28. Mai 2015
von mecki
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Betonpoesie

steinskulpturenmuseum kubach-wilmsen bad münster am stein

Wenn ich einen Architekten benennen sollte, der meine Haltung zur Architektur von Anfang an stark geprägt hat und während des Studiums und auch später immer so etwas wie ein Vorbild für mich war, dann ist das ganz klar Tadao Ando. Der japanische Architekt, der übrigens eine ganz und gar spannende Vita hat, versteht es wie kein anderer Gebäude unheimlich präzise und gleichzeitig sensibel in die Umgebung einzufügen, mit der Landschaft, der Natur, dem Licht zu arbeiten und dem Baustoff Beton eine Poesie einzuhauchen, die mich immer wieder aufs Neue fasziniert.

kunst und architektur fonadtion kubach wilmsen

Steinskulpturenmuseum Kubach-Wilmsen

So ist es kein Wunder, dass ich mir schon lange vorgenommen habe, eins der wenigen Gebäude, die er in Deutschland gebaut hat, zu besuchen – Das Steinskulpturenmuseum Kubach-Wilmsen, das bereits 2010 in Bad Münster am Stein entstand. Ein Geständnis vorne weg: Ich bin, was Kunst und Architektur angeht, mal so ganz und gar nicht multitasking fähig. Das heißt, wenn ich mir ein Museum angucke, dann gucke ich entweder die Architektur ODER die Kunst an. In diesem Fall habe die absolut sehenswerten Steinskulpturen (über die Ihr hier mehr lesen könnt) ganz sträflich vernachlässigt und mich ausschließlich auf die Architektur konzentriert. Und nicht nur das – ich habe beim Blick auf die Website des Museums zwar gesehen, dass an Pfingstmontag geöffnet ist, aber auf die Idee, auch mal auf die Uhrzeit zu schauen bin ich nicht gekommen. Daher standen wir am Montag vor verschlossenen Türen und ich konnte nur von außen fotografieren – super schade, aber selbst von außen war der Besuch absolut lohnenswert.

tadao ando sichtbeton architektur

Tadao Ando und die Architektur

Am liebsten würde ich einfach nur die Bilder sprechen lassen. Ist es nicht wunderschön- die Präzision, mit der das Gebäude in die Landschaft eingefügt ist? Das Zusammenspiel der genauen Geometrie und der umgebenden Natur? Die Staffelung des Außenraums im Dialog mit dem Inneraum (den ich ja nun leider nur von außen sehen konnte)? Der Zweiklang von umgebauter Scheuen und minimalistischem Beton? Die präzise Verarbeitung des Betons (als Architektin weiß ich was es heißt, einen Handwerker davon zu überzeugen, das Material so zu verarbeiten). Kann ich Euch ein wenig von meiner Begeisterung für Tadao Ando und seine Architektur vermitteln?

kunst und architektur fonadtion kubach wilmsen

Wenn Ihr mögt, habe ich noch ein paar Links für Euch zum Weiterlesen und Gucken:

Bildersammlung von Tadao Ando Bauwerken auf Flickr

Ein virtueller Brief an Tadao Ando

Ein schönes Interview mit Tadao Ando

Eine kleine Biographie

 

26. Februar 2015
von mecki
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Die 6 besten Tipps zum Thema Material

Du möchtest gerade ein neues Möbelstück kaufen, Dein Wohnzimmer braucht eine Frischzellenkur, Du ziehst um und renovierst Deine neue Wohnung oder hast Du gar kürzlich einen Kaufvertrage unterschrieben und demnächst wird gebaut? Bei all diesen Dingen gibt es Entscheidungen zum Material zu treffen. Um Dir diese Entscheidungen ein bisschen zu vereinfachen, habe ich heute meine 6 besten Tipps zum Thema Material zusammengestellt. Vielleicht kann ich Dich ein bisschen inspirieren.

1. Wähle Materialien, die in Würde altern

Holz ist zum Beispiel so ein Klassiker: es wird im Laufe der Jahre tatsächlich schöner. Macken erzählen Geschichten vom Gebrauch, Lichteinfall sorgt dafür, dass das Holz über die Jahre etwas nachdunkelt und so sehr warm und natürlich aussieht. Ein Boden aus Holz – Dielen oder Parkett, ist echt eine Anschaffung für’s Leben (und damit oftmals auf lange Sicht günstiger als ein vermeintlich billiges Material). Aber auch ein „kaltes“ Material, wie zum Beispiel Edelstahl als Küchenarbeitsplatte, verträgt durchaus ein paar Schrammen und hält mit ein bisschen Pflege viele viele Jahre. Wohingegen eine Küchenarbeitsplatte aus Pressspahn mit Beschichtung schnell unansehnlich wird – sind erst einmal die ersten Macken drin, kann Wasser eindringen und die Platte quillt auf.

Zusammengefasst kann man sagen: je natürlicher und weniger verarbeitet ein Material ist, desto besser die Chancen, dass es in Würde altert. Bevor Du eine Entscheidung triffst, guck Dir ein Material an, wenn es schon mal jahrelang in Gebrauch war.

