14. Februar 2016
von mecki
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Ein kleiner Hauch von Frühling und ein bisschen Veränderung

Die ersten Tulpen – fast ersetzen sie die fehlende Sonne, lassen den Frühling erahnen, bringen Licht ins dunkle kalte Grau dieser Tage. Da konnte ich nicht widerstehen und musste direkt zwei mal zuschlagen: einmal in weiß – mein immer währender Favorit – und einmal in blassrosa.

Tulpen - Frühlingsboten

Und zeitgleich mit dem ersten Frühlingshauch setzt die Lust auf Veränderung ein. Sideboard und Bauhaus-Memory, von Anfang an symmetrisch aneinander ausgerichtet, wagen die Trennung und ergänzen sich künftig in asymmetrischer Spannung. Auf dem Foto nur zu erahnen – mehr gaben Licht und Drumherum nicht her. Noch ungewohnt, entsteht schon eine neue Leichtigkeit, weg von der starren, engen Symmetrie, hin zu einem spielerischen Miteinander der einzelnen Komponenten.

Sideboard mit Tulpen und Bauhausmemory

Und so freue ich mich nun, über ein bisschen Neues im Esszimmer – ganz ohne Neuanschaffungen, denn die fallen mir, beim ohnehin vorhandenen Überfluss, immer schwerer. Und der Frühling, der kommt bestimmt auch noch!

tulpen_mit Bauhausmemorie

4. Februar 2016
von mecki
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Von Bergen, Patenkindern und Rahmen

Da bin ich wieder und hab Euch einen kleinen Einblick in unser Zuhause mitgebracht. Es gibt nämlich ein neues Schmuckstück im Hause fein & raum.

rahmen für leinwand selbstgebaut

Dass ich den Bregenzerwald liebe, hab ich Euch ja schon mal öfter berichtet. Zuallererst hat das natürlich mit der wirklich grandiosen Architektur, die dort nicht Ausnahme sondern Normalfall ist zu tun. Aber auch die Natur dort mag ich – das hat tatsächlich ein wenig gedauert, denn eigentlich bin ich ein Kind des Meeres, insbesondere der Nordsee. Komme ich dort an, macht mein Herz jedesmal einen glücklichen Hüpfer. In den Bergen ist es mir schnell zu eng, es fehlt die Weite, das Gefühl der Freiheit. Aber manches ist halt nicht Liebe auf den ersten Blick sondern braucht eine Weile. Und so geht es mir mit den Bergen: Die Alpen und insbesondere die Berge im Bregenzerwald sind mir mittlerweile lieb geworden.

rahmen für leinwand selbstgebaut

So habe ich mich ganz besonders gefreut, dass ich von meinem malenden Patenkind zu Weihnachten ein Bild mit Bergen aus dem Bregenzerwald geschenkt bekam. Schon lange hatte ich mir ein Bild von ihr gewünscht und nun habe ich eins bekommen – so schön! Und schnell war auch ein schöner Platz dafür gefunden: Neben dem Bücherregal und über Anton dem Hocker. Als es dann da so hing, fand ich, dass die schnöde Leinwand dem schönen Bild nicht so wirklich gerecht werden kann. Also musste ein Rahmen her!

rahmen für leinwand selbstgebaut

Und spätestens bei einer fetten Leinwand versagen natürlich sämtliche Ikea-Rahmen dieser Welt (ganz ehrlich, so richtig froh bin ich mit meinen zahlreichen Ikea-Rahmen ohnehin nicht. Die Kleinen sind gut, aber ab einer gewissen Größe hängen die immer durch. Habt Ihr einen Trick, das zu verhindern). Also musste der Herr fein & raum im Keller seine Säge anwerfen. Rundherum eine Leiste von 15*60 mm und eine zweite quadratische Leiste von 20*20 mm, die von hinten den Anschlag für das Bild bildet – der ganze Rahmen im lichten Maß 2 Zentimeter größer als das Bild, so dass eine schöne Schattenfuge entsteht. Weiß streichen durfte ich das Ganze dann selbst – dabei kann man auch mit 2 linken Händen nicht so wirklich viel falsch machen. Und jetzt überlege ich gerade, wie ich den Herrn fein & raum dazu bekomme, die guten alten Ikea-Rahmen, die sich hier reichlich finden,  auf den Bilderrahmenfriedhof zu schicken ;-).

