31. März 2015
von mecki
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Bildbearbeitung für Blogger – welche Tools brauche ich?

Es gibt eine neue Kategorie auf meinem Blog und heute starte ich mit dem ersten kleinen Artikel dazu: Ich möchte Euch gerne ein bisschen an meinem Wissen rund um die Bildbearbeitung teilhaben lassen und freue mich, wenn der ein oder andere von Euch, meine lieben Leser, einen nützlichen Tipp dabei entdeckt. Geplant habe ich Wissenswertes rund um verschiedene Begriffe, kleine Tutorials und Tipps und Tricks um mehr aus Euren Bildern rauszuholen.

Bildbearbeitung für Blogger

 

Immer wieder werde ich in Kursen gefragt, wie sich denn eigentlich die einzelnen Programme unterscheiden, welches Programm für wen geeignet ist und wie viel man denn nun so investieren muss, um loslegen zu können mit der Arbeit am perfekten Foto. Daher vergleiche ich heute, als Start in meine kleine Serie, einfach mal die einzelnen Bildbearbeitungsprogramme mit ihren jeweiligen Stärken und Schwächen und ihren Einsatzgebieten. Dabei beschränke ich mich auf das, was Adobe im Angebot hat, den das kenne ich aus eigener Erfahrung. Weiter unten gehe ich dann aber auch nochmal kurz auf Freeware ein.

Den Fokus lege ich dabei auf das Bearbeiten von Bildern für Blogs. Und was erwartet ein Blogger von einem Bildbearbeitungsprogramm? Im wesentlichen sind es 4 Themen, auf die man immer wieder stößt:

  1. Bildoptimierung – alles rund um bessere Fotos für Euern Blog
  2. Collagen – die Kombination verschiedeneder Fotos mit Text und Grafik
  3. Archivierung – mehr Ordnung in Euern Bildern
  4. Preis* –  ja, auch der spielt natürlich eine Rolle

Auf diese 4 Punkte hin werde ich also die verschiedenen Programme durchleuchten, so dass Euch eine Entscheidung, was Ihr nutzen möchtet, vielleicht ein bisschen leichter fällt.

Photoshop – der Platzhirsch

Photoshop feiert dieses Jahr seinen 25.(!) Geburtstag und hat sich in diesen 25 Jahren zum absoluten Platzhirsch unter den Bildbearbeitungsprogrammen gemausert – zurecht, denn es gibt kaum etwas, was Photoshop nicht kann – vieles davon wird der Blogger im normalen Bloggerleben nie brauchen. Doch wie schlägt sich Photoshop speziell in den 4 obengenannten Themen?

