28. Juli 2014
von mecki
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Sommerpause

fein & raum macht eine kurze Pause…. Ich hoffe, Ihr meine lieben Leser bleibt mir treu, während ich ein wenig Kreativität tanke und dann ganz bald wieder mit vielen neuen Ideen da bin.
fein und raum macht pause

26. Juli 2014
von mecki
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Samstagskaffee 15 – ein Hoch auf den Sommer

Der Sommer ist endgültig da – die Brombeeren sind reif, süß und fast schwarz, bei uns kann man gerade riesige Mengen davon ernten. Das muss ausgekostet werden und so gibt es heute ein einfaches Brombeer-Smoothie: Brombeeren, Milch und nach Geschmack Zucker miteinander mixen und genießen (oder vorher noch durch ein Sieb streichen, um die lästigen kleinen Kerne loszuwerden…).

Brombeer Smoothie

 

Ein schönes Wochenende wünsche ich allen meinen Lesern. Mehr zu trinken gibt’s wie immer samstags bei Ninja.

23. Juli 2014
von mecki
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Von Hochstämmchen, Stadtpflanzen und Gartenpannen

Ende Juli geben unsere Rispenhortensien alles – sie explodieren förmlich und biegen sich unter der Last ihrer Blüten. Grund genug ihnen heute mal ein kleines eigenes Kapitel zu widmen.

Erst wird geplant ….

Von unserer Gartenplanung im Jahr 2010 habe ich ja bereits berichtet. Nun denn, damals war ich so eine echte Stadtpflanze und hatte Zeit meines Lebens weder Gelegenheit noch besonderes Interesse, mich mit Pflanzen zu beschäftigen. An die Gartenplanung bin ich dann auch entsprechend, nennen wir es mal „unverblendet“ rangegangen, im Klartext: ich hatte keine Ahnung von Pflanzen :-). Über das Raumkonzept des Gartens habe ich mir hingegen sehr viele Gedanken gemacht, ist ja auch sozusagen mein Metier als Architektin… Die unterschiedlichen raumbildenden Elemente wollen aber natürlich irgendwann dann auch gärtnerisch umgesetzt werden. Und so machte ich mich dann im Netz, später in Gärtnereien auf die Suche nach etwas, was als lockere Raumkante an der linken Grundstückgrenze taugt. Hochstämmchen sollten es werden, die in unserm kleinen Garten nicht zu mächtig werden, hübsch aussehen sollten sie natürlich auch und winterfest (so weit habe ich immerhin gedacht) sollten sie sein. Irgendwo in den Weiten des I-Net bin ich dann auf Hortensienhochstämmchen gestoßen und habe diese dann nach einigem Suchen auch in einer Gärtnerei live und in Farbe gefunden – prima, passt!

Als Untergrund plante ich Basaltschotter ein (der geneigte Leser kennt ja meine Vorliebe für Materialkontraste, hier: kalter Basalt, warmes Holz, frisches Grün). Und da unser Häuschen ein Reihenmittelhaus ist, war klar, dass wir nach der Bauphase nur noch durchs Haus in den Garten kommen. Da wir wenig Lust hatten, tonnenweise Basaltschotter durchs Haus zu tragen (mit allen anderen Gartenmaterialien haben wir das dann aber doch gemacht – ersetzt das Krafttraining im Fitnessstudio) beauftragten wir den Außenanlagenbauer, der ohnehin vor Ort war, um das Gelände zu planieren etc., uns den Basaltschotter schon mal an Ort und Stelle einzubringen. So weit so gut.

