12. Juli 2015
von mecki
2 Kommentare

Bildbearbeitung für Blogger – sRGB oder Adobe RGB

Bildbearbeitung für Blogger

Heute gibt’s endlich mal wieder etwas aus meiner kleinen Serie „Bildbearbeitung für Blogger“. Und zwar ein bisschen nützliches Hintergrundwissen. Sicher seit Ihr alle schon mal an Eurer Kamera oder im Bildbearbeitungsprogramm Eurer Wahl über die Begriffe sRGB und Adobe RGB gestolpert. Was ist das überhaupt und wann wende ich was an? Darum soll es diesmal hier gehen.

Farbmodelle

Wenn Ihr mit einer Spiegelreflexkamera oder auch einer anderen aktuellen Kamera fotografiert, könnt Ihr irgendwo in den Tiefen des Menüs einstellen, ob Eure Bilder in sRGB oder Adobe RGB aufgenommen werden. Nur, was hat die eine oder die andere Einstellung zu bedeuten? Beides sind sogenannte Farbräume, kurz gesagt, eine bestimmte Anzahl an unterschiedlichen Farben, die dargestellt werden können. Ich setze aber erst mal noch einen Schritt weiter vorne an und erkläre Euch zunächst, was ein Farbmodell ist, zu den Farbräumen komme ich dann später.

Farbmodell und Farbwerte

Ein Farbmodell ist eine Art und Weise Farbe zu beschreiben. Ihr fotografiert eine rote Mohnblume vor blauem Himmel? Unser Auge sieht intensives Rot und strahlendes Blau. Aber unser Auge ist ja auch ein ziemlich intelligentes Etwas während man das vom Computer so nicht sagen kann. Der erkennt nicht etwa automatisch, dass eine Mohnblume rot und der Himmel blau (naja, manchmal) ist, der braucht eine klare Ansage. Und die bekommt er (mehr …)

30. April 2015
von mecki
6 Kommentare

Fotografisches mit dem iPad – erste Versuche

Neulich bin ich bei Leah über diesen tollen Artikel über des Fotografieren mit dem iPhone gestolpert. Nun liebe ich ja gemeinhin meine große alte Spiegelreflexkamera heiß und innig, mache gerne ausgedehnte Fotosessions bei denen alles fein arrangiert wird, das beste Licht abgewartet wird, die RAW-Dateien nachträglich entwickelt werden und so weiter und sofort. Dennoch, oder gerade deswegen, zog mich der Artikel in seinen Bann – mit ganz wenig Technik gute Fotos machen: Das heißt auch irgendwie, dem Motiv (noch) mehr Beachtung schenken, sich reduzieren, den Augenblick nehmen wie er kommt. Ein reizvoller Gedanke. Und da die dicke Spiegelreflex im Alltag sowieso kaum je mit darf, werde ich künftig öfter mal mein iPad * zücken und die Möglichkeiten der minimalistischen Fotografie ausloten. Für den Anfang gibts eine kleine Impression meines Arbeitsweges – wenn ich in Offenbach unterrichte führt mich mein Weg mit dem Fahrrad quer durch Frankfurt und anschließend am südlichen Mainufer entlang Richtung Osten. Eine Strecke auf der es viel zu entdecken gibt. Unteranderem begleitet einen der Blick auf das neue EZB-Gebäude mit der im selben Zug entstandenen Osthafenbrücke lange Zeit.

Bewusst habe ich diesmal – außer dem Beschnitt – nichts bearbeitet am Foto, Reduktion eben. Unnd ich habe in Kauf genommen, dass das Licht um 13 Uhr mittags alles andere als optimal ist zum Fotografieren – flau, wenig Tiefe, die große Kamera hätte ich um diese Uhrzeit wohl gar nicht erst aus der Tasche geholt. Ich bin gespannt, was mir künftig noch so vor die iPad-Linse springt und gleichzeitig bin ich sicher, dass es nie nie nicht meine dicke alte DSLR ersetzen wird und freue mich auf ein spannendes Nebeneinander.

minimalistische ipad fotografie

Und Ihr, was nehmt Ihr zum Fotografieren? Minimalistisch mit Smartphone oder fette Spiegelreflex ?