Material in würde altern

2. Wähle „ehrliche“ Materialien

Plastik, das so tut als wäre es Holz? Irgendwie blöd, oder? Eine Küche oder ein Möbelstück, dass aus Pressspan mit einer Plastikauflage gefertigt wird, ist ja an sich nicht per se etwas Negatives. Aber warum muss es etwas vorspiegeln, was so gar nicht ist und uns mit aufwendiger Fototechnik ein Material vorgaukeln, aus dem es gar nicht besteht? Keine gute Idee! Man spürt immer (mindestens unbewusst), dass hier irgendwas nicht stimmt – nicht nur die Optik ist irgendwie nicht „echt“, auch die Haptik (wie fühlt sich ein Material an?) oder sogar der Geruch (ein echter Linoleumboden hat zum Beispiel einen ganz feinen Geruch nach Leinöl, wie gut Holz riecht, wisst Ihr sicher auch) und der Klang (beim Darüber laufen zum Beispiel) machen einen Unterschied. Dass man mit Plastik auch ganz selbstbewusst umgehen kann, haben Ray und Charles Eames mit Ihrem Plastic-Side-Chair schon vor über 60 Jahren gezeigt –  ein toller Stuhl, der dazu steht, dass die Sitzfläche aus Plastik ist.

Fazit: wenn Du Plastik möchtest, nehme Plastik! Wenn Du Holz möchtest, nehme Holz! Wenn Du Stein möchtest, nehme Stein! An Materialien, die „ehrlich“ sind, wirst Du Dich nicht satt sehen und jahrelang daran Freude haben

3. Spiele mit Materialkontrasten

Du kannst die Wirkung von Materialien noch steigern, in dem Du Ihnen einen Kontrast entgegen setzt. Holz ist warm und ein bisschen edel – noch besser kommt es im Zusammenspiel mit einem kalten und rauhen Material zur Geltung: Stell Dir zum Beispiel ein Holzmöbel oder einen Holzboden vor einer Sichtbetonwand vor, schön! Oder Holz mit Metall. Oder Hochglanzlack mit Beton. Oder weicher Stoff mit Stein. Oder….., Du hast bestimmt noch eigene Ideen.

Materialkontraste Holz Beton

4. Finde Deine eigenen Vorlieben

Als wir vor ein paar Jahren umzogen und eine neue Küche her musste, wimmelte es in jedem Küchenstudio und Möbelhaus nur so von den Farben Magnolie, Vanille und Crème (alle 3 eigentlich das Gleiche) – mal abgesehen davon, dass mir die Farbe ohnehin nicht so besonders gut gefiel, beschlich mich das Gefühl, dass noch 20 Jahre später jeder meine Küche genau auf das Jahr 2010 zurückdatieren könnte – einfach weil anscheinend 95% der Küchen 2010 in genau diesem Farbton verkauft wurden, so was macht mich immer ein bisschen misstrauisch. Denn lasse ich mich bei der Material- (oder Farb-) wahl davon leiten, was gerade angesagt ist, ist die Gefahr natürlich groß, dass ich es 5 Jahre später, wenn der Trend plötzlich eine Kehrtwendung macht, einfach nicht mehr sehen kann. Gelingt es mir aber, meine eigenen Vorlieben zu finden und einen wirklich eigenen Stil zu entwickeln, werde ich meine Einrichtung, meinen Boden, meine Wände wahrscheinlich auch in vielen Jahren noch mögen. (Unsere Küche ist damals übrigens Mausgrau geworden :-)

Versuche also, unabhängig vom jeweiligen Trend, rauszufinden, was Dir wirklich gefällt, was zu Dir persönlich passt! Das ist natürlich nicht immer ganz einfach, lohnt sich aber auf jeden Fall.

5. Achte auf die Funktion

Dazu gehört auch, zunächst einmal zu überlegen, ob ein Material überhaupt eine Funktion hat. Eine Tapete, mit einem hübschen grafischen oder verspieltem Muster hat zum Beispiel die Funktion, Deine Wand zu verschönern, diese Funktion erfüllt sie bestens. Und eine Rauhfasertapete? Mmmmh, fällt Dir eine Funktion ein? Mir ehrlich gesagt nicht. Rauhfaser ist so ein Material, das eigentlich gar keine Funktion hat – also kann ich es auch weglassen (und dann feststellen, dass die verputzte Wand um ein vielfaches schöner ist). Ich hab übrigens schon diverse Vermieter davon überzeugen können, dass Rauhfaser mal so gar nicht nötig ist und bekam daraufhin jedesmal die offizielle Genehmigung, sie mühsam von der Wand abzukratzen :-). Hat sich aber gelohnt! Hat ein Material eine Funktion, ist es wichtig, darauf zu achten, dass es diese Funktion auch erfüllt. Du willst zum Beispiel Vorhänge im Schlafzimmer? Überlege Dir, welche Funktion sie erfüllen sollen? Sollen sie lediglich einen Sichtschutz bieten und die Morgensonne trotzdem durchscheinen lassen? Oder sollen Sie das Schlafzimmer so abdunkeln, dass Dir die Sonne Morgens nicht ins Gesicht knallt und Du in Ruhe ausschlafen kannst?  Was ist Dir bei Deinem Esstisch wichtig? Soll er unempfindlich für die verschiedensten Aktivitäten herhalten? Dann nimm zum Beispiel Holz, das hält einiges aus und wird dabei immer schöner (siehe Punkt 1). Oder soll er filigran daherkommen und möglichst luftig wirken und alles andere ist nicht so wichtig? Dann ist vielleicht ein Glastisch das richtige für Dich.