geometrischer Garten

…. und dann umgesetzt

Als wir dann guter Dinge mit unseren 5 glücklich erworbenen Hochstämmchen anrückten, stellten wir fest, dass der Außenanlagenbauer nicht nur ein paar Zentimeter Basaltschotter eingebracht hatte, sondern ungefähr einen Meter tief verdichteten Untergrund undefinierbaren Materials (ich hab ja bis heute den Verdacht, dass er alles was auf dem Grundstück überflüssig war, dort hingeschüttet und verdichtet hat…). Er hatte übrigens meinen Plan, wusste also genau, dass dort noch gepflanzt werden sollte. Prima, da standen wir also an einem Samstagnachmittag mit unseren 5 Hochstämmchen und wollten doch so gerne weitermachen. Einzige Möglichkeit: Bewaffnet mit Hacke und Schaufel gruben und schlugen wir in mühevoller Kleinarbeit 5 Löcher in den steinharten Untergrund. Fragt nicht, wie wir geflucht und geschwitzt haben… Aber irgendwann waren wir fertig und konnten stolz unsere Bäumchen einsetzen.

Die erfahrenen Gärtner unter Euch werden sicher wissen, dass man Pflanzen unter anderem nach den Standortbedingungen aussucht. Und ich? Als echte Stadtpflanze wusste ich noch nicht mal, dass es sowas wie Standortbedingungen gibt (naja, ich hab’s wohl eher einfach verdrängt). Hortensienhochstämmchen sind nichts was einfach so in der Natur vorkommt. Auf kleine Stämme werden Rispenhortensien aufgepfropft, die Krone wächst also weiter, während die Stämmchen sozusagen nur als Halter und Transportmittel für Nahrung dienen und nicht mehr wachsen. Kann man machen, schließlich hat der Mensch schon immer in die Natur eingegriffen. Was man sich aber sehr gut überlegen sollte, ob diese sensiblen Geschöpfe in der Hauptfrischluftschneise zwischen dem Großen Feldberg im Taunus und Frankfurt so richtig gut stehen :-). Könnt Ihr Euch das Drama vorstellen, wenn draußen mal wieder der Sturm tobt, ich drinnen sitze und durch die großzügige Glasfront untätig zusehen muss, wie unsere Hochstämmchen schutzlos den wilden Naturgewalten ausgeliefert sind? Gar nicht schön wie sie sich im Wind bis fast zum Boden beugen. Merke: Hortensienhochstämmchen mögen definitiv einen windgeschützten Platz!

Hortensienhochstämmchen

Hilfe, da wächst nichts ….

Und dann ist da noch die Sache mit dem Frühjahr. Irgendwie mache ich mir ohnehin immer ein wenig Sorge, ob die Pflanzen in ihren eigentlich viel zu kleinen Pflanzlöchern genug Nährstoffe bekommen, wahrscheinlich nicht wirklich, aber ändern kann ich’s ja nun auch nicht mehr. Im Frühjahr schneidet man Rispenhortensien (so hab ich gelesen) stark zurück, mach ich also brav immer im März. Und dann nimmt das Drama seinen Lauf – es wird Anfang April, Mitte April, Ende April, Mai und nichts aber auch gar nichts von Knospen ist zu sehen. Ich, beinahe täglich: „Du, diesmal sind unsere Hortensien wirklich eingegangen, da wächst nichts“. Der Herr fein & raum (leicht genervt (oder amüsiert?), Blick zur Decke): „Das sagst Du jedes Jahr!“…, so geht das Spiel dann über Wochen und ganz ehrlich: Ich bin wirklich felsenfest überzeugt, dass da nichts mehr wachsen KANN, Ewigkeiten sieht man einfach nicht das kleinste bisschen Grün, kein Anzeichen von Leben. Naja, guckt Euch die Fotos an, dann wisst Ihr, was von meiner Panikmache im Frühjahr zu halten ist. Ob ich das nochmal lerne?

Fazit: Bis jetzt haben die Hortensien trotz aller Widrigkeiten und Pannen überlebt. Ich hoffe, das bleibt auch noch ganz lange so, denn ich mag sie wirklich gerne mit ihren feinen weißen Blüten, die im Spätsommer dann hübsch altrosa werden.

Habt Ihr auch die ein oder Panne im Garten oder auf dem Balkon erlebt oder habt Ihr das souveräner hinbekommen?

