19. Mai 2014
von mecki
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Leuchte für’s Gästezimmer – sie ist fertig!

Letzte Woche habe ich Euch ja schon am Schaffensprozess teilhaben lassen – um so mehr freue ich mich, Euch heute die fertige Leuchte präsentieren zu können. Ins Rollen gekommen ist die ganze Geschichte ja überhaupt erst mit meinem Entschluss, mit meinem Arbeitszimmer auf 5 Quadratmeter umzuziehen. So hatten wir dann plötzlich einen eigenen Raum für ein Gästezimmer frei. Und da im Hause fein & raum ja selten Möbel gekauft werden, wurde kurzerhand das Gästebett aus Birke-Multiplex entworfen und gebaut (wird demnächst hier auch mal gezeigt – versprochen!). Nun hatten wir zum einen noch jede Menge Holzreste (ich hab da schon so ein paar Ideen für weitere Projekte…) und zum anderen keine Lampe für’s Gästezimmer (sieht man mal von der Stativlösung ab – das Stativ brauche ich aber grade zunehmend häufig, um schöne Fotos für diesen Blog zu machen :-). Da lag die Idee ja nahe, beides zu kombinieren.

Leuchte Gästezimmer

Leseleuchte – der Entwurf

Nachdem die Idee, eine Leuchte selbst zu bauen erst einmal geboren war, waren die ersten Skizzen schnell gemacht. Es gibt Entwürfe, wo man immer wieder hin und her probiert und ewig braucht, bis das Ergebnis überzeugt und dann gibt es wiederum Entwürfe wo all das ganz schnell geht und sich die Lösung quasi wie von selbst ergibt – zu letzterem gehört diese Leuchte. Die Idee zur Form: Quader und Kugel – ganz reduziert war schnell geboren. Ein wenig länger haben wir dann noch überlegt, wie man den Lichtschalter schön UND funktional unterbringen kann: Diese ins Kabel integrierten Schalter sind meist weder besonders formschön noch besonders praktisch (wenn man im Dunkeln danach sucht, trifft man selten die richtige Stelle…). Überhaupt sind die meisten Schalter, die man so zu kaufen bekommt nicht gerade eine Augenweide, unsere Lösung: wir machen einen Schalter aus Holz!

Leuchte aus Multiplex

Das Material

Holz war ja wie gesagt ohnehin genug vorhanden. Was brauchten wir sonst noch? Eine Glühbirne, die auch optisch was hermacht. Hier muss ich jetzt mal kurz beichten, dass wir nach längerer Suche eine 60 Watt Glühbirne gekauft haben – mein Öko-Gewissen (ich möchte ja eigentlich dauernd die Welt retten) jault zwar so ein wenig vor sich hin, ich habe mich dann aber damit beruhigt, dass wir sooo oft ja nun auch keine Übernachtungsgäste haben. Und außerdem verbringen diese ja die meiste Zeit mit uns und nicht im Gästezimmer, insofern dürfte sich der Gesamtstromverbrauch durch die Leuchte dann doch eher in Grenzen halten. Gefunden haben wir die Glühbirne (sie musste groß genug sein und matt) dann übrigens bei Manufactum, verkauft werden darf sie nur deshalb, weil sie als besonders stoßfest deklariert ist. Übrigens finde ich, dass nach wie vor kein anderes Leuchtmittel an die Lichtfarbe von Glühbirnen rankommt, höchstens noch Halogenstrahler, die sind aber wiederum vom Energieverbrauch her auch eher nicht so doll. Ich hoffe, da wird sich noch ein bisschen was tun, so dass LED oder Energiesparleuchten künftig nicht mehr so ein trauriges Licht produzieren.

Da ich normales Kabel eher hässlich finde und es sich außerdem immer genau so windet wie man das nicht möchte, haben wir Textilkabel besorgt – gibt es übrigens in unendlich vielen Farben, wir haben uns aber für schlichtes Weiß entschieden.

Der Rest kommt aus dem Baumarkt: eine Fassung für die Birne und ein kleiner unscheinbarer Lichtschalter, der den technischen Part des Ein- und Ausschaltens übernimmt, aber unsichtbar im Innern der Leuchte vor sich hin werkelt. Und zuletzt noch ein kleiner Rundstab aus Buchenholz und ein Stecker.

