11. Juni 2014
von mecki
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Garten – von Giftpflanzen und Materialkontrasten

Neulich habe ich ja hier versprochen, dass ich noch mal ein paar aktuelle Bilder vom Garten zeige und hier sind sie jetzt! Wenn ihr regelmäßige Leser dieses Blogs seid, wisst Ihr ja schon, wie die Gesamtplanung des Gartens ausschaut und wenn nicht, dann könnt Ihr hier nachlesen. Dass der Garten so aufgeräumt und clean aussieht wie in diesem früheren Beitrag, ist nun schon 4 Jahre her. Die Elemente sind die gleichen geblieben: Holzdeck, Hochbeet (da ist noch ein zweites auf der Terasse dazu gekommen), Weg, Hochstämmchenreihe, Hecke, winziger Rasen, Basaltkies und Buchse. Faszinierend ist aber, wie sehr sich so ein Garten durch die Pflanzen von Jahr zu Jahr verändert.

Garten Geometrie

Das Hochbeet

Ein grüner Daumen gehört nicht gerade zu meinen Stärken – Zimmerpflanzen haben bei mir zum Beispiel früher oder später keine Überlebenschance, auch wenn ich mir noch so große Mühe gebe :-). Um so spannender finde ich, was sich so alles in unserm Garten tummelt, wächst und gedeiht, sich von selbst aussät oder jährlich wieder kommt. In unserm Hochbeet scheint sich so ziemlich jedes Kraut wohl zu fühlen und diesen Sommer, bei der Mischung von Sonne und Regen, explodiert alles geradezu. Versuche, solche Wucherkräuter wie Minze oder Melisse ein wenig einzudämmen, enden regelmäßig damit, dass das Kraut zwar an einer Stelle vernichtet ist, dafür aber mit dreifacher Vehemenz an allen andern Ecken des Hochbeetes hervorkommt – ich hab da mittlerweile kapituliert und es wird einfach ALLES was wächst zu Essen verarbeitet (Zitronenmelissenpesto kann ich nur empfehlen, lecker :-).

Borretsch und Ysop

Borretsch und Ysop

Apropos: der Borretsch ist ja auch so ein Kandidat für die wundersame Selbstvermehrung. Und gerade hatte ich dieses Frühjahr entdeckt, dass man ihn ganz wunderbar als Spinatersatz verwenden kann (das war fein – Pizza mit Spinat, Pasta mit Spinat, Quiche mit Spinat: geht bei mir alles täglich…), da musste ich lesen, dass der Borretsch nun plötzlich giftig sein soll – gar nicht schön. Ich hab ihn dennoch weiterwachsen lassen, aber den Konsum zumindest eingeschränkt und damit er noch für was zu gebrauchen ist, muss er nun halt als Fotomodel herhalten – die Blüten sind wirklich wunderhübsch. Das da neben ist übrigens Ysop – den wollte ich letztes Jahr mal vernichten, weil er geschätzte 2 qm in der Fläche und 2 m in der Höhe in Anspruch nahm und eigentlich schon sehr geringe Mengen zum Würzen reichen. Was soll ich sagen – jetzt hab ich ihn doppelt im Hochbeet, war ja klar! Aber hübsch ist er, und die Bienen freuen sich über Ysop genauso wie über Borretsch. Außerdem bin ich in verschiedenen Ottolenghi Kochbücher (der ist im Moment meine neue Koch-Ikone) auf Rezepte mit Ysop gestoßen, der wird jetzt also auch in größeren Mengen verzehrt.

Sichtbeton im Garten

Sichtbeton

Und dann war da noch der Sichtbeton. Ich werde ja nicht müde zu erwähnen, dass ich das Material mag. Unsere Terrasse ist links und rechts (also zu den Nachbarn hin) jeweils von einer ca. 2 Meter hohen Sichtbetonwand begrenzt. Die eine Seite nutzen wir für Brennholz (hach, ein Kamin ist was Schönes, vielleicht nicht gerade bei den aktuellen Temperaturen, aber im Winter ganz sicher, dann zeig ich Euch den auch mal). Da isser wieder der Materialkontrast: Holz und Beton, erwähnte ich, dass ich ihn mag ;-)? Auf die andere Seite haben wir besagtes zweites Hochbeet gebaut, um in unserm supergeordneten Schickimicki-Garten ein wenig mehr Anbaufläche für Gemüse und Co. zu haben ;-). Es funktioniert, dort wachsen vor allem Salat und Gemüse. Sah heute aber alles nicht so präsentabel aus, daher hab ich den Dill fotografiert, der ist hübsch, filigran  und macht sich besonders gut vor der Sichtbetonwand.