* Das iPad ist ein wenig sperrig – ein Smartphone wäre wohl die besser Wahl. Ich besitze aber keins. Manchmal entziehe ich mich an der ein oder anderen Stelle ganz gerne mal dem allgemeinen Konsummuster und da mein vorhandenes Uralthandy seit Jahren nicht kaputt gehen möchte, gibts eben kein Smartphone und es lässt sich ganz prima damit leben :-).

14. Februar 2015
von mecki
18 Kommentare

Samstagskaffee 38 – Bin wieder da, endlich!

Habt Ihr mich vermisst? Ich hoffe doch :-). Über 2 Wochen kein einziger Blogpost…, ich war krank, ganz fieser Influenzavirus, braucht kein Mensch, und um das ganze noch ein wenig zu steigern: Ich war nicht irgendwann krank, nein es musste natürlich ausgerechnet während der heiß ersehnten Urlaubswoche, die wir auf Skiern im schönen Bregenzerwald verbringen wollten, sein. Na gut, vorbei und vergessen. Ach so: Zwischendrin hab ich dann mal nen kurzen Blogpost, so von wegen „Ich bin krank und mehr hab ich eigentlich grade nicht zu sagen…“ geschrieben – einen halben Tag später war mir dieser gejammerte Blogpost dann aber echt peinlich, also hab ich ihn gelöscht und entschuldige mich hiermit ganz offiziell bei allen, die mir zu diesem Post einen lieben Kommentar mit „gute Besserung“ und so hinterlassen haben, die Kommentare sind dabei nämlich natürlich auch gelöscht worden, nicht nett sowas, also wie gesagt: Sorry und nochmals Danke! Wollt Ihr noch meine beiden neuen Erkenntnisse zum Thema kranksein hören? Erstens: Kranksein eignet sich ganz wunderbar zum abnehmen, 2,5 kg waren runter wie nix, ABER: wer jetzt denkt, hej, super, will ich auch. Die Kilos gehen garantiert nicht da runter, wo sie sollen. Nee, meinen kleinen Polstern rund um die Körpermitte konnten die 2,5 kg gerade mal gar nichts anhaben, ich habe die Kilos, glaube ich, komplett im Gesicht abgenommen, und das ist ohnehin lang und dünn, gar nicht schön, kann ich Euch sagen. Und Fact Nr. 2? Auch wenn sich 2 Personen über 2 Wochen quasi ausschließlich im Schlafzimmer aufhalten, hält das den Rest der Wohnung nicht davon ab, total dreckig zu werden, blöd, oder? Heute Morgen haben wir hier jedenfalls erst mal gründlich durchgekärchert, jetzt ist wieder gut.

weiße Tulpen Sigma 50mm F1,4 EX DG HSM

Ein neues Objektiv und das passende Modell

Lest Ihr immer noch, obwohl Kranksein ja nicht gerade DAS Aufhängerthema ist? Ok, was gibt’s sonst noch? Ich hab ein neues Objektiv, yeah! Manchmal muss so ein bisschen neues, motivierendes Material einfach sein. Ich steh ja auf Festbrennweiten und bis jetzt bestand mein „Objektivpark“ aus einem 35mm und einem 85mm Objektiv. Das 85-er liebe ich heiß und innig, nur manchmal isses, grade im Innenraum, einfach ein bisschen zu lang. Außerdem hat es eine extrem große Naheinstellgrenze, macht zum Beispiel Blüten fotografieren echt schwierig. Und das 35-er und ich werden irgendwie nie so recht warm miteinander. Nun hab ich mir ein schönes, lichtstarkes 50mm Objektiv (dieses hier) gebraucht gegönnt. Und heute hab ich es dann endlich zum ersten mal an der Kamera gehabt. Zur Feier des Tages hab ich erst mal einen Strauß weißer Tulpen gekauft. Neulich hab ich ja noch darüber philosophiert, dass es dafür eigentlich noch viel zu früh ist, heute war dann jeglicher Widerstand gebrochen. Egal, manchmal muss man sich einfach was Gutes tun. Und was gibt es Schöneres als einen Strauß weißer Tulpen, um ein neues Objektiv zu testen. Ich glaube, das Neue gefällt mir richtig gut – ein bisschen üben müssen wir beide aber noch zusammen :-)

weiße Tulpen

Hunger auf Kuchen?