Photoshop CS6 Screenshot

  1. Bildoptimierung: Hier kann Photoshop mit einer riesigen Fülle an nützlichen Tools aufwarten, die nahezu jedes Problem, vom Beschnitt über die Optimierung der Tonwerte bis zur aufwendigen Retusche in den Griff bekommen. Kennt man sich erst einmal im Programm aus, was zugegeben ein wenig dauern kann, macht das Arbeiten mit den unterschiedlichen Werkzeugen große Freude und wenn das Ergebnis nicht gelingt, kann man ziemlich sicher sein, dass es nicht an Photoshop liegt. Auch selektives Arbeiten, also nur einzelne Bildbereiche verändern, ist dank Maskierungstechniken super präzise möglich. Möchte man in PS Raw-Dateien (also die Rohdaten, die Euer Sensor liefert) bearbeiten, öffnet sich automatisch das Adobe-Camera-Raw-Modul. Dieses ist deutlich weniger komplex als der Rest des Programmes und beinhaltet die gleichen Tools wie Lightroom (dazu unten mehr)
  1. Collagen: verschiedene Bilder miteinander kombinieren, Text einfügen oder auch mal ein paar einfache grafische Elemente für Eure Blogposts entwerfen – hier ist Photoshop in seinem Element und es bleiben kaum Wünsche offen.
  2. Archivierung: Mit Photoshop mitgeliefert wird die „Bridge“ – ein Dateibrowser, der auf Eure ohnehin erstellte Ordnerstruktur zurückgreift und diese 1:1 abbildet. Natürlich bietet die Bridge darüberhinaus zusätzliche Möglichkeiten, so werden zum Beispiel alle Bildformate als Vorschau angezeigt, was andere Dateibrowser nicht können. Auch filtern könnt ihr die Bilder nach Exif-Daten (also die Daten, die Eure Kamera liefert) oder nach zuvor vergebenen Schlagwörtern. Dies ist aber nicht der Schwerpunkt von Photoshop und so sind diese Möglichkeiten nicht ganz so umfassend. Ich bin jetzt nicht so der Archivierungsfreak, insofern reichen mir die Möglichkeiten. Wer aber riesige Bilderfluten möglichst effizient verwalten möchte, wird mit einer anderen Lösung (siehe unten) sicher noch glücklicher.
  3. Preis: Die Version CS6 kostet satte 920 €, wenn man nicht gerade mit Photoshop oder dem Bloggen sein Geld verdient, zuviel. Wer das Glück hat noch Student oder Schüler zu sein, kann aber eine deutlich günstigere Educationlizenz erwerben. CS6 ist allerdings ein Auslaufmodell (derzeit noch zu kaufen) und seit einem Jahr hat Adobe die Version CC auf dem Markt – eine Cloudlösung, bei der die Lizenz nur gemietet wird. Besonders viele Freunde hat Adobe sich damit nicht gemacht, zumal die Preise am Anfang mehr als heftig waren. Mittlerweile hat Adobe aber nachgelegt und bietet das sogenannte Foto-Abo an: Darin enthalten Photoshop und Lightroom für 11,89€ im Monat, das ist preislich ein ganz ordentliches Angebot.

Lightroom – Profitool für Fotografen

Lightroom gibt es seit 2007, im Vergleich zu Photoshop steckt es also quasi noch in den Kinderschuhen. Lightroom hat seinen Fokus ganz klar auf den Fotografen und ist damit ein wesentlich spezialisierteres Programm als das breit aufgestellte Photoshop. Und was kann es nun in den 4 betrachteten Themen bieten?

Lightroom 5 Screenshot

  1. Bildoptimierung: Die Tools und die Algorithmen sind die gleichen wie im Adobe-Camera-Raw-Modul (ACR) von Photoshop. Einfach zu bedienen und perfekt, um Raw-Dateien zu entwickeln und auch Jpg’s zu optimieren. Lightroom ist im Gegensatz zu ACR sogar um einiges komfortabler zu bedienen – so bietet es zum Beispiel eine Vorher-Nachher-Ansicht sowie ein Protokoll, das alle Schritte übersichtlich und revidierbar aufzeichnet – beides fehlt in ACR, in der reinen Bildentwicklung ist Lightroom Photoshop also leicht überlegen. Will man aber sehr gezielt Bilder selektiv bearbeiten oder aufwendige Retuschen machen, kann Lightroom wiederum nicht ganz mithalten, hier bietet Photoshop einfach die präziseren Werkzeuge. Um, neben der ohnehin perfekten Bildentwicklung, ein paar Pickel im Portrait zu retuschieren oder den Schatten im Hintergrund selektiv aufzuhellen reicht Lightroom aber vollkommen.
  2. Collagen: Hier kann Lightroom genau NICHTS, dafür ist das Programm nicht gemacht und bietet daher auch keine entsprechenden Tools.
  3. Archivierung: Lightroom ist in seinem Element. Im Gegensatz zu PS arbeitet es datenbankbasiert und kann so riesige Mengen von Bildern effizient verwalten, verschlagworten, auch ganz unabhängig von Eurer Ordnerstruktur (wegen Datenbank…).
  4. Preis: LR 8 als Soloprogramm kostet derzeit bei einem Bezug über Adobe 117 €, Daneben gibt es auch die Cloudlösung (siehe oben)