So, das war für diesmal der kleine Einblick in unseren Garten. Wenn die Rispenhortensien (die Hochstämmchen) dann in Blüte stehen gibt’s den nächsten Rundgang – die sind nämlich ganz besonders schön anzuschauen.

8. Juni 2014
von mecki
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Ein neues Multiplexprojekt, ein wenig Typographie und Grafik sowie eine Entscheidung

Wie bringt Ihr Eure Gewürze unter? Unsere (ich habe gezählt, es sind mehr als 30…) stehen bis jetzt in den Tüten, in denen sie gekauft wurden ziemlich chaotisch in einem kleinen Schubladenfach direkt neben dem Herd. Jedesmal wenn ich ein Gewürz brauche (und ich koche viel und gern mit Gewürzen) geht die Sucherei los – eigentlich kann ich sicher sein, dass sich das Kraut, das ich suche im allerletzten Winkel versteckt hat und ich, bevor ich fündig werde, mindestens 25 andere Tütchen in den Fingern hatte. So geht das nicht mehr weiter.

gewürze

Wieder mal: Multiplex

Und da wir ja auch nach dem Bau unserer neuen Lieblingsleuchte noch immer Massen von Multiplex übrig haben, wird jetzt ein Schubladeneinsatz für die große 1,2m breite Besteckschublade gebaut (das Besteck muss dann halt ein wenig zusammenrutschen, das passt schon). In den Einsatz kommen dann ganz viele von diesen Döschen (oder vielleicht doch eher diese?). Alles schon bedacht, aber noch nicht gemacht.

Graphik und Typografie

Was ich aber schon gemacht habe sind die Entwürfe für die Etiketten. Die Döschen haben einen Durchmesser von 55mm und sollen jeweils einen runden Aufkleber mit 40mm Durchmesser erhalten. In Punkto Graphik und Typografie bin ich ja nun (anders als im Entwerfen von Häusern und Möbeln) nicht so der Profi. Dennoch macht es mir ungeheuer viel Spaß, mit Schriften und grafischen Elementen zu spielen und so habe ich mich ein wenig ausgetobt beim Gestalten der Etiketten. Nun kann ich mich nicht entscheiden, welches die schönsten sind. Ich stelle Euch einfach mal 4 meiner Entwürfe vor, vielleicht bekomme ich ja ein wenig Input von Euch.

Allen Entwürfen ist gemeinsam, dass ich die Gewürze in 4 Gruppen (Kräuter, scharf, orientalisches, sonstiges) aufteile und diese Gruppen farblich oder graphisch differenziere. Die grauen Ränder sind übrigens jeweils der Deckel der Gewürzdöschen, gehören also nicht zum Aufkleber, nur so zur besseren Vorstellung.

Der Filigrane

Die Kamera geschnappt, ein paar Kräuter und Gewürze fotografiert und diese anschließend in Photoshop so bearbeitet, das ein graphisches Motiv entsteht. Als Schrift bin ich wieder mal bei der Myriad hängengeblieben, die es in ungeheuer vielen Schriftschnitten gibt – hier kommt die light condensed zum Einsatz, die man eher selten sieht. Für mich ist die Myriad so ein Klassiker (es gibt sie allerdings erst seit 1992) der immer wieder gut passt und durch die unterschiedlichen Schriftschnitte ist sie unheimlich vielseitig einsetzbar.

Etiketten Gewürzdosen

Der Schlichte

Bunte Kreise, Text, fertig! Ich finde das hat was. Der Font ist übrigens wieder die Myriad, diesmal allerdings in bold – ein komplett anderes Erscheinungsbild und passend zu den einfachen Kreisen.

Etiketten Gewürzdosen

Ein wenig retro

Ich hab ein bisschen mit Dreiecken gespielt und dabei herausgekommen ist ein Entwurf, der mich ein wenig an ein 60-er Jahre Geschirr erinnert – passt ja ganz gut in die Küche. Passend zum Retrolook habe ich mich dann für eine Serifenschrift entschieden und zwar für die Vollkorn. Ein im Internet frei erhältlicher Font, der mir schon allein wegen seines Namens ganz außerordentlich gut gefällt. Aber auch sonst gehört sie mittlerweile zu meinen Lieblingsschriften und ist eine schöne Alternative zur Garamond (die ich zum Beispiel in meinem Schriftzug „fein & raum“ verwende).

Etiketten Gewürzdosen

Der Graphische

Auch hier wieder ein Spiel mit Formen, in diesem Fall Rechtecke, das Ergebnis kommt sehr graphisch daher, ich mag es. Ihr habt es wahrscheinlich schon erkannt – der Text ist wieder mal Myriad light condensed, diesmal aber ausschließlich Kapitale, unterstützt das graphische ganz schön.

