6. November 2014
von mecki
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Von Bahnhöfen und Arbeitswegen

Bahnhöfe sind für mich Orte, an denen ich gerne fotografiere. Normalerweise bin ich mit der Kamera eher zielorientiert – am liebsten hab ich ein eindeutiges Objekt, das abgelichtet werden soll, das ich ins rechte Licht rücken kann und wo ich nicht erst entscheiden muss, was ich denn überhaupt für fotografierenswert halte (die Kerzenständer sind zum Beispiel so ein Wunschobjekt). Aber an Bahnhöfen mache ich gerne eine Ausnahme. Es gibt viel zu entdecken, überraschende, auf den ersten Blick unscheinbare, Details, diese ganz besondere Atmosphäre an Bahnhöfen, die immer ein wenig die Reiselust in mir weckt, die vielen Menschen, alle irgendwie auf dem Weg nach irgendwo. Ein besonders schöner Bahnhof ist der in Wiesbaden – und so hatte ich schon ein wenig länger ein paar Fotos auf Halde liegen und immer auf eine Gelegenheit gewartet, sie hier mal zu zeigen.

Bahnhof Wiesbaden

Aber so ein Blogpost nur mit Bildern? Geht eigentlich nicht! Ein bisschen was zum Lesen drum herum muss schon sein. Und schwupp – heute reden irgendwie alle über Bahnhöfe, Bahnfahren etc. So ein Streik ist doch ein wunderbarer Aufhänger, um Euch ein paar Bahnhof-Fotos zu zeigen. Wart Ihr auch betroffen vom Streik? Habt Ihr umsonst auf die Bahn gewartet, Euch mit dem Auto in den Stau gestellt, kilometerlange Wege zu Fuß zurückgelegt? Mein Arbeitsweg hätte heute eigentlich so ausgesehen: Morgens entspannt auf’s Rad setzen, über Feldwege bis Frankfurt fahren, danach einmal die große Stadt queren, um am Mainufer wieder ausgespuckt zu werden und dann bis Offenbach zu fahren – und, genug geradelt, abends einfach mit Rad in die S-Bahn setzen und ab nach Hause. Der Hinweg auf dem Rad: kein Problem – es waren auf Grund des Streiks nur deutliche mehr Radfahrer als sonst unterwegs, fand ich prima! Erstaunlicherweise waren kaum mehr Autos auf der Straße als sonst, haben die alle Urlaub gemacht heute? Und zurück dann? Naja, so wirklich viele S-Bahnen fuhren nicht. Ich hatte aber Glück und konnte zumindest einen Teil des Wegs mit der S-Bahn zurücklegen, die war übrigens auch fast leer, sehr seltsam, wo sind bloß die ganzen Pendler geblieben heute? Zuhause standen dann immerhin 40 km auf dem Tacho und ich hab genug frische Luft für heute :-)

Bahnhof Wiesbaden

Vielleicht sitzt Ihr ja, während Ihr das hier lest, noch an irgendeinem Bahngleis und wartet auf Euern Zug. Oder seid Ihr schon gut angekommen?

17. August 2014
von mecki
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Bregenzerwald – Hotspot der Architektur und des Handwerks

Als wir im Februar dieses Jahres das erste Mal in den Bregenzerwald fuhren wusste ich zwar vorher, dass Vorarlberg für seine anspruchsvolle und gute zeitgenössische Architektur bekannt ist. Darauf vorbereitet, welche Fülle an toller Architektur und an anspruchsvoller Handwerkskultur mich im Bregenzerwald erwartet, war ich jedoch nicht. Auf engstem Raum (hier leben rund 30.000 Menschen in gerade einmal 22 Dörfern) finden sich unglaublich viele gut gestaltete Bauwerke. Während anderswo Qualität meist eher die Ausnahme ist – gerade in Neubaugebieten – ist sie hier absolut der Normalfall. Seit den 90-er Jahren des letzten Jahrtausends hat sich eine rege Bau- und Handwerkskultur gebildet, die auch von der sehr guten Zusammenarbeit der Architekten mit den Handwerkern lebt.