Photoshop Elements – (Halb-) Automatik für den Hobbyanwender

Den kleinen Bruder von Photoshop gibt’s immerhin auch bereits seit 14 Jahren. Während Photoshop den Profi, vom Grafiker, über den Fotografen bis zum Webentwickler, im Blick hat, richtet sich Elements an den Ab und Zu-Anwender, der keine Lust hat, sich wochenlang in ein Programm einzuarbeiten. Und das merkt man Elements an – es glänzt mit vielen (Halb-)Automatikfunktionen, liefert Vorlagen für alles mögliche und versucht es dem Nutzer immer so einfach wie möglich zu machen. Doch werfen wir mal einen genaueren Blick auf unsere 4 Themen.

Photoshop Elements 13 Screenshot

  1. Bildoptimierung: Die meisten Grundfunktionen beherrscht Elements, teils auch als Automatikfunktion, die nicht zwingend zum besten Ergebnis führt, fast immer aber auch umgangen werden kann. In der Bildentwicklung vermisst man aber das ein oder andere Tool und hier kann Elements weder Photoshop noch Lightroom das Wasser reichen. Dafür sind die Retuschewerkzeuge und auch die Möglichkeit zur selektiven Bearbeitung wiederum mehr als ausreichend.
  2. Collagen: Nicht ganz so umfangreich und komfortabel wie Photoshop, genügen die Werkzeuge aber für den normalen Bloggeralltag aber dennoch.
  3. Archivierung: Mit dem Organizer bietet Elements ebenfalls eine Datenbankbasierte Lösung, die, wie schon in der Bildoptimierung, vor allem darauf ausgelegt ist, es auch dem unerfahrenen Nutzer leicht zu machen. Wer also ohne viel Einarbeitung verschlagworten möchte, Gesichtserkennung, GPS-Daten und ähnliches nutzen möchte, ist hier richtig und wird mit vielen einfachen Möglichkeiten belohnt.
  4. Preis: Derzeit (beschränkt bis zum 15. April) bietet Adobe Elements 13 für 69,14€ an. Der normale UVP liegt dagegen bei 98€, hier lohnt es sich immer, nach einem günstigen Angebot zu suchen.

Fazit

Wenn Ihr eine günstige Schülerlizens von Photoshop CS 6 bekommen könnt, Archivierung nicht Euer Schwerpunktthema ist und Ihr darüberhinaus bereit seit, Euch ein bisschen einzuarbeiten (Hilfestellung demnächst hier in diesem Kino :-)) dann schlagt zu und kauft Photoshop. Wenn Ihr keine günstige Lizens bekommt und/oder ein bisschen mehr in die Ordnung Eurer Bilder investieren möchtet dann ist das Foto-Abo von Adobe das richtige für Euch – hier könnt Ihr die Stärken von Lightroom und Photoshop kombinieren und es bleiben keine Wünsche offen – ein bisschen Spaß am Lernen vorausgesetzt. Ihr möchtet es möglichst einfach haben, die Fotos sind nicht der Schwerpunkt auf Euerm Blog, Eure Zeit steckt Ihr zum Beispiel lieber in gute Blogtexte und „komplizierte“ Software ist Euch eh eher suspekt? Dann werdet Ihr vermutlich mit Photoshop Elements glücklich.

Vergleich Bildbearbeitungsprogramme Adobe

Darüberhinaus gibt es natürlich noch Freewaretools, die mal mehr mal weniger können. Allen voran GIMP, sozusagen der Mercedes unter den kostenlosen Bildbearbeitungstools. GIMP kann viel, ist aber in der Bedienung ein wenig sperrig – ehrlich gesagt, habe ich seit Jahren nicht mehr damit gearbeitet und mich nie mehr damit auseinandersetzen müssen, da ich ja auch beruflich mit Photoshop arbeite. Wer aber entsprechenden Ehrgeiz hat, sich da rein zuarbeiten, wird ganz sicher auch mit GIMP ein tolles Toolbekommen. Für kleinere „Ausbesserungsarbeiten“ gibts auch noch weitere Tools, das ist dann aber nicht meine Baustelle, da kann Euch jemand anders kompetenteres zu schreiben. Übrigens bietet Adobe die etwas in die Jahre gekommene Photoshop CS2 Version zum kostenfreien Download an, vielleicht auch eine Alternative für den ein oder anderen von Euch.