12. Oktober 2015
von mecki
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Herbstglück – Esskastanien und was Ihr damit machen könnt

esskastanien aus Kronberg

Ich bin ja so ein halbes Pfälzer Kind – aufgewachsen zwischen Weinbergen und dem Pfälzerwald, der im Herbst überquillt von Esskastanien, die in der Pfalz Keschde genannt werden. Später habe ich viele Jahre in Regionen Deutschlands gelebt, wo man Esskastanien nur vom Stand auf dem Weihnachtsmarkt kennt. Schade eigentlich, denn man kann soviel mehr mit ihnen machen, als sich auf dem Weihnachtsmarkt die Finger beim Aufpulen zu verbrennen – wenngleich auch das einen gewissen Charme hat. Um so mehr habe ich mich gefreut, dass hier in Kronberg, wo ich seit ein paar Jahren lebe, die Prinzessin Victoria – Kaiserin Friedrich, wie sie sich nach dem Tod ihres Mannes in ihrem Alterswohnsitz in eben jenem Kronberg, nannte, dafür sorgte, dass in den Wäldern rundum Esskastanien gepflanzt wurden. Diese Wälder gibt es nach mehr als 100 Jahren immer noch und dieses Jahr bersten sie gerade zu vor großen perfekten Esskastanien.

geschälte Esskastanien

 

Was machen mit den Esskastanien?

Zeit also diese Woche, die jährliche Ernte einzufahren (ich bin und bleibe ein Eichhörnchen). Doch was macht man nun mit einer großen Tasche voll der glänzenden braunen Früchte? Nutzen kann man sie unglaublich vielfältig: zum Beispiel für Süßspeisen und Kuchen. Ich selbst liebe sie aber herzhaft kombiniert – als Topping auf Linsensalat oder einem Kürbisrisotto, als Suppe oder als Pastasößchen, gemeinsam mit Birnen und wenn man mag noch knusprigem Speck. Für das Topping oder auch die Pasta brät man die vorgekochten Kastanien in Butter knusprig an, ich kann Euch sagen: köstlich!

geschälte Esskastanien

 

Wie verarbeitet man Esskastanien?

Wollt Ihr von den Esskastanien das ganze Jahr über etwas haben, könnt Ihr sie einfrieren. Dazu kocht Ihr sie vor und schält sie anschließend. Klingt einfach ist in Wahrheit aber eine ganz schöne Geduldsarbeit (ich frag mich jedesmal, warum ich nicht einfach die praktischen eingeschweißten Dinger im Supermarkt kaufe. Aber wie war das noch mit dem Eichhörnchen?). Es gibt aber ein paar Tricks, in jahrelanger Erfahrung erprobt :-), die Euch die Arbeit echt erleichtern kann. So geht Ihr vor:

  • alle Kastanien möglichst großzügig kreuzförmig einritzen, je größer der Schnitt, desto leichter der Rest
  • in einem Kochtopf soviel Wasser zum Kochen bringen, dass Ihr ungefähr 10 Kastanien gleichzeitig kochen könnt
  • nun kocht Ihr diese 10 Kastanien je nach Größe 6-8 Minuten gebt Sie anschließend auf einen tiefen Teller in den Ihr vorher noch ein bisschen Wasser tut (je nasser die Kastanien, desto leichter der nächste Arbeitsschritt
  • die gekochten Kastanien könnt Ihr nun schälen (während die nächste Portion kocht). Dabei beeilt Ihr Euch am besten, den wenn Sie noch heiß sind gehts am besten. Beim Schälen werdet Ihr feststellen, dass die kleinen Biester 2 Schalen haben und während die Äußere meistens recht einfach abgeht ist bei der Inneren ein wenig Geduld gefragt. Wenn Ihr aber den Schnitt groß genug gemacht habt, die Kastanien schön nass und heiß sind, geht auch das eigentlich ganz gut.
  • die fertigen Kastanien friere ich dann zu jeweils ungefähr 150 Gramm ein und hab damit einen schönen Jahresvorrat an leckeren Toppings für alles mögliche.

