Bild dann drin ist gehen beim wieder Zumachen die restlichen Fingernägel drauf. Ok, ich bin auch nicht besonders geschickt, mag sein, dass andere Leute das ohne größere Unfälle hinbekommen. Das Aufhängen wird dann auch immer zum Geduldsspiel, vielleicht habe ich aber auch noch nicht verstanden, wie das eigentlich funktioniert – ich hab von hinten zwischen den beiden Seitenteilen einen Draht gespannt, der dann auf einem Nagel an der Wand hängt. Keine wirklich gute Lösung – also falls hier irgendjemand mitliest, der eine schlaue Idee hat, wie man Ribba-Rahmen (zumindest die etwas größeren) aufhängt, ohne dass sich der Rahmen durchbiegt und Millimeter weit von der Wand absteht… nur her damit, ich werde ewig dankbar sein! Tips für andere Bilderrahmen, schön schlicht, vielleicht sogar trotz guter Verarbeitung noch bezahlbar (ich bin ein wenig Bilder-süchtig) nehme ich natürlich auch gerne entgegen…

Strandbilder

Aber zurück zu den erfreulichen Dingen. Die Bilder hingen dann doch irgendwann erfolgreich an der Wand und was soll ich sagen? Ich finde, es ist richtig hübsch geworden. Das Bett (oder besser den Rückenteil des Bettes, sozusagen, der Nachttischersatz), das Ihr in ganz kleinen Ausschnitten sehen könnt, ist übrigens auch ein Eigenentwurf. Sollte in seiner Hochglanz-weißen -Pracht mal vor einer Sichtbetonwand stehen, die hat der Maler dann aber leider aus Versehen gestrichen – so war das dann nichts mehr mit dem tollen Materialkontrast, fein ist es trotzdem, das Bett.

14. Juni 2014
von mecki
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Samstagskaffee 9 – Lieblingsstadt in Schwarz-Weiß

Heute muss es wieder mal ganz schnell gehen beim Samstagskaffee – ich muss gleich zur Arbeit. Und da die Arbeit heute ganz im Zeichen der Schwarz-Weiß-Fotografie steht, zeige ich Euch auf die Schnelle kurz ein Bild einer meiner absoluten Lieblingsstädte in Schwarz-Weiß. Der Sommer ist da und damit auch die Zeit, andere Länder und Städte zu erkunden – ein wenig dauert es noch bis zum Urlaub, aber ein bisschen träumen von fernen Städten geht auch jetzt schon. Einen schnellen Kaffee gibt’s auch noch dazu. Und wer lieber Farbe mag, guckt sich die aktuellen Bilder unseres Garten an :-)

Stockholm black and white

kaffee black and white

Wart Ihr schon mal da? Dann habt Ihr sie sicher direkt erkannt. Es ist Stockholm, eine tolle Stadt, die ich unbedingt nochmal besuchen will.

Ein schönes Wochenende und viel Spaß mit dem Samstagskaffe bei Ninja.

1. Juni 2014
von mecki
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Eine Liebeserklärung an Holland und die Nordsee

Es gibt sicher aufregendere Urlaubsgebiete, Orte mit besserem Wetter, beeindruckendere Landschaften und ganz gewiss Länder, die kulinarisch mehr zu bieten haben – und dennoch, wenn ich nicht einmal im Jahr an der holländischen Nordsee bin, fehlt mir etwas. Solange ich denken kann, ist Holland und die Nordsee ein Sehnsuchtsort für mich. Kaum angekommen, fühle ich mich wohl, möchte am liebsten auf ewig bleiben und kann noch nicht einmal genau sagen, was es eigentlich ausmacht, es ist die Mischung: die Unendlichkeit der See, der Wind, der Geruch des Meeres (hin und wieder gemischt mit dem der leckeren holländischen Pommes), die Aufgeschlossenheit der Menschen, die Schönheit der Städte, die Ruhe der kleinen Dörfer und die Weite der Landschaft, ja selbst die Sprache, oft so bildhaft und das holländische Lebensgefühl vermittelnd, mag ich.

holland

Oostkapelle und eine tolle Unterkunft

Diese Woche hatten wir das Glück, 4 Tage in Oostkapelle auf Walcheren zu verbringen. Walcheren ist eine Halbinsel ganz im südwestlichen Zipfel der Niederlande zur Provinz Zeeland gehörend. In Oostkapelle hatten wir eine hübsche Ferienwohnung bei sehr netten Vermietern gebucht – ein echter Glücksfall. Eigentlich wollte ich Euch ein paar Fotos des Hauses zeigen, nur wenn man das fotografieren vergisst, ist das leider ein wenig schwierig. Aber schaut einfach selbst hier, da findet Ihr alle relevanten Informationen über die Unterkunft – ein echter Tip und ein Beweis, dass die Holländer nicht nur alte Architektur können.