Und einen super mega schnellen Kuchen hab ich Euch gebacken. Für alle, die beim Backen genauso ungeduldig sind wie ich. Wollt Ihr das Rezept? Hier isses:

Zutaten: 2 Eier, 200 gr Ricotta, 100 gr Butter, 100 gr Zucker, 200 gr Mehl, 1 TL Backpulver, etwas Salz, Zitronenabrieb, 1 Tasse Brombeeren

Die 2 Eier  schaumig schlagen, Zucker, Ricotta und geschmolzene Butter nacheinander dazu, alles miteinander vermengen. Anschließend Mehl, Backpulver, Salz, Zitronenabrieb und Brombeeren unterheben. In einer kleinen Kastenform 45 Minuten bei 160° C Umluft backen. Und hier noch mein Turbo-Hausfrauentrick für einfaches Handling von Backpapier: Wenn Ihr den Bogen Backpapier einfach einmal kräftig zusammenknüllt und wieder auseinander zieht, lässt er sich viel einfacher und ganz ohne Gegenwehr in die Form legen- glaubt Ihr nicht? Probiert es aus, funktioniert echt super.

einfacher Brombeerkuchen mit Ricotta

Und sonst? Ach ja, meinen ersten „Bildverarbeitung für Blogger“-Kurs hab ich die Woche gehalten. War spannend und hat viel Spaß gemacht und ich hab noch ganz viele neue Ideen in der Richtung, mal schauen, was drauß wird!

Das war jetzt lang – tja, vom vielen einsam und krank im Bett liegen wird man wohl ein wenig geschwätzig :-). Ich wünsch Euch auf jeden Fall ein wunderschönes Wochenende und in nächster Zeit geht’s hier wieder rund, ich freu mich schon!

Mehr Kaffee wie jeden Samstag bei Ninja

30. Januar 2015
von mecki
3 Kommentare

Fotografisches vom Sommer in Mecklenburg-Vorpommern

Immer mal wieder durchforste ich meine Festplatten auf der Suche nach neuem Bildmaterial für meine verschiedenen Photoshop-Kurse. So auch heute bei der Vorbereitung für einen aktuellen Kurs. Dabei stieß ich auf diese Blumenbilder, deren Existenz ich längst verdrängt hatte. Entstanden sind sie auf einem wunderschönen Fleckchen Erde in Mecklenburg-Vorpommern, wo die Familie Schäfer mit viel Engagement und Liebe zum Detail das alte Gutshaus Landsdorf restauriert hat. Gemeinsam mit einer Freundin habe ich dort ein paar wunderschöne und entspannte Tage verbracht – das Gut, die Geschichte der Renovierung, das Drumherum sind ganz sicher einen eigenen Blogartikel wert – heute möchte ich Euch aber einfach ein paar Blumenbilder aus dem dortigen parkähnlichen Garten gegen das graue Einerlei da draußen vorbei schicken.

Blumen Park Gutshaus Landsdorf

6. November 2014
von mecki
Kommentare deaktiviert für Von Bahnhöfen und Arbeitswegen

Von Bahnhöfen und Arbeitswegen

Bahnhöfe sind für mich Orte, an denen ich gerne fotografiere. Normalerweise bin ich mit der Kamera eher zielorientiert – am liebsten hab ich ein eindeutiges Objekt, das abgelichtet werden soll, das ich ins rechte Licht rücken kann und wo ich nicht erst entscheiden muss, was ich denn überhaupt für fotografierenswert halte (die Kerzenständer sind zum Beispiel so ein Wunschobjekt). Aber an Bahnhöfen mache ich gerne eine Ausnahme. Es gibt viel zu entdecken, überraschende, auf den ersten Blick unscheinbare, Details, diese ganz besondere Atmosphäre an Bahnhöfen, die immer ein wenig die Reiselust in mir weckt, die vielen Menschen, alle irgendwie auf dem Weg nach irgendwo. Ein besonders schöner Bahnhof ist der in Wiesbaden – und so hatte ich schon ein wenig länger ein paar Fotos auf Halde liegen und immer auf eine Gelegenheit gewartet, sie hier mal zu zeigen.