Leuchte aus Multiplex

Die Umsetzung

Ich sagte schon, dass ich zwei linke Hände habe und eher grobmotorisch veranlagt bin? Zum Glück ist mein Liebster ja nun das genaue Gegenteil, insofern musste ich mir um die Umsetzung keinerlei Gedanken machen. Ich bin selbst ganz hingerissen, mit welcher Präzision er den Leuchtenkörper gebaut hat. Die einzelnen Multiplexplatten sind aufeinander geleimt, im Innern nach Bedarf ausgefräst, mit Bohrungen für Kabel und Schalter versehen und alle Technik entsprechend eingebaut, perfekt! Mir blieb dann nur noch das Mischen von Farben und das Anstreichen der kleinen bunten Holzpinne – das hat übrigens großen Spaß gemacht. Die Pinne werden jetzt in ein Schälchen neben der Lampe gelegt und jeder Gast darf sich dann seine Lieblingsfarbe zum An- und Ausschalten aussuchen :-)

14. Mai 2014
von mecki
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Sneakpreview 2 – Leuchte für’s Gästezimmer

Eigentlich wollte ich Euch ja erst dann wieder was von unserer Gästezimmer-Leuchte zeigen, wenn sie fertig ist. Ich hatte aber so einen Spaß beim Farbe mischen, malen und fotografieren, dass ich hier nun doch nochmal ein bisschen was zeigen MUSS.

Ich mach’s jetzt mal ein wenig spannend, zeige Euch nur die Bilder und verrate nicht, was die feinen bunten Nöppel denn mal werden sollen – hat einer eine Idee? Hübsch sind sie jedenfalls geworden – ich hab noch soviel Farbe übrig, ich glaube da muss ich mir direkt das nächste Projekt überlegen.

bunte Pins aus Holz

 

13. Mai 2014
von mecki
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Sneakpreview – Leuchte für’s Gästezimmer

Bislang habe ich hier ja von selbst entworfenen Möbeln und sonstigen Basteleien immer das Ergebnis gezeigt. Während ich an meiner Diplomarbeit zeichnete hatte ich ein Schild an der Wand hängen: „der Weg ist das Ziel“. Getreu diesem Motto, das ich bis heute mag, lass ich Euch heute mal ein wenig am Weg teilhaben. Derzeit entsteht im Hause fein & raum eine Leuchte für’s Gästezimmer und ich bin guter Dinge, hier demnächst das Ergebnis präsentieren zu können. Jetzt gibt es aber erst einmal eine kleine Sneakpreview:

Erste Skizzen

Auch wenn ich die Arbeit am PC liebe und neben Photoshop super gerne CAD-Programme nutze, finden die ersten Schritte hin zu einem neuen Entwurf doch fast immer auf Skizzenpapier statt. „Mit dem Stift denken“ ist etwas, was mir im Entwurfsprozess ganz wichtig ist – zudem entsteht bei uns vieles im gemeinsamen Gespräch, in der Diskussion am großen Esstisch während das Zeichnen am Computer dann eher eine nicht sehr kommunikative Einzelkämpfer-Geschichte ist. Skizzenpapier habe ich wirklich immer im Haus, am besten das ganz dünne von Hahnemühlen, dazu noch ein dünner und ein dicker Filzstift und es kann los gehen.

Skizze Lampe Multiplex

 Material

Birke-Multiplex haben wie gerade in  Mengen übrig – aus den Platten ist ein größeres Projekt ebenfalls im Gästezimmer (das zeige ich hier natürlich auch zu gegebener Zeit) entstanden. Am Samstag haben wir in Frankfurt schönes Textil-ummanteltes Kabel (in einem kuriosen kleinen Laden für „antike“ Leuchten im Nordend) und eine große Glühbirne gekauft.