Holland – Fahrradland

Natürlich hatten wir unsere Räder mit. Rad fahren in Holland hat etwas ungemein Entspanntes – man braucht eigentlich nie auf eine Karte zu gucken, weil es unglaublich viele und gut platzierte Hinweisschilder gibt, die Radwege sind toll ausgebaut, sowohl auf dem Land wie auch in den Städten und die Autofahrer sind sowas von rücksichtsvoll, da können wir hier nur von träumen. Auf Walcheren ist alles recht übersichtlich, so kann man im Grunde genommen einfach auf gut Glück losfahren und die Beschilderungen nutzen. Eine besonders schöne Strecke führt von Oostkapelle entlang der bewaldeten Küste nach Veere. Oder man startet von Oostkapelle Richtung Landesinnere nach Aagtekerke – ein hübsches Dorf, mit dem typischen zentralen Kirchplatz, der rund um die Kirche liegt und von kleinen Häusern umstanden ist. Dann weiter über Meliskerke nach Biggekerke (für mich mit seinem wunderhübschen Kirchplatz das schönste Dorf der Insel), Zoutelande (ein typischer Touristenort, der mit den höchsten Dünen aufwarten kann), von da aus weiter über einen schönen Radweg mitten durch die Dünen nach Westkapelle an der Spitze der Halbinsel und dann nach Domburg, einem alten Seebad, das in den letzten Jahren zunehmend wieder in altem Glanz erstrahlt. Von da aus geht es dann durch „de Manteling“ ein bewaldetes Naturschutzgebiet in den Dünen mit teils bizarr geformten Eichen.

Walcheren

Karte Jan-Willem van Aalst, Bearbeitung. M. Schwetje

Wer ausgearbeitete Routen bevorzugt findet hier eine schöne Tour und auch hier jede Menge Material.

 Das Meer, die Dünen und Strandkörbe auf holländisch

Die Nordsee mit ihren Wellen, ihren oftmals sehr gedeckten Farben, dem Wind und dem Rauschen und dem ganz speziellen Geruch – all diese Sinneseindrücke in einem Foto einzufangen: fast unmöglich, dennoch versuche ich es immer wieder (dieses Jahr wurden sämtliche Fotoversuche noch durch viele Regenschauer erschwert – Regen und meine Kamera mögen sich gar nicht, wenn gleich ich Regenspaziergänge am Strand mag).

Nordsee bei Domburg

Die Strände auf Walcheren haben große Flächen aus feinem Sand – wer also Strandurlaub mag, kommt hier auf seine Kosten. Mir gefallen besonders auch die Dünenlandschaften, mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt, die so ganz anders sind als unsere heimischen Mittelgebirge.

Dünen Domburg und Oostkapelle

Was dem Deutschen sein Strandkorb ist, ist dem Holländer seine Strandkabine – aufgereiht am Fuß der Düne, kann man diese, genau wie Strandkörbe, mieten und alles was man so für einen glücklichen Strandtag braucht, darin unterbringen. Kilometerlang kann man am Strand entlang laufen und findet immer neue Varianten – mal liebevoll gestaltet, mal etwas runtergekommen, immer ein wenig vielfältiger als die deutschen Strandkörbe.

Strandkabinen bei Oostkapelle

Große Liebe – holländische Architektur

Wenn ich durch holländische Städte und Dörfer laufe, bekomme ich regelmäßig dieses „genau hier möchte ich wohnen“-Gefühl. Was ist es nur, was die holländische Architektur und den Städtebau so besonders macht? Ich lasse einfach Bilder sprechen und zeige Euch ein paar Häuser, die ich alle entlang des Hafens von Veere fotografiert habe.

veere Hafen Architektur

Die Häuser sind meist eher klein, aber von jeher recht großzügig mit Fenstern ausgestattet, oft erstreckt sich das Erdgeschoss in einem Raum von der Straße bis zum Garten, so dass der Innenraum, trotz der für unsere Verhältnisse eher kleinen Fläche, großzügig ist. Im Material (Klinker) und Grundausprägung recht einheitlich, so dass ein zusammenhängender städtebaulicher Raum auch als solcher wahrnehmbar ist, findet die Differenzierung in liebevoll gestalteten Details (der Giebel, der Türen etc.) statt und alles kommt so natürlich und selbstverständlich daher, als müsste es genau so und nicht anders sein. Ich könnte stundenlang gucken, mich in Details verlieren und mich in die dahinterliegenden Wohnungen träumen.