Bahnhof Wiesbaden

Aber so ein Blogpost nur mit Bildern? Geht eigentlich nicht! Ein bisschen was zum Lesen drum herum muss schon sein. Und schwupp – heute reden irgendwie alle über Bahnhöfe, Bahnfahren etc. So ein Streik ist doch ein wunderbarer Aufhänger, um Euch ein paar Bahnhof-Fotos zu zeigen. Wart Ihr auch betroffen vom Streik? Habt Ihr umsonst auf die Bahn gewartet, Euch mit dem Auto in den Stau gestellt, kilometerlange Wege zu Fuß zurückgelegt? Mein Arbeitsweg hätte heute eigentlich so ausgesehen: Morgens entspannt auf’s Rad setzen, über Feldwege bis Frankfurt fahren, danach einmal die große Stadt queren, um am Mainufer wieder ausgespuckt zu werden und dann bis Offenbach zu fahren – und, genug geradelt, abends einfach mit Rad in die S-Bahn setzen und ab nach Hause. Der Hinweg auf dem Rad: kein Problem – es waren auf Grund des Streiks nur deutliche mehr Radfahrer als sonst unterwegs, fand ich prima! Erstaunlicherweise waren kaum mehr Autos auf der Straße als sonst, haben die alle Urlaub gemacht heute? Und zurück dann? Naja, so wirklich viele S-Bahnen fuhren nicht. Ich hatte aber Glück und konnte zumindest einen Teil des Wegs mit der S-Bahn zurücklegen, die war übrigens auch fast leer, sehr seltsam, wo sind bloß die ganzen Pendler geblieben heute? Zuhause standen dann immerhin 40 km auf dem Tacho und ich hab genug frische Luft für heute :-)

Bahnhof Wiesbaden

Vielleicht sitzt Ihr ja, während Ihr das hier lest, noch an irgendeinem Bahngleis und wartet auf Euern Zug. Oder seid Ihr schon gut angekommen?

17. August 2014
von mecki
6 Kommentare

Bregenzerwald – Hotspot der Architektur und des Handwerks

Als wir im Februar dieses Jahres das erste Mal in den Bregenzerwald fuhren wusste ich zwar vorher, dass Vorarlberg für seine anspruchsvolle und gute zeitgenössische Architektur bekannt ist. Darauf vorbereitet, welche Fülle an toller Architektur und an anspruchsvoller Handwerkskultur mich im Bregenzerwald erwartet, war ich jedoch nicht. Auf engstem Raum (hier leben rund 30.000 Menschen in gerade einmal 22 Dörfern) finden sich unglaublich viele gut gestaltete Bauwerke. Während anderswo Qualität meist eher die Ausnahme ist – gerade in Neubaugebieten – ist sie hier absolut der Normalfall. Seit den 90-er Jahren des letzten Jahrtausends hat sich eine rege Bau- und Handwerkskultur gebildet, die auch von der sehr guten Zusammenarbeit der Architekten mit den Handwerkern lebt.

Bregenzerwald

Bregenzerwald, Impressionen

So war im Februar schon klar, dass ich hier nicht zum letzten Mal bin. Und jetzt in den Sommerferien haben wir die Gelegenheit genutzt und nach unserem Alpencross noch ein paar entspannte Tage in Au verbracht. Von hier lohnen sich Ausflüge nach Bezau und Bizau, die beide mit viel sehenswerter zeitgenössischer Architektur aufwarten. Auch eine Fahrt nach Schwarzenberg kann man machen, hier gibt es noch viele ältere Bauwerke – anders als im restlichen Alpenraum, wo ich die Häuser oftmals als schwer und eher überladen empfinde, sind auch die älteren Bregenzerwaldhäuser eher streng, ein wenig karg und mit sehr präzisen Details. Material ist hier wie auch bei den aktuellen Gebäuden vorwiegend Holz – sehr genau und mit hohem handwerklichen Anspruch  verarbeitet – es macht immer wieder Spaß, sich Details genauer anzugucken.

Bregenzerwald

Bregenzerwald, vom Umgang mit Holz, alte und neue Details

Für mich leben die Orte auch durch ihr absolut natürliches Nebeneinander von Alt und Neu – das Neue kommt selbstbewusst daher, aber dennoch zurückhaltend und nie marktschreierisch oder effektheischend. Das Alte wirkt ob seiner Reduziertheit und Präzision durchaus aktuell und nie überholt. Wie wohltuend ein Gang durch einen solchen Ort ist!