Material Leuchte Multiplex

Lasst Euch überraschen, was daraus geworden ist – das fertige Produkt gibt’s dann demnächst in diesem Kino :-)

30. April 2014
von mecki
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Leuchten – ganz einfach!

Ich finde ja, es gibt viel zu viele Leuchten auf dieser Welt – da kann sich doch kein Mensch entscheiden. Wart Ihr mal in einem gut sortierten Laden und habt versucht, eine Leuchte auszusuchen? Unmöglich, geht nicht! Und wenn man sich die Entwürfe, die so auf dem Markt landen dann anschaut, stellt man fest, dass die Hälfte auch noch übelste Staubfänger sind. Ich hatte mal einen Chef, der den Bauherren ob ähnlicher Einwände gerne erwiderte. „Ich bau mein Haus doch nicht um einen Putzlappen drumrum“ – da hat er ja grundsätzlich recht, aber ich finde bei Leuchten hört der Spaß dann irgendwann auf. Kennt Ihr dieses Modell, das bevorzugt in Postfilialen hängt? Das mit den vielen filigranen Rippen?. Könnt Ihr Euch vorstellen, wie viel Staub in so einem Ding hängen bleibt? Aber eigentlich wollte ich Euch ja nur zeigen, dass man sich diesem ganzen riesigen Auswahlwahnsinn an Designerleuchten gar nicht ausliefern muss und ganz einfache Lösungen finden kann. Hier eine kleine Auswahl:

Leuchten

  1. Eine ganz einfache Ikea-Leuchte, wir haben sie in 3-er Reihe (Reihung ist immer gut…) über dem Esstisch hängen und mit einer selbstgebauten Aluschienenlösung an der Decke befestigt.
  2. Ein alter Heizstrahler aus den 1920-er Jahren, mein absolutes Lieblingsstück, hängt bei uns in der „Lounge“ (was das ist und wie die aussieht zeig ich Euch ein anderes mal)
  3. Wenn ich das Stativ gerade nicht zum Fotografieren brauche (und ich fotografiere lieber ohne!) wird dieser einfache Strahler dran geklemmt, derzeit im Gästezimmer im Einsatz.
  4. Klassische Kugelleuchte mit schöner Porzellanfassung von Manufactum, schmückt unser Bad
  5. Ja, in meinem Arbeitszimmer ist noch ein wenig Handlungsbedarf ;-)

 

28. April 2014
von mecki
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Philippe Starck – Abschied von einer Stil-Ikone

Kennt Ihr das? Irgendwie sammeln sich immer viel zu viele Dinge an, so Vieles was – oft ungenutzt – in der Ecke steht, Platz weg nimmt und ganz sicher nicht gebraucht wird. Ich finde es ja ungeheuer befreiend, sich von solchen Gegenständen zu trennen. Wie von diesem Fernseher, den ich mit in unseren Haushalt gebracht habe und da Andreas ebenfalls einen Fernseher ins gemeinsame Nest mitbrachte, haben wir seit dem (mindestens) einen zu viel. Bevor er nun hoffentlich bald einen glücklichen Käufer auf Ebay findet und diesem noch ein paar Jahre Freude macht, möchte ich ihm hier aber noch einen letzten Auftritt gewähren – den hat er sich verdient und so hab ich ihn heute mal in den Garten getragen und ein wenig fotografiert :-)

philippe starck - jim nature

Jim Nature – Fernseher mal anders

Was mich damals (1994!) bewogen hat, das Gerät zu kaufen war – natürlich – das Material, erfrischend anders und unkonventionell und weit weg von den monströsen schwarzen Kisten, die Fernseher gemeinhin so sind (oder waren? in Zeiten von Flatscreens halt wenigstens nur noch in 2 Dimensionen), dazu vielleicht noch ein ganz kleines bisschen ökologischer als die großen Plastik-Ungetüme. Ich bin nun gar kein großer Philippe Starck-Fan – was ihn aber auszeichnet ist eine gewisse Unverkrampftheit in seinen Entwürfen. Er hat Design populär gemacht, plötzlich war Design nichts Elitäres mehr sondern etwas, das Menschen im Alltag begleitet (bis hin zu einer gewissen Beliebigkeit, wie ich finde) – es gibt wohl kaum jemand, der nicht irgendwo im Haushalt irgendeinen Gegenstand von P. Starck hat und sei es nur der Wasserhahn im Bad. So omnipräsent wie er ist kein anderer Designer und auch sein Spektrum an Arbeiten ist ungeheuer breit – da findet sich alles vom Café über die Yacht und das Motorrad bis hin zu unzähligen Alltagsgegenständen. Zwei sehr interessante Links zu Philippe Starck findet Ihr hier und hier.

