11. September 2014
von mecki
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Es werde Licht

Mit der Kamera habe ich mich ein wenig in unserem Bad umgesehen. Wir haben dort ein breites Fensterband im Dach und daher gibt es von einem immer genug: Licht. Der Rest ist schlicht: ein großer Spiegel mit schmalem Rahmen aus Eichenholz, ein paar Teelichthalter in blau und grün Tönen und ein Strandbild in 5 Teilen von der holländischen Nordsee. Ich mag es, wenn das Bad Ruhe ausstrahlt.

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Hier habe ich übrigens schon mal gezeigt, wie ich versuche Ordnung im Bad zu halten.

8. September 2014
von mecki
6 Kommentare

10 Fragen an – Elmastudio

Ich freu mich – heute gibt es auf fein & raum eine Pemiere: Das erste Interview, dem in unregelmäßigen Abständen sicher noch weitere mit weiteren kreativen Menschen folgen werden.

Als ich Anfang des Jahres beschloss, meinen eigenen Blog auf die Füße zu stellen und mich in den Weiten des Internet schlau las zu allen möglichen Fragen rund ums Bloggen, landete ich immer wieder bei Elmastudio – so viele hilfreiche Antworten fand ich dort auf meine unzähligen Fragen und viele tolle Anregungen. Besonders hatten es mir aber die schlichten, hellen und luftigen (kann man so sagen?) Themes angetan, die Elma-Studio anbietet. Klar, dass eines dieser Themes auch meinen Blog schmückt :-).

Umso mehr freue ich mich nun, dass Ellen und Manuel (trotz ganz viel Arbeit) spontan zugesagt haben, meine Fragen zu beantworten und uns über ihre Arbeit, gelungenes Webdesign, ihre Sicht auf Blogs und einiges mehr zu berichten. Ganz herzlichen Dank nochmal, Ellen und Manuel, für die Zeit, die Ihr Euch genommen habt.

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Wer steckt hinter Elma Studio?

Wir sind Ellen und Manuel, zwei Webdesigner, WordPress-Themeentwickler und Blogger, die auf der Elmastudio-Webseite eigene WordPress-Themes anbieten.

Ihr habt Design bzw. Visuelle Kommunikation studiert – wie hat Euch Euer Weg von da aus zum Entwickeln von WordPress Themes geführt?

Nach unserem Studium hatten wir nach einer Möglichkeit gesucht zusammen selbstständig arbeiten zu können. Und da wir schon ein paar Webseiten-Projekte umgesetzt hatten, haben wir nach und nach angefangen Freelance Webdesign-Aufträge anzunehmen. Vor allem hat sich unsere heutige Arbeit aber durch unseren Blog entwickelt, da wir durch das regelmäßige Schreiben von Webdesign- und WordPress-Artikeln immer mehr in das Thema WordPress eingestiegen sind. Eigene Themes zu entwickeln, hat sich dann mit der Zeit quasi von selbst ergeben. Anfangs haben wir vor allem Themes gestaltet, die wir selbst für Projekte oder für unsere eigene Elmastudio Website nutzen wollten. Nachdem wir zwei recht erfolgreiche Free-Themes veröffentlicht hatten, haben wir uns entschieden ein erstes Premium-Theme auf unserer Elmastudio-Webseite anzubieten. Und da wir zu dieser Zeit schon relativ viele Blog-Leser hatten, ist das erste Premium-Theme auch sehr gut angekommen und wir konnten weitere Premium-Themes umsetzen.

Ellen-Manuel

Bild: Elmastudio

Immer wieder wenn ich eine Lösung zu einem Problem mit WordPress suche finde ich diese auf Eurer Website. Ihr stellt unglaublich viel Eures Wissens kostenlos zur Verfügung. Was motiviert Euch, dies zu tun?