Bregenzerwald

Bregenzerwald, Impressionen

So war im Februar schon klar, dass ich hier nicht zum letzten Mal bin. Und jetzt in den Sommerferien haben wir die Gelegenheit genutzt und nach unserem Alpencross noch ein paar entspannte Tage in Au verbracht. Von hier lohnen sich Ausflüge nach Bezau und Bizau, die beide mit viel sehenswerter zeitgenössischer Architektur aufwarten. Auch eine Fahrt nach Schwarzenberg kann man machen, hier gibt es noch viele ältere Bauwerke – anders als im restlichen Alpenraum, wo ich die Häuser oftmals als schwer und eher überladen empfinde, sind auch die älteren Bregenzerwaldhäuser eher streng, ein wenig karg und mit sehr präzisen Details. Material ist hier wie auch bei den aktuellen Gebäuden vorwiegend Holz – sehr genau und mit hohem handwerklichen Anspruch  verarbeitet – es macht immer wieder Spaß, sich Details genauer anzugucken.

Bregenzerwald

Bregenzerwald, vom Umgang mit Holz, alte und neue Details

Für mich leben die Orte auch durch ihr absolut natürliches Nebeneinander von Alt und Neu – das Neue kommt selbstbewusst daher, aber dennoch zurückhaltend und nie marktschreierisch oder effektheischend. Das Alte wirkt ob seiner Reduziertheit und Präzision durchaus aktuell und nie überholt. Wie wohltuend ein Gang durch einen solchen Ort ist!

Bregenzerwald

Bregenzerwald, zeitgenössische Architektur

Ein weiterer schöner Ausflug führt uns nach Andelsbuch. Hier hat der werkraum bregenzwald seinen Sitz. Dies ist ein Zusammenschluss von unterschiedlichen Handwerkern, die sich der Qualität des Handwerks und der Baukultur sehr erfolgreich verschrieben haben und die sicherlich maßgeblich zum hohen Bauniveau im Bregenzerwald beitragen. In Andelsbuch gibt es das Werkraum Haus, errichtet von Peter Zumthor (über den ich im ersten Beitrag meiner Miniserie schon berichtete), stellen hier Handwerker ihre Arbeiten aus. Darüberhinaus gibt es immer eine Wechselausstellung zu spannenden Themen. Fotografieren ist hier übrigens nicht erlaubt (Zumthor macht sich wohl Sorgen ob der Qualität von Privatfotos…, das Gebäude ist übrigens wirklich nicht einfach zu fotografieren und ich hatte an dem Tag schon das Kunsthaus in Bregenz abgelichtet, war daher nicht so böse, dass meine Kamera nicht zum Einsatz kam).

Bregenzerwald

Bregenzerwald, zeitgenössische Architektur

Wollte man dem Bregenzerwald und seiner Baukultur gerecht werden, müsste man sich sehr viel mehr Zeit nehmen – insofern versteht meine Bilder nur als einen ganz kleinen ersten Einblick und eine sehr sehr willkürliche Auswahl. Wollt Ihr mehr wissen über den Bregenzerwald? Dann gibt es hier noch ein paar Internetadressen zum Weiterlesen:

Architekt Hermann Kaufmann: einer der Architekten, die die Entwicklung im Bregenzer Wald maßgeblich mitgeprägt haben, schöne Website mit toller Architektur

eigen+sinnig: ein spannendes Buch, wenn man mehr über das Bregenzwälder Handwerk, Geschichte und Gegenwart, erfahren möchte

Bregenzerwald Tourismus: normalerweise stehe ich ja nicht so auf diese Touri-Info-Seiten, diese hier ist aber super gut gemacht und unglaublich informativ (und selbst das Webdesign scheint mir dem allgemein hohen Gestaltungsanspruch im Bregenzerwald angemessen…)

 

11. August 2014
von mecki
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Kunsthaus Bregenz

Zwei Wochen schönster Sommerurlaub liegen hinter uns. Der größere Teil des Urlaubs war so ganz und gar nicht der Architektur und Kultur gewidmet, sondern führte uns mit den Rädern über die Alpen – immer wieder genial, um den Alltag ganz schnell hinter sich zu lassen, nach einem halben Tag auf dem Rad habe ich das Gefühl, mindestens schon eine Woche weg von Zuhause zu sein und habe den Kopf frei von jeglichem Alltag. Auch der Regen konnte diesem Gefühl nichts anhaben, das Schöne ist: wenn man erst einmal bis auf die Knochen nass ist, kann’s gar nicht mehr schlimmer werden, spätestens dann ist weiterfahren die beste Lösung :-).