Funktion ist sehr vom jeweiligen Nutzer abhängig, überlege Dir daher vorher, was Deine persönlichen Ansprüche an ein Möbel usw. sind.

Material Funktion Vorhang Teppich Tapete

6. Lass Dich inspirieren

Inspiration ist toll, vor allem wenn es darum geht, eingefahrene Denkmuster zu durchbrechen und ganz eigene Ideen zu entwickeln. Du kannst natürlich auf Blogs, auf Instagramm oder Pinterest viele viele Inspirationen finden. Ich persönlich liebe es, mich in Baumärkten inspirieren zu lassen. Von Materialien und Bauteilen, die ich dann in ganz andere Zusammenhänge setze. So kann zum Beispiel ein einfaches Sperrholz, versehen mit einer feinen Weißlasur aus verdünntem Acryllack zu einem tollen Möbelmaterial werden. Oder die OSB-Platte wird, statt irgendwo unsichtbar im Wandaufbau zu verschwinden, zum Bodenbelag.

Gehe einfach mit offenen Augen durch die Welt (die virtuelle und die reale) und Du wirst viele Ideen finden und entwickeln, wie Du Materialien, vielleicht auch ganz unkonventionell, einsetzen kannst.

5. Januar 2015
von mecki
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Wohnkomplex – warum wir andere Häuser brauchen

Der Untertitel meines Blogs „architektur raum möbel und mehr“ sagt es ja schon: Hier gehts um Themen rund um das Wohnen. Und wenn Ihr öfter mitlest, wisst Ihr: Ich liebe es, Alltagsgegenstände, Wohnraum und alles was damit zutun hat zu gestalten. Dabei merke ich immer wieder, dass mich mehr interessiert, als die Oberfläche der Dinge, mehr als die reine Form. Auch die Themen, wie wollen wir eigentlich leben, wie kann Wohnen in Zukunft aussehen, wie kann Architektur Antworten geben auf wichtige Fragen liegen mir am Herzen. Und so musste ich, als ich noch im alten Jahr in einer Buchhandlung das Buch mit dem Titel „Wohnkomplex – warum wir andere Häuser brauchen“ von Niklas Maak entdeckte, zugreifen. Denn der Titel verspricht Spannendes zu genau den Fragen, die ich mir immer wieder gerne stelle.

Wohnkomplex von Niklas Maak

Das Buch

In 11 Kapiteln beleuchtet der Autor das Thema aus verschiedenen Perspektiven. Viele Fragen werden aufgeworfen. Im Mittelpunkt steht dabei zunächst die Zukunftstauglichkeit des Einfamilienhauses – zu teuer, immenser Flächenverbrauch und zudem „eine Hülle für Lebensentwürfe die es nicht mehr gibt“. Am anderen Ende dieser Entwicklung stehen die Innenstädte, die einem enormen Gentrifizierungsprozess unterliegen und aus denen Wohnen zunehmend verdrängt wird – „begehrbares Anlagedepot“: Ein schönes Beispiel für die bildhafte und pointierte Sprache des Autors.

Der Status Quo wird aus oftmals überraschenden Blickwinkeln beleuchtet: Was sagt ein Fenster über unsere Art zu Wohnen aus, ein Auto oder gar ein Sofa? Ein historischer Ausflug in die Entwicklung des Wohnens ist informativ und spannend und umfasst wirtschaftliche, gesellschaftliche sowie politische Aspekte.

Bei der Beschreibung des Status Quo bleibt Maak jedoch nicht stehen. Die Frage nach der Zukunft des Wohnens verknüpft er eng mit Fragen danach wie viel Privatheit brauchen wir, was ist privat, was öffentlich, wie können wir zusammenleben, was können wir teilen und woran sind frühere Formen des kollektiven Wohnens gescheitert? Auch konkrete Projekte werden vorgestellt. Kenntnisreich geht der Blick dabei oftmals nach Japan – die Japaner, die über deutlich weniger Fläche verfügen, sind beim Thema verdichtetes Bauen und neue Wohnformen ein ganzes Stück weiter als wir hier in Europa. Dabei werden mit den vorgestellten Projekten weniger konkrete Antworten als neue Denkanstöße gegeben. Übrigens schade, dass die zugehörigen Fotos nur sehr klein sind – so ist es oft schwer, sich konkrete Beispiele wirklich vorzustellen oder diese zu beurteilen.

Wohnkomplex von Niklas Maak

Fazit

Niklas Maak gelingt es, ein hoch aktuelles Thema verständlich und unterhaltsam aufzubereiten. Dabei richtet sich sein Buch ganz sicher nicht nur an Architekten (für die es aber unbedingt lesenswert ist) sondern besonders auch an Laien. Die Stärke des Buches ist es nicht, Antworten zu geben sondern Fragen zu stellen. Mich regt das Buch an, weiter zu denken – über politische Prozesse, über Ökologie und Ökonomie aber auch über meine eigenen Vorstellungen zum Wohnen im ganz persönlichen Rahmen. Es bleibt spannend!