Unser Blog ist unsere Ausgangsbasis und seit wir den Elmastudio-Blog führen und unser Wissen über Webdesign und WordPress mit anderen teilen, haben wir so viel dazu gelernt und jede Menge positive Erfahrungen gemacht. Wir sind fest davon überzeugt, dass es wichtig ist offen zu sein und eigenes Wissen und Erfahrungen zu teilen statt diese zurückzuhalten.

Einfach nur Geld zu verdienen, war nie die Motivation für unsere Arbeit, auch wenn wir natürlich wissen, wie wichtig es ist seine Rechnungen zahlen zu können und ohne finanzielle Sorgen zu leben. Dennoch haben wir sehr lange fast ausschließlich von unseren privaten Ersparnissen und von kleineren Freelancing-Aufträgen gelebt und all unsere Zeit und Energie in unseren Blog gesteckt. Wir hatten damals noch nicht einmal den Plan, WordPress-Themes zu gestalten und zu verkaufen, aber irgendwie wussten wir, dass wir mit dem Blog auf dem richtigen Weg sind und der Rest sich dann irgendwie ergeben wird und so war es letztendlich dann auch.

Wenn man Webseiten für Kunden entwickelt, sind Vorgaben und Ziele meist definiert. Bei der Entwicklung eines neuen Themes, dessen Nutzer Ihr nicht selbst kennt, gibt es diese Vorgaben von außerhalb nicht. Woher kommen Ideen und Inspiration für Euch bei der Entwicklung eines neuen Themes?

Es gibt verschiedene Herangehensweisen, wie wir neue Ideen für unsere Themes entwickeln. Am allerliebsten gestalten wir Theme-Designs, die wir selbst nutzen möchten. Zum Beispiel verwenden wir immer eines unserer Themes für unsere eigene Website. Derzeit ist es das Moka-Theme, auch das Ubud-Theme ist entstanden, da wir mit dem Theme unsere Theme-Nutzer in einem Showcase featuren wollten. Neben diesen Self-Designs  schauen wir natürlich auch immer wieder nach spannenden Inspirationen im Web- und Grafikdesignbereich und wir versuchen, immer wieder unterschiedliche Theme-Bereiche zu behandeln (z.B. Portfolio, Magazin, Foto-Theme). Auch unsere Theme-Nutzer schreiben uns regelmäßig und sagen uns, was für eine Art von Theme sie gerne nutzen würden.

Elmastudio  Themes

Bilder: Elmastudio

Es gibt ungeheuer viele Themes für WordPress wie auch für andere Plattformen (Blogger etc.). Da fällt die Entscheidung für einen Webdesign-Laien, wie zum Beispiel ich es bin, nicht leicht. Habt Ihr einen (oder mehrere) Tip, worauf man als Blogger bei der Auswahl achten sollte?

Am besten ist es wohl, wenn man sich zuerst eine Liste erstellen und sich aufschreibt, was einem bei einem Theme besonders wichtig ist. Benötigt man z.B. nur einen Blog oder möchte man ein Portfolio erstellen? Braucht man einen Bilder-Slider oder will man eine komplette Business-Website erstellen? Wenn man diese Funktionen geklärt hat, sollte man sich verschiedene Themes anschauen und sich entscheiden welcher Design-Stil einem besonders gut gefällt. Außerdem sollte man darauf achten, welche Theme-Optionen man unbedingt benötigt. Es gibt Themes mit unendlich vielen Optionen, die der Theme-Nutzer selbst einstellen kann. Unsere Elmastudio-Themes bieten z.B. nur grundlegende Optionen, da wir eher davon überzeugt sind, dass zu viele Optionen für Nutzer oft eher verwirrend statt hilfreich sind. Unserer Ansicht nach ist es der Job des Theme-Designers die Entscheidung für eine Schrift oder ein Layout dem Nutzer abzunehmen, statt unendlich viele Möglichkeiten anzubieten. Möchte ein Nutzer das Theme dennoch individuell anpassen, gibt es für fortgeschrittene WordPress-Nutzer dann immer noch die Möglichkeit, ein Theme mit Hilfe von Plugins und eigenem CSS anzupassen oder zu erweitern. Man sollte sich also vor einer Theme-Auswahl darüber Gedanken machen, in wie weit man ein Theme selbst anpassen möchte. Ein weiterer Aspekt ist natürlich auch noch das zur Verfügung stehende Budget. Es gibt Free-Themes und Premium-Themes in der obersten Preisklasse, man sollte sich daher überlegen, wie viel man für sein Theme ausgeben möchte.