Ich hoffe, ich konnte Euch ein paar nützliche Tipps zum Einstieg in Bildbearbeitung geben und freu mich schon selbst auf meine neue Serie.

* Alle Preise Stand 28.03.2015, ohne Gewähr

29. März 2015
von mecki
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Weiß oder unverhoffte Putzorgien

Gestern hab ich hier die Überhausfrau gegeben und da das nur alle Jubeljahre einmal vorkommt (gibt es wirklich Menschen, die GERNE putzen?) muss ich Euch jetzt einfach kurz unser strahlend weißes, frühlingsfrisches Schlafzimmer zeigen. Ihr glaubt ja gar nicht, wie grau Gardinen einfach nur so vom Rumhängen werden können, aber jetzt nicht mehr, jetzt sind sie weiß und duften und machen einen auf Frühling. Und alles andere ist auch geputzt, geschrubbt und glänzt ganz frühlingsfrisch. Und neue weiße Bettwäsche hab ich auch – die alte von Ikea verabschiedete sich neulich mit einem fetten Riss, immerhin hatte sie 7 Jahre durchgehalten, gar nicht mal so schlecht. Diesmal hab ich mir feinste Bio-Baumwolle gegönnt – so von wegen ökologisches Gewissen …., beim Auspacken stellte ich aber fest, dass die Bezüge echt dünn sind, werden wohl keine 7 Jahre halten – was ist denn dann eigentlich nachhaltiger: Bettwäsche die lange hält aber konventionell gefertigt ist oder Bio-Bettwäsche, die ich nach 3 Jahren vermutlich entsorgen muss? Ich finde solche Fragen ja immer ganz spannend, weiß aber auch keine wirkliche Antwort. Aber eigentlich wollte ich Euch ja nur kurz einen Frühlingsblick ins Schlafzimmer zeigen und ein bisschen mit meinen Überhausfrauputzorgien angeben – die wollen schließlich gewürdigt werden, bis zum nächsten Schub wird’s vermutlich mindestens 7 Jahre dauern.

strahlend weißes Schlafzimmer

28. März 2015
von mecki
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Samstagskaffee 42 – Ei-Experimente

Endlich gibt es hier mal wieder einen Kaffee am Samstag, aber auch der heutige wird in Eile getrunken. Denn ich bin schon fast unterwegs zum Bloggerfrühstück in Wiesbaden und freu mich auf bekannte und unbekannte Gesichter. Heute sind wir in einer Location auf die ich sehr gespannt bin, klingt auf jeden Fall sehr vielversprechend. Gestern hab ich noch kurz ein paar Zweige gesammelt und ein wenig mit meinen neuen Ostereiern experimentiert , bis Ostern kann ich ja noch ein wenig üben mit der Eierdeko :-)

Osterdeko zum Samstagskaffee

Ich wünsche Euch ein tolles Wochenende und wenn Ihr mehr Kaffee wollt, schaut einfach bei Ninja vorbei.

25. März 2015
von mecki
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Ostereier DIY oder die große Blogger-Infektion

Es ist ja eine lustige Sache mit dem Bloggen. Während ich früher (also vor dem Bloggen) jahrelang mit den schönen Wachstechnik-Ostereiern, die zwei meiner Neffen gebastelt hatten (mittlerweile sind die beiden schon viel zu cool für Ostereier, außerdem heißt Basteln nicht mehr Basteln sondern DIY) zufrieden war, lass ich mich dieses Jahr anstecken von all den vielen Bloggern, die bereits ihre wunderschönen Ostereier im Netz präsentieren. Also wurden im Hause fein & raum die letzten Tage fleißig Eier ausgeblasen – dass wir uns dazu weitestgehend von Pfannkuchen, selbstgemachten Nudeln, Ravioli und ähnlichen Dingen ernähren mussten, störte mich, nebenbei gesagt, mal so gar nicht.