 

21. Juli 2014
von mecki
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fein & raum pflanzt einen Baum

Ha, da blogge ich nun seit über 3 Monaten – aber eine Überschrift die sich reimt hatte ich bis jetzt noch nie, um so schöner finde ich die heutige :-)

Ich bin ja gerne so eine kleine Weltenretterin – nein im Ernst, die Frage wie wir mit unserem Planeten umgehen und welchen Lebensstil der Planet überhaupt verkraften kann, treibt mich schon immer wieder um. Einerseits kann man im Alltag vieles machen (mir gelingt das zum Beispiel beim Thema Verkehr und Ernährung ganz gut – ich liebe Fahrrad fahren und Gemüse beim Biobauern um die Ecke einkaufen ist einfach so viel schöner als beim großen Supermarkt mit Plastikverpackung und Megaparkplatz…), aber trotzdem ist klar, dass auch mein westlicher Lebensstil alles andere als nachhaltig ist und ich in vielen Bereichen (wie viele Quadratmeter braucht der Mensch zum Beispiel um gut zu leben?) ganz und gar inkonsequent bin. Und dieses Missverhältnis zwischen dem, was eigentlich nötig wäre und dem was ist, lässt mich manchmal ganz schön grübeln. Dennoch denke ich, es lohnt sich, immer wieder kleine Schritte zu machen und ein wenig bewusst zu leben, auch wenn das Ziel „Welt retten“ ganz sicher viel zu groß für mich ist.

1 baum 1 blog

Heute bin ich dann ziemlich zufällig über diese Aktion gestolpert. Ein Baum für einen Blog. Ja auch mein Blog produziert so einiges an CO2, Server, Rechner, Traffic – all das kostet Energie und trägt damit zum Klimawandel bei. kaufda.de, deren Hauptgeschäft die Onlinebereitstellung von lokalen Werbeprospekten und damit die Vermeidung von unendlich viel überflüssigem Papiermüll ist, pflanzt für jeden mitmachenden Blog einen Baum (und steigert damit den eigenen Bekanntheitsgrad, eine klassische Win-Win-Situation). Ein wenig skeptisch bin ich bei solchen Aktionen ja immer, ganz einfach, weil damit auch leicht ein Feigenblatteffekt eintreten kann: „ich hab jetzt ’nen Baum gepflanzt und damit die Welt gerettet“. Ganz so leicht ist es natürlich nicht, ein einziges Bäumlein rettet nicht die Welt genauso wenig wie der Weg mit dem Rad zur Arbeit oder die voll ökologisch angebaute Gurke aus der Region ;-). Aber hejh, hab ich mir gedacht: besser EIN Baum, der unsere Welt ein klitzekleines bisschen grüner macht als gar nichts. Also bin ich gerne dabei und bin ganz sicher, dass das Bäumlein noch lange leben wird, wenn kein Mensch mehr weiß, was denn dieser Blog fein & raum überhaupt war. Ab sofort findet Ihr also in der Sidebar das Logo zur Aktion und wenn Ihr es anklickt gibt es noch eine ganze Menge mehr interessante Infos zum Thema und wer selbst bloggt und seinen Blog ein bisschen grüner machen möchte, findet hier ebenfalls alles zum Mitmachen.

 

 

19. Juli 2014
von mecki
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Samstagskaffee 14 – eine Frage des Stils

Heute gibt’s zum Samstagskaffee mehr Text als üblich. Ich hoffe Ihr habt ein wenig Zeit und Lust zu lesen und zu schreiben, denn  Eure Meinung interessiert mich und ich freue mich auf eine spannende Diskussion.