Das Theme der Wahl ist gefunden – jeder Blogger möchte aber meist das Theme noch individualisieren um seinen Blog auch im Layout einzigartig zu machen. Gibt es aus Eurer Sicht Dos und Don’ts für ein gelungenes eigenes Design?

Wie gesagt, wenn ein Nutzer genau weiß was er möchte oder benötigt, ist alles möglich. Eigene Theme-Anpassungen machen ja auch jede Menge Spaß. Wir sehen immer wieder Theme-Anpassungen von unseren Theme-Nutzern, die uns selbst in ihrer Kreativität und Vielseitigkeit überraschen.

Auf jeden Fall ist es aber wichtig, dass man die Anpassungen wenn irgend möglich, nicht direkt in der Theme-Datei vornimmt. Sonst bekommt man bei einem Theme-Update sehr schnell Probleme, da die eigenen Anpassungen nicht gesichert werden können und verloren gehen. Am besten nutzt man daher ein Child-Theme oder Plugins (wie „Simple Custom CSS“ oder „Google Fonts for WordPress“) um Anpassungen im Theme umzusetzen.

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Bild: Elmastudio

Mich reizt es, demnächst eins Eurer vielen schönen neuen Themes auszuprobieren. Was meint Ihr: Tut öfter mal ein neues Outfit einem Blog gut oder sollte man damit eher vorsichtig sein, weil der Leser Bekanntes schätzt? Wie oft und wie radikal ändern ist das richtige Maß?

Wir selbst nutzen gerne die Möglichkeit ein Theme zu wechseln und überarbeiten unsere eigene Webseite ungefähr einmal pro Jahr mit einem neuen Theme. Ich denke nicht, dass Leser durch einen Theme-Wechsel abgeschreckt werden, da ein neues Theme ja auch immer spannend ist. Als Blogger ist ein neues Theme aus meinen Erfahrungen motivierend. Es ist ein wenig wie sich die Wohnung neu einzurichten oder sich neue Klamotten zu kaufen. Ein Theme-Wechsel bringt neuen Schwung und man ist damit auch motivierter neue Inhalte für den Blog zu schreiben.

Ihr kennt die Bloggerszene sehr gut und lest sicher selbst viele Blogs – 3 Dinge, die einen Blog ausmachen, den ihr gerne öfter besucht?

Individuelle, kreative und vor allem ehrliche Inhalte, die mit Liebe und Mühe erstellt werden, sind für uns besonders wichtig. Ich mag es auch besonders, wenn Blogger aus einer persönlichen Perspektive schreiben und eigene Erfahrungen und Tipps mit anderen auf ihrem Blog teilen.

In der letzten Zeit sind unglaublich viele neue Blogs entstanden und man liest immer wieder, dass sich die Bloggerszene verändert (Stichworte z.B. Professionalisierung, Kommerzialisierung, weniger Kommentare etc.). Ihr seid Profis in dem Bereich: Seht Ihr Veränderungen, wenn ja welche? Und vermutet Ihr Veränderungen für die Zukunft? Wird in 10 Jahren noch gebloggt oder gibt es vielleicht ganz neue Formate im Internet?