geschälte Esskastanien

Ich muss mich beim Sammeln übrigens regelmäßig bremsen. Sonst komme ich mit einem Berg nachhause, der mich für ganze Tage in der Küche stehen lässt :-). Meine Erfahrung: Für 500 gr fertige Kastanien (dürften so ca. 700-800 gr ungeschälte Früchte sein) braucht man ungefähr 1 Stunde und länger als 2 Stunden habe ich bis jetzt noch nie durchgehalten – und nein, ich rechne jetzt lieber nicht den Stundensatz aus im verglich zu den fertig gekauften :-)

7. Oktober 2015
von mecki
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Die Blätter fallen und die Preise auch

die preise fallen

Arrrgh, für diesen Blogtitel hab ich doch glatt den Preis für die blödeste Überschrift ever verdient. Was ich Euch aber eigentlich sagen möchte: Passend zum (gefühlten) Herbstanfang biete ich Euch meine Kerzenständer Lilli zum Super-Sonder-Preis an. Ob 1-er, 3-er oder 5-er Set – alles ist runter gesetzt und kann ab sofort bei selekkt geordert werden.

Lilli Kerzenständer aus Birke Multiplex

Geht es Euch auch so, dass Ihr im Sommer keine Kerzen anguckt (naja, fast) und sobald die Blätter fallen und es draußen kälter und früher dunkel wird, könnt Ihr gar nicht genug davon bekommen. Mir jedenfalls geht es Jahr für Jahr so und darum werden gerade auch alle Kerzenständer frisch mit Kerzen gefüllt um abends um die Wette zu leuchten.

Überhaupt der Herbst. So viele schöne Dinge, die er mit bringt: Der Kamin darf endlich wieder brennen (das Kaminholz ist dieses Jahr tatsächlich völlig verlustfrei gestapelt ;-), Walnüsse und Kastanien wollen gesammelt werden, es gibt Flammkuchen und Zwiebelkuchen und dazu leckeren Federweißer, mit einem guten Buch auf dem Sofa faulenzen macht viel mehr Spaß als im Sommer und und und. Für ungefähr 3 Wochen ist der Herbst meine absolute Lieblingsjahreszeit (danach hätte ich dann gerne 2 Wochen weiß-verschneiten Winter und dann darf es gerne wieder warm werden ;-).

Kerzenständer LilliKerzenständer LilliKerzenständer Lilli

Also, wenn Ihr Lust auf Herbst und gemütliche Abende bei Kerzenschein habt, schaut doch mal in meinem kleinen Shop vorbei. Vielleicht erhellt Lilli ja demnächst Euer herbstliches Zuhause :-)

14. September 2015
von mecki
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Tierisches aus dem Urlaub

Jetzt ist er fast rum, der Sommer. Und irgendwie haben sich Bloggen und Sommer bei mir dieses Jahr nicht so recht vertragen – habt Ihr gemerkt, ich hab mich ganz schön rar gemacht die letzten Wochen. Jetzt zum Abschluss der Sommerferien waren wir nochmal 5 Tage in den Bergen. Erinnert Ihr Euch noch? Meine Lieblingsecke in den Alpen? Ja klar – Bregenzerwald! Gehört sich so als Architektin – nirgendwo gibt es wohl eine solche Fülle toller zeitgenössischer Architektur. Das ist richtiger Wellness-Urlaub für die Augen. Die dürfen sich dort nämlich tagelang an guter Architektur und sonstigem tollen Design – vom Möbelstück bis zum Schuh erfreuen, das tut gut, sag ich Euch :-).