Veere – ein Besuch lohnt sich

Eine der Städte auf Walcheren, die wirklich einen Besuch wert sind ist Veere. Am Veerse Meer (in Holland ist Meer = See und Zee = Meer, das Veerse Meer ist also ein Binnensee, abgeschlossen vom Meer durch den Veerse Dam) gelegen, bietet Veere wunderschöne kleine Gassen und Plätze, eine alles überragende beeindruckende Groote Kerk, für die Freunde des Wassersports einen Jachthafen und ganz viel Hollandfeeling pur.

Veere groote Kerk

Ewig lang kann ich mich hier ziellos durch die Straßen treiben lassen und mich an den vielen schönen Details erfreuen und die Atmosphäre mit allen Sinnen genießen.

Veere Architektur Kunst

Holland – ich komme wieder, spätestens nächstes Jahr!

28. Mai 2014
von mecki
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Sichtbeton mal anders

Dass Sichtbeton für mich ein faszinierendes Material ist, habe ich in diesem Beitrag ja schon einmal erläutert. Dies liegt unter anderem an den unendlich vielfältigen Strukturen, die man in einer Sichtbetonwand findet und die immer wieder die Phantasie anregen. In unserer vorherigen Wohnung hatten wir das Glück ein paar rohe Betonwände zu haben. Dort habe ich immer mal wieder die Chance genutzt und relativ wahllos Betonstrukturen fotografiert. Ich fotografiere gern, aber meine Hauptinteresse gilt eher dem darauf folgenden Prozess – was kann ich in Photoshop aus dem Rohmaterial, das mir die Kamera liefert machen? So entstehen dann zuweilen ganz neue Welten, die mit dem Ursprungsbild nicht mehr viel zu tun haben – wie auch in diesem Fall.

SichtbetonSichtbeton

 

Das Ankerloch einer Betonwand wird durch verschiedene Bearbeitungsschritte (unter anderem Invertierung, Farbüberlagerung, Verrechnungsmethoden) zu etwas ganz Neuem – mich erinnert es immer an einen Sonnenuntergang. Wenn mir ein Bild besonders gefällt, lasse ich es gerne auch mal auf einem hochwertigen Hahnemühlen-Papier drucken. So hat dieses Bild ein Plätzchen an der Wand gefunden – für mich strahlt es etwas ungemein Beruhigendes aus und ich lasse den Blick immer wieder gerne darauf ruhen.

Fotokunst

 

7. Mai 2014
von mecki
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300 Px * 300 Px

Eine tolle Einrichtung ist die Europäische Kunstakademie in Trier. Namhafte Künstler unterrichten hier in den verschiedenen Fachgebieten- Zeichnen, Malerei, Skulptur und Fotografie. Vor einiger Zeit hatte ich das Glück, einen sehr inspirierenden Kurs zum Thema Fotografie bei Professor Hermann Stamm zu besuchen.

Bilder - europäische Kunstakademie

Im Laufe dieser Kurswoche habe ich unter anderem in einem tollen alten Fabrikgelände fotografiert. Ein anderer Kursteilnehmer kannte das Gelände und wollte dort nachts Aufnahmen machen – ich bin ganz mutig (als Model ;-) mitgekommen, habe mich aber ganz ehrlich ziemlich gegruselt (ein verlassenes Fabrikgelände morgens um 3 Uhr ist nicht wirklich ein Wohlfühlort). Am nächsten Tag bin ich aber nochmal hin, um an diesem faszinierenden Ort selbst zu fotografieren. Bei der Auswertung der Bilder war ich dann ein wenig enttäuscht – zu willkürlich hatte ich drauf los geknipst und die Ergebnisse konnten mich nicht so recht überzeugen. So entstand dann die Idee, mich im Nachhinein erneut mit den Motiven auseinanderzusetzen und jeweils einen Bildausschnitt von genau 300px * 300px zu definieren. Eigentlich bin ich ja ein großer Fan von Henri Cartier-Bresson und seiner Kunst des „entscheidenden Augenblicks“ – dennoch bin ich hier mit der nachträglichen Auswahl eines Ausschnittes quasi den umgekehrten Weg gegangen. Das war eine echte Herausforderung und hat richtig viel Spaß gemacht – das Ergebnis könnt Ihr hier sehen.

Bilder- europäische Kunstakademie