Ich denke Veränderung ist immer etwas Gutes und bietet neue Chancen, zumindest versuche ich es so zu sehen. Meiner Ansicht nach bloggen immer mehr Menschen und man kann eigentlich nicht von nur einer Bloggerszene sprechen. Vielmehr sind es ganz viele unterschiedliche Bubbles, die sich im Netz bilden und jeder Blogger kann seine ganz eigene Nische finden. Das heute eventuell mehr auf Social Media diskutiert wird, als auf Blogs ist unser Ansicht nach eigentlich nicht so schlimm. Hauptsache man ist aktiv und steht in Kontakt mit seinen Lesern. Denn Feedback ist auf jeden Fall mit die größte Motivation für die eigene Arbeit.

In 10 Jahren gibt es bestimmt oder eher hoffentlich noch viel mehr Möglichkeiten, sich im Internet zu präsentieren, sich mitzuteilen und mit anderen auszutauschen. 10 Jahre im Internet sind natürlich eine enorm lange Zeit und es ist schwierig vorauszusagen, wie sich das Internet in dieser Zeit weiterentwickeln wird. Dennoch denken wir, dass es auch in 10 Jahren noch Blogs geben wird oder zumindest Blog-ähnliche Plattformen. Aus unseren Erfahrungen gibt es immer mehr Menschen, die das Thema Bloggen erst ganz neu für sich entdecken und wir denken, dass auch in der Zukunft immer mehr Menschen die Möglichkeit für eine eigene, unabhängige Plattform im Web nutzen werden.

elmastudio

Bild: Elmastudio

Ich stelle es mir schwierig vor als Freelancer und Webworker die Grenze zwischen Job und Privat zu ziehen. Von Internet und Social Media ist man ständig umgeben und damit von einem Teil seiner Arbeit. Wie ist das bei Euch? Braucht Ihr diese Grenze und wie gelingt es Euch, sie zu ziehen?

Ja, das stimmt auf jeden Fall, das ist nicht immer einfach und bei uns gibt es ehrlich gesagt auch oft nicht wirklich eine konkrete Grenze zwischen Arbeit und Privatem. Aber mit der Zeit haben wir gelernt uns Freiräume zu schaffen und Pausen zu machen und unsere Arbeit auch etwas professioneller zu erledigen. Wenn wir arbeiten, versuchen wir uns daher nicht vom Internet oder von Social Media ablenken zu lassen, so lassen sich die eigenen Aufgaben sehr viel schneller erledigen. Und manchmal geniessen wir es auch, in einer lockereren Atmosphäre zu arbeiten und z.B. in einem Café oder auf einer Reise neue Ideen für Themes zu entwickeln. So kann man sehr viel freier denken und man bekommt neue Inspirationen und Motivation und die Arbeit macht jede Menge mehr Spaß.

Und hier nochmal der Link zu Elmastudio

 

6. September 2014
von mecki
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Samstagskaffee 20 – zwei Muffins und eine kleine Nachlese

Passend zum Spätsommerwetter habe ich mir auch in die Küche nochmal ein wenig Sommer geholt. Die im Juli in Portionsgrößen eingefrorenen Brombeeren dürfen jetzt ihr Comeback in den Muffins feiern.

Samstagskaffee Muffins

Diese Woche habe ich über das neue lebenslange Rückgaberecht bei Ikea berichtet. Das Thema verfolgt mich noch ein wenig, das Nachdenken darüber, was Möbel für uns sind und wann sie ihren Wert verlieren. Dass man das Rückgaberecht auch aus einer ganz anderen Perspektive betrachten kann und es ggf. sogar zu einem nachhaltigen Umgang mit Ressourcen beitragen kann (?), beschreibt dieser interessante Artikel. Für mich eine spannende Frage, die ich sicher auch noch weiter verfolgen werde.

Ein schönes Wochenende allerseits. Mehr Kaffee gibt’s wie immer samstags bei Ninja.