Ostereier DIY Acrylfarbe

Ihr kennt mich mittlerweile – DIY-Projekte müssen bei mir einfach umzusetzen sein, sonst haben sie von vornherein keine Chance. Wenn Ihr also, wie ich, wenig Geduld habt und auf der Suche nach simplen Lösungen seit, seit Ihr hier richtig. Ich habe erst alle Eier mit Acryllack angemalt. Das ging erstaunlich gut – mit Hilfe eines weichen Pinsels und eines Holzspießes, der später dann auch dazu dient, die Eier zum Trocknen über ein Glas zu legen. Kommen Euch die Farben bekannt vor? Ja, richtig, es sind die gleichen wie bei meinen Kerzenständern. Zum einen hab ich davon so viel auf Vorrat, dass ich wohl noch eine mittlere 4-stellige Zahl an Kerzenständern produzieren kann und zum anderen kann ich so an Ostern Kerzen und Eier gemeinsam dekorieren – ich freu mich schon drauf!

Während die Eier trockneten (das dauert ungefähr eine Stunde) habe ich dann die Muster gefertigt. Mir waren dieser Tage beim frühjährlichen Aufräumen ein paar Bogen selbstklebende Drucker-Etiketten vor die Füße gefallen – wunderbar um daraus Muster zum Aufkleben zu fertigen. Mit Bleistift und Geodreieick vorgezeichnet und dann mit dem Cutter geschnitten – achtet dabei darauf, dass Ihr mit dem Cutter nur die Papierschicht und nicht die untere Folie durchtrennt, dann lässt sich das Ganze später deutlich einfacher von der Folie ziehen. Ich hab ein paar Versuche gebraucht, um das zu merken. Die Punkte hab ich übrigens einfach mit dem Locher gestanzt, geht prima, nur das Abziehen war dann ein wenig fummelig, der Cutter hat dabei aber ganz gut geholfen. Das Aufkleben auf die Eier ist anschließend ganz einfach, vor allem wenn man, wie ich, nicht zu hohe Ansprüche an die Genauigkeit stellt – mir gefällt das etwas Unregelmäßige ganz gut, kann so bleiben.

Ostereier mit Acrylfarbe bemalen

Die fertigen Eier sind jetzt übrigens erst mal wieder in den Eierkarton gewandert, denn was die Deko betrifft, bin ich ein bisschen eigen: Osterdeko gibt’s bei mir erst an Ostern und nicht schon vorher (Wobei…, gerade werde ich selbst ein wenig schwach, mal gucken, wie lange ich durchhalte, sind ja immerhin noch 10 Tage bis Ostern)

Und Ihr, habt Ihr schon gebastelt (ääähm, sorry, ich meine Euer Oster-DIY-Projekt gestartet) oder gar schon fertig dekoriert? Sucht Ihr noch Inspirationen oder habt gar selbst gute Tipps für eine wunderhübsche Osterdeko?

19. März 2015
von mecki
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Garten-Frust und Garten-Lust im März

geometrischen garten planen

Nein, die Bilder da oben sind nicht der Ist-Zustand unseres Gartens – so sah er mal aus, im letzten Sommer, schön oder? Und ehrlich gesagt bin ich selbst völlig hin und weg, wenn ich diese Fotos sehe und kann so gar nicht glauben, dass aus dem jämmerlichen, braunen, verdorrten, schmutzigen etwas da draußen jemals wieder ein blühendes Himmelreich werden soll :-)

Da mir das aber nun seit 4 Jahren jedes Jahr im März so geht und ich jedes mal überzeugt bin, dass unser Garten diesmal den Winter nicht überlebt hat, lasse ich Euch nun ein wenig an meinem Frühlings-Tun teilhaben und gebe Euch gerne auch noch ein paar Tipps. Achtung: Diese sind mit Vorsicht zu genießen, denn ich bin alles andere als eine begabte Gärtnerin :-). Vielleicht helfen sie Euch aber gerade deshalb weiter, denn sie zeigen, dass man auch ohne jeglichen Grünen Daumen und profundes Fachwissen zuweilen mit blühenden Gärten belohnt wird.