Bregenzerwald

Bregenzerwald, zeitgenössische Architektur

Ein weiterer schöner Ausflug führt uns nach Andelsbuch. Hier hat der werkraum bregenzwald seinen Sitz. Dies ist ein Zusammenschluss von unterschiedlichen Handwerkern, die sich der Qualität des Handwerks und der Baukultur sehr erfolgreich verschrieben haben und die sicherlich maßgeblich zum hohen Bauniveau im Bregenzerwald beitragen. In Andelsbuch gibt es das Werkraum Haus, errichtet von Peter Zumthor (über den ich im ersten Beitrag meiner Miniserie schon berichtete), stellen hier Handwerker ihre Arbeiten aus. Darüberhinaus gibt es immer eine Wechselausstellung zu spannenden Themen. Fotografieren ist hier übrigens nicht erlaubt (Zumthor macht sich wohl Sorgen ob der Qualität von Privatfotos…, das Gebäude ist übrigens wirklich nicht einfach zu fotografieren und ich hatte an dem Tag schon das Kunsthaus in Bregenz abgelichtet, war daher nicht so böse, dass meine Kamera nicht zum Einsatz kam).

Bregenzerwald

Bregenzerwald, zeitgenössische Architektur

Wollte man dem Bregenzerwald und seiner Baukultur gerecht werden, müsste man sich sehr viel mehr Zeit nehmen – insofern versteht meine Bilder nur als einen ganz kleinen ersten Einblick und eine sehr sehr willkürliche Auswahl. Wollt Ihr mehr wissen über den Bregenzerwald? Dann gibt es hier noch ein paar Internetadressen zum Weiterlesen:

Architekt Hermann Kaufmann: einer der Architekten, die die Entwicklung im Bregenzer Wald maßgeblich mitgeprägt haben, schöne Website mit toller Architektur

eigen+sinnig: ein spannendes Buch, wenn man mehr über das Bregenzwälder Handwerk, Geschichte und Gegenwart, erfahren möchte

Bregenzerwald Tourismus: normalerweise stehe ich ja nicht so auf diese Touri-Info-Seiten, diese hier ist aber super gut gemacht und unglaublich informativ (und selbst das Webdesign scheint mir dem allgemein hohen Gestaltungsanspruch im Bregenzerwald angemessen…)

 

11. August 2014
von mecki
Kommentare deaktiviert für Kunsthaus Bregenz

Kunsthaus Bregenz

Zwei Wochen schönster Sommerurlaub liegen hinter uns. Der größere Teil des Urlaubs war so ganz und gar nicht der Architektur und Kultur gewidmet, sondern führte uns mit den Rädern über die Alpen – immer wieder genial, um den Alltag ganz schnell hinter sich zu lassen, nach einem halben Tag auf dem Rad habe ich das Gefühl, mindestens schon eine Woche weg von Zuhause zu sein und habe den Kopf frei von jeglichem Alltag. Auch der Regen konnte diesem Gefühl nichts anhaben, das Schöne ist: wenn man erst einmal bis auf die Knochen nass ist, kann’s gar nicht mehr schlimmer werden, spätestens dann ist weiterfahren die beste Lösung :-).

Nach dem Alpencross haben wir uns noch ein paar Tage im Bregenzerwald gegönnt – für jeden Fan von guter Architektur und gutem Design ist diese kleine Region in Österreich ein absoluter Wohlfühlort. Dazu werde ich aber demnächst noch einen eigenen Artikel schreiben. Heute soll es erst einmal um ein ganz spezielles Gebäude gehen – das Kunsthaus Bregenz.

Das Gebäude – der Architekt

Kennt Ihr Peter Zumthor? Er ist der Architekt des Kunsthaus Bregenz. So ein wenig entzieht sich seine Architektur jeglicher Beschreibung. Ein wenig sperrig, unglaublich präsent, sehr präzise, sehr reduziert und von einem sehr genauen Umgang mit dem jeweiligen Material geprägt – so würde ich seine Gebäude beschreiben oder besser, versuchen zu beschreiben.