Nach dem Alpencross haben wir uns noch ein paar Tage im Bregenzerwald gegönnt – für jeden Fan von guter Architektur und gutem Design ist diese kleine Region in Österreich ein absoluter Wohlfühlort. Dazu werde ich aber demnächst noch einen eigenen Artikel schreiben. Heute soll es erst einmal um ein ganz spezielles Gebäude gehen – das Kunsthaus Bregenz.

Das Gebäude – der Architekt

Kennt Ihr Peter Zumthor? Er ist der Architekt des Kunsthaus Bregenz. So ein wenig entzieht sich seine Architektur jeglicher Beschreibung. Ein wenig sperrig, unglaublich präsent, sehr präzise, sehr reduziert und von einem sehr genauen Umgang mit dem jeweiligen Material geprägt – so würde ich seine Gebäude beschreiben oder besser, versuchen zu beschreiben.

Kunsthaus Bregenz

Auch das Kunsthaus Bregenz ist bei der ersten Annäherung von außen ein wenig sperrig. Selbstbewusst und formal sehr reduziert steht es mit seiner Milchglashaut inmitten der Bregenzer Altstadt, nur ein paar Schritte vom Ufer des Bodensees entfernt. Beim Betreten des Gebäudes fasziniert mich vor allem die Ruhe – sowohl die Ruhe, die der Raum ausstrahlt als auch die Ruhe, die dadurch entsteht, dass nur sehr wenige Besucher anwesend sind. Ich war nun zum zweiten Mal dort und finde es jedesmal wieder ungeheuer erstaunlich, wie wenige Menschen man dort antrifft. Gerade in einem Museum finde ich das klasse – man findet dort wirklich die Muse, ganz in Ruhe zu schauen und den Raum und/oder die Kunst auf sich wirken zu lassen. Ich bin übrigens ganz schnell gänzlich überfordert mit dem Dreiklang Raum, Kunst und Fotografieren – so habe ich beim diesmaligen Besuch der Kunst einfach kaum Beachtung geschenkt, sondern sie lediglich genutzt um den Gebäudefotos mehr Tiefe zu geben, dem Raum eine Dimension zu geben. Ein weiterer Besuch mit Würdigung der Kunst lohnt also auf alle Fälle.

Kunsthaus Bregenz

Licht und Material

Während das Erdgeschoss noch ganz klassisch über Fensterflächen belichtet wird (zu sehen auf den ersten Fotos) werden alle drei Obergeschosse mit Tageslicht (und bei Bedarf auch Kunstlicht) über einen Lichtraum oberhalb der Decke aus geätzten Glaspaneelen belichtet. Dieses indirekte gefilterte Licht ist unglaublich weich und steht so in einem reizvollen Kontrast zu den kargen, harten Sichtbetonflächen. Letztere sind übrigens ungeheuer präzise ausgeführt ohne dabei ihren rohen Charakter zu verleugnen – wer meine Liebe zu Sichtbeton kennt, kann sich vorstellen, dass das für mich quasi der Himmel auf Erden ist ;-)

Kunsthaus Bregenz

Kunsthaus Bregenz

Von Verkehrsflächen und Toiletten

Wenn ich wissen möchte, mit wie viel Liebe zum Detail ein Architekt arbeitet, gehe ich aufs Klo! Klingt lustig, ist aber so. Testet es mal – ein Architekt, der wirklich ernsthaft arbeitet, wird sich auch dort um jedes Detail kümmern. Nun ist Peter Zumthor diesbezüglich ohnehin über jeden Zweifel erhaben – ich kenne kaum einen Architekten, der so akribisch auf jedes Detail achtet. Was ich Euch eigentlich sagen wollte: die Toiletten waren toll, aber da leider fast komplett in Schwarz gehalten völlig ungeeignet zum Fotografieren (ich bin ohne Blitz unterwegs…). Um so schöner ließen sich aber die Treppen fotografieren, auch diese sehr präzise gestaltet und profitierend von dem tollen indirekten Licht. Gerne hätte ich da noch ein wenig mit Bewegung experimentiert (der Herr fein & raum wäre sicher willig noch ein paar mal die Treppen hoch und runter gelaufen), mir fehlte aber leider das Stativ um mit langer Belichtungszeit Bewegung auf den Sensor zu bannen, beim nächsten Mal dann :-).