alpabtrieb in schwarzenberg

Und diesmal? Hab ich Euch aus dem Urlaub dennoch keine Architektur mitgebracht (dazu guckt Ihr hier oder auch hier) sondern ganz was anderes: Kühe. Jawohl, richtig gelesen… Kühe. Es war nämlich Alpabtrieb in Schwarzenberg. Von Ende Juni bis Anfang September dürfen die Kühe ihr Leben auf den hochgelegenen Almen genießen und dort die Milch für den wunderbaren Bergkäse produzieren (würde ich übrigens nicht wegen der Architektur und der Berge dorthin fahren, so wäre der Käse dort alleine schon Grund genug – Grundlage für die weltbesten Käsespätzle, mmmmh). Am 08. September war es dann Zeit ins Tal zurückzukehren und über 1000 Kühe machen sich aus allen Richtungen auf den Weg zurück zu ihren Bauern.

Dabei legen die Kühe teilweise beachtlich weite Strecken zurück. Nach Schwarzenberg kommen sie beispielsweise bis aus Lech am Arlberg – das sind mehr als 50 km, die die Tiere und ihre menschlichen Begleiter in 2 Tagen zurücklegen. Auch durch Bizau, wo wir wohnten, zogen bereits vor dem Frühstück die ersten Kühe. Beeindruckend: Lange bevor man sie sieht, hört man ein tosendes Glockengeläut. Zum Alpabtrieb haben die Tiere riesige Glocken um und machen damit ein veritables Getöse.

alpabtrieb in schwarzenberg

Nach dem Frühstück haben wir uns dann sofort auf die Räder geschwungen, um die 12 Kilometer nach Schwarzenberg zurückzulegen und pünktlich mit den ersten Kühen anzukommen. Dachten wir zumindest! War aber gar nicht so einfach. Denn nicht nur wir wollten dorthin sondern, ich erwähnte es bereits, auch jede Menge Kühe. Und die nutzten neben den Straßen auch gerne die Radwege. Und sich mit Kühen einen Radweg zu teilen funktioniert nicht wirklich – selbst wenn die Kühe schon durch sind ist das kein Spaß, Ihr glaubt gar nicht, was die Viecher da so alles liegen lassen :-). Irgendwie sind wir dann aber dennoch durchgekommen.

alpabtrieb in schwarzenberg

In Schwarzenberg war dann tatsächlich die Hölle los: Bauern, Einheimische, Touristen – alle sind an dem Tag auf den Beinen, hatte fast was von Karnevalsumzug in Köln :-). Wenn die Kühe dann kommen (Jede Alm wird von einem Traktor angeführt und jeweils mit Namen angekündigt) ist das schon richtig beeindruckend – für alle Sinne: Geräusch, Geruch und natürlich ganz viel zu gucken. Während man letzeres mit der Kamera einfangen kann, fehlen alle anderen Sinneseindrücke auf den Fotos. Ein Grund, warum ich es ganz schön schwer fand, wirklich gute Fotos, die die Atmosphäre rüberbringen, zu machen. Außerdem bewegen sich Kühe (ja wirklich ;-) und das ist nicht nur zum Fokussieren nicht so ganz einfach sondern manchmal auch wirklich aufregend, wenn man vor lauter Kamera vor den Augen erst im letzten Moment mitbekommt, wie nah die Kuh mit ihrer Riesenzunge dem eigenen Gesicht schon ist :-)

alpabtrieb in schwarzenberg

Viele der Kühe sind geschmückt, einige nicht. Erst abends beim Essen erfuhr ich, dass die Bauern ihre Kühe in guten Jahren schmücken – je aufwendiger der Schmuck, desto besser ist das Jahr gewesen. Ist eine Kuh gestorben, werden die anderen Kühe (dieser Alm oder dieses Bauers – das weiß ich nicht genau) gar nicht geschmückt. Bei aller Idylle der Szenerie sind übrigens die Probleme der Milchwirtschaft auch im Bregenzerwald schon angekommen. So ist es wohl nicht mehr so einfach, genug Menschen zu finden, die den Sommer auf der Alm verbringen und manche Bauern lassen ihre Kühe lieber im Tal, weil dort die Milchleistung leichter zu steigern ist. Dennoch finde ich es toll, dass es dort in den Bergen noch eine solche Landwirtschaft gibt – da schmecken die Käsespätzle am Abend nochmal so gut!