3. September 2014
von mecki
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Was Altes aus dem Möbelfundus

Normalerweise titele ich hier ja eher „was Neues aus der Möbelwerkstatt“ oder so ähnlich – die Möbelwerkstatt schwächelt aber während der Sommermonate ein wenig und so gibt’s heute mal ein Stück aus dem bereits vorhandenen Fundus. Diesmal zwar selbst entworfen aber NICHT selbst gebaut.

Unser Esstisch hat schon einige – besser viele – Jahre auf dem Rücken, entworfen habe ich ihn in meiner Anfangszeit als Architektin. Ihr seht, auch damals hatte ich schon eine Vorliebe für Materialkontraste :-). Der rohe Stahl mit den sichtbaren Schweißnähten (der übrigens versehentlich beinahe gestrichen worden wäre – das scheint so ein wenig mein Trauma zu sein) und das warme Holz können wirklich gut miteinander.

Tisch Stahl Multiplex

Anfang der Woche habe ich hier ja darüber nachgedacht, wie lange Möbel wohl überdauern können und ob sie eher ein ständig auszutauschendes Zeitgeistprodukt sind oder nicht. Da musste ich auch an diesen Tisch denken. Habt Ihr mal beobachtet, wie sehr so ein einfacher Gegenstand wie ein Tisch (4 Beine, Platte, fertig) Modeströmungen unterworfen ist? Hat man zum Beispiel vor 5 Jahren einen Tisch gekauft, so musste er plötzlich ungeheuer robust sein, mit massiven mindestens 20 cm breiten Tischbeinen und dicker Tischplatte, meist aus massiver Eiche, schön naturbelassen und geölt – ich schielte manchmal ein wenig neidisch zu diesen Wunderwerken der Schreinerskunst. Und nun seit einem Jahr die totale Kehrtwende: ein angesagter Tisch kommt im Moment filigran daher, eher grafisch in schwarz oder weiß mit schmalen, gerne etwas schräggestellten Beinen – auch wieder hübsch! Und dann schaue ich mir meinen Tisch an und bin eigentlich ganz froh, dass man ihm nicht auf den ersten Blick ansieht, wann er wohl entstanden ist und denke mir, dass er mich wohl noch viele Jahre begleiten wird.

Tisch Stahl Multiplex

1. September 2014
von mecki
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Ikea – lebenslang zurück!

Hattet Ihr ihn auch letzte Woche im Briefkasten – den neuen Ikeakatalog 2015? Bestimmt! Ich freu mich ja immer drauf und stöbere gerne in den gut gemachten Bilderwelten. Diesmal finde ich es übrigens richtig schwer, einen wirklichen Trend auszumachen. Ikea mixt 2015 ganz viel Unterschiedliches – viel Farbe, erstaunlich viel Schwarz, ganz viel Holz. Bei Letzterem finde ich vor allem die Rückkehr des Kiefernholzes beachtenswert. Aber wir haben ja auch schon alles durch, die letzten 20 Jahre nach der großen Kiefernära der 80-ger – erst Buche, dann Birke, dann Eiche, zuletzt wieder Birke – warum dann jetzt nicht mal wieder Kiefer.

Ikea-Katalog 2015

Lebenslanges Rückgaberecht

Aber eigentlich wollte ich heute gar nicht über neue Trends in der Wohnwelt berichten. Das wirklich Neue bei Ikea ist nämlich ganz was Anderes: ab sofort können bei Ikea gekaufte Möbel lebenslang gegen Erstattung des vollen Kaufpreises (in Gutscheinform) zurückgegeben werden – egal ob mir das hochwertige Ledersofa nach einem Jahr einfach nicht mehr gefällt, die Matratze durchgelegen ist, ich umziehe und der Schrank nicht mehr passt: Einfach zurückbringen und Geld kassieren. Als Marketingidee hat das ja durchaus Charme und wird Ikea sicher den ein oder andern Käufer bescheren, der sich bei der Entscheidung zu einem teuren Sofa (oder was immer) sehr leicht tut und eher mal zugreift, zurückbringen kann man’s dann ja immer noch. Ikea wird sicher darauf spekulieren, dass die reale Rückgabe dann doch nicht ganz so oft stattfindet. Ob sich das ganze bewährt oder die Kunden in großen Teilen künftig tatsächlich ihre Ikeamöbel quasi zum Nulltarif leasen (dann dürfte die Idee finanziell ganz schnell nach hinten los gehen für Ikea) bleibt spannend.