Viele meiner Leser bloggen selbst über Einrichtung, über Wohnen, Architektur, Möbel usw. – und die, die nicht selbst schreiben, sind an den gleichen Themen interessiert, sonst würden sie sicher nicht immer wieder gerne hier vorbei schauen, lesen und kommentieren. Ein Wort, dem ich auf Blogs immer wieder begegne ist „Stil“ – da kommt mir das schöne Zitat von Schopenhauer, das ich schon lange mag, gerade recht, um einmal darüber nachzudenken, was es mit diesem „Stil“ überhaupt auf sich hat, wie er in Vergangenheit und Gegenwart genutzt wird und was der Begriff für mich bedeutet.

 

kaffee_schopenhauer_6

Stil – der Begriff

Natürlich gibt es Stil in ganz unterschiedlichen Bereichen – Musik, Literatur, Kleidung etc. ich beschränke mich heute aber auf die Verwendung in Architektur und Design, darum geht es hier bei mir ja schließlich :-). In früheren Zeiten war das mit dem Stil noch ganz einfach: wenn wir zum Beispiel vom gotischen Stil sprechen, sind wir uns alle einig was gemeint ist, bestimmte Bauformen (aufstrebende, schlanke Säulen, schmale spitzzulaufende Fenster etc.). Mit einer bestimmten Art zu bauen und zu gestalten, hat man in einer bestimmten Zeit Dinge ausgedrückt, die zu dieser Zeit Konsens waren: so drücken gotische Kirchen mit ihrem Stil ein Aufstreben hin zu Gott, eine Hinwendung zum Himmlischen aus, mit dem sich die ganze Epoche identifizieren konnte. Stil ist hier also nicht Ausdruck von Persönlichkeit sondern viel mehr Ausdruck allgemein gültiger Überzeugungen.

Und heute? Ist das mit dem Stil sicher ein wenig komplizierter. Allgemein gültige Überzeugungen gibt es nicht mehr, einen Konsens darüber, was „schön“ ist schon erst recht nicht – dafür aber unendlich viele Anregungen und Möglichkeiten – man nehme nur die ganze Bloggerszene mit all ihren tollen Bildern und Ideen zum Thema Wohnen.

Persönlicher Stil?

Oft lese ich so oder ähnlich „Mein Lieblingsstil ist der XY-Stil“ (derzeit ist das meist bevorzugt der „skandinavische-Stil“). Das impliziert, dass Stil etwas ist, was man woanders findet, was andere vormachen, wo vielleicht woanders schon ein Konsens (siehe oben) entstanden ist. Für mich persönlich ist Stil eher etwas ganz individuelles, etwas was entsteht, wenn ich mich intensiv mit einem Raum, mit meinen ganz persönlichen Anforderungen daran, meinen Bedürfnissen, mit Material und dessen Verarbeitung etc. auseinandersetze. Eben im Sinne Schopenhauers, das Produkt einer gedanklichen Durchdringung. Mit meinem Zuhause schaffe ich einerseits einen Ort, an dem ich mich zuhause (genau!)  fühle, den ich mag, an den ich immer wieder gerne zurückkomme. Ich teile damit aber auch der Welt etwas über mich, über meine Art, die Dinge zu sehen und über sie nachzudenken mit.

Was meint Ihr? Was bedeutet für Euch Wohnen, Einrichtung, Möbel, Zuhause? Hilft Euch die Bloggerwelt, Euren ganz eigenen Stil zu finden oder führt sie eher zu einer Art Einheitsstil (es gibt Dinge, die sieht man quasi in JEDEM Wohnblog- der (wirklich hübsche) Plastic Armchair von Eames ist so ein Beispiel )? Ist Stil für Euch etwas ganz individuelles oder eher etwas allgemein gültiges („der XY-Stil“)Was inspiriert Euch, wo findet Ihr Anregungen?

Ich freu mich auf Eure Gedanken! Und zur Stärkung gibt es noch einen kleine Kaffee :-). Ihr möchtet mehr Kaffee? Dann auf zu Ninja!