6. Oktober 2014
von mecki
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Vom Heizen mit Holz oder meinem Lieblingsplatz

Unser Esstisch gehört schon deshalb zu meinen Lieblingsplätzen, weil ich einfach zu gerne koche und esse. Aber in der kalten Jahreshälfte wird das ganze noch dadurch gesteigert, dass direkt neben dem Esstisch beinahe allabendlich ein fröhliches Feuer im Kamin prasselt.

Das Kaminholz ist gestapelt (steht übrigens immer noch ;-) und ich warte schon fast darauf, dass die Temperaturen nach unten gehen, so dass endlich angeheizt werden kann. Heute möchte ich Euch aber zunächst ein bisschen was rund um die Planung des Kaminofens erzählen.

Kaminofen Stuv in Trockenbauwand

Das einzige was von Anfang an fest stand war die Lage des Ofenrohres und damit auch des Kamins innerhalb des Raums. Lange haben wir mit einem freistehenden Modell geliebäugelt – doch irgendwie war immer klar “das ist es noch nicht”. Ich weiß nicht mehr, wie viele Meter Skizzenpapier für den Kamin drauf gingen, es waren in jedem Fall einige. Und “plötzlich” war dann diese ganz und gar einfache und schlichte Lösung – und damit das Gefühl “so und nicht anders” da: Ein Kamin, eingebaut in eine Trockenbauwand, die ihn in den Raum einbindet, ihm Halt gibt und auch dem ewig langen Ofenrohr die richtige Proportion verleiht. Zudem entsteht mit der, als Regal ausgebildeten Trockenbauwand, viel nützlicher Raum für Dinge wie Zeitungskorb, Weinregal, Bücher und sonstiges, was man in der Nähe des Esstisches gut brauchen kann.

Kaminofen Stuv in Trockenbauwand

Nachdem ich dann den Kamin mit umgebender Trockenbauwand entworfen hatte, kam der Herr fein & raum auf die Idee, den Kamin über ein Leerrohr in der Trockenbaukonstruktion mit der Außenluft zu verbinden – dies ist gerade in einem ziemlich luftdichten Neubau wirklich genial, da das Feuer so immer ausreichend Luft und damit ein deutlich besseres Abbrennverhalten hat (ich kenne Neubauten, da kann man den Kamin im Prinzip nur bei offenem Fenster betreiben, ist irgendwie blöd im Winter). Es war übrigens nicht ganz einfach, einen Kamin zu finden, der bezüglichen Maßen, Optik, Technik etc. passte – fündig geworden sind wir dann letztlich hier

Ist Euch aufgefallen, dass der Esstisch in der Skizze „verkehrt herum“ steht? Das liegt daran, dass die Skizze in der Entwurfsphase entstanden ist und ich mich später noch um entschieden habe, kann schon mal passieren.

Kaminofen Stuv in Trockenbauwand

Die Idylle rund um den Ofen wird dann noch komplettiert durch unsere Ofenbank. Eine ganze Weile habe ich versucht, dafür ein richtig uraltes Eichenbrett mit Geschichte und so aufzutreiben, bin aber letztendlich nicht fündig geworden. Nun ist es halt eine neue Ofenbank – die Sitzfläche aus Eichenholz haben wir vom Schreiner, die Unterkonstruktion aus weiß-lackierten MDF-Platten hat der Herr fein & raum gebaut. Obendrauf kann man es sich gemütlich machen, unten drunter finden Brennholz, Anzünder und Ascheeimer Platz

Was mich übrigens wirklich freut: der Kaminofen ist nicht nur so ein Wohlfühl-ich mach’s mir kuschelig-Ding sondern bei uns wird richtig geheizt damit. Tagsüber hält die Gasheizung das Häuschen auf konstanten 17°C (wenn ich zuhause arbeite, zieh ich mir halt einen Pullover über) und abends wird der Ofen angeheizt und es ist ruckzuck kuschelig warm in der ganzen Bude – Gasverbrauch und Heizkosten sind spürbar niedriger.

 

17. August 2014
von mecki
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Bregenzerwald – Hotspot der Architektur und des Handwerks

Als wir im Februar dieses Jahres das erste Mal in den Bregenzerwald fuhren wusste ich zwar vorher, dass Vorarlberg für seine anspruchsvolle und gute zeitgenössische Architektur bekannt ist. Darauf vorbereitet, welche Fülle an toller Architektur und an anspruchsvoller Handwerkskultur mich im Bregenzerwald erwartet, war ich jedoch nicht. Auf engstem Raum (hier leben rund 30.000 Menschen in gerade einmal 22 Dörfern) finden sich unglaublich viele gut gestaltete Bauwerke. Während anderswo Qualität meist eher die Ausnahme ist – gerade in Neubaugebieten – ist sie hier absolut der Normalfall. Seit den 90-er Jahren des letzten Jahrtausends hat sich eine rege Bau- und Handwerkskultur gebildet, die auch von der sehr guten Zusammenarbeit der Architekten mit den Handwerkern lebt.