Estragon

Habt Ihr schon mal frischen Estragon probiert? Suuuper lecker, kann ich Euch sagen, in Salat, als Pesto, zu Fisch – passt wunderbar und hat einen ganz eigenen Geschmack. Wenn Ihr Euch welchen kauft, achtet darauf, dass es der französische Estragon ist. Es gibt nämlich auch russischen, der hat aber nicht genug ätherische Öle und schmeckt daher nach fast nix. Estragon ist mehrjährig, wenn Ihr in also einmal gepflanzt habt, kommt er jedes Jahr wieder. Auch das ist so ein Rätsel der Natur (für mich Stadtpflanze): Im Sommer ist er riesig, wird locker 1,5 m hoch, im Winter ist dann rein gar nichts mehr davon zu sehen. Ihr könnt es Euch schon denken: Ich bin Jahr für Jahr überzeugt, dass er den Winter nicht überlebt hat (fragt mal den Herrn fein & raum, der lacht sich regelmäßig kaputt über meine Panikmache). Aber für dieses Jahr kann ich (wiedermal) Entwarnung geben: gestern entdeckte ich doch tatsächlich das kleine zarte grüne Pflänzlein auf dem Bild links oben, der Estragon ist wieder da, juchuuu!

Estragon, Hortensien und Kerbel

Rispenhortensien

Während man fast alle Hortensien im Herbst zurückschneiden muss, um im nächsten Jahr mit Blüten belohnt zu werden, schneidet man Rispenhortensien im Februar oder März zurück und zwar radikal, bis auf den letzten (winzigen) Knospenansatz. Im Bild oben rechts könnt Ihr sehen, wie jämmerlich die dann aussehen und das bis in den späten April, was mich regelmäßig vermuten lässt, dass ich sie diesmal endgültig um die Ecke gebracht habe – kaum zu glauben, dass sie im Sommer dann so aussehen. Das starke Zurückschneiden ist nötig, damit die einzelnen Triebe nicht zu lang und zu schwach werden, denn die Blüten haben ein ganz schönes Gewicht.

Kerbel

Auch so ein super leckeres Kraut, das man kaum je zu kaufen bekommt weswegen sich der Anbau lohnt. Im Gegensatz zum Estragon (der sich nur durch Stecklinge vermehren lässt) kann man Kerbel übrigens ganz prima säen. Eigentlich eine 1-jährige Pflanze, kommt er aber gerne im nächsten Jahr wieder, sät sich also selbst aus oder überlebt – bei eher milden Temperaturen – auch mal den Winter, so wie bei mir im Bild rechts unten. Schön, dass ich jetzt schon ein bisschen ernten kann, um diese Jahreszeit freue ich mich über alles, was grün und frisch schmeckt.

Buchenhecke

Unsere Buchenhecke (auf dem zweiten Bild rechts oben) ist eigentlich eine Hainbuchenhecke und damit keine Buche sondern ein Birkengewächs (interessiert Euch mein gärtnerisches Klugscheißen überhaupt ? :-). Die habe ich damals ausgesucht, weil man mir sagte, dass Hainbuchen ihre Blätter im Winter komplett abwerfen, man also nicht den ganzen Winter hässliches braunes Laub hat sonder schöne unbelaubte Verzweigungen. Fällt Euch was auf, auf dem Bild? Das war wohl nix mit grafisch anmutenden Zweigen. Meine Hainbuche klammert sich bis mindestens April hartnäckig an ihr braunes Laub – aber was soll’s, ist halt Natur. Wenn Ihr, wie ich, eine noch junge Hecke habt könnt Ihr sie durch einen frühen Schnitt im März dazu anregen, mehr Verzweigungen zu bilden – klappt ganz gut, hier hält sich die Natur dankenswerterweise mal an die Theorie.