Espresso

16. Juli 2014
von mecki
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Strukturen

Heute gibts ein paar Fotos von einem Streifzug durch das Messegelände und Bankenviertel in Frankfurt. Dass nahezu hundert Prozent der Fotos (es waren deutlich mehr als ich hier zeige) ausschließlich Farben im kalten blau-grün Bereich haben, ist mir erst hinterher wirklich bewusst geworden, passt aber zur kühlen Anmutung des Bankenviertels. In Zusammenhang mit den präzisen geometrischen Strukturen entfalten die Farben ihren ganz besonderen Reiz und es entsteht eine eigene Ästhetik, welche mir so abstrakt und aufs Zweidimensionale reduziert, richtig gut gefällt – in der 3D Realität finde ich  das Bankenviertel dagegen eher reizlos und betrachte es lieber als Skyline aus gebührendem Abstand, wo es wiederum einen gewissen weltstädtischen Charme entfaltet.  Das dritte Foto ist übrigens in einen flachen Brunnen hinein fotografiert, durch die Bewegung des Wassers entsteht die Verzerrung.

Frankfurt

 

14. Juli 2014
von mecki
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Symmetrie – von Gestaltungsprinzipien und Gestaltungsfallen

Hin und wieder durchstöbere ich meine Festplatte nach vorhandenen Fotos, die ich für meinen Blog nutzen kann (vor allem wenn das Wetter, wie dieser Tage, so wenig Licht spendiert, dass das Fotografieren kaum möglich ist). So bin ich dann auf diese kleine Fotoserie gestoßen – am Wiesbadener Bahnhof bin ich auf Symmetrie-Suche gegangen. Und möchte nun heute die Bilder als Aufhänger nutzen, Euch ein wenig über Symmetrie, ihre Bedeutung in der Baugeschichte und bei ganz aktuellen Einrichtungs- und Gestaltungsfragen erzählen.

Symmetrie

 Symmetrie – der Begriff

Das Wort Symmetrie stammt aus dem Griechischen und bedeutet Gleichmaß oder Ebenmaß. Damit ist auch schon klar, dass Symmetrie ursprünglich gar nicht das meinte, was wir heute darunter verstehen sondern allgemeiner eine gut proportionierte, maßvolle und harmonische Gestaltung. Erst im Laufe der Geschichte wurde Symmetrie dann zu der uns bekannten Punktsymmetrie oder Achsensymmetrie, das heißt, Objekte werden an einem Punkt oder einer Achse identisch gespiegelt.

 Symmetrie in der Baugeschichte

Wenn auch im alten Griechenland die Wortbedeutung noch eine etwas andere war, so kannte die klassische griechische Architektur doch auch das Gestaltungsprinzip der Symmetrie, wie wir sie heute verstehen. Ein griechischer Tempel ist ohne Symmetrie kaum vorstellbar – hier, wie auch in späteren Zeiten weist die Symmetrie auf eine höhere Ordnung hin. Interessant ist, dass zwar jeder einzelne Tempel der Akropolis streng symmetrisch aufgebaut ist, der Gesamtgrundriss der Akropolis hingegen kaum Symmetrien aufweist und daraus eine gewisse Spannung zieht. In allen folgenden Jahrhunderten findet sich die Symmetrie als Gestaltungsprinzip und zwar vor allem dann, wenn es darum geht auf eine höhere Ordnung, auf eine übergeordnete Stellung oder Macht hinzuweisen. Typische Beispiele dafür sind Kathedralen und Schlösser aber auch die Renaissancevillen des Andrea Palladio. Er perfektionierte für seine, meist reichen und mächtigen Bauherren, das Prinzip der Symmetrie und gliederte auch untergeordnete Wirtschaftsgebäude streng in die symmetrische Anlage ein. Erst im 20. Jahrhundert geriet die Symmetrie als ordnende Kraft in Verruf. Mit der Herrschaftssymbolik vergangener Jahrhunderte konnten Architekten wie Le Corbusier oder die Architekten und Künstler des Bauhauses nur noch wenig anfangen. Zu komplex waren die Zeiten und die Zusammenhänge um sie mit einfachen Ordnungsprinzipien abzubilden. Das Streben nach einer demokratischen Architektur, einer Architektur, die nicht Klassenunterschiede abbildet sondern allen eine gut gestaltete Umwelt ermöglicht, machte die Symmetrie als Gestaltungsmittel obsolet. Gestaltung hieß nun, die Elemente in ein spannungsvolles und dennoch harmonisches Gleichgewicht zu bringen. Gut gestaltete Architektur arbeitet bis heute mit diesem Spannungsfeld.