Etiketten Gewürzdosen

Die Entscheidung

Tja, und jetzt muss ich mich entscheiden, schwierig, schwierig – was meint Ihr, welcher Entwurf wird meinen 30 Gewürzdöschen am besten zu Gesicht stehen?

7. Juni 2014
von mecki
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Samstagskaffe 8 – endlich im Garten

Juchuuuu, endlich Frühstück im Garten. Da habe ich doch direkt die Gelegenheit genutzt und bin ein wenig mit der Kamera in unserm kleinen Paradies rumgelaufen. Vor einiger Zeit habe ich hier ja schon mal gezeigt, wie der Garten ganz frisch angelegt aussah und was wir uns bei der Planung so alles gedacht haben. Seit dem haben die Pflanzen so nach und nach ein Eigenleben entwickelt, vieles sät sich Jahr für Jahr von selbst aus, manches wächst ganz unglaublich schnell, anderes geht irgendwann zugrunde – in jedem Fall sieht es mittlerweile richtig grün aus bei uns. Demnächst werde ich dann auch nochmal ein paar mehr Bilder aus dem Garten zeigen.

Frühstück im Garten

Ein sonniges Pfingstwochenende wünsche ich allerseits.

Mehr Kaffee gibt’s bei Ninja.

5. Juni 2014
von mecki
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Feine Fundstücke 5 – Origami

Ich mag Gegenstände mit Charakter und Geschichte – alte Stücke von Flohmärkten, Geschenke, Erbstücke und so weiter. In der Kategorie „Feine Fundstücke“ möchte ich Euch solche Dinge kurz und mit einem Bild vorstellen.

Diese hübsche Dose bekam ich von einer Teilnehmerin meiner Kurse geschenkt. Origami – die Kunst des Papierfaltens gehört zu den Dingen, die ich sehr faszinierend finde. Da Fingerfertigkeit und Geduld nicht gerade zu meinen Stärken zählt, lass ich mir sowas aber lieber schenken. Dass das obere Ende der Dose schon ein wenig abgegriffen ist, liegt daran, dass unsere Nachbarjungs jedesmal kontrollieren, ob nicht vielleicht Schokolade in dem Döschen ist :-)

 

origami

1. Juni 2014
von mecki
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Eine Liebeserklärung an Holland und die Nordsee

Es gibt sicher aufregendere Urlaubsgebiete, Orte mit besserem Wetter, beeindruckendere Landschaften und ganz gewiss Länder, die kulinarisch mehr zu bieten haben – und dennoch, wenn ich nicht einmal im Jahr an der holländischen Nordsee bin, fehlt mir etwas. Solange ich denken kann, ist Holland und die Nordsee ein Sehnsuchtsort für mich. Kaum angekommen, fühle ich mich wohl, möchte am liebsten auf ewig bleiben und kann noch nicht einmal genau sagen, was es eigentlich ausmacht, es ist die Mischung: die Unendlichkeit der See, der Wind, der Geruch des Meeres (hin und wieder gemischt mit dem der leckeren holländischen Pommes), die Aufgeschlossenheit der Menschen, die Schönheit der Städte, die Ruhe der kleinen Dörfer und die Weite der Landschaft, ja selbst die Sprache, oft so bildhaft und das holländische Lebensgefühl vermittelnd, mag ich.

holland

Oostkapelle und eine tolle Unterkunft

Diese Woche hatten wir das Glück, 4 Tage in Oostkapelle auf Walcheren zu verbringen. Walcheren ist eine Halbinsel ganz im südwestlichen Zipfel der Niederlande zur Provinz Zeeland gehörend. In Oostkapelle hatten wir eine hübsche Ferienwohnung bei sehr netten Vermietern gebucht – ein echter Glücksfall. Eigentlich wollte ich Euch ein paar Fotos des Hauses zeigen, nur wenn man das fotografieren vergisst, ist das leider ein wenig schwierig. Aber schaut einfach selbst hier, da findet Ihr alle relevanten Informationen über die Unterkunft – ein echter Tip und ein Beweis, dass die Holländer nicht nur alte Architektur können.

