Bauhaus an der Wand

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Jeder der sich für Architektur, Möbel, Gestaltung usw. interessiert wird wohl früher oder später – eher früher – über das Bauhaus stolpern – so vieles in der Architektur der letzten 90 Jahre, im Möbelbau und im Produktdesign hat seine Ursprünge in den Ideen des Bauhauses. Sehr verbreitet ist es ja (besonders unter Immobilienmaklern) vom sogenannten „Bauhausstil“ zu sprechen. Das Bauhaus war aber genau das nie – viel mehr ein umfassenderer Ansatz das Leben und die Umwelt zu gestalten, eine Idee oder viele Ideen, eine spannende Schule für Gestaltung , für Architektur: all das war das Bauhaus aber ganz sicher kein fragwürdiger „Stil“, der sich in der Verwendung von Flachdächern, weißen Wänden und schmalen Fensterbändern erschöpft. Auch mich hat das Bauhaus und seine Ideen während des Studiums und danach geprägt. Das wurde mir diesen Sommer nochmals sehr bewusst, als ich zum ersten Mal die Gelegenheit hatte, das Bauhausgebäude in Dessau live zu erleben. Es ist heute Sitz der Stiftung Bauhaus, die sich der Erforschung und Vermittlung des Bauhauserbes widmet. Wir konnten an einer wunderbaren, sehr lebendigen und sehr informativen Führung durch die beeindruckenden und auch heute noch sehr aktuellen Gebäude teilnehmen.

Ich liebe ja Bücher – und erst recht Bücher, die sich den schönen Dingen widmen. So führte der Weg anschließend natürlich noch in den gut sortierten Museumsshop. Statt Büchern habe ich dann einige sehr schöne Plakate gekauft und ein Memory – dieses sollte eigentlich ein Mitbringsel für einen kleinen Memoryfan sein.

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Zuhause angekommen konnte ich mich dann aber gar nicht von den wirklich schön gemachten Memorykarten, die Gebäude, Möbel, Lampen etc. des Bauhauses zeigen, trennen. Nach ein wenig Überlegung war klar: Das Ding muss an die Wand. Eine Sperrholzplatte in 2 m Länge war schnell gekauft und mit weißer Acrylfarbe gestrichen. Die einzelnen Memorykarten kleben jeweils auf einem kleineren Stückchen Kappa-Platte, so dass sie sich dreidimensional vom Untergrund abheben – das sieht gut aus und gibt einen schönen räumlichen Effekt. Mit Hilfe von ein paar Schablonen war es auch recht einfach, das Ganze hinreichend genau zu fixieren. Und nun kann ich mich täglich an ganz vielen Bauhaus-Details erfreuen.

 

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Ein Besuch in Dessau lohnt wirklich. Sogar übernachten kann man im ehemaligen Ateliergebäude (das werde ich dann das nächste Mal testen). Neben dem eigentlichen Bauhausgebäude kann man auch die Meisterhäuser besichtigen, ein wenig Zeit solltet Ihr also schon einplanen. Wer übrigens nach Dessau fährt: Es gibt ein weiteres Highlight für Architektur-Interessierte: das Gebäude des Bundesumweltamtes ist ebenfalls sehenswert.

4 Kommentare

  1. Du sprichst mir aus der Seele, ich kann den Satz nicht mehr hören: „Wir bauen ein Haus im Bauhausstil“. Zu oft wird er ohne Hintergrundwissen verwendet.
    Leider war ich nur einmal, kurz vor Toresschluss im Bauhausgebäude in Dessau.
    Dein „Memobilderboard“ ist klasse!
    Herzliche Grüße, Cora

    • Ha, das freut mich, dass ich nicht die einzige bin, der sich dabei die Fußnägel aufrollen ;-)
      Vielleicht hast Du ja irgendwann nochmal die Gelegenheit, das Gebäude ausführlich zu sehen – gerade die Führung hat sich echt gelohnt.
      LG, Mecki

  2. Das ist ja toll. Das merk‘ ich mir, mit dem Memory an der Wand!