Kunsthaus Bregenz

Kunsthaus Bregenz

Ich hoffe Ihr hattet ein wenig Freude, bei meinem kleinen Gang durch ein faszinierendes Museum. Mir hat die Zeit mit der Kamera in den lichten reduzierten Räumen viel Spaß gemacht und ich werde sicher wiederkommen.

Peter Zumthor findet Ihr unter anderem hier bei tumblr.

Mehr zum Kunsthaus Bregenz findet Ihr hier.

14. Juni 2014
von mecki
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Samstagskaffee 9 – Lieblingsstadt in Schwarz-Weiß

Heute muss es wieder mal ganz schnell gehen beim Samstagskaffee – ich muss gleich zur Arbeit. Und da die Arbeit heute ganz im Zeichen der Schwarz-Weiß-Fotografie steht, zeige ich Euch auf die Schnelle kurz ein Bild einer meiner absoluten Lieblingsstädte in Schwarz-Weiß. Der Sommer ist da und damit auch die Zeit, andere Länder und Städte zu erkunden – ein wenig dauert es noch bis zum Urlaub, aber ein bisschen träumen von fernen Städten geht auch jetzt schon. Einen schnellen Kaffee gibt’s auch noch dazu. Und wer lieber Farbe mag, guckt sich die aktuellen Bilder unseres Garten an :-)

Stockholm black and white

kaffee black and white

Wart Ihr schon mal da? Dann habt Ihr sie sicher direkt erkannt. Es ist Stockholm, eine tolle Stadt, die ich unbedingt nochmal besuchen will.

Ein schönes Wochenende und viel Spaß mit dem Samstagskaffe bei Ninja.

1. Juni 2014
von mecki
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Eine Liebeserklärung an Holland und die Nordsee

Es gibt sicher aufregendere Urlaubsgebiete, Orte mit besserem Wetter, beeindruckendere Landschaften und ganz gewiss Länder, die kulinarisch mehr zu bieten haben – und dennoch, wenn ich nicht einmal im Jahr an der holländischen Nordsee bin, fehlt mir etwas. Solange ich denken kann, ist Holland und die Nordsee ein Sehnsuchtsort für mich. Kaum angekommen, fühle ich mich wohl, möchte am liebsten auf ewig bleiben und kann noch nicht einmal genau sagen, was es eigentlich ausmacht, es ist die Mischung: die Unendlichkeit der See, der Wind, der Geruch des Meeres (hin und wieder gemischt mit dem der leckeren holländischen Pommes), die Aufgeschlossenheit der Menschen, die Schönheit der Städte, die Ruhe der kleinen Dörfer und die Weite der Landschaft, ja selbst die Sprache, oft so bildhaft und das holländische Lebensgefühl vermittelnd, mag ich.

holland

Oostkapelle und eine tolle Unterkunft

Diese Woche hatten wir das Glück, 4 Tage in Oostkapelle auf Walcheren zu verbringen. Walcheren ist eine Halbinsel ganz im südwestlichen Zipfel der Niederlande zur Provinz Zeeland gehörend. In Oostkapelle hatten wir eine hübsche Ferienwohnung bei sehr netten Vermietern gebucht – ein echter Glücksfall. Eigentlich wollte ich Euch ein paar Fotos des Hauses zeigen, nur wenn man das fotografieren vergisst, ist das leider ein wenig schwierig. Aber schaut einfach selbst hier, da findet Ihr alle relevanten Informationen über die Unterkunft – ein echter Tip und ein Beweis, dass die Holländer nicht nur alte Architektur können.

Holland – Fahrradland

Natürlich hatten wir unsere Räder mit. Rad fahren in Holland hat etwas ungemein Entspanntes – man braucht eigentlich nie auf eine Karte zu gucken, weil es unglaublich viele und gut platzierte Hinweisschilder gibt, die Radwege sind toll ausgebaut, sowohl auf dem Land wie auch in den Städten und die Autofahrer sind sowas von rücksichtsvoll, da können wir hier nur von träumen. Auf Walcheren ist alles recht übersichtlich, so kann man im Grunde genommen einfach auf gut Glück losfahren und die Beschilderungen nutzen. Eine besonders schöne Strecke führt von Oostkapelle entlang der bewaldeten Küste nach Veere. Oder man startet von Oostkapelle Richtung Landesinnere nach Aagtekerke – ein hübsches Dorf, mit dem typischen zentralen Kirchplatz, der rund um die Kirche liegt und von kleinen Häusern umstanden ist. Dann weiter über Meliskerke nach Biggekerke (für mich mit seinem wunderhübschen Kirchplatz das schönste Dorf der Insel), Zoutelande (ein typischer Touristenort, der mit den höchsten Dünen aufwarten kann), von da aus weiter über einen schönen Radweg mitten durch die Dünen nach Westkapelle an der Spitze der Halbinsel und dann nach Domburg, einem alten Seebad, das in den letzten Jahren zunehmend wieder in altem Glanz erstrahlt. Von da aus geht es dann durch „de Manteling“ ein bewaldetes Naturschutzgebiet in den Dünen mit teils bizarr geformten Eichen.