alpabtrieb in schwarzenberg

17. August 2015
von mecki
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Selbst gebackenes Brot – sooo einfach!

Kebo ruft wie jeden Monat zum Bloggerevent „Typisch für…“ und diesmal geht’s um Frühstück. Typisch für mein Frühstück also… Nun gibt es bei mir aber gar nicht DAS typische Frühstück, nein, meine Woche ist frühstückstechnisch sozusagen zwei-geteilt. Wochenende: gerne viel und lang und gemütlich. Während der Woche: ich gestehe, ich bin ein echter Morgenmuffel, vor 8 Uhr allerfrühestens spricht man mich am besten nicht an. Da das Frühstück aber bei uns um 7 Uhr statt findet, darf es gerne kurz, schweigsam und so wenig wie möglich sein :-).

Und was ich ja immer mag, Morgenmuffel hin oder her, ist unser selbstgebackenes Sauerteigbrot – gibt’s bei uns seit Jahren und ist so super einfach und gleichzeitig so lecker, dass ich Euch heute einfach mal aufschreibe, wie Ihr Euch auch eins backen könnt.

Sauerteigbrot selbst gebacken

Die Zutaten

Ihr braucht (Achtung, längste Zutatenliste ever ;-):

1 kg Roggenvollkornmehl

20 g Salz

Wasser

Und so geht’s:
Beim ersten mal müsst Ihr erst einmal einen Sauerteig herstellen, nicht erschrecken, geht total einfach. Beim zweiten Brot habt Ihr den dann schon (wie man ihn aufbewahrt steht weiter unten) und es wird noch viel einfacher.

Der Sauerteig

Für den Sauerteig vermischt Ihr an Tag 1 ca. 100 gr Mehl mit handwarmen Wasser in einer verschließbaren Schüssel. Die Konsistenz sollte ungefähr breiig sein. Die Schüssel stellt Ihr dann an einen eher warmen Ort – optimal wären ungefähr 23°, wenn’s ein bisschen wärmer oder kälter ist, macht das aber auch nichts (während der folgenden Tage entwickeln sich verschiedene Essig- und Hefebakterien, letztere gedeihen am besten bei warmen Temperaturen, während die Essigbakterien es wohl eher etwas kälter mögen. Wie Euer Sauerteig hinterher schmeckt, ist also  auch ein wenig temperaturabhängig).

An Tag 2 und 3 wiederholt Ihr einfach das Prozedere von Tag 1, füllt also in die selbe Schüssel erneut Mehl und Wasser, rührt um und lasst die Mischung für 24 Stunden in Ruhe. Wenn alles gut läuft, entwickelt der Sauerteig kleine Bläschen und zeigt Euch so, dass er lebt.

Roggenvollkornbrot selbst gebacken

Das Brot

An Tag 4 ist Euer Sauerteig fertig und Ihr könnt mit dem Brotbacken beginnen. Dazu füllt Ihr den Sauerteig mit der Hälfte des verbliebenen Mehls (insgesamt müsste Ihr nun noch 700 gr Mehl haben) auf und gebt wieder handwarmes Wasser dazu. Die Konsistenz darf nun etwas fester sein, sollte sich aber immer noch mit einem stabilen Löffel bearbeiten lassen. Den Teig lasst Ihr nun für 4 Stunden wiederum abgedeckt an einem warmen Ort stehen. Danach nehmt Ihr zunächst eine Gabel Teig ab und mischt diese (am besten einfach mit den Fingern) solange mit ca. 2-3 Esslöffel Mehl bis eine krümelige ziemlich trockene Konsistenz entsteht – das ist der sogenannte Krümelsauer. Den könnt Ihr in einem sauberen Glas verschlossen im Kühlschrank lagern, bis Ihr das nächste Mal Brot backt. So ist er mehrere Wochen haltbar*.