Jetzt muss er weg

Wie ich schon sagte, sind seine Tage bei uns nun gezählt. Der große Bruder – ein guter alter Röhrenfernseher, eben ein solches schwarzes Ungetüm, hat auch schon viele Jahre hinter sich. Bis jetzt funktioniert er noch ganz gut, aber wenn er mal seinen Geist aufgibt, bin ich auch nicht böse – dann wird künftig über den Laptop fern gesehen. Ich finde monströse Fernseher, die unsere Wohnzimmer dominieren, in Zeiten von Hochgeschwindigkeits-Internet und Streaming-Möglichkeiten ja eher anachronistisch. Wie seht Ihr das, braucht Ihr noch einen Fernseher und wenn ja, wo steht er?

13. April 2014
von mecki
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Arne Jacobsen 3107 – aktueller Klassiker

Arne Jacobsen 3017

Ich mag es ja, wenn Dinge sich eher zufällig entwickeln und ihre eigene Geschichte haben. So bin ich auch an diesen Klassiker der Möbelwelt gekommen. Vor mittlerweile schon recht vielen Jahren hat eine große Firma ihre Möbelbestände erneuert und vorhandene Möbel an die eigenen Mitarbeiter verkauft. Über mehrere Ecken landeten dann 4 wunderschöne Modelle des Arne Jacobsen 3107 für 5 DM (!) pro Stück bei mir – Ihr könnt Euch denken, wie ich mich gefreut habe und dass ich diese Stühle nie wieder hergebe! Da vier Stühle natürlich nie ausreichen und ich es außerdem ohnehin viel schöner finde, wenn um einen Tisch ganz verschiedene Stühle stehen, haben wir die Arne Jacobsen Stühle mit ein paar ebenfalls dänischen bunten Pendants ergänzt.

Arne Jacobsen Stuhl 3017

Der Stuhl

Der 3107 basiert ursprünglich auf der ebenfalls sehr bekannten Ameise aus dem Jahr 1952. Arne Jacobsen (ein dänischer Architekt und Designer) experimentierte mit dem zum damaligen Zeitpunkt noch recht neuen Verfahren, Schichtholz unter Druck zu verformen. Im Jahr 1955 entstand die Serie 7 – als erfolgreichster Teil davon der Klassiker 3107. Gebaut wird der Stuhl bis heute von der dänischen Firma Fritz Hansen.

Plakat Arne Jacobsen

Schwedischer Zufallsfund

Das Plakat, das Ihr auf den Bildern sehen könnt ist ebenfalls ganz zufällig bei uns gelandet. Wir bummelten im Urlaub durch Stockholm und guckten uns das Schaufenster eines wirklich schönen Möbelhauses an. Dort entdeckte ich dann das Plakat, das zum 50. Geburtstag des 3107 aufgelegt wurde. Eine hübsche Idee: für jedes Jahr zwischen 1955 und 2005 wird ein Ereignis der Weltgeschichte aufgelistet. Dabei gibt es schwedisches, wie zum Beispiel den Vizetitel der schwedischen Fußball Mannschaft bei der WM 1958 aber auch internationales wie zum Beispiel der Fall der Mauer in Berlin. Ganz ehrlich: das meiste verstehe ich nicht, ich spreche nämlich überhaupt gar kein Schwedisch, aber ich mag es trotzdem. Als ich übrigens in Stockholm in den Möbelladen marschierte und fragte, ob das Plakat käuflich zu erwerben sei, erntete ich erstmal erstaunte Blicke. Aber die nette Verkäuferin tauchte dann in den Keller ab und kam einige Zeit später dann tatsächlich mit einem zweiten Exemplar zurück, das wir dann für wenig Geld kaufen konnten.