Kunsthaus Bregenz

Auch das Kunsthaus Bregenz ist bei der ersten Annäherung von außen ein wenig sperrig. Selbstbewusst und formal sehr reduziert steht es mit seiner Milchglashaut inmitten der Bregenzer Altstadt, nur ein paar Schritte vom Ufer des Bodensees entfernt. Beim Betreten des Gebäudes fasziniert mich vor allem die Ruhe – sowohl die Ruhe, die der Raum ausstrahlt als auch die Ruhe, die dadurch entsteht, dass nur sehr wenige Besucher anwesend sind. Ich war nun zum zweiten Mal dort und finde es jedesmal wieder ungeheuer erstaunlich, wie wenige Menschen man dort antrifft. Gerade in einem Museum finde ich das klasse – man findet dort wirklich die Muse, ganz in Ruhe zu schauen und den Raum und/oder die Kunst auf sich wirken zu lassen. Ich bin übrigens ganz schnell gänzlich überfordert mit dem Dreiklang Raum, Kunst und Fotografieren – so habe ich beim diesmaligen Besuch der Kunst einfach kaum Beachtung geschenkt, sondern sie lediglich genutzt um den Gebäudefotos mehr Tiefe zu geben, dem Raum eine Dimension zu geben. Ein weiterer Besuch mit Würdigung der Kunst lohnt also auf alle Fälle.

Kunsthaus Bregenz

Licht und Material

Während das Erdgeschoss noch ganz klassisch über Fensterflächen belichtet wird (zu sehen auf den ersten Fotos) werden alle drei Obergeschosse mit Tageslicht (und bei Bedarf auch Kunstlicht) über einen Lichtraum oberhalb der Decke aus geätzten Glaspaneelen belichtet. Dieses indirekte gefilterte Licht ist unglaublich weich und steht so in einem reizvollen Kontrast zu den kargen, harten Sichtbetonflächen. Letztere sind übrigens ungeheuer präzise ausgeführt ohne dabei ihren rohen Charakter zu verleugnen – wer meine Liebe zu Sichtbeton kennt, kann sich vorstellen, dass das für mich quasi der Himmel auf Erden ist ;-)

Kunsthaus Bregenz

Kunsthaus Bregenz

Von Verkehrsflächen und Toiletten

Wenn ich wissen möchte, mit wie viel Liebe zum Detail ein Architekt arbeitet, gehe ich aufs Klo! Klingt lustig, ist aber so. Testet es mal – ein Architekt, der wirklich ernsthaft arbeitet, wird sich auch dort um jedes Detail kümmern. Nun ist Peter Zumthor diesbezüglich ohnehin über jeden Zweifel erhaben – ich kenne kaum einen Architekten, der so akribisch auf jedes Detail achtet. Was ich Euch eigentlich sagen wollte: die Toiletten waren toll, aber da leider fast komplett in Schwarz gehalten völlig ungeeignet zum Fotografieren (ich bin ohne Blitz unterwegs…). Um so schöner ließen sich aber die Treppen fotografieren, auch diese sehr präzise gestaltet und profitierend von dem tollen indirekten Licht. Gerne hätte ich da noch ein wenig mit Bewegung experimentiert (der Herr fein & raum wäre sicher willig noch ein paar mal die Treppen hoch und runter gelaufen), mir fehlte aber leider das Stativ um mit langer Belichtungszeit Bewegung auf den Sensor zu bannen, beim nächsten Mal dann :-).

Kunsthaus Bregenz

Kunsthaus Bregenz

Ich hoffe Ihr hattet ein wenig Freude, bei meinem kleinen Gang durch ein faszinierendes Museum. Mir hat die Zeit mit der Kamera in den lichten reduzierten Räumen viel Spaß gemacht und ich werde sicher wiederkommen.

Peter Zumthor findet Ihr unter anderem hier bei tumblr.

Mehr zum Kunsthaus Bregenz findet Ihr hier.

16. Juli 2014
von mecki
4 Kommentare

Strukturen

Heute gibts ein paar Fotos von einem Streifzug durch das Messegelände und Bankenviertel in Frankfurt. Dass nahezu hundert Prozent der Fotos (es waren deutlich mehr als ich hier zeige) ausschließlich Farben im kalten blau-grün Bereich haben, ist mir erst hinterher wirklich bewusst geworden, passt aber zur kühlen Anmutung des Bankenviertels. In Zusammenhang mit den präzisen geometrischen Strukturen entfalten die Farben ihren ganz besonderen Reiz und es entsteht eine eigene Ästhetik, welche mir so abstrakt und aufs Zweidimensionale reduziert, richtig gut gefällt – in der 3D Realität finde ich  das Bankenviertel dagegen eher reizlos und betrachte es lieber als Skyline aus gebührendem Abstand, wo es wiederum einen gewissen weltstädtischen Charme entfaltet.  Das dritte Foto ist übrigens in einen flachen Brunnen hinein fotografiert, durch die Bewegung des Wassers entsteht die Verzerrung.

Frankfurt