3. April 2015
von mecki
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Grieeee Sooß – jetzt wird’s hessisch

Achtung, heute wird’s hier auf dem Blog hessisch. Eigentlich bin ich ja bekennende Rheinländerin und tue mich mit der ein oder anderen hessischen Eigenart eher schwer. Was aber definitiv zu den hessischen Highlights gehört ist die Frankfurter Grüne Soße oder auf gut hessisch Griiieeee Sooß. Und an Gründonnerstag muss man die essen, da führt kein Weg dran vorbei. Und wenn ich an mein Gründonnerstags Kindheitstrauma Rahmspinat mit Spiegelei und Salzkartoffeln denke, bin ich zumindest an Gründonnerstag eindeutig dankbar, in Hessen gelandet zu sein.

Grüne Soße Kräuter und Zutaten

Die Kräuter

Es sind genau 7 Kräuter, die in die Grüne Soße gehören: Petersilie, Borretsch, Sauerampfer, Kresse, Pimpinelle, Kerbel und Schnittlauch. Da verstehen die Hessen auch keinen Spaß – traut Euch bitte nie, einen hessischen Markthändler nach Dill für die Grüne Soße zu fragen. Hab ich mal gemacht vor Jahren, kam gar nicht gut, kann ich Euch sagen. Ich war froh, irgendwie noch heil wieder aus der Nummer rauszukommen. Alle 7 Kräuter hab ich übrigens im Garten, nur leider eher selten gleichzeitig, jetzt zum Beispiel gibt’s grade Kerbel, aber sonst noch nix. Außerdem hatten wir, ganz mutig, die halbe Großfamilie eingeladen und waren so 13 Leute – ob dieser Menge hätte mein Kräuterbeet eh nicht mithalten können. Also wurden Kräuter gekauft. Die gibt’s hier überall in Papier eingewickelt, jeweils 200 gr, soll angeblich für 4 Personen reichen, wir verputzen die Menge aber locker zu zweit. Gestern mussten also 5 Päckchen an den Start.

Frankfurter Grüne Soße Kräuter

Die Zutaten

Und was kommt sonst noch rein in die Grüne Soße? Auch da versteht der gemeine Hesse keinen Spaß. Minimalistisch soll es sein, Joghurt, Saure Sahne, Pfeffer und Salz und natürlich Eier. Ich gestehe, ich setze mich gerne schon mal über den hessischen Minimalismus hinweg. Schmand finde ich zum Beispiel gaanz lecker da drin und ein kleiner Klecks Mayo darf auch rein, Fett ist ja schließlich ein Geschmacksträger. Und ein bisschen Zitronenabrieb, gibt einen kleinen Frischekick (um das ganze Fett wieder auszugleichen :-)). Ach ja, und eine Zwiebel würfel ich noch ganz fein da rein, muss ja keiner wissen. Und ein Löffelchen Senf. Nur Knoblauch hat da echt nix drin verloren, da muss ich den Hessen recht gebe. Und jetzt nochmal die Zutatenliste zum Nachmachen, für 2 hungrige Personen braucht Ihr:

1 Packung Grüne Soße Kräuter
600 gr Joghurt, Saure Sahne und Schmand (Gewichtsanteil nach Geschmack)
3 hartgekochte Eier
1 Esslöffel Mayo
1 Teelöffel Senf
1 kleine Zwiebel, ganz fein gewürfelt
Saft und Abrieb einer halben Zitrone
Pfeffer und Salz
1 Prise Zucker
Grüne Soße zu Gründonnerstag

Die Zubereitung

Die Kräuter werden ganz fein geschnitten, Eure Küchenmaschine könnt Ihr direkt wieder einpacken, es wird von Hand gehackt, ein gutes Messer ist da Gold wert – bei einer Packung geht das auch ganz flott, bei fünf Packungen wird’s irgendwann ein wenig zäh – wir waren gestern zu zweit und haben die Kräuterberge so ganz gut klein bekommen. Die Eier schneidet Ihr in mehr oder weniger kleine Stücke und alle Zutaten werden dann einfach miteinander verrührt. Dazu gibt’s ganz klassisch Kartoffeln. Schnitzel, Tafelspitz, hartgekochte Eier geht auch alles, stiehlt der Grünen Soße aber ein wenig die Show.