 PalladioPalladio-Villen; Bildquelle: Wikimedia Commons Bauhaus GebäudeBauhaus Dessau; Bildquelle: Wikimedia Commons

Von Symmetriefallen und Lösungen

Auch das was wir in unseren eigenen 4-Wänden tun ist ja immer ein Gestalten und damit immer auch ein Arbeiten mit Gestaltungsprinzipien. – so auch mit der Symmetrie oder eben dem Gegenpart, der Asymmetrie. Solche Gesetzmäßigkeiten zu kennen und sie bewusst einzusetzen, hilft beim Planen und Gestalten des eigenen Lebensraums. Es gibt natürlich Dinge, die rufen gerade zu nach Symmetrie – so wird ein Stuhl allein auf Grund der menschlichen Physiognomie fast immer symmetrisch sein. Bei anderen Gegenständen haben wir mehr Gestaltungsfreiheit. Und Freiheit ist zwar schön aber nicht unbedingt einfach, denn sie fordert uns Entscheidungen ab, und die können auch mal falsch sein. So habe ich, als wir unsere derzeitige Bleibe planten, links und rechts oberhalb des Sofas zwei Wandauslässe für Leuchten eingeplant, als wir dann eingezogen waren, zwei schöne Leuchten ausgesucht und umgehend an der Wand montiert. Keine gute Idee, überhaupt nicht – weiter oben habe ich ja lange die Symbolik der Symmetrie in der Baugeschichte erläutert. Und unser Sofa mutierte mit den beiden Leuchten zum lebenden Beweis: Herrschaftssymbolik, höhere Ordnung und so – blöd, wenn die gemütliche Kuschelecke im Wohnzimmer plötzlich zum Altar mit Herrschaftsanspruch wird… Die Leuchten mussten also umgehend wieder runter, leider hatten wir jetzt zwei große überflüssige Wandauslässe. Aber ich bin ja flexibel, also wurden die Bilder einfach so aufgehängt, dass man von den Auslässen nichts mehr sieht und Licht spendet nun eine seitlich platzierte Stehleuchte, die Symmetrie ist raus und damit auch das Altarfeeling, gut so!

Sofa Ikea Stockholm

Fazit

Das Sofa mit dazugehörigen Leuchten ist EIN Beispiel in unserer Wohnung, wo ein Abweichen von der vielleicht nahe liegenden Symmetrie ein Gewinn ist.  Es gibt sicher Situationen, wo die Symmetrie natürlich und angemessen ist. Oftmals tut es einem Raum aber sehr gut, diese aufzulösen und dadurch ein wenig Spannung und eine komplexere und vielschichtigere Harmonie zu erzeugen.

12. Juli 2014
von mecki
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Samstagskaffee 13 – Gruß aus dem Garten

Heute Morgen gibt es einen kleinen Gruß aus unserem regenfeuchten Garten. Die Hortensienhochstämmchen, die als kleines Spalier entlag der Grenze zum Nachbarn stehen, blühen seit dieser Woche um die Wette. Die schönen weißen Rispen verfärben sich im Laufe des Sommers zu einem hüschen Altrosa – bis dahin dauert es aber noch etwas, zum Glück, denn das Altrosa ist ein untrügliches Zeichen, dass der Herbst vor der Tür steht.

Rispenhortensien

 

Ich wünsche alleseits ein schönes Wochenende und viel Spaß beim gemeinsamen Samstagskaffe.