Holland – Fahrradland

Natürlich hatten wir unsere Räder mit. Rad fahren in Holland hat etwas ungemein Entspanntes – man braucht eigentlich nie auf eine Karte zu gucken, weil es unglaublich viele und gut platzierte Hinweisschilder gibt, die Radwege sind toll ausgebaut, sowohl auf dem Land wie auch in den Städten und die Autofahrer sind sowas von rücksichtsvoll, da können wir hier nur von träumen. Auf Walcheren ist alles recht übersichtlich, so kann man im Grunde genommen einfach auf gut Glück losfahren und die Beschilderungen nutzen. Eine besonders schöne Strecke führt von Oostkapelle entlang der bewaldeten Küste nach Veere. Oder man startet von Oostkapelle Richtung Landesinnere nach Aagtekerke – ein hübsches Dorf, mit dem typischen zentralen Kirchplatz, der rund um die Kirche liegt und von kleinen Häusern umstanden ist. Dann weiter über Meliskerke nach Biggekerke (für mich mit seinem wunderhübschen Kirchplatz das schönste Dorf der Insel), Zoutelande (ein typischer Touristenort, der mit den höchsten Dünen aufwarten kann), von da aus weiter über einen schönen Radweg mitten durch die Dünen nach Westkapelle an der Spitze der Halbinsel und dann nach Domburg, einem alten Seebad, das in den letzten Jahren zunehmend wieder in altem Glanz erstrahlt. Von da aus geht es dann durch „de Manteling“ ein bewaldetes Naturschutzgebiet in den Dünen mit teils bizarr geformten Eichen.

Walcheren

Karte Jan-Willem van Aalst, Bearbeitung. M. Schwetje

Wer ausgearbeitete Routen bevorzugt findet hier eine schöne Tour und auch hier jede Menge Material.

 Das Meer, die Dünen und Strandkörbe auf holländisch

Die Nordsee mit ihren Wellen, ihren oftmals sehr gedeckten Farben, dem Wind und dem Rauschen und dem ganz speziellen Geruch – all diese Sinneseindrücke in einem Foto einzufangen: fast unmöglich, dennoch versuche ich es immer wieder (dieses Jahr wurden sämtliche Fotoversuche noch durch viele Regenschauer erschwert – Regen und meine Kamera mögen sich gar nicht, wenn gleich ich Regenspaziergänge am Strand mag).

Nordsee bei Domburg

Die Strände auf Walcheren haben große Flächen aus feinem Sand – wer also Strandurlaub mag, kommt hier auf seine Kosten. Mir gefallen besonders auch die Dünenlandschaften, mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt, die so ganz anders sind als unsere heimischen Mittelgebirge.

Dünen Domburg und Oostkapelle

Was dem Deutschen sein Strandkorb ist, ist dem Holländer seine Strandkabine – aufgereiht am Fuß der Düne, kann man diese, genau wie Strandkörbe, mieten und alles was man so für einen glücklichen Strandtag braucht, darin unterbringen. Kilometerlang kann man am Strand entlang laufen und findet immer neue Varianten – mal liebevoll gestaltet, mal etwas runtergekommen, immer ein wenig vielfältiger als die deutschen Strandkörbe.

Strandkabinen bei Oostkapelle

Große Liebe – holländische Architektur

Wenn ich durch holländische Städte und Dörfer laufe, bekomme ich regelmäßig dieses „genau hier möchte ich wohnen“-Gefühl. Was ist es nur, was die holländische Architektur und den Städtebau so besonders macht? Ich lasse einfach Bilder sprechen und zeige Euch ein paar Häuser, die ich alle entlang des Hafens von Veere fotografiert habe.

veere Hafen Architektur

Die Häuser sind meist eher klein, aber von jeher recht großzügig mit Fenstern ausgestattet, oft erstreckt sich das Erdgeschoss in einem Raum von der Straße bis zum Garten, so dass der Innenraum, trotz der für unsere Verhältnisse eher kleinen Fläche, großzügig ist. Im Material (Klinker) und Grundausprägung recht einheitlich, so dass ein zusammenhängender städtebaulicher Raum auch als solcher wahrnehmbar ist, findet die Differenzierung in liebevoll gestalteten Details (der Giebel, der Türen etc.) statt und alles kommt so natürlich und selbstverständlich daher, als müsste es genau so und nicht anders sein. Ich könnte stundenlang gucken, mich in Details verlieren und mich in die dahinterliegenden Wohnungen träumen.

Veere – ein Besuch lohnt sich

Eine der Städte auf Walcheren, die wirklich einen Besuch wert sind ist Veere. Am Veerse Meer (in Holland ist Meer = See und Zee = Meer, das Veerse Meer ist also ein Binnensee, abgeschlossen vom Meer durch den Veerse Dam) gelegen, bietet Veere wunderschöne kleine Gassen und Plätze, eine alles überragende beeindruckende Groote Kerk, für die Freunde des Wassersports einen Jachthafen und ganz viel Hollandfeeling pur.

Veere groote Kerk

Ewig lang kann ich mich hier ziellos durch die Straßen treiben lassen und mich an den vielen schönen Details erfreuen und die Atmosphäre mit allen Sinnen genießen.

Veere Architektur Kunst

Holland – ich komme wieder, spätestens nächstes Jahr!