Bregenzerwald

Bregenzerwald, Impressionen

So war im Februar schon klar, dass ich hier nicht zum letzten Mal bin. Und jetzt in den Sommerferien haben wir die Gelegenheit genutzt und nach unserem Alpencross noch ein paar entspannte Tage in Au verbracht. Von hier lohnen sich Ausflüge nach Bezau und Bizau, die beide mit viel sehenswerter zeitgenössischer Architektur aufwarten. Auch eine Fahrt nach Schwarzenberg kann man machen, hier gibt es noch viele ältere Bauwerke – anders als im restlichen Alpenraum, wo ich die Häuser oftmals als schwer und eher überladen empfinde, sind auch die älteren Bregenzerwaldhäuser eher streng, ein wenig karg und mit sehr präzisen Details. Material ist hier wie auch bei den aktuellen Gebäuden vorwiegend Holz – sehr genau und mit hohem handwerklichen Anspruch  verarbeitet – es macht immer wieder Spaß, sich Details genauer anzugucken.

Bregenzerwald

Bregenzerwald, vom Umgang mit Holz, alte und neue Details

Für mich leben die Orte auch durch ihr absolut natürliches Nebeneinander von Alt und Neu – das Neue kommt selbstbewusst daher, aber dennoch zurückhaltend und nie marktschreierisch oder effektheischend. Das Alte wirkt ob seiner Reduziertheit und Präzision durchaus aktuell und nie überholt. Wie wohltuend ein Gang durch einen solchen Ort ist!

Bregenzerwald

Bregenzerwald, zeitgenössische Architektur

Ein weiterer schöner Ausflug führt uns nach Andelsbuch. Hier hat der werkraum bregenzwald seinen Sitz. Dies ist ein Zusammenschluss von unterschiedlichen Handwerkern, die sich der Qualität des Handwerks und der Baukultur sehr erfolgreich verschrieben haben und die sicherlich maßgeblich zum hohen Bauniveau im Bregenzerwald beitragen. In Andelsbuch gibt es das Werkraum Haus, errichtet von Peter Zumthor (über den ich im ersten Beitrag meiner Miniserie schon berichtete), stellen hier Handwerker ihre Arbeiten aus. Darüberhinaus gibt es immer eine Wechselausstellung zu spannenden Themen. Fotografieren ist hier übrigens nicht erlaubt (Zumthor macht sich wohl Sorgen ob der Qualität von Privatfotos…, das Gebäude ist übrigens wirklich nicht einfach zu fotografieren und ich hatte an dem Tag schon das Kunsthaus in Bregenz abgelichtet, war daher nicht so böse, dass meine Kamera nicht zum Einsatz kam).

Bregenzerwald

Bregenzerwald, zeitgenössische Architektur

Wollte man dem Bregenzerwald und seiner Baukultur gerecht werden, müsste man sich sehr viel mehr Zeit nehmen – insofern versteht meine Bilder nur als einen ganz kleinen ersten Einblick und eine sehr sehr willkürliche Auswahl. Wollt Ihr mehr wissen über den Bregenzerwald? Dann gibt es hier noch ein paar Internetadressen zum Weiterlesen:

Architekt Hermann Kaufmann: einer der Architekten, die die Entwicklung im Bregenzer Wald maßgeblich mitgeprägt haben, schöne Website mit toller Architektur

eigen+sinnig: ein spannendes Buch, wenn man mehr über das Bregenzwälder Handwerk, Geschichte und Gegenwart, erfahren möchte

Bregenzerwald Tourismus: normalerweise stehe ich ja nicht so auf diese Touri-Info-Seiten, diese hier ist aber super gut gemacht und unglaublich informativ (und selbst das Webdesign scheint mir dem allgemein hohen Gestaltungsanspruch im Bregenzerwald angemessen…)

 

11. August 2014
von mecki
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Kunsthaus Bregenz

Zwei Wochen schönster Sommerurlaub liegen hinter uns. Der größere Teil des Urlaubs war so ganz und gar nicht der Architektur und Kultur gewidmet, sondern führte uns mit den Rädern über die Alpen – immer wieder genial, um den Alltag ganz schnell hinter sich zu lassen, nach einem halben Tag auf dem Rad habe ich das Gefühl, mindestens schon eine Woche weg von Zuhause zu sein und habe den Kopf frei von jeglichem Alltag. Auch der Regen konnte diesem Gefühl nichts anhaben, das Schöne ist: wenn man erst einmal bis auf die Knochen nass ist, kann’s gar nicht mehr schlimmer werden, spätestens dann ist weiterfahren die beste Lösung :-).

Nach dem Alpencross haben wir uns noch ein paar Tage im Bregenzerwald gegönnt – für jeden Fan von guter Architektur und gutem Design ist diese kleine Region in Österreich ein absoluter Wohlfühlort. Dazu werde ich aber demnächst noch einen eigenen Artikel schreiben. Heute soll es erst einmal um ein ganz spezielles Gebäude gehen – das Kunsthaus Bregenz.

Das Gebäude – der Architekt

Kennt Ihr Peter Zumthor? Er ist der Architekt des Kunsthaus Bregenz. So ein wenig entzieht sich seine Architektur jeglicher Beschreibung. Ein wenig sperrig, unglaublich präsent, sehr präzise, sehr reduziert und von einem sehr genauen Umgang mit dem jeweiligen Material geprägt – so würde ich seine Gebäude beschreiben oder besser, versuchen zu beschreiben.