Ikea Rückgaberecht

Möbel – Wegwerfartikel oder Anschaffung für’s Leben

Mich hat die ganze Aktion ein wenig nachdenklich gemacht. Was sind Möbel für mich? Wie kann ich nachhaltig leben und dennoch meinem Bedürfnis nach Veränderung gerecht werden? Hat ein Möbel, nur weil ich es nicht mehr mag keinen Wert mehr? Wie war das früher und wohin entwickelt es sich künftig?

Von meinen Eltern kenne ich tatsächlich noch „das Schlafzimmer“, das man sich vom Schreiner bauen lies und das es heute noch gibt. Und ich selbst? Ich habe schon gerne ab und an mal eine Veränderung. Andererseits liebe ich Möbel, die genau für einen Raum entworfen sind, gerne auch direkt fest eingebaut, wie zum Beispiel in meinem Arbeitszimmer. Bis jetzt hatte ich bei allen fest eingebauten Sachen immer das Glück, dass Nachmieter/-besitzer die Dinge beim Umzug übernommen haben – das mag ich, wenn Möbel einen neuen Besitzer finden. Vieles was ich entwerfe entzieht sich bewusst einem Trend (Emil ist so ein Beispiel) in der Hoffnung, dass ich es auch noch in vielen Jahren mag. Ob’s funktioniert? Weiß ich jetzt noch nicht. Und bei Klassikern, wie zum Beispiel dem Arne Jacobsen 3107 (ist ehrlich gesagt so ziemlich der einzige Klassiker, den ich besitze) ist man ja eh so ein wenig auf der sicheren Seite, geht halt immer. Dennoch liebe ich auch Veränderungen und wenn ich nicht alle paar Jahre umziehe, muss ich wenigstens innerhalb des Häuschens Zimmer tauschen, auch dabei bleibt schon mal ein Möbelstück auf der Strecke (zum Glück gibt’s Ebay, so dass es meist nicht so schwierig ist, einen neuen Besitzer damit glücklich zu machen). Und dann mag ich gerne so richtig alte Möbelstücke (im reizvollen Kontrast zum Rest der Einrichtung), aber irgendwie wird das nie was bei mir mit den richtig alten Möbeln. Das älteste Möbel im Haus sind tatsächlich die gebraucht erstandenen Arne-Jacobsen-Stühle. Und gerade habe ich schon wieder so einen Drang zum verändern, für’s Wohnzimmer gibt’s da so die ein oder andere Idee, aber das Ikea-Sofa bleibt, ganz sicher!

Möbel

Die Schweden übrigens (womit ich fast wieder bei Ikea bin) haben irgendwie ein deutlich nachhaltigeres Verhältnis zu ihren Möbeln. Ich finde es unglaublich faszinierend, wie viele alte Küchensofas (Köksoffa), Standuhren, Schränke etc. man dort findet, da wird nix weggeschmissen – diesen Eindruck gewinnt man oft. Oder schöne solide 60-ger Jahre Küchen, fein verarbeitet und so richtig schön skandinavisch schlicht – sieht man auch noch öfter. Also typisch schwedisch scheint dieser subventionierte Wegwerfimpuls, genannt Rückgaberecht, jedenfalls nicht zu sein.

Und bei Euch? Braucht Ihr Veränderung? Sind Möbel bei Euch was für’s Leben oder eher Wegwerfartikel oder irgendwas dazwischen?