Grüne Soße zu Gründonnerstag

Übrigens kann man Grüne Soße auch wunderbar an andern Tagen essen, Ihr müsst also nicht bis nächstes Jahr Gründonnerstag warten. Bei uns gibt’s heute noch eine große Portion davon, denn die Verwandtschaft war dann doch nicht so gefräßig wie wir selbst das sind :-).

Wenn Ihr noch ein bisschen mehr über die Grüne Soße wissen wollt, schaut mal auf der Seite des Grüne Soße Festivals vorbei. Ja auch das gibt’s in Frankfurt, dort wird seit einigen Jahren jährlich die beste Grüne Soße gekürt und man munkelt, dass die Gewinner sich auch nicht zwingen an das minimalistische Ursprungsrezept halten.

Habt Ihr auch ein klassisches Gründonnerstagsrezept? Oder eins für Karfreitag oder Ostern?

8. November 2014
von mecki
20 Kommentare

Samstagskaffee 27 – Frühstücksampel

Ampel? Nein, nein, keine Angst, ich möchte Euch nichts über Fett- und Zuckergehalt, Kalorien und ähnliches erzählen. Im Gegenteil – heute gibt’s zum Samstagskaffee was Leckeres zum Frühstück und das kommt so richtig schön bunt, in rot, gelb und grün, daher.

Samstagskaffee Frühstücksampel

Ich bin ja weder Veganer noch Vegetarier, liebe es aber, alles mögliche aus Gemüse, Nüssen, Hülsenfrüchten, Kräutern und so weiter zu kochen. Und gerade bei Brotaufstrichen macht es super viel Spaß, immer wieder neue Kombinationen zu erfinden, Gelingversprechen meist inklusive (anders als beim Stricken auch ganz ohne Anleitung :-)).

Samstagskaffee Frühstücksampel

 

 

Habt Ihr Lust auf bunte Aufstriche? Geht ganz einfach:

Rote Beete Aufstrich

Dazu kocht und schält ihr eine Rote Beete und schneidet sie in kleine Würfel. Diese werden dann mit etwas Olivenöl, Zitronensaft, Pfeffer und Salz püriert. Anschließend verrührt Ihr das ganze mit ein paar gemahlenen Haselnüssen und etwas frisch geriebenem Meerrettich. Letzere Menge nach Geschmack, ich mag’s gerne schön scharf. Heute so beim Meerrettich reiben dachte ich mir, dass der Rote Beete Aufstrich statt Meerrettich sicher auch ein wenig geriebenen Ingwer gut vertragen könnte – das wird dann beim nächsten Mal ausprobiert.

Gelbe Linsen Aufstrich

Zunächst kocht Ihr eine Tasse gelbe Linsen in 2 Tassen Gemüsebrühe bis sie weich sind, dauert ungefähr 15 Minuten. In einem guten Schuss Olivenöl (Fett ist ein Geschmacksträger :-) dünstet Ihr eine Zwiebel und eine Knoblauchzehe, beides klein gewürfelt, zusammen mit ein wenig zerstoßenen Koriandersamen. Diese Mischung sowie die Linsen püriert Ihr dann zusammen mit etwas Zitronensaft. Abgeschmeckt habe ich das ganze zuletzt mit Pfeffer, Salz, Kurkuma und scharfem Paprika.

Avocado Aufstrich

Kennt Ihr sicher ohnehin, ist ja als Guacamole weithin verbreitet. Meine Version geht so: Eine Avocado schälen und mit einer Gabel zerdrücken (ich mag es, wenn die Avocado noch ein bisschen stückig ist). Eine halbe Zwiebel und ein Stück Chilischote in ganz feine Würfel schneiden. Etwas Kreuzkümmel mörsern. Im Garten habe ich noch Kerbel, Koriander und Dill gefunden (wir haben Mitte November!) und klein gehackt. Alle Zutaten werden dann mit etwas Zitronensaft, Pfeffer und Salz gemischt.

Samstagskaffee Frühstücksampel

Und bei dieser Ampel braucht Ihr garantiert keine Lebensmittel-Verpackungs-Sonstwas-Ampel, die Aufstriche stecken nämlich voller gesunder Dinge und sind dazu auch noch mordsmäßig lecker. Wobei – in Punkto Fettgehalt würde zumindest der letzte klar durchfallen, ist mir aber egal!

Was kommt bei Euch so auf die Wochenendbrötchen?