Kunsthaus Bregenz

Auch das Kunsthaus Bregenz ist bei der ersten Annäherung von außen ein wenig sperrig. Selbstbewusst und formal sehr reduziert steht es mit seiner Milchglashaut inmitten der Bregenzer Altstadt, nur ein paar Schritte vom Ufer des Bodensees entfernt. Beim Betreten des Gebäudes fasziniert mich vor allem die Ruhe – sowohl die Ruhe, die der Raum ausstrahlt als auch die Ruhe, die dadurch entsteht, dass nur sehr wenige Besucher anwesend sind. Ich war nun zum zweiten Mal dort und finde es jedesmal wieder ungeheuer erstaunlich, wie wenige Menschen man dort antrifft. Gerade in einem Museum finde ich das klasse – man findet dort wirklich die Muse, ganz in Ruhe zu schauen und den Raum und/oder die Kunst auf sich wirken zu lassen. Ich bin übrigens ganz schnell gänzlich überfordert mit dem Dreiklang Raum, Kunst und Fotografieren – so habe ich beim diesmaligen Besuch der Kunst einfach kaum Beachtung geschenkt, sondern sie lediglich genutzt um den Gebäudefotos mehr Tiefe zu geben, dem Raum eine Dimension zu geben. Ein weiterer Besuch mit Würdigung der Kunst lohnt also auf alle Fälle.

Kunsthaus Bregenz

Licht und Material

Während das Erdgeschoss noch ganz klassisch über Fensterflächen belichtet wird (zu sehen auf den ersten Fotos) werden alle drei Obergeschosse mit Tageslicht (und bei Bedarf auch Kunstlicht) über einen Lichtraum oberhalb der Decke aus geätzten Glaspaneelen belichtet. Dieses indirekte gefilterte Licht ist unglaublich weich und steht so in einem reizvollen Kontrast zu den kargen, harten Sichtbetonflächen. Letztere sind übrigens ungeheuer präzise ausgeführt ohne dabei ihren rohen Charakter zu verleugnen – wer meine Liebe zu Sichtbeton kennt, kann sich vorstellen, dass das für mich quasi der Himmel auf Erden ist ;-)

Kunsthaus Bregenz

Kunsthaus Bregenz

Von Verkehrsflächen und Toiletten

Wenn ich wissen möchte, mit wie viel Liebe zum Detail ein Architekt arbeitet, gehe ich aufs Klo! Klingt lustig, ist aber so. Testet es mal – ein Architekt, der wirklich ernsthaft arbeitet, wird sich auch dort um jedes Detail kümmern. Nun ist Peter Zumthor diesbezüglich ohnehin über jeden Zweifel erhaben – ich kenne kaum einen Architekten, der so akribisch auf jedes Detail achtet. Was ich Euch eigentlich sagen wollte: die Toiletten waren toll, aber da leider fast komplett in Schwarz gehalten völlig ungeeignet zum Fotografieren (ich bin ohne Blitz unterwegs…). Um so schöner ließen sich aber die Treppen fotografieren, auch diese sehr präzise gestaltet und profitierend von dem tollen indirekten Licht. Gerne hätte ich da noch ein wenig mit Bewegung experimentiert (der Herr fein & raum wäre sicher willig noch ein paar mal die Treppen hoch und runter gelaufen), mir fehlte aber leider das Stativ um mit langer Belichtungszeit Bewegung auf den Sensor zu bannen, beim nächsten Mal dann :-).

Kunsthaus Bregenz

Kunsthaus Bregenz

Ich hoffe Ihr hattet ein wenig Freude, bei meinem kleinen Gang durch ein faszinierendes Museum. Mir hat die Zeit mit der Kamera in den lichten reduzierten Räumen viel Spaß gemacht und ich werde sicher wiederkommen.

Peter Zumthor findet Ihr unter anderem hier bei tumblr.

Mehr zum Kunsthaus Bregenz findet Ihr hier.

14. Juli 2014
von mecki
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Symmetrie – von Gestaltungsprinzipien und Gestaltungsfallen

Hin und wieder durchstöbere ich meine Festplatte nach vorhandenen Fotos, die ich für meinen Blog nutzen kann (vor allem wenn das Wetter, wie dieser Tage, so wenig Licht spendiert, dass das Fotografieren kaum möglich ist). So bin ich dann auf diese kleine Fotoserie gestoßen – am Wiesbadener Bahnhof bin ich auf Symmetrie-Suche gegangen. Und möchte nun heute die Bilder als Aufhänger nutzen, Euch ein wenig über Symmetrie, ihre Bedeutung in der Baugeschichte und bei ganz aktuellen Einrichtungs- und Gestaltungsfragen erzählen.

Symmetrie

 Symmetrie – der Begriff

Das Wort Symmetrie stammt aus dem Griechischen und bedeutet Gleichmaß oder Ebenmaß. Damit ist auch schon klar, dass Symmetrie ursprünglich gar nicht das meinte, was wir heute darunter verstehen sondern allgemeiner eine gut proportionierte, maßvolle und harmonische Gestaltung. Erst im Laufe der Geschichte wurde Symmetrie dann zu der uns bekannten Punktsymmetrie oder Achsensymmetrie, das heißt, Objekte werden an einem Punkt oder einer Achse identisch gespiegelt.