Den Rest des Mehls gebt Ihr nun in die Schüssel zusammen mit ca. 20 gr Salz und – Ihr könnt es Euch schon denken – handwarmen Wasser. Wer mag kann an dieser Stelle auch noch Brotgewürze wie Kümmel, Fenchel oder Koriander zufügen, auch lecker. Wenn Ihr den Teig (Roggenteig ist extrem klebrig) gerade noch so umrühren könnt, ist die Menge Wasser richtig. Es ist schwierig, eine genaue Menge Wasser vorzugeben, weil das einfach sehr vom Mehl abhängt, ich messe es selbst auch nie ab. Den Teig füllt Ihr nun in eine gefettete große Kastenform und die darf nun, mit einem Tuch abgedeckt, wieder ruhen, jetzt im Sommer einfach in der Küche, im Winter sucht man sich am besten ein warmes Fleckchen (z.B. im Backofen bei eingeschalteter Beleuchtung). Wie lange genau, hängt davon ab, wie warm es ist und wie triebstark Euer Sauerteig schon ist, der wird nämlich immer kräftiger und besser, je älter er ist, ja wirklich! Für den Anfang lasst Ihr Euer Brot am besten 3 Stunden gehen. Nach einiger Zeit, kann das deutlich kürzer sein, bis dahin habt Ihr aber selbst ein Gefühl dafür entwickelt :-)

Roggenbrot Vollkorn mit Tomaten

Das Backen

Das ungebackene Brot könnt Ihr einmal längs einritzen, das sorgt für die hübsche Aufbruchkante. Den Ofen heizt Ihr vor nach dem Motto „Alles was geht“ – das dürften im Normalfall so ca. 270° sein. Auch wenn alle Brotbackspezialisten was anderes sagen, ich nehme für die ersten 10 Minuten dabei gerne Heißluft, macht das Brot schön kross. Unten in den Ofen kommt noch ein Backblech, auf das ich beim Einschießen (so nennt man den Moment, wenn das Brot in den Ofen kommt…) ca.50 ml Wasser verspritze – alles für die gute Brotkruste :-). Nach 10 Minuten stellt Ihr die Temperatur zurück auf 190° sowie Ober- und Unterhitze und backt dabei das Brot eine weitere Stunde. Fertig! Und nun müsst Ihr ganz hart sein und das Brot noch über Nacht liegen lassen, denn so ein guter Roggensauerteig will erst einmal ein paar Stunden reifen bevor er zu Höchstform aufläuft. Dafür schmeckt’s dann am nächsten Morgen um so besser. Und ich kann Euch an der Stelle garantieren: wenn Ihr einmal Euer selbstgebackenes Brot gegessen habt, mögt Ihr nie wieder ein anderes.

Die Tomaten auf dem Foto sind übrigens tatsächlich aus dem eigenen Garten, bis jetzt kann sich die Ernte echt sehen lassen :-)

* Beim nächsten Mal Brotbacken nehmt Ihr den Krümelsauer am Abend vorher aus dem Kühlschrank und gebt ungefähr 200 gr Mehl und Wasser dazu. Am nächsten Morgen könnt Ihr dann wie an Tag 4 starten (mit etwas variierter Mehlmenge, so dass Ihr gesamt wieder auf 1 Kilo kommt)

7. August 2015
von mecki
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Von Nahrung, Hühnern und Eiern

So, da bin ich wieder – nach 2 Wochen Urlaub, der nahezu komplett offline verbracht wurde (mir hat’s gefallen).

mobiler hühnerstall kronberg

Und was bringe ich Euch mit, so direkt nach der Sommerpause? Hühner und Eier. Jaaaa, mal ganz was anderes hier auf fein & raum. Ich stolpere in meinem Leben immer wieder über die Frage, wie man sich dieser Tage ernähren kann, ohne an unserem Planeten Raubbau zu betreiben. Gar nicht so einfach: Bio, regional, saisonal, kurze Transportwege, wenig Verpackung, geringer Co2-Verbrauch, Tierleid usw. usw. Es gibt so unglaublich viel, was da gegeneinander abgewogen werden will, dass einem zuweilen schon der Kopf schwirren kann.