Walcheren

Karte Jan-Willem van Aalst, Bearbeitung. M. Schwetje

Wer ausgearbeitete Routen bevorzugt findet hier eine schöne Tour und auch hier jede Menge Material.

 Das Meer, die Dünen und Strandkörbe auf holländisch

Die Nordsee mit ihren Wellen, ihren oftmals sehr gedeckten Farben, dem Wind und dem Rauschen und dem ganz speziellen Geruch – all diese Sinneseindrücke in einem Foto einzufangen: fast unmöglich, dennoch versuche ich es immer wieder (dieses Jahr wurden sämtliche Fotoversuche noch durch viele Regenschauer erschwert – Regen und meine Kamera mögen sich gar nicht, wenn gleich ich Regenspaziergänge am Strand mag).

Nordsee bei Domburg

Die Strände auf Walcheren haben große Flächen aus feinem Sand – wer also Strandurlaub mag, kommt hier auf seine Kosten. Mir gefallen besonders auch die Dünenlandschaften, mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt, die so ganz anders sind als unsere heimischen Mittelgebirge.

Dünen Domburg und Oostkapelle

Was dem Deutschen sein Strandkorb ist, ist dem Holländer seine Strandkabine – aufgereiht am Fuß der Düne, kann man diese, genau wie Strandkörbe, mieten und alles was man so für einen glücklichen Strandtag braucht, darin unterbringen. Kilometerlang kann man am Strand entlang laufen und findet immer neue Varianten – mal liebevoll gestaltet, mal etwas runtergekommen, immer ein wenig vielfältiger als die deutschen Strandkörbe.

Strandkabinen bei Oostkapelle

Große Liebe – holländische Architektur

Wenn ich durch holländische Städte und Dörfer laufe, bekomme ich regelmäßig dieses „genau hier möchte ich wohnen“-Gefühl. Was ist es nur, was die holländische Architektur und den Städtebau so besonders macht? Ich lasse einfach Bilder sprechen und zeige Euch ein paar Häuser, die ich alle entlang des Hafens von Veere fotografiert habe.

veere Hafen Architektur

Die Häuser sind meist eher klein, aber von jeher recht großzügig mit Fenstern ausgestattet, oft erstreckt sich das Erdgeschoss in einem Raum von der Straße bis zum Garten, so dass der Innenraum, trotz der für unsere Verhältnisse eher kleinen Fläche, großzügig ist. Im Material (Klinker) und Grundausprägung recht einheitlich, so dass ein zusammenhängender städtebaulicher Raum auch als solcher wahrnehmbar ist, findet die Differenzierung in liebevoll gestalteten Details (der Giebel, der Türen etc.) statt und alles kommt so natürlich und selbstverständlich daher, als müsste es genau so und nicht anders sein. Ich könnte stundenlang gucken, mich in Details verlieren und mich in die dahinterliegenden Wohnungen träumen.

Veere – ein Besuch lohnt sich

Eine der Städte auf Walcheren, die wirklich einen Besuch wert sind ist Veere. Am Veerse Meer (in Holland ist Meer = See und Zee = Meer, das Veerse Meer ist also ein Binnensee, abgeschlossen vom Meer durch den Veerse Dam) gelegen, bietet Veere wunderschöne kleine Gassen und Plätze, eine alles überragende beeindruckende Groote Kerk, für die Freunde des Wassersports einen Jachthafen und ganz viel Hollandfeeling pur.

Veere groote Kerk

Ewig lang kann ich mich hier ziellos durch die Straßen treiben lassen und mich an den vielen schönen Details erfreuen und die Atmosphäre mit allen Sinnen genießen.

Veere Architektur Kunst

Holland – ich komme wieder, spätestens nächstes Jahr!