Hainbuchenhecke und Portulak im Frühling

Winterportulak

Ein Überbleibsel aus dem Winter seht Ihr rechts unten: der Winterportulak – der wächst tatsächlich den ganzen Winter über, wenn es nicht zu kalt ist und versorgt einen in der dunklen Jahreszeit mit frischen Vitaminen (hier habe ich schon mal mehr darüber geschrieben). Jetzt im Frühjahr ist er so ein wenig mein Sorgenkind, denn er hat sich die letzten Monate das ganze Hochbeet erobert und ich weiß nicht so recht was ich nun mit ihm machen soll: stehen lassen, weil er ja eigentlich noch ganz schön ist oder rausrupfen, damit ich endlich neues säen kann? Bevor ich aber anfange zu säene, muss ich mir ohnehin noch einen Plan zeichnen, was wo hin kommt. Kann ich Euch nur empfehlen, so eine Skizze zu machen, denn sonst verliert man ganz schnell den Überblick, was wo wachsen kann und soll, zueinander passt, sich gut ergänzt oder sich gar nicht miteinander verträgt. Dazu aber demnächst mal mehr.

Wenn Ihr ein bisschen mehr zu unserer geometrischen Gartenplanung wissen möchtet, könnt Ihr hier nachlesen.

16. März 2015
von mecki
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Super einfach einen eigenen Font erstellen

Das hier stand schon länger auf meiner To-do-Liste. Dieser Blogartikel katapultierte mich schlagartig ins Architekturstudium – 1. Semester zurück. Wochenlang durften wir Texte in Druckbuchstaben verfassen und dabei unsere Handschrift schulen. Grundbedingung für eine erfolgreiche Tätigkeit als Architekt/-in scheint eine gute Handschrift und dies immer und ausschließlich in Druckbuchstaben und Großschreibung  zu sein. Führt dazu, dass alle Architektenschriften ziemlich gleich aussehen, geklont sozusagen, achtet mal drauf :-)

eigenen font aus handschrift erstellen

Die Idee aus der eigenen Schrift einen Computer-Font zu machen, gefiel mir ausgesprochen gut und so wanderte sie auf meine Liste der Dinge, die ich irgendwann mal ausprobieren möchte. Und heute hab ich mir endlich die Zeit genommen. Hätte ich mal vorher geahnt, wie leicht das ist und wie schnell das geht, dann wäre sicher schon viel früher was draus geworden. Habt Ihr auch Lust? Ich hab Euch eine kurze Anleitung geschrieben, selbstverständlich in meinem neuen Font :-). Hier geht’s lang, wenn Ihr direkt loslegen möchtet.

 

12. März 2015
von mecki
5 Kommentare

Ein Möbel für alle Fälle

Couchtisch – Sofatisch – Beistelltisch….., ich weiß nicht wie es Euch geht, für meine Begriffe klingen all diese Worte nicht wirklich attraktiv. Ähnlich ging es mir lange Zeit nicht nur mit den Worten sondern auch mit dem zugehörigen Möbelstück. Bis eine Freundin mich dann fragte, ob ich ihr eben dieses entwerfen könnte. Da musste ich mich dann zunächst einmal mit meinem heimlichen Unbehagen auseinandersetzen. Zu sehr verband ich Couchtische mit der guten alten Sitzecke (Ihr kennt das sicher: ein 3-Sitzer, ein 2-Sitzer ein Sessel, jeweils über Eck aufgestellt…), dazwischen dann ein raumgreifender Tisch, knapp kniehoch, völlig überdimensioniert und gerne mal aus, naja nennen wir es, seltsamen Materialien – weder schön noch praktisch (immer im Weg, viel zu viel Platz um wirklich ALLES darauf abzulegen, komische Höhe etc.). Aber auch aktuellere Varianten zum Thema sind oft eher bemüht als wirklich gut.