Dabei ist es manchmal nicht einfach abzuwägen: Ist es jetzt die Bio-Gurke aus Spanien sinnvoller als die konventionelle aus Deutschland. Sind die in Plastik verpackten regionalen Tomaten besser als die mit Transportweg, die lose angeboten werden. Verbraucht die Herstellung des leckeren Parmesan nicht eigentlich mehr Co2 als das Schweineschnitzel, das ich meist ohne großen Verlust links liegen lasse?

mobiler hühnerstall kronberg

Nun ist es nicht so, dass ich im Alltag ständig verzweifelt darüber grüble, was ich denn nun eigentlich essen „darf“. Im Gegenteil – es macht mir riesig Spaß, Lebensmittel einzukaufen und zu kochen. Dabei immer auch ein wenig im Hinterkopf zu haben, wie verantwortungsvoll meine Kaufentscheidungen sind, ist keine Last. Auch wenn ich weiß, dass ich damit kaum die Welt rette, ist es mir wichtig. Und wenn ich dann doch schon im Juni Lust auf Tomaten habe, dann dürfen die auch mal aus Italien kommen (bis meine eigenen wirklich reif sind, dauert glaube ich noch bis September :-). Überhaupt Italien: Ohne Zitronen, Olivenöl und Pasta geht bei mir nix – konsequent regional werde ich also wohl nie schaffen.

mobile hühnerhaltung auf streuobstwises

Gefreut habe ich mich aber sehr, als ich kürzlich entdeckte, dass um die Ecke eine mobile Hühnerherde (tolle Bezeichnung oder?) ein Plätzchen gefunden hat. Da laufen doch tatsächlich ca. 100 Hühner in schönster Idylle auf der Streuobstwiese rum. Und wenn sie diese kahl gepickt haben werden sie in ihrem mobilem Heim ein paar 100 Meter weiterverfrachtet. Die Landeier unter Euch werden vielleicht sagen: „Hej, ist doch selbstverständlich“. Aber ich wohnen nun mal mitten in Rhein-Main, dicht be- und zersiedelt, und da ist so was schon ein richtiges Highlight. Ja und heute habe ich es endlich mal zu den (spärlichen) Öffnungszeiten des kleinen Hofladens geschafft und hatte Glück, dass die Hühner auch produktiv waren und ich 10 Eier bekommen habe.

mobile hühnerhaltung in oberhöchstadt

Ha, und ich hab die Kamera mitgenommen, denn auf dem Weg zum Hofladen, komm ich bei besagten Hühnern vorbei. Also erst die Produzenten live fotografieren und dann ihre Erzeugnisse einkaufen gehen, ist doch toll!

Das Federvieh kam übrigens direkt zum Zaun gestürmt, als ich mein Rad abstellte. Erst war ich ganz entzückt, dass sie sich mir quasi als Fotomodell aufdrängten. Der Spaß war aber schnell vorbei, als sie merkten, dass ich nix zu essen dabei habe. Da zeigten sie mir ganz schnell ihr Hinterteil. Und ich durfte feststellen, dass es doch was anderes ist, Kerzenständer, Kuchen oder Häuser zu fotografieren. Da ist definitiv noch Luft nach oben, was die Tierfotografie betrifft :-).

mobile hühnerhaltung

Und Ihr? Habt Ihr auch was um die Ecke, wo das Essen einkaufen so viel Spaß macht? Markt, Bauernhof oder gar der eigene Garten? Oder bevorzugt Ihr den praktischen Supermarkt, der ja zumindest in punkto Zeitfaktor kaum zu toppen ist?

Ein wirklich sehenswerter Film zum Thema ist übrigens: 10 Milliarden – wie werden wir alle satt?