 Symmetrie in der Baugeschichte

Wenn auch im alten Griechenland die Wortbedeutung noch eine etwas andere war, so kannte die klassische griechische Architektur doch auch das Gestaltungsprinzip der Symmetrie, wie wir sie heute verstehen. Ein griechischer Tempel ist ohne Symmetrie kaum vorstellbar – hier, wie auch in späteren Zeiten weist die Symmetrie auf eine höhere Ordnung hin. Interessant ist, dass zwar jeder einzelne Tempel der Akropolis streng symmetrisch aufgebaut ist, der Gesamtgrundriss der Akropolis hingegen kaum Symmetrien aufweist und daraus eine gewisse Spannung zieht. In allen folgenden Jahrhunderten findet sich die Symmetrie als Gestaltungsprinzip und zwar vor allem dann, wenn es darum geht auf eine höhere Ordnung, auf eine übergeordnete Stellung oder Macht hinzuweisen. Typische Beispiele dafür sind Kathedralen und Schlösser aber auch die Renaissancevillen des Andrea Palladio. Er perfektionierte für seine, meist reichen und mächtigen Bauherren, das Prinzip der Symmetrie und gliederte auch untergeordnete Wirtschaftsgebäude streng in die symmetrische Anlage ein. Erst im 20. Jahrhundert geriet die Symmetrie als ordnende Kraft in Verruf. Mit der Herrschaftssymbolik vergangener Jahrhunderte konnten Architekten wie Le Corbusier oder die Architekten und Künstler des Bauhauses nur noch wenig anfangen. Zu komplex waren die Zeiten und die Zusammenhänge um sie mit einfachen Ordnungsprinzipien abzubilden. Das Streben nach einer demokratischen Architektur, einer Architektur, die nicht Klassenunterschiede abbildet sondern allen eine gut gestaltete Umwelt ermöglicht, machte die Symmetrie als Gestaltungsmittel obsolet. Gestaltung hieß nun, die Elemente in ein spannungsvolles und dennoch harmonisches Gleichgewicht zu bringen. Gut gestaltete Architektur arbeitet bis heute mit diesem Spannungsfeld.

 PalladioPalladio-Villen; Bildquelle: Wikimedia Commons Bauhaus GebäudeBauhaus Dessau; Bildquelle: Wikimedia Commons

Von Symmetriefallen und Lösungen

Auch das was wir in unseren eigenen 4-Wänden tun ist ja immer ein Gestalten und damit immer auch ein Arbeiten mit Gestaltungsprinzipien. – so auch mit der Symmetrie oder eben dem Gegenpart, der Asymmetrie. Solche Gesetzmäßigkeiten zu kennen und sie bewusst einzusetzen, hilft beim Planen und Gestalten des eigenen Lebensraums. Es gibt natürlich Dinge, die rufen gerade zu nach Symmetrie – so wird ein Stuhl allein auf Grund der menschlichen Physiognomie fast immer symmetrisch sein. Bei anderen Gegenständen haben wir mehr Gestaltungsfreiheit. Und Freiheit ist zwar schön aber nicht unbedingt einfach, denn sie fordert uns Entscheidungen ab, und die können auch mal falsch sein. So habe ich, als wir unsere derzeitige Bleibe planten, links und rechts oberhalb des Sofas zwei Wandauslässe für Leuchten eingeplant, als wir dann eingezogen waren, zwei schöne Leuchten ausgesucht und umgehend an der Wand montiert. Keine gute Idee, überhaupt nicht – weiter oben habe ich ja lange die Symbolik der Symmetrie in der Baugeschichte erläutert. Und unser Sofa mutierte mit den beiden Leuchten zum lebenden Beweis: Herrschaftssymbolik, höhere Ordnung und so – blöd, wenn die gemütliche Kuschelecke im Wohnzimmer plötzlich zum Altar mit Herrschaftsanspruch wird… Die Leuchten mussten also umgehend wieder runter, leider hatten wir jetzt zwei große überflüssige Wandauslässe. Aber ich bin ja flexibel, also wurden die Bilder einfach so aufgehängt, dass man von den Auslässen nichts mehr sieht und Licht spendet nun eine seitlich platzierte Stehleuchte, die Symmetrie ist raus und damit auch das Altarfeeling, gut so!

Sofa Ikea Stockholm

Fazit

Das Sofa mit dazugehörigen Leuchten ist EIN Beispiel in unserer Wohnung, wo ein Abweichen von der vielleicht nahe liegenden Symmetrie ein Gewinn ist.  Es gibt sicher Situationen, wo die Symmetrie natürlich und angemessen ist. Oftmals tut es einem Raum aber sehr gut, diese aufzulösen und dadurch ein wenig Spannung und eine komplexere und vielschichtigere Harmonie zu erzeugen.

23. Juni 2014
von mecki
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Auf geht’s zum Tag der Architektur

Habt Ihr am kommenden Wochenende schon was vor? Nein? Dann hab ich was für Euch! Deutschlandweit findet am 28. und 29. 06. der „Tag der Architektur“ statt. DIE Chance, sich spannende Gebäude von innen anzuschauen, in die man normalerweise nicht unbedingt reinkommt. Wer also gerne Wohnblogs liest, spannende Einblicke in die Wohn- und Lebenswelt anderer Menschen liebt, kommt hier auf seine Kosten und kann – statt nur bunte Bilder im Internet anzuschauen- das ganze live und in Farbe erleben.