Die Ausgangslage

So habe ich mich dann zunächst gefragt (und das sollte bei Entwürfen ja nun immer die Ausgangsbasis sein) welche Funktion(-en) das Möbel erfüllen soll. Da wären:

  • Platz für ein leckeres Getränk und was zum Knabbern, möglichst in angenehmer Greifhöhe
  • Platz für Bücher und Zeitschriften, ohne dass diese ständig in unordentlichen Stapeln stören
  • der Laptop muss auch ein Plätzchen finden
  • die ein oder andere Fernbedienung in Griffweite
  • Füße mal hochlegen können wäre auch noch prima
  • und das ganze möglichst flexibel, schließlich macht man selten alles (lesen, surfen, Fernseh gucken, Musik hören, trinken, essen…) gleichzeitig

Soweit also erst mal die Funktionen. Ganz wichtig fand ich darüber hinaus, dass das Möbel nicht so raumgreifend ist – die Hauptrolle soll das Sofa spielen und da möchte ich auch drankommen ohne um irgendwelche monströsen Tische rumeiern zu müssen.

couchtisch

Der Entwurf

Herausgekommen ist dann ein wunderbar flexibles Möbel, dass alle erdenklichen Situationen mitmacht: Mit einem Buch auf dem Sofa liegen, den leckeren Milchkaffee in Griffweite? Fernseh gucken alleine oder zu zweit, mit Platz zum Füße hochlegen? Alles was man grade so liest deponieren, ohne dass es stört? All das geht ganz prima. Die 3 Bauteile in unterschiedlichen Höhen stehen auf Rollen, so kann man sich jeweils seinen ganz individuellen und für die Situation passenden Couchtisch (das Wort passt nicht, wie soll ich es sonst nennen?) zusammenstellen – ein Möbel was immer wieder zum ausprobieren, umstellen und experimentieren einlädt. Es macht Spaß immer wieder neue Kombinationen zu erfinden. Dazu ist es recht filigran und lässt dem Sofa genug Raum. Als Material habe ich Buche Multiplex gewählt – die Ecken sind auf Gehrung geschnitten, was bei Multiplex im Detail sehr schön aussieht. Bauen lassen habe ich den Entwurf dann von einer kleinen Schreinerei.

couchtisch

couchtisch aus multiplex

Fazit

Der Entwurf hat sich so gut bewährt, dass der Tisch mittlerweile auch bei uns selbst eingezogen ist, diesmal in Birke Multiplex mit geölter Oberfläche. Er macht uns immer wieder Spaß und nicht nur uns – was passiert, wenn Kinder zu Besuch sind, könnt Ihr Euch sicher denken? Auch als Rennauto sind die Teile ganz ganz wunderbar geeignet :-)

couchtisch

7. März 2015
von mecki
14 Kommentare

Samstagskaffee 41 – frühlingshaft

Der Kaffee wird heute in Eile getrunken, da wiedermal ein Wochenendkurs ansteht und ich gleich ganz viele interessierte Menschen in die Geheimnisse von Photoshop einweihen darf. Daher gibt es heute zum samstäglichen Kaffee ein Bildchen vom Freitag. Die Tulpen vom letzten Wochenende machen langsam schlapp, ein paar noch lebendige Köpfe konnte ich aber retten. Da kamen mir die drei Mini-Flaschen, die ich kürzlich als köstliche Probe von frischen Olivenölen bekam, gerade recht. In jedes Fläschlein eine Tulpe gesteckt und vor die frühlingsgrüne (scheint gerade mein Thema zu sein) Küchenwand gestellt und schnell fotografiert.

Tulpen vor grüner Wand Deko

Ich wünsche Euch ein tolles Frühlingswochenende und dazu einen schönen Kaffee, den es wie immer samstags bei Ninja gibt.