Tag der Architektur

Kitas in Frankfurt am Main
1) Architekt: Büro Eisele Stanieck+architekten+ingenieure; Fotograf: Eisele Stanieck+architekten+ingenieure
2) Architekt: Bolles+Willson GmbH & Co. KG; Fotograf: Rainer Mader
3) Architekt: Claus+Pretzsch Architekten BDA; Fotograf: Thomas Ott
4) Architekt: Frick Architekten, Thomas Frick; Fotograf: Achim Reissner

Der „Tag der Architektur“

Den „Tag der Architektur“ gibt es bereits zum 20. Mal. Er wurde von den Architektenkammern ins Leben gerufen, um Architekten und Laien zusammenzubringen und letzteren die Möglichkeit zu geben, anspruchsvolle „Alltagsarchitektur“ nicht nur als Fassade sondern auch von innen kennenlernen zu können.

Ich finde das ist eine grandiose Sache: Da öffnen Bauherren ihre Tür und lassen teilweise über 100 Menschen durch ihre privaten Räume stapfen, weil sie sich an der Qualität ihres eigenen Zuhauses freuen, weil sie ihre Erfahrungen gerne mit anderen teilen möchten, weil sie anderen die Möglichkeit geben wollen, davon zu profitieren. Architekten führen in ihrer Freizeit Interessierte durch Gebäude, stehen für alle Fragen zur Verfügung und suchen mit den Laien das Gespräch – eine ganz tolle Geschichte ist das!

Tag der Architektur

Kitas in Frankfurt am Main
1) Architekt: o5 architekten bda – raab hafke lang; Fotograf: Ruben Lang
2) Architekten: MGF Architektn GmbH; Fotograf: Jochen Schmelz
3) Architekten: MGF Architektn GmbH; Fotograf: Christian Richters


Die Gebäude

Beim „Tag der Architektur“ finden sich die unterschiedlichsten Gebäude: Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser, Schule, KITAs, Verwaltungs- und Kulturgebäude, Industriebauten und vieles mehr. Vom Neubau, über den Umbau, bis hin zu Innenarchitekturprojekten und Landschaftsarchitektur ist alles dabei. Die teilnehmenden Projekte stehen teilweise den ganzen Samstag und Sonntag offen, teils gibt es auch nur kleine Zeitfenster, oft verbunden mit einer Führung – das ist dem jeweiligen teilnehmenden Bauherren und Architekten überlassen.

Tag der Architektur

Wohngebäude in Frankfurt am Main
1)  Architekt: ffm-architekten; Fotograf: Hendrik Tovar
2) Architekt: Albert Speer & Partner GmbH; Fotograf: Uwe Dettmar
3) Architekt: Stefan Forster Architekten; Fotograf: Lisa Farkas
4) Architekt: Earlybirds Architekten; Fotograf: Dominik Richter

Programm

Der „Tag der Architektur“ wird von den jeweiligen Landesarchitektenkammern organisiert und ist auf den Webseiten dieser Kammern abrufbar. Dort kann man dann genau sehen, welches Gebäude wo und wann zu besichtigen ist, kann teilweise nach Orten, teilweise nach Fachrichtungen oder Gebäudetypen filtern und sich so sein ganz individuelles Programm zusammenstellen. Oft gibt es auch noch Rahmenprogramme, wie zum Beispiel Vorträge, Filmvorführungen, Workshops für Kinder oder geführte Radtouren zu ausgewählten Projekten. Ich habe mir mal die Arbeit gemacht, alle Programme der jeweiligen Bundesländer zu verlinken, so könnt ihr ganz einfach schauen, was in Eurer Umgebung stattfindet.

Baden-Württemberg
Bayern
Berlin
Brandenburg
Bremen
Hamburg
Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Thüringen
Schleswig-Holstein: hier fand der Tag der Architektur leider schon am 14./15. Juni statt.

Ernst May Siedlung

Sanierung Reihenhaus, Ernst-May-Siedlung, Frankfurt am Main
Architekt: Boy Architekten, Fotograf: Cornelius Boy

Fazit

Eine tolle Gelegenheit, gute Architektur „von innen“ kennenzulernen! Gerade für Menschen, die sich für gut gestaltete Umwelt, für qualitätvolle Räume und alles Schöne interessieren, ist der „Tag der Architektur“ ein Muss. Darüberhinaus bietet er die Chance, dass interessierte Laien und Architekten ganz unverbindlich miteinander ins Gespräch kommen und so gegenseitiges Verständnis für die Bedürfnisse des Einen und das Tun des Anderen entstehen kann. Gerade diesen Aspekt finde ich ganz und gar wichtig, da die Kommunikation zwischen Bauherren und Architekten oftmals nicht so ganz einfach ist (einen interessanten Artikel, der unter anderem dies zum Thema hat, gab es kürzlich bei M-i-Ma). Die Förderung der Baukultur, das Bewusstsein (eben nicht nur bei Architekten) für gute gelungene Architektur sind Ziele, die der „Tag der Architektur“ seit nun mehr 19 Jahren verfolgt.

Sucht Euch interessante Projekte aus und habt viel Spaß!

PS: Alle gezeigten Projekte entstammen dem Programm der AKH